Phase 0: Fundament der Feuerwehr-Verwaltungsplattform

Legt den kompletten Unterbau an, auf dem die Fachmodule aufsetzen.

Betrieb:
- docker-compose.yml mit Traefik, App, Worker, PostgreSQL 17 + PostGIS,
  Redis, MinIO und Gotenberg; Entwicklungs-Override ohne Traefik, dafuer
  mit Mailpit und Adminer
- Mehrstufiges Dockerfile: eigener Benutzer, tini als PID 1, Healthcheck
- .env.example mit einem Kommentar zu jeder Variable

Mandantentrennung:
- Row Level Security auf allen mandantenpflichtigen Tabellen
- Zwei getrennte Datenbankverbindungen: florian_app mit aktiver RLS fuer
  die Anwendung, Eigentuemer-Zugang nur fuer Migration, Seed und Anmeldung
- fuerOrganisation() als einziger Weg zu Fachdaten

Nachvollziehbarkeit:
- AuditLog append-only per Trigger; UPDATE ist dauerhaft gesperrt, DELETE
  nur im gekennzeichneten Aufbewahrungslauf
- Geheimnisse werden vor dem Schreiben entfernt

Anmeldung:
- OIDC gegen ein extern betriebenes authentik, Rollen aus Gruppen nur als
  Vorbelegung beim ersten Login
- Lokaler E-Mail/Passwort-Login als Rueckfallweg
- Terminal per PIN und RFID mit zwei Schranken (Geraet, dann Person)

Weiteres:
- lib/authz.ts mit 9 Rollen und 38 Einzelrechten
- lib/storage.ts (MinIO), lib/audit.ts, lib/warteschlange.ts (BullMQ)
- Integrationen fuer Mail, Telegram und LLM hinter abschaltbaren Interfaces
- tRPC v11, Basis-Layout mit Seitenleiste und dunkler Darstellung
- Seed mit einer Beispielwehr: 16 Personen, 3 Fahrzeuge, 40 Geraete
- 32 Vitest-Tests (davon 8 gegen eine echte Datenbank), 10 Playwright-Tests
- README, Anleitung mit Screenshots, Roadmap, Aufwandsschaetzung, Devlog,
  Versionierungsregeln und Changelog

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
Florian Wilde
2026-09-03 00:13:53 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
commit 845942f36c
84 changed files with 21433 additions and 0 deletions
+258
View File
@@ -0,0 +1,258 @@
# Anleitung
Bedienung von FLORIAN, Stand Phase 0 (Version 0.1.0). Die Bilder zeigen die
Beispielwehr aus dem Seed und werden mit `npm run screenshots` neu erzeugt.
> Was hier noch fehlt — Mitglieder, Geräte, Prüfungen — kommt in den
> folgenden Phasen dazu. Der Stand ist bewusst schmal: Phase 0 baut das
> Fundament, nicht die Fachmodule. Siehe [ROADMAP.md](ROADMAP.md).
---
## 1. Anmelden
Aufgerufen wird FLORIAN im Browser unter der Adresse, die der Administrator
eingerichtet hat — in der Entwicklung `http://localhost:3100`.
![Anmeldeseite](screenshots/01-anmeldung-light.png)
Die Anmeldeseite zeigt genau die Wege, die in dieser Installation eingerichtet
sind:
| Weg | Wann |
|---|---|
| **Anmeldung über authentik** | Der Regelweg, sobald authentik eingerichtet ist. Ein Klick, keine Passworteingabe in FLORIAN. |
| **E-Mail und Passwort** | Beim Erststart, und wenn authentik gerade nicht erreichbar ist. |
| **Terminal im Gerätehaus** | Am Wandtablet, mit PIN oder Ausweiskarte. Eigene Oberfläche, kommt in Phase 4. |
Beim allerersten Start gibt es genau ein Konto: das aus `SEED_ADMIN_EMAIL` und
`SEED_ADMIN_PASSWORT` in der `.env`. Vorgabe:
```
admin@beispielwehr.de
Feuerwehr2026
```
**Dieses Passwort gehört nach dem ersten Login geändert.**
### Wenn die Anmeldung nicht klappt
Nach mehreren Fehlversuchen wird das Konto vorübergehend gesperrt — voreingestellt
nach fünf Versuchen für fünf Minuten (`KIOSK_MAX_FEHLVERSUCHE`,
`KIOSK_SPERRDAUER`). Die Meldung nennt nicht, ob die E-Mail-Adresse oder das
Passwort falsch war; das ist Absicht und verhindert, dass sich vorhandene
Konten erraten lassen.
---
## 2. Die Übersicht
Nach der Anmeldung steht die Übersicht der eigenen Wehr.
![Übersicht](screenshots/02-uebersicht-light.png)
Von oben nach unten:
**Kopfzeile.** Name der Wehr und darunter, wer angemeldet ist und mit welchen
Rollen. Wer mehrere Rollen trägt — der Gerätewart ist oft auch Ausbilder —
sieht alle.
**Sicherheitshinweis.** Der gelbe Kasten bleibt stehen, solange die Wehr die
Anwendung nicht ausdrücklich freigegeben hat. Er ist keine Formalität:
Atemschutzüberwachung und Alarmmonitor sind sicherheitsrelevant, und bis zur
Freigabe bleibt die analoge Überwachung führend.
**Kennzahlen.** Vier Kacheln mit aktiven Mitgliedern, Fahrzeugen, Geräten und
fälligen Prüfungen. Sie zählen nur die eigene Wehr — was eine andere Wehr auf
derselben Installation hat, ist nicht sichtbar und nicht abfragbar.
**Stand des Aufbaus.** Welche Phasen fertig sind und was als Nächstes kommt.
### Die Seitenleiste
Links stehen alle Module. Was noch nicht existiert, ist ausgegraut und trägt
rechts sein Phasenkürzel — `P2` heißt „kommt in Phase 2".
Was jemand überhaupt sieht, hängt an seinen Rechten. Ein einfaches Mitglied
sieht die Mitgliederliste, aber nicht das Protokoll. Wichtig zum Verständnis:
das Ausblenden ist nur Bequemlichkeit. Der eigentliche Schutz sitzt auf dem
Server — wer eine Adresse direkt aufruft, für die ihm das Recht fehlt, bekommt
trotzdem nichts.
---
## 3. Helle und dunkle Darstellung
Oben rechts wird zwischen hell und dunkel umgeschaltet. Voreingestellt ist die
Einstellung des Betriebssystems.
![Übersicht in dunkler Darstellung](screenshots/02-uebersicht-dark.png)
Die dunkle Darstellung ist bewusst kein invertiertes Schwarz, sondern ein
warmes Grau. Wer abends vom Fahrzeug hereinkommt und ans Terminal tritt, soll
nicht geblendet werden.
---
## 4. Rollen und was sie dürfen
Neun Rollen, jede mit einem festen Satz Rechte. Die Zuordnung steht zentral in
`src/lib/authz.ts` und wird beim Seed in die Datenbank gespiegelt — eine Wehr
kann sie also nachträglich zuschneiden, ohne dass jemand Code ändert.
| Rolle | Darf im Kern |
|---|---|
| **Administrator** | alles, auch über Wehren hinweg |
| **Kommandant** | alles innerhalb der eigenen Wehr, einschließlich Rollen vergeben und Protokoll einsehen |
| **Gerätewart** | Fahrzeuge und Geräte anlegen, ändern, aussondern; Prüfungen planen und durchführen |
| **Atemschutzgerätewart** | zusätzlich Atemschutzgeräte, Träger und die Überwachung nach FwDV 7 |
| **Kassier** | Buchungen und Kassenabschluss (Modul noch nicht geplant, siehe Roadmap) |
| **Schriftführer** | Mitglieder pflegen, Einsätze und Berichte erfassen |
| **Ausbilder** | Übungen planen, Teilnahme und Qualifikationen erfassen |
| **Mitglied** | eigene Daten, Listen lesen |
| **Terminal** | nur anmelden und erfassen — nie verwalten |
Zwei Dinge sind bewusst so gebaut:
**Der Gerätewart kommt nicht an die Kasse, der Kassier nicht an die Geräte.**
Trennung nach Verantwortung, nicht nach Bequemlichkeit.
**Das Terminal darf fast nichts.** Wer am Wandtablet arbeitet, meldet sich
zusätzlich mit PIN oder Karte an und handelt dann unter seiner eigenen Person.
Das Terminal selbst ist nur die Tür.
---
## 5. Anmeldung über authentik einrichten
authentik läuft **getrennt** von FLORIAN und ist nicht Teil dieses Stacks.
### In authentik
1. Neuen Provider anlegen, Typ **OAuth2/OpenID Provider**
2. Client-Typ: **Confidential**
3. Redirect-URI genau so eintragen:
```
https://<ihre-florian-adresse>/api/auth/callback/authentik
```
4. Scopes: `openid`, `profile`, `email`
5. Für die Rollenvorbelegung zusätzlich ein Scope-Mapping, das die Gruppen des
Benutzers als Claim `groups` ausliefert
6. Eine Application anlegen und mit dem Provider verbinden. Der Slug der
Application ist der letzte Teil der Issuer-URL.
### In der `.env`
```bash
AUTH_OIDC_ENABLED=true
AUTH_OIDC_ISSUER=https://auth.beispiel.de/application/o/florian/
AUTH_OIDC_CLIENT_ID=<aus authentik>
AUTH_OIDC_CLIENT_SECRET=<aus authentik>
AUTH_OIDC_GROUP_CLAIM=groups
AUTH_OIDC_GROUP_MAPPING=feuerwehr-kommandant:KOMMANDANT,feuerwehr-geraetewart:GERAETEWART
AUTH_OIDC_AUTO_PROVISION=true
AUTH_OIDC_STANDARD_ORGANISATION=ff-musterhausen
```
Danach die Anwendung neu starten. Auf der Anmeldeseite erscheint der Knopf für
authentik.
### Wie die Rollenvorbelegung wirkt
Die Zuordnung greift **nur beim allerersten Login** einer Person. Danach ist
die in FLORIAN gepflegte Rolle führend, und authentik überschreibt sie nicht
mehr. Wer also einem Mitglied in FLORIAN die Rolle „Gerätewart" gibt, behält
sie — auch wenn die authentik-Gruppe etwas anderes sagt.
Steht `AUTH_OIDC_AUTO_PROVISION=false`, muss die Person vorher in FLORIAN
angelegt sein. Verknüpft wird über die E-Mail-Adresse.
### Wenn authentik ausfällt
Solange `AUTH_LOCAL_ENABLED=true` steht, bleibt der Passwort-Login als
Rückfallweg erreichbar. Für den Wirkbetrieb ist es sinnvoll, mindestens ein
Konto mit Passwort zu behalten — sonst sperrt ein Ausfall von authentik die
ganze Wehr aus.
---
## 6. Terminal-Anmeldung im Gerätehaus
Die Oberfläche dazu kommt in Phase 4; der Anmeldeweg steht bereits.
Am Terminal wird zweifach geprüft:
1. **Das Gerät** weist sich mit `KIOSK_DEVICE_SECRET` aus. Ohne diesen Wert
nimmt der Server keine PIN und keine Karte an.
2. **Die Person** meldet sich mit einer sechsstelligen PIN (zusammen mit ihrer
Mitgliedsnummer) oder mit einer RFID-Karte an.
Beides wird nur als Hash gespeichert — weder die PIN noch die Kartenkennung
liegen im Klartext in der Datenbank.
PINs, die sich zu leicht raten lassen, weist FLORIAN ab: lauter gleiche
Ziffern und fortlaufende Folgen wie `123456`.
Aus dem Seed lässt sich das ausprobieren: Mitgliedsnummer `0001` (Andreas
Huber), PIN `471203`.
---
## 7. Was protokolliert wird
Jede schreibende Änderung erzeugt einen Eintrag mit Zeitpunkt, Person,
betroffenem Datensatz und den geänderten Feldern im Vorher-Nachher-Vergleich.
Auch jede Anmeldung — erfolgreich wie gescheitert.
Zwei Eigenschaften sind wichtig:
**Der Log lässt sich nicht ändern.** Nicht über die Oberfläche, nicht über die
Datenbank, auch nicht vom Administrator. Die Datenbank selbst verhindert es.
**Er lässt sich nur im Aufbewahrungslauf kürzen.** Nach der eingestellten
Frist (`AUDIT_AUFBEWAHRUNG_TAGE`, Vorgabe 10 Jahre) sichert der
Hintergrundprozess die alten Einträge und entfernt sie danach. Das ist der
einzige Weg, auf dem etwas aus dem Log verschwindet.
**Passwörter, PINs und Kartenkennungen stehen nie im Log** — sie werden vor
dem Schreiben herausgenommen.
Einsehbar ist der Log mit dem Recht `system.auditlog`, das Kommandant und
Administrator haben. Die Ansicht dazu kommt in Phase 1.
---
## 8. Wenn etwas nicht geht
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Die Anwendung startet nicht und meldet fehlende Variablen | `.env` unvollständig | Die Meldung nennt jede fehlende Variable. Erklärungen dazu stehen in `.env.example`. |
| Anmeldung schlägt immer fehl, obwohl das Passwort stimmt | Konto nach Fehlversuchen gesperrt | Fünf Minuten warten, oder `gesperrtBis` in der Datenbank zurücksetzen |
| Listen sind leer, obwohl Daten da sind | Kein Mandantenkontext gesetzt | Das ist der Schutzmechanismus. Der Zugriff muss über `fuerOrganisation()` laufen. |
| Dateien lassen sich nicht hochladen | MinIO nicht erreichbar oder Bucket fehlt | `http://localhost:9011` öffnen; `docker compose logs minio-init` |
| Der Knopf für authentik fehlt | Issuer, Client-ID oder Secret nicht gesetzt | Alle drei sind nötig, sonst wird der Weg ausgeblendet |
| `docker compose up` startet Traefik mit | Override-Datei wurde nicht mitgeladen | In Produktion `-f docker-compose.yml` angeben |
Zustand aller Randsysteme auf einen Blick:
```
http://localhost:3100/api/health
```
Antwortet mit `200` und `"status": "ok"`, wenn Datenbank, Objektspeicher und
Warteschlange erreichbar sind — sonst mit `503` und der Angabe, welcher Dienst
fehlt.
---
## Bilder erneuern
```bash
docker compose up -d
npm run dev
npm run screenshots
```
Die Bilder entstehen in `docs/screenshots/`, jeweils in heller und dunkler
Darstellung, und werden mit eingecheckt — die Anleitung soll auch dann lesbar
sein, wenn gerade kein Stack läuft.
+237
View File
@@ -0,0 +1,237 @@
# Aufwandsschätzung
Schätzung je Phase, daneben der tatsächliche Aufwand aus dem
[Devlog](DEVLOG.md). Stand: 3. September 2026.
## Wie hier gerechnet wird
Es stehen bewusst **zwei** Größen nebeneinander, weil sie Verschiedenes
aussagen:
| Größe | Bedeutung |
|---|---|
| **Sitzungszeit** | Wie lange Claude tatsächlich gearbeitet hat. Das ist die Zahl, die im Devlog steht, und die Grundlage für die Planung der nächsten Sitzung. |
| **Vergleichsaufwand** | Was eine einzelne Person mit diesem Stack für dasselbe Ergebnis gebraucht hätte, in Personentagen zu 8 Stunden. Das ist die Zahl, die gegenüber der Wehr etwas bedeutet — sie beantwortet „was wäre das sonst wert gewesen". |
Der Vergleichsaufwand ist eine **Schätzung**, keine Messung. Er unterstellt
jemanden, der den Stack kennt, die Feuerwehr-Fachlichkeit aber erst klären
muss — also Recherche zu DGUV-Fristen, FwDV 3 und FwDV 7 einschließt.
Faktoren, die in die Schätzung eingehen:
- **Fachlichkeit** — wie viel muss geklärt werden, bevor gebaut werden kann?
- **Sicherheitsbezug** — Atemschutz und Prüfnachweise brauchen mehr Tests und
mehr Sorgfalt als eine Adressliste.
- **Fremdsysteme** — Gotenberg, Nominatim, tileserver-gl, Ollama, RFID-Leser.
Jedes ist eine eigene Fehlerquelle.
- **Offline und Echtzeit** — die teuersten Anforderungen im ganzen Projekt.
## Übersicht
| Phase | Inhalt | Vergleichsaufwand | Sitzungszeit geschätzt | Sitzungszeit tatsächlich |
|---|---|---:|---:|---:|
| 0 | Fundament | 12–16 PT | — | **1:00 h** |
| 1 | Stammdaten | 10–14 PT | 2,5–3,5 h | offen |
| 2 | Wartung und Prüfung | 18–24 PT | 4,5–6 h | offen |
| 3 | Einsätze und Übungen | 12–16 PT | 3–4 h | offen |
| 4 | Kiosk-PWA mit Offline | 16–22 PT | 4–5,5 h | offen |
| 5 | Atemschutz (FwDV 7) | 14–18 PT | 3,5–4,5 h | offen |
| 6 | Kartenmodule | 14–18 PT | 3,5–4,5 h | offen |
| 7 | Benachrichtigungen und Termine | 10–13 PT | 2,5–3,5 h | offen |
| 8 | Lokale KI | 9–12 PT | 2,5–3 h | offen |
| | **Summe** | **115–153 PT** | **26–34 h** | |
115–153 Personentage entsprechen etwa **6 bis 8 Monaten Vollzeitarbeit** einer
einzelnen Person. Zum Vergleich: eine kommerzielle Feuerwehrverwaltung kostet
je nach Umfang 500 bis 2.500 Euro im Jahr, dauerhaft, mit den Daten beim
Anbieter.
---
## Phase 0 — Fundament
**Vergleichsaufwand: 12–16 PT** · **Tatsächlich: 1:00 h Sitzungszeit**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Monorepo, Werkzeuge, TypeScript, Tailwind, shadcn | 1,5 |
| Docker Compose, Dockerfile, Traefik, Healthchecks | 2,5 |
| Prisma-Schema der Basismodelle | 2,0 |
| Row Level Security samt Rollen- und Rechtekonzept in Postgres | 2,5 |
| Auth.js mit OIDC, lokalem Login und Terminal-Anmeldung | 3,0 |
| storage, audit, warteschlange, Integrationsschnittstellen | 2,0 |
| Basis-Layout, Anmeldeseite, Übersicht, Dark Mode | 1,5 |
| Seed, Vitest, Playwright, Dokumentation | 1,5 |
Das Teuerste war nicht der sichtbare Teil, sondern die Mandantentrennung. RLS
so aufzusetzen, dass Migrationen, Seed und Anmeldung funktionieren und die
Anwendung trotzdem nichts Fremdes sieht, verlangt zwei getrennte
Datenbankzugänge und ein sauberes Verständnis davon, wann welcher greift. Wer
das nachträglich einbaut, zahlt ein Vielfaches.
## Phase 1 — Stammdaten
**Vergleichsaufwand: 10–14 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Modelle: Standort, Geraeteraum, Geraetetyp, Qualifikation | 1,5 |
| Fahrzeug und Geraet um DIN-Typisierung und Lebensdauer erweitern | 1,5 |
| Tabellen mit Sortierung, Filter, Volltextsuche, Spaltenauswahl | 3,0 |
| QR-Code je Gerät, Etikettenbogen als PDF (65 Etiketten, DIN A4) | 1,5 |
| QR-Scan im Browser über die Kamera | 1,0 |
| CSV-/Excel-Import mit Spaltenzuordnung und Vorschau | 2,5 |
| Gerätehistorie aus dem Audit-Log | 1,0 |
| Massenbearbeitung und Tastaturbedienung | 1,0 |
Der Import ist der Posten, der erfahrungsgemäß aus dem Ruder läuft. Jede Wehr
bringt eine andere Excel-Datei mit, und die Vorschau vor dem Übernehmen ist
kein Komfort, sondern die Bedingung dafür, dass die Wehr dem Ergebnis traut.
## Phase 2 — Wartung und Prüfung
**Vergleichsaufwand: 18–24 PT** — die aufwendigste Phase
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Modelle: Vorlage, Checklistenpunkt, Termin, Prüfung, Ergebnis, Mangel, Rückruf | 3,0 |
| Fristen-Dashboard mit Gruppierungen | 2,5 |
| Nächtlicher BullMQ-Job: Termine erzeugen, Status setzen, erinnern | 2,5 |
| Prüfungs-Wizard mit Fotoupload je Checklistenpunkt | 3,5 |
| Unterschrift auf Canvas, Touch und Maus | 1,5 |
| PDF-Protokoll über Gotenberg mit Fotos und Signatur | 3,0 |
| Unveränderlichkeit und Korrekturprotokolle mit Verweis | 1,5 |
| Lebensdauerüberwachung und Aussonderungsvorschlag | 1,5 |
| Rückrufe, externe Wartung, Mängel-Workflow | 2,5 |
Hier entsteht der eigentliche Wert: die Software wird zum Nachweis gegenüber
der Unfallkasse. Das heißt aber auch, dass jeder Fehler teuer ist. Die
Unveränderlichkeit abgeschlossener Protokolle ist der Kern — und der Grund,
warum der Audit-Log schon in Phase 0 append-only ist.
## Phase 3 — Einsätze und Übungen
**Vergleichsaufwand: 12–16 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Modelle: Einsatz, Einsatzfahrzeug, Einsatzkraft, Material, Lagemeldung, Übung | 2,0 |
| Schnellerfassung mit Nachtragen | 1,5 |
| Geocoding über self-hosted Nominatim mit Rückfallweg | 1,5 |
| Personalauswahl nach Verfügbarkeit und Qualifikation | 2,0 |
| Stärkeberechnung nach FwDV 3 | 1,0 |
| Einsatzbericht als PDF, Jahresexport für die Gemeinde | 2,0 |
| Statistik: Kategorien, Eintreffzeiten, Beteiligung, Auslastung | 2,5 |
| Externes Portal mit signiertem QR-Link, ohne Login, rate-limited | 2,0 |
Das externe Portal für Fremdwehren ist sicherheitsrelevant: ein Zugang ohne
Anmeldung, der zeitlich begrenzt und mengenbegrenzt sein muss. Der Aufwand
steckt weniger in der Funktion als in der Absicherung.
## Phase 4 — Kiosk-PWA
**Vergleichsaufwand: 16–22 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Eigenes Kiosk-Layout, 64px-Ziele, hoher Kontrast, kein Hover-Zwang | 2,0 |
| Anmeldung per RFID (WebHID), PIN und QR vom Handy | 2,5 |
| Wizards: Wartung, Fahrtenbuch, Mangel, Inventur, Wäsche, Anwesenheit | 4,0 |
| Hallen-Monitor mit DWD-Wetterwarnung | 2,0 |
| Service Worker, App-Shell und Stammdaten offline | 3,0 |
| IndexedDB-Outbox mit Idempotenzschlüssel und Synchronisation | 4,0 |
| Konfliktbehandlung und Konfliktliste für den Administrator | 2,0 |
| Playwright-Tests für den Offline-Fall | 1,5 |
Offline-Fähigkeit mit schreibenden Aktionen ist die technisch schwierigste
Anforderung des ganzen Projekts. Eine Outbox ist schnell gebaut; dass sie
unter Verbindungsabbruch, Doppelklick und parallelem Zugriff von zwei
Terminals nichts verliert und nichts doppelt schreibt, ist die eigentliche
Arbeit. Die Idempotenzschlüssel sind dafür der Schlüssel, nicht die Synchronisation.
## Phase 5 — Atemschutz nach FwDV 7
**Vergleichsaufwand: 14–18 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Modelle: Atemschutzeinsatz, Trupp, Druckmessung, G26, Belastungsübung | 2,0 |
| Truppanlage per RFID, Eingangsdruck | 1,5 |
| Serverseitig autoritative Timer, Socket.IO-Verteilung | 3,5 |
| Rückzugsdruck-Berechnung, Ampel, akustischer Alarm | 2,0 |
| Erinnerung zur Druckabfrage im Intervall | 1,0 |
| Mayday-Knopf mit Protokolleintrag | 1,0 |
| Lückenloses PDF-Protokoll am Einsatz | 1,5 |
| G26.3-Fristen, Belastungsübungen, Tauglichkeitsampel | 2,0 |
| Tests: Reload und Verbindungsabbruch überstehen | 2,0 |
Der Aufwand liegt nicht in der Funktion, sondern im Beweis, dass sie hält. Ein
Timer, der einen Reload überlebt, ist Pflicht — deshalb muss die Zeit
serverseitig geführt werden und der Browser nur anzeigen. Diese Phase bekommt
den höchsten Testanteil im Projekt.
## Phase 6 — Kartenmodule
**Vergleichsaufwand: 14–18 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| MapLibre GL, tileserver-gl, MBTiles fürs Ausrückegebiet | 2,5 |
| Hydranten mit PostGIS, Cluster, Filter, Umkreissuche | 3,0 |
| Import aus GeoJSON und Stadtwerke-CSV | 1,5 |
| Objekte und Feuerwehrpläne nach DIN 14095, Volltextsuche | 3,0 |
| Lagekarte mit taktischen Zeichen nach FwDV 102 als SVG-Set | 3,5 |
| Echtzeit-Sync der Lagekarte zwischen Geräten | 2,0 |
| Wasserförderung: Höhenprofil, Druckverlust, Verstärkerpumpen | 2,5 |
Das SVG-Set für die taktischen Zeichen ist Fleißarbeit, aber unvermeidbar —
fertige Sets sind selten frei verwendbar. Die Wasserförderungsberechnung ist
Physik mit klaren Formeln und deshalb gut testbar.
## Phase 7 — Benachrichtigungen und Termine
**Vergleichsaufwand: 10–13 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| Kanalabstraktion: E-Mail, Telegram, ntfy, Web-Push | 2,5 |
| Vorlagen mit Platzhaltern, je Ereignis und Rolle | 2,0 |
| Abonnements je Person | 1,0 |
| Kalender mit Serienterminen und Selbstanmeldung | 3,0 |
| CalDAV-/ICS-Feed je Person mit Token | 1,5 |
| Digitaler Dienstausweis mit signiertem QR und Prüfseite | 2,0 |
Das Grundgerüst der Kanalabstraktion steht bereits aus Phase 0
(`lib/integrations/`), das spart hier etwa einen Personentag.
## Phase 8 — Lokale KI
**Vergleichsaufwand: 9–12 PT**
| Baustein | PT |
|---|---:|
| `lib/ai/` mit OpenAI-kompatiblem Client, abschaltbar | 1,0 |
| Diktat: Aufnahme im Browser, faster-whisper, Transkript | 2,5 |
| Berichtsassistent mit Übernehmen/Verwerfen | 2,0 |
| Wiki mit pgvector, semantische Suche, RAG mit Quellenangabe | 3,5 |
| Belegerfassung über ein Vision-Modell, immer bestätigen | 2,0 |
Der Client aus Phase 0 (`lib/integrations/llm.ts`) ist bereits vorhanden. Die
Kennzeichnungspflicht — jede KI-Ausgabe ist als solche erkennbar und muss
bestätigt werden, bevor sie in ein Dokument mit Nachweischarakter gelangt —
kostet wenig Zeit, ist aber nicht verhandelbar.
---
## Was hier nicht drin ist
**Kassenmodul.** Die Rolle `KASSIER` ist in Phase 0 gefordert und angelegt,
die Rechte `kasse.lesen`, `kasse.bearbeiten` und `kasse.abschluss` stehen
bereit. Ein Kassenmodul kommt in keiner der Phasen 0 bis 8 vor. Geschätzter
Vergleichsaufwand, falls gewünscht: **8–11 PT** für Buchungen, Beiträge,
Rechnungen, Kassenabschluss und Jahresauswertung. Siehe
[ROADMAP.md](ROADMAP.md).
**Betrieb und Einführung.** Datenübernahme aus der Altsoftware, Schulung der
Wehr, Sicherungskonzept, Monitoring: nach Erfahrung noch einmal 15 bis 25
Prozent des Entwicklungsaufwands.
+133
View File
@@ -0,0 +1,133 @@
# Devlog
Entwicklungstagebuch mit Zeiterfassung. Jeder Arbeitsabschnitt bekommt einen
Eintrag: wann, wie lange, was entstanden ist, und was dabei schiefging.
Die aufgewendete Zeit wandert nach jedem Abschnitt in die Spalte
„tatsächlich" der [Aufwandsschätzung](AUFWANDSSCHAETZUNG.md).
## Zeitübersicht
| Phase | Sitzungszeit | Sitzungen | abgeschlossen |
|---|---:|---:|---|
| Phase 0 — Fundament | 1:00 h | 1 | 03.09.2026 |
| **Summe** | **1:00 h** | **1** | |
---
## 2026-09-02 / 03 · Phase 0 — Fundament
**23:13 – 00:13 · 1:00 h · Version 0.1.0**
### Was entstanden ist
46 Quelldateien, rund 6.100 Zeilen. Im Einzelnen:
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Betrieb | `docker-compose.yml` (7 Dienste), Entwicklungs-Override, mehrstufiges Dockerfile, Postgres-Initialisierung, `.env.example` mit Kommentar zu jeder Variable |
| Datenmodell | Prisma-Schema mit 11 Tabellen, 3 Migrationen |
| Kern | `env`, `db`, `authz`, `storage`, `audit`, `auth`, `passwort`, `warteschlange`, 3 Integrationsschnittstellen |
| Server | tRPC v11 mit drei Prozedurarten, Kontext, Wurzel-Router |
| Oberfläche | Layout, Seitenleiste, Anmeldeseite, Übersicht, 5 shadcn-Bausteine, Farbwelt in OKLCH |
| Daten | Seed: 1 Wehr, 9 Rollen, 38 Rechte, 16 Personen, 3 Fahrzeuge, 40 Geräte |
| Tests | 32 Vitest-Tests, 10 Playwright-Tests |
| Doku | README, Anleitung, Roadmap, Aufwandsschätzung, Versionierung, Changelog |
### Entscheidungen
**Zwei Datenbankverbindungen statt einer.** Der erste Entwurf hatte einen
einzigen Prisma-Client. Der ist beim ersten Anmeldeversuch aufgelaufen: die
Anwendung verbindet sich als `florian_app`, für den Row Level Security greift
— und die Anmeldung muss eine E-Mail-Adresse über alle Wehren hinweg suchen,
bevor überhaupt feststeht, zu welcher Wehr sie gehört. Ohne gesetzten
Mandantenkontext liefert RLS null Zeilen, also fand der Login nie jemanden.
Die Lösung ist eine saubere Trennung: `prismaApp` für alle Fachdaten (RLS
aktiv), `prismaSystem` für die wenigen Vorgänge, die vor der
Mandantenauflösung stattfinden. Der Name ist bewusst unbequem, damit auffällt,
wenn ihn jemand im falschen Zusammenhang benutzt.
**Kein FORCE ROW LEVEL SECURITY.** Der Tabelleneigentümer umgeht RLS. Das ist
gewollt: Migrationen und Seed müssen über alle Mandanten hinweg arbeiten
können. Mit `FORCE` wäre der Seed nicht mehr lauffähig gewesen.
**Audit-Log: append-only mit genau einer Ausnahme.** Der erste Trigger hat
`UPDATE` und `DELETE` ausnahmslos gesperrt. Das ist beim Aufräumen der
Testdaten aufgefallen — eine Organisation ließ sich nicht mehr löschen, weil
die Kaskade auf den Audit-Log traf.
Das ist kein Testproblem, sondern ein echtes: nach
`AUDIT_AUFBEWAHRUNG_TAGE` muss der Worker alte Einträge exportieren und dann
entfernen, sonst wächst die Tabelle unbegrenzt und das Löschkonzept nach DSGVO
lässt sich nicht umsetzen. Die zweite Migration führt deshalb einen
ausdrücklichen Schalter ein: `SET LOCAL app.audit_bereinigung = 'an'` erlaubt
`DELETE` für die laufende Transaktion. `UPDATE` bleibt unter allen Umständen
gesperrt — ein Eintrag darf verschwinden, nachdem er gesichert wurde, aber
niemals verfälscht werden.
**Rollen aus authentik nur als Vorbelegung.** Auf Nachfrage entschieden: der
Gruppen-Claim setzt die Rolle beim ersten Login, danach ist die in FLORIAN
gepflegte Rolle führend. Umgesetzt über das Feld `ausOidcGruppe` an
`PersonRolle` und eine Prüfung, die nur bei leerer Rollenliste greift.
**Terminal mit zwei Schranken.** Erst weist sich das Gerät mit
`KIOSK_DEVICE_SECRET` aus, dann die Person mit PIN oder Karte. Eine erratene
sechsstellige PIN nützt ohne das Gerätegeheimnis nichts.
### Wo es gehakt hat
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Postgres startete nicht | `de_DE.UTF-8` gibt es im Debian-Basisimage nicht | ICU-Locale: `--locale-provider=icu --icu-locale=de-DE --locale=C.UTF-8` |
| Init-Skript brach mit Syntaxfehler ab | psql ersetzt seine Variablen nicht innerhalb dollar-quotierter Blöcke | `DO $$`-Block durch `SELECT format(...) \gexec` ersetzt |
| Anmeldung schlug immer fehl | siehe oben: RLS blockierte die E-Mail-Suche | zweite Datenbankverbindung |
| `npm install` ließ Installationsskripte aus | npm 11.17 verlangt eine ausdrückliche Freigabe | `npm approve-scripts` für Prisma, esbuild und drei weitere |
| Aufräumen der Testdaten scheiterte | Audit-Trigger blockierte die Kaskade | Aufbewahrungsschalter (siehe oben) |
| Zwei E2E-Tests rot | Next.js hängt einen eigenen Routen-Ansager mit `role="alert"` in die Seite; `CardTitle` ist ein `div`, keine Überschrift | Fehlermeldung über `data-testid` angesprochen, Anmeldetitel zu einer echten `h1` gemacht |
### Abweichung von der Vorgabe
**`Berechtigung` trägt kein `organisationId`.** Die Architekturregel verlangt
es für jede Tabelle. Diese Tabelle ist aber kein Mandantendatum, sondern der
systemweite Katalog dessen, was die Software überhaupt kann — für alle Wehren
identisch. Mandantenbezogen wird es erst über `RolleBerechtigung`, und die
trägt `organisationId`. Die Tabelle ist für alle lesbar und für die
Anwendungsrolle nicht beschreibbar. Die Ausnahme steht im Schema und in der
Migration kommentiert.
**Phasenzuordnung in der Seitenleiste korrigiert.** Beim Schreiben der Roadmap
ist aufgefallen, dass ich die Module den falschen Phasen zugeordnet hatte
(Atemschutz als Phase 3, Einsätze als Phase 4). Nach `Phase-3.md` bis
`Phase-8.md` gilt: 3 Einsätze, 4 Kiosk, 5 Atemschutz, 6 Karten, 7
Benachrichtigungen, 8 KI. Seitenleiste, Kommentare in `authz.ts` und die
Übersicht sind entsprechend berichtigt.
**Kassenmodul kommt in keiner Phase vor.** Die Rolle `KASSIER` ist gefordert
und angelegt, ein Modul dazu gibt es in `Phase-0.md` bis `Phase-8.md` nicht.
Die Rechte stehen im Katalog, es gibt aber keinen Navigationseintrag. Offene
Entscheidung, siehe [ROADMAP.md](ROADMAP.md).
### Nachweise
- `npm run typecheck` — ohne Ausgabe
- `npm run test` — 32 Tests grün, davon 8 gegen eine echte Datenbank
- `npm run test:e2e` — 10 Tests grün (Desktop und Tablet)
- `npm run build` — 6 Routen, 103 kB gemeinsames JavaScript
- `docker compose up -d` — Postgres, Redis, MinIO, Gotenberg gesund
---
## Vorlage für neue Einträge
```markdown
## JJJJ-MM-TT · Phase N — Titel
**HH:MM – HH:MM · X:XX h · Version 0.N.0**
### Was entstanden ist
### Entscheidungen
### Wo es gehakt hat
### Abweichung von der Vorgabe
### Nachweise
```
+209
View File
@@ -0,0 +1,209 @@
# Roadmap
Was FLORIAN wann kann. Die Phasen kommen aus `Phase-0.md` bis `Phase-8.md` und
werden **einzeln** abgearbeitet — nie zwei in einem Schritt.
Aufwände je Phase: [AUFWANDSSCHAETZUNG.md](AUFWANDSSCHAETZUNG.md).
Versionszuordnung: [VERSIONIERUNG.md](VERSIONIERUNG.md).
## Stand
```
Phase 0 ████████████████████ fertig 0.1.0
Phase 1 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.2.0
Phase 2 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.3.0
Phase 3 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.4.0
Phase 4 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.5.0
Phase 5 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.6.0
Phase 6 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.7.0
Phase 7 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.8.0
Phase 8 ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 0.9.0
Freigabe ░░░░░░░░░░░░░░░░░░░░ offen 1.0.0
```
---
## Phase 0 — Fundament · fertig
Alles, worauf der Rest aufsetzt.
- Monorepo, Docker Compose mit Traefik, PostgreSQL 17 + PostGIS, Redis, MinIO,
Gotenberg
- Mandantentrennung über Row Level Security, geprüft gegen eine echte Datenbank
- Append-only-Audit-Log mit kontrolliertem Aufbewahrungslauf
- Anmeldung: OIDC gegen authentik, lokaler Passwort-Login, Terminal per
PIN und RFID
- 9 Rollen, 38 Einzelrechte, zentral in `lib/authz.ts`
- Dateiablage in MinIO, Zugriff nur über `lib/storage.ts`
- Basis-Layout mit Seitenleiste und dunkler Darstellung
- Seed mit einer vollständigen Beispielwehr
## Phase 1 — Stammdaten · als Nächstes
Die Wehr trägt ein, was sie hat.
- Standort, Geraeteraum, Geraetetyp, Qualifikationstyp, Qualifikation
- Fahrzeug um Fahrgestellnummer, DIN-Typ und TÜV-Termin erweitern
- Geraet um Lebensdauerkategorie und die Zuordnung
„Standort ODER Fahrzeug + Geräteraum" erweitern
- Tabellen mit Sortierung, Filter, Volltextsuche und Spaltenauswahl
- QR-Code je Gerät, Etikettenbogen als PDF (DIN A4, 65 Etiketten)
- QR-Scan über die Kamera öffnet direkt die Gerätedetailseite
- CSV-/Excel-Import mit Spaltenzuordnung und Vorschau
- Gerätehistorie aus dem Audit-Log
- Qualifikationen mit Ablaufwarnung auf der Übersicht
**Danach kann die Wehr:** ihren Bestand vollständig führen und jedes Gerät per
QR-Code am Regal wiederfinden.
## Phase 2 — Wartung und Prüfung
Das wichtigste Modul. Ab hier ersetzt FLORIAN den Ordner.
- Wartungsvorlagen mit Checklisten, Intervall und Vorwarnzeit
- Fristen-Dashboard: überfällig / diese Woche / diesen Monat / nächste 90 Tage
- Nächtlicher Job erzeugt Termine, setzt Status, erinnert bei T-30, T-7 und T-0
- Prüfungs-Wizard mit Foto je Checklistenpunkt, Zeiterfassung und Unterschrift
- PDF-Prüfprotokoll über Gotenberg, unveränderlich in MinIO
- Lebensdauerüberwachung mit Aussonderungsvorschlag
- Rückrufe markieren betroffene Geräte automatisch
- Mängel-Workflow: melden → zugewiesen → in Arbeit → behoben
**Danach kann die Wehr:** einen DGUV-Nachweis führen, der einer Prüfung durch
die Unfallkasse standhält.
## Phase 3 — Einsätze und Übungen
- Einsatz mit allen Zeitstempeln: alarmiert, ausgerückt, eingetroffen,
Einsatzende, eingerückt, einsatzbereit
- Schnellerfassung: Stichwort, Adresse, Fahrzeuge — Rest später
- Geocoding über self-hosted Nominatim
- Personalauswahl mit Vorschlag nach Verfügbarkeit und Qualifikation
- Stärkeberechnung nach FwDV 3
- Einsatzbericht als PDF, Jahresexport für die Gemeinde
- Statistik: Kategorien, Eintreffzeiten, Beteiligung, Fahrzeugauslastung
- Externes Portal für Fremdwehren über signierten QR-Link, ohne Anmeldung
**Danach kann die Wehr:** ihre Jahresstatistik auf Knopfdruck erzeugen.
## Phase 4 — Kiosk-PWA
Für die Wandtablets in der Fahrzeughalle.
- Eigenes Layout: große Kacheln, mindestens 64px, mit Handschuhen bedienbar
- Anmeldung per RFID, PIN oder QR vom Handy, Auto-Logout nach 90 Sekunden
- Wizards: Wartung, Fahrtenbuch, Mangel melden, Inventur, Wäsche, Anwesenheit
- Hallen-Monitor: Vollbild mit Terminen, überfälligen Prüfungen,
Fahrzeugstatus, Wetterwarnung
- Offline-Betrieb mit IndexedDB-Outbox und Synchronisation bei Reconnect
**Danach kann die Wehr:** einen Mangel in unter 30 Sekunden melden, ohne den
Rechner im Büro einzuschalten — auch wenn das Netz gerade weg ist.
## Phase 5 — Atemschutz nach FwDV 7
Sicherheitsrelevant. Jede Ansicht zeigt dauerhaft den Hinweis, dass die
analoge Überwachung führend bleibt — abschaltbar erst über eine Option, die
eine dokumentierte Freigabe durch den Kommandanten voraussetzt.
- Truppanlage per RFID, Eingangsdruck erfassen
- Serverseitig autoritative Timer, per Socket.IO verteilt
- Rückzugsdruck-Berechnung mit Ampel und akustischem Alarm
- Erinnerung zur Druckabfrage im konfigurierbaren Intervall
- Mayday-Knopf je Trupp
- Lückenloses PDF-Protokoll am Einsatz
- G26.3-Fristen, Belastungsübungen, Tauglichkeitsübersicht
**Danach kann die Wehr:** die Überwachung digital mitführen — parallel zur
analogen, bis die Wehr ausdrücklich anders entscheidet.
## Phase 6 — Kartenmodule
- MapLibre GL mit selbst gehosteten Kacheln fürs Ausrückegebiet
- Hydranten mit Typ, Nennweite, Durchfluss, letzter Prüfung; Import aus
GeoJSON und Stadtwerke-CSV
- Objekte und Feuerwehrpläne nach DIN 14095, vom Einsatz aus erreichbar
- Lagekarte mit taktischen Zeichen nach FwDV 102, Echtzeit-Sync
- Wasserförderung: Druckverlust, Verstärkerpumpen, druckbares Schema
**Danach kann die Wehr:** auf der Anfahrt sehen, wo der nächste Hydrant liegt
und was ihn hergibt.
## Phase 7 — Benachrichtigungen und Termine
- Kanäle: E-Mail, Telegram, ntfy, Web-Push. WhatsApp bewusst nicht.
- Vorlagen mit Platzhaltern, je Ereignis und Rolle konfigurierbar
- Kalender: Dienste, Übungen, Lehrgänge, Arbeitsdienste; Serientermine,
Selbstanmeldung mit Teilnehmerlimit, Anwesenheitsliste zum Ausdrucken
- CalDAV-/ICS-Feed je Person
- Digitaler Dienstausweis mit signiertem QR und Prüfseite
### Warum kein WhatsApp
Die WhatsApp Business API kostet je Konversation und verlangt einen
zugelassenen Anbieter dazwischen — laufende Kosten für eine Wehr, die keinen
Etat dafür hat. Der schwerere Grund ist der Datenschutz: die Nummern aller
Mitglieder gingen an Meta, was sich mit einer Anwendung, die bewusst im
Gerätehaus steht, nicht verträgt. Telegram, ntfy und Web-Push decken denselben
Bedarf ab, ntfy sogar vollständig selbst gehostet.
## Phase 8 — Lokale KI
Alles gegen Ollama, kein externer Anbieter, komplett abschaltbar.
- Diktat: Aufnahme im Browser → faster-whisper → Transkript im Berichtsfeld
- Berichtsassistent: aus Stichpunkten einen Entwurf, immer als Vorschlag
- Wiki mit pgvector: semantische Suche mit Quellenangabe
- Belegerfassung: Foto einer Quittung → Vorschlag für Betrag, Datum, Händler
Jede KI-Ausgabe ist gekennzeichnet und muss bestätigt werden, bevor sie in ein
Dokument mit Nachweischarakter gelangt.
## 1.0.0 — Freigabe
Kein neues Modul, sondern eine Entscheidung: die Wehr setzt FLORIAN im
Echtbetrieb ein. Voraussetzungen:
- Datenübernahme aus der bisherigen Verwaltung abgeschlossen und abgeglichen
- Sicherungskonzept steht und ist einmal wiederhergestellt worden
- Schulung von Kommandant, Gerätewart und Atemschutzgerätewart erfolgt
- Löschkonzept nach DSGVO abgenommen
- Der Hinweis zur analogen Atemschutzüberwachung wird bewusst und
dokumentiert abgeschaltet — oder bewusst stehen gelassen
---
## Offene Punkte
### Kassenmodul fehlt in der Phasenplanung
Phase 0 verlangt die Rolle `KASSIER`, und sie ist angelegt — mit den Rechten
`kasse.lesen`, `kasse.bearbeiten` und `kasse.abschluss`. Ein Kassenmodul kommt
in keiner der Phasen 0 bis 8 vor. Die Rolle hätte also dauerhaft Rechte ohne
zugehörige Oberfläche.
Zwei Wege:
1. **Phase 9 ergänzen** — Buchungen, Beiträge, Rechnungen, Kassenabschluss,
Jahresauswertung. Geschätzt 8–11 PT.
2. **Rolle belassen, Modul streichen** — der Kassier nutzt weiterhin seine
bisherige Lösung, die Rechte bleiben als Platzhalter stehen.
Solange das nicht entschieden ist, bleiben die Rechte im Katalog, aber es gibt
keinen Navigationseintrag dafür.
### Weitere Kandidaten für später
| Idee | Nutzen | grob |
|---|---|---:|
| Fahrtenbuch als eigenes Modul | derzeit nur als Kiosk-Wizard in Phase 4 vorgesehen | 3–4 PT |
| Kleiderkammer und Wäscheverwaltung | in Phase 4 nur als Wizard, ohne Bestandsführung | 4–6 PT |
| Jugendfeuerwehr mit eigener Abzeichenverwaltung | eigene Fachlichkeit | 5–7 PT |
| Schnittstelle zur Integrierten Leitstelle | Alarmdaten automatisch übernehmen | 6–10 PT, stark abhängig von der ILS |
| Mehrere Wehren je Installation | technisch bereits möglich, Oberfläche fehlt | 4–6 PT |
Die Mandantenfähigkeit ist der Punkt, der ohne Zusatzaufwand am weitesten
trägt: das Datenmodell und RLS können bereits mehrere Wehren. Was fehlt, ist
eine Oberfläche zum Umschalten und ein Konzept für gemeindeübergreifende
Auswertungen. Für einen Landkreis, der mehrere Wehren betreiben will, wäre das
der nächste sinnvolle Schritt.
+117
View File
@@ -0,0 +1,117 @@
# Versionierung
## Versionsnummern
FLORIAN folgt [Semantic Versioning](https://semver.org/lang/de/) in der Form
`MAJOR.MINOR.PATCH`.
Solange die Hauptversion `0` ist, gilt die Software als im Aufbau: es gibt
keine Zusage, dass eine Schnittstelle stabil bleibt.
| Stelle | wird erhöht, wenn |
|---|---|
| `MAJOR` | Bestehendes bricht — Datenmodell, REST-API unter `/api/v1` oder Konfiguration ändern sich so, dass eine bestehende Installation Handarbeit braucht. Ab `1.0.0`. |
| `MINOR` | Eine Phase ist abgeschlossen oder ein Funktionsbereich kommt hinzu. |
| `PATCH` | Fehlerbehebungen, Textkorrekturen, Abhängigkeits-Updates — alles ohne neue Funktion. |
### Zuordnung Phase zu Version
Jede abgeschlossene Phase bekommt eine Minor-Version. Das macht aus der
Versionsnummer eine Aussage über den Funktionsumfang.
| Version | Phase |
|---|---|
| `0.1.0` | Phase 0 — Fundament |
| `0.2.0` | Phase 1 — Stammdaten |
| `0.3.0` | Phase 2 — Wartung und Prüfung |
| `0.4.0` | Phase 3 — Einsätze und Übungen |
| `0.5.0` | Phase 4 — Kiosk-PWA |
| `0.6.0` | Phase 5 — Atemschutz |
| `0.7.0` | Phase 6 — Kartenmodule |
| `0.8.0` | Phase 7 — Benachrichtigungen und Termine |
| `0.9.0` | Phase 8 — Lokale KI |
| `1.0.0` | Freigabe für den Wirkbetrieb durch die Wehr |
`1.0.0` ist bewusst an die **Freigabe** gebunden, nicht an Phase 8. Erst wenn
eine Wehr die Software im Echtbetrieb einsetzt, darf die analoge Überwachung
zurücktreten — und erst dann ist eine Zusage über Stabilität ehrlich.
## Wo die Version steht
- `package.json` → `version` ist die Wahrheit.
- `CHANGELOG.md` bekommt je Version einen eigenen Abschnitt.
- Git-Tag in der Form `v0.1.0`.
```bash
npm version minor -m "Version %s — Phase 1 abgeschlossen"
git push --follow-tags
```
## Changelog
Format nach [Keep a Changelog](https://keepachangelog.com/de/1.1.0/), auf
Deutsch. Überschriften je Abschnitt:
- **Hinzugefügt** — neue Funktionen
- **Geändert** — Verhalten, das anders geworden ist
- **Veraltet** — bleibt vorerst, verschwindet aber
- **Entfernt** — ist weg
- **Behoben** — Fehlerbehebungen
- **Sicherheit** — alles, was Sicherheitsbezug hat
Einträge beschreiben, was sich für die **Wehr** ändert, nicht welche Datei
angefasst wurde. Also: „Prüfprotokolle lassen sich als PDF ablegen" statt
„PdfService ergänzt".
Was noch nicht veröffentlicht ist, sammelt sich unter `[Unveröffentlicht]` und
bekommt beim Setzen des Tags die Versionsnummer und das Datum.
## Branches
| Branch | Zweck |
|---|---|
| `main` | immer lauffähig. Tests grün, Build durch. |
| `feat/<nr>-<kurz>` | neue Funktion, `<nr>` ist die Issue-Nummer |
| `fix/<nr>-<kurz>` | Fehlerbehebung |
| `chore/<kurz>` | Aufräumen, Abhängigkeiten, Werkzeuge |
Nie direkt auf `main` committen. Jede Änderung läuft über einen Branch und
einen Pull Request.
## Commits
Deutsch, Imperativ, erste Zeile höchstens 72 Zeichen. Die letzte Zeile
verweist auf das Issue:
```
Prüfprotokoll als PDF über Gotenberg erzeugen
Das Protokoll wird nach dem Abschluss unveränderlich in MinIO abgelegt.
Korrekturen erzeugen ein neues Protokoll mit Verweis auf das ursprüngliche.
Refs #42
```
Der Text des Pull Requests enthält `Closes #42`.
## Datenbankmigrationen
- Eine Migration wird nach dem Anwenden **nie** verändert. Ein Fehler wird mit
einer neuen Migration behoben.
- Der Ordnername sagt, worum es geht: `20260902000100_rls_policies`.
- Jede Migration beginnt mit einem Kommentarblock, der erklärt **warum** sie
existiert — nicht nur was sie tut.
- Migrationen, die Daten verlieren können, werden im Changelog unter
**Sicherheit** oder **Geändert** ausdrücklich genannt.
## Was vor einem Tag erledigt sein muss
1. `npm run typecheck` ohne Ausgabe
2. `npm run test` grün
3. `npm run test:e2e` grün
4. `npm run build` durch
5. `docker compose -f docker-compose.yml up -d` startet sauber
6. Changelog-Abschnitt geschrieben
7. Devlog-Eintrag mit der aufgewendeten Zeit ergänzt
8. Aufwandsschätzung um den Ist-Wert ergänzt
9. Bildschirmfotos neu erzeugt, falls sich die Oberfläche geändert hat
Binary file not shown.

After

Width:  |  Height:  |  Size: 63 KiB

Binary file not shown.

After

Width:  |  Height:  |  Size: 66 KiB

Binary file not shown.

After

Width:  |  Height:  |  Size: 184 KiB

Binary file not shown.

After

Width:  |  Height:  |  Size: 189 KiB