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Vorlagen bauen
Eine Vorlage ist die Checkliste selbst: was bei einer PC-Neuinstallation zu tun ist, in welcher Reihenfolge, mit welchen Hilfetexten und welchen Befehlen. Vorlagen anlegen, bearbeiten und veröffentlichen darf die Rolle Redakteur oder Administrator.
Die wichtigste Regel steht am Anfang, weil alles andere daraus folgt:
Eine veröffentlichte Version wird nie verändert. Sonst zeigte ein alter Lauf Schritte, die es damals nicht gab. „Bearbeiten“ legt deshalb eine vollständige Kopie als Entwurf an. Je Vorlage gibt es höchstens einen Entwurf. Läufe starten nur an veröffentlichten Versionen und hängen für immer an der Version, mit der sie gestartet wurden.
Die Vorlagenliste
Gefiltert wird nach Suche, Kategorie, Schlagwort und mit dem Häkchen auch archivierte, dann Filtern.
Die Kennzeichen an einer Zeile sagen den Zustand:
| Kennzeichen | Bedeutung |
|---|---|
| v3 | Version 3 ist veröffentlicht und gültig |
| noch nicht veröffentlicht | es gibt nur einen Entwurf; daran lässt sich kein Lauf starten |
| Entwurf vorhanden | es wird gerade an einer neuen Version gearbeitet |
| archiviert | aus dem Angebot genommen |
| nur … | gilt nur für einen Kunden (Modus Dienstleistung) |
Gibt es einen Entwurf, führt Entwurf öffnen direkt in den Editor — der häufigste Fall ist, weiterzuarbeiten an dem, was man gestern angefangen hat.
Unten auf der Seite steht Vorlage anlegen: Name, Beschreibung (optional), Kategorie (optional), Schlagworte, mit Komma getrennt und im Modus Dienstleistung Nur für einen Kunden (optional). Die neue Vorlage beginnt als Entwurf. Namen sind nicht eindeutig; zwei Vorlagen dürfen gleich heißen.
Die Vorlagenseite
Sie beantwortet drei Fragen auf einen Blick: Was ist gerade gültig? Wird gerade daran gearbeitet? Was wurde wann veröffentlicht?
Bearbeiten ist der wichtigste Knopf. Er erzeugt eine tiefe Kopie der letzten veröffentlichten Version als neuen Entwurf und führt in den Editor. Gibt es schon einen Entwurf, heißt der Knopf Entwurf weiter bearbeiten und führt genau dorthin — auch wenn zwei Redakteure gleichzeitig klicken.
Unter Versionen steht die Geschichte: Nummer, Veröffentlichungszeitpunkt und -person, die Zahl der Läufe und die Änderungsnotiz. Je Zeile Ansehen (beziehungsweise Im Editor öffnen beim Entwurf) und Als JSON exportieren.
Unter Kopfdaten stehen Name, Beschreibung, Kategorie, Schlagworte und die Kundenzuordnung. Sie hängen an der Vorlage, nicht an einer Version — ein Tippfehler im Namen kostet also keine neue Version. Kopfdaten speichern übernimmt sie.
Unter Weiteres:
- Duplizieren — legt eine neue Vorlage an, mit dem Inhalt der neuesten Version als Entwurf. Gut als Ausgangspunkt für eine Abwandlung.
- archivieren / wieder freigeben — archiviert wird, was nicht mehr angeboten werden soll. Gelöscht wird nichts: an einer Vorlage hängen Läufe. Ein Entwurf einer archivierten Vorlage lässt sich noch bearbeiten, aber nicht veröffentlichen.
- Entwurf verwerfen — mit Rückfrage. Der Entwurf ist danach weg und nicht wiederherstellbar; die veröffentlichte Version bleibt unberührt.
Der Editor
Oben stehen Name, Version N und der Zustand — Entwurf oder veröffentlicht — und daneben Nicht gespeichert oder gespeichert.
Unten klebt eine Leiste mit Speichern und derselben Auskunft in Worten. Es gibt kein automatisches Speichern: eine halb umgebaute Vorlage soll nicht nebenbei zur Wahrheit werden. Solange etwas nicht gespeichert ist, fragt der Browser vor dem Verlassen der Seite nach.
Eine veröffentlichte Version öffnet der Editor nur lesend — mit denselben Feldern, nur schreibgeschützt. Oben steht dann, warum.
Abschnitte
Ein Abschnitt fasst die Schritte zusammen, die zusammengehören. Abschnitt hinzufügen legt einen an; er bekommt einen Titel des Abschnitts und darunter seine Schritte.
Die zweistellige Nummer (01 · Vorbereitung) kommt aus der Position und wird nie gespeichert.
Schreib sie also nicht in den Titel — beim ersten Umsortieren wäre sie falsch.
Sortiert wird auf zwei Wegen: mit dem Anfasser links ziehen, oder über die Pfeile nach oben und nach unten an der Zeile. Der zweite Weg ist am Handy der bessere. Schritte werden innerhalb ihres Abschnitts sortiert und lassen sich nicht in einen anderen ziehen.
Höchstens 200 Abschnitte, höchstens 500 Schritte je Abschnitt.
Schritte und ihre Typen
Jeder Schritt hat Titel, Typ und das Häkchen Pflichtschritt. Dazu je nach Typ:
| Typ | Was der Techniker tut | Einstellungen |
|---|---|---|
| Haken | abhaken | keine |
| Text | Text eintragen | Mehrzeiliges Feld |
| Zahl | Zahl eintragen | Mindestens, Höchstens, Einheit |
| Auswahl | aus einer Liste wählen | Optionen (mindestens eine) |
| Datum | Datum wählen | keine |
| Befehl | Befehl kopieren und ausführen | Shell (powershell, bash, cmd), Befehl |
Mindestens und Höchstens sind Hinweise, kein Verbot: ein Wert außerhalb wird im Lauf markiert und trotzdem gespeichert.
Pflichtschritt heißt: der Lauf lässt sich nicht abschließen, solange dieser Schritt weder erledigt noch ausdrücklich als nicht zutreffend eingetragen ist. Setz das sparsam — sind alle Schritte Pflicht, ist keiner Pflicht.
Beim Wechsel des Typs räumt der Editor die Einstellungen auf, damit nicht der Befehl eines ehemaligen Befehlsschritts unsichtbar mitwandert.
Hilfetext und Doku-Link
Der Hilfetext ist in der Abarbeitungsansicht ausklappbar und darf Markdown enthalten:
**fett**, Listen, Links, `Code`. Kein HTML. Hier steht das, was jemand beim ersten Mal
wissen muss — im Modus „Kompakt“ blendet der Techniker ihn später aus.
Der Doku-Link erscheint im Lauf als Anleitung öffnen. Nur http- und https-Adressen.
Variablen
Variablen werden beim Start eines Laufs abgefragt und füllen die Platzhalter. Variable hinzufügen legt eine an:
- Schlüssel — der Name im Platzhalter
{{schluessel}}. Ein Variablenschlüssel beginnt mit einem Kleinbuchstaben und besteht aus Kleinbuchstaben, Ziffern und Unterstrich, höchstens 40 Zeichen.vorname,ad_gruppeundraum2gehen;Vorname,mit-strichund2te_wahlnicht. Die Strenge hat einen Grund: derselbe Schlüssel steht in PowerShell-Befehlen, und{{Vor-Name}}ließe sich dort nicht mehr von der Syntax der Shell trennen. - Beschriftung — was im Startformular über dem Feld steht.
- Typ — Text, Zahl, Auswahl oder Datum.
- Pflichtangabe beim Start — ohne Eingabe lässt sich der Lauf nicht anlegen.
- Optionen — nur bei Auswahl.
Ein Schlüssel darf nur einmal vorkommen; der Editor markiert eine Doppelung sofort. Eine Variable, die nirgends verwendet wird, ist erlaubt — sie wird trotzdem beim Start abgefragt.
Fünf Namen sind als Variable gesperrt: techniker, datum, kunde, kundenkuerzel und
generiertes_passwort. Sie sagen, wer, wann und für wen — eine Variable dafür hieße, dass in
einem fertigen Befehl ein fremder Name oder ein falsches Datum stehen kann, ohne dass es auffällt.
Höchstens 200 Variablen.
Platzhalter
Ein Platzhalter {{schluessel}} in Titel, Hilfetext oder Befehl wird beim Abarbeiten ersetzt.
Leerzeichen in den Klammern sind erlaubt: {{ vorname }} wird erkannt.
Er wird aus einer Variablen der Vorlage gefüllt — oder aus einem der eingebauten Werte. Welche es gibt, steht im Editor hinter Welche Platzhalter gibt es?, nach Quelle gruppiert:
| Quelle | Platzhalter |
|---|---|
| Gerät und Lauf | hostname, seriennummer, inventarnummer, ticket, datum, techniker, und im Modus Dienstleistung kunde, kundenkuerzel |
| Mitarbeiter | mitarbeiter, benutzer, vorname, nachname, upn, sam, mail, abteilung, titel, vorgesetzter, vorgesetzter_sam, dn |
| Abteilung | ou (Ziel-Container), gruppen (Standardgruppen, kommagetrennt) |
| Einstellungen | ou_gesperrt (Ziel-OU für deaktivierte Konten) |
| Besonders | generiertes_passwort |
{{generiertes_passwort}} ist der Sonderfall: 20 Zeichen, bei jeder Anzeige neu erzeugt und
nirgends gespeichert — nicht im Lauf, nicht im Kommentar, nicht im Protokoll, nicht im Ausdruck.
Auf einem Ausdruck steht an seiner Stelle [Passwort – nicht gespeichert]. Bau also keinen Ablauf,
der davon ausgeht, dass man das Passwort später nachschlagen kann.
Ein Platzhalter, der zu keiner Variablen und keinem eingebauten Wert passt, wird oben im Editor gewarnt, aber nicht abgewiesen: ein Tippfehler soll hier auffallen und nicht erst dem Techniker im Lauf — es kann aber sein, dass die Variable gleich noch kommt. Im Lauf bleibt ein unbekannter Platzhalter als Text stehen.
Für Befehlsschritte gilt eine zusätzliche Regel: die Anführungszeichen gehören in die Vorlage,
nicht in den Wert. Schreib also New-ADUser -Name "{{vorname}} {{nachname}}". Steht ein
Platzhalter in einem Befehl nicht zwischen den erwarteten Anführungszeichen, wird der Schritt im
Lauf abgewiesen, statt einen halb maskierten Befehl zum Kopieren anzubieten.
Vorschau
Vorschau zeigt die Vorlage so, wie sie im Lauf aussieht: mit Beispielwerten in allen
Platzhaltern, abgeschalteten Feldern und nummerierten Abschnitten. Gespeichert wird dabei nichts,
und für {{generiertes_passwort}} entsteht kein Passwort — dort steht
BEISPIEL-PASSWORT-NICHT-ECHT.
Nutz sie vor dem Veröffentlichen, besonders bei Befehlen: erst hier sieht man, ob der fertige Befehl so aussieht, wie er aussehen soll.
Bausteine: ein Abschnitt für mehrere Vorlagen
„Datensicherung prüfen“ steht in vier der sieben mitgelieferten Vorlagen, wortgleich. Wer den Ablauf ändert, ändert ihn viermal — oder dreimal und vergisst den vierten. Ein Baustein ist ein Abschnitt, den mehrere Vorlagen teilen und der an einer Stelle gepflegt wird.
Die Liste steht hinter dem Knopf Bausteine oben auf der Vorlagenseite. Ein Baustein wird dort angelegt (nur ein Name), bekommt dann einen Titel und seine Schritte, und wird veröffentlicht — genau wie eine Vorlage, mit denselben Regeln: höchstens ein Entwurf, und eine veröffentlichte Fassung wird nie wieder verändert.
Einsetzen
Im Editor einer Vorlage steht unten neben Abschnitt hinzufügen das Feld Baustein einsetzen. Angeboten werden nur veröffentlichte Fassungen nicht archivierter Bausteine. Der Abschnitt erscheint dann als Einheit: mit dem Kennzeichen „Baustein“, dem Namen der Quelle und der Zahl seiner Schritte.
Titel und Schritte lassen sich dort nicht ändern. Beides kommt beim Veröffentlichen aus dem Baustein — ein Feld, das man ausfüllen kann und das danach überschrieben wird, wäre eine Falle. Geändert wird am Baustein.
Was eine Änderung am Baustein bewirkt — und was nicht
Das ist der Punkt, den man einmal verstanden haben muss:
- Schon veröffentlichte Vorlagenversionen ändern sich nicht. Sie tragen beim Veröffentlichen eingesetzte Kopien der Schritte. Ein Lauf von vor zwei Jahren zeigt genau das, was damals abgearbeitet wurde — daran ändert kein Baustein etwas.
- Laufende Arbeiten ändern sich nicht. Aus demselben Grund.
- Die neue Fassung wirkt in der nächsten veröffentlichten Version einer Vorlage. Wer sie dort haben will, legt einen neuen Entwurf an und veröffentlicht ihn.
Auf der Seite eines Bausteins steht unter Wo er steckt, in welchen Vorlagen er vorkommt und welche Fassung dort eingesetzt ist. Vor einer Änderung ist das die Liste, die man lesen will.
Archivieren
Gelöscht wird ein Baustein nie: veröffentlichte Vorlagenversionen tragen seine Herkunft. Archiviert lässt er sich nicht mehr neu einsetzen, bleibt aber in jeder Vorlage lesbar, die ihn schon benutzt. Steht er noch in einem Entwurf, weist Laufzettel das Archivieren ab — diese Vorlage ließe sich danach nicht mehr veröffentlichen.
In einer Austauschdatei steht kein Baustein
Ein Export trägt die aufgelösten Schritte, keinen Verweis. Eine Kennung aus dieser Installation bedeutet in einer anderen nichts, und ein Verweis auf einen Baustein, den es dort nicht gibt, wäre eine Vorlage, die sich nicht veröffentlichen lässt. Wer einen Baustein mitgeben will, exportiert die Vorlage und legt den Baustein in der anderen Installation neu an.
Veröffentlichen
Im Abschnitt Veröffentlichen trägst du eine Änderungsnotiz (optional) ein — ein Satz, was sich gegenüber der letzten Version geändert hat; sie steht später in der Versionsgeschichte. Dann Veröffentlichen.
Veröffentlicht wird das Gespeicherte, nicht das, was auf dem Bildschirm steht. Gibt es nicht gespeicherte Änderungen, warnt der Editor — erst speichern, dann veröffentlichen.
Danach ist die Version unveränderlich, und Läufe können daran starten. Der Editor schaltet in den Lesemodus.
Willst du weiter daran arbeiten, drückst du auf der Vorlagenseite wieder Bearbeiten: es entsteht ein neuer Entwurf mit der nächsthöheren Nummer.
Export und Import
Als JSON exportieren auf der Vorlagenseite lädt eine Version als Datei herunter. Das Dokument enthält Kopfdaten, Variablen, Abschnitte und Schritte — und ausdrücklich keine Kennungen, Zeitstempel, Läufe oder Kundenzuordnung. Damit lässt es sich in eine andere Laufzettel-Installation einspielen.
Eingespielt wird in der Vorlagenliste unter Vorlage aus einer Datei einspielen: Datei wählen oder den Inhalt einfügen, dann Einspielen. Zu wissen:
- Es entsteht immer eine neue Vorlage; der Import schreibt nie in eine bestehende hinein.
- Sie bekommt genau eine Version als Entwurf. Erst nach dem Ansehen und Veröffentlichen lässt sich ein Lauf daran starten.
- Die Versionsnummer der Quelle wandert nicht mit: hier fängt die Vorlage wieder bei 1 an.
- Eine eingespielte Vorlage gilt zunächst für alle Kunden. Die Zuordnung setzt du danach in den Kopfdaten.
- Schlägt die Prüfung fehl, wird nichts geschrieben, und die Meldung nennt die erste
Beanstandung mit ihrem Pfad, etwa
struktur.abschnitte.1.schritte.2.titel: Ein Schritt braucht einen Titel.
Das Format ist vollständig beschrieben in docs/vorlagen-format.md — für den Fall, dass jemand eine Vorlage von Hand schreiben oder ein Skript dafür bauen will.
Vorlagen einem Gerätetyp zuordnen
Damit auf der Geräteseite ein Schnellstart erscheint, muss für den Gerätetyp eine Vorlage hinterlegt sein — etwa „PC Neuinstallation“ für den Typ PC. Gepflegt wird das unter Verwaltung → Schnellstart; das verlangt die Rolle Administrator und ist in Kapitel 07 beschrieben.
Ohne Zuordnung bleibt der Schnellstart leer, und das ist kein Mangel: unter Vorlage zuweisen steht auf der Geräteseite jede Vorlage, die zu diesem Gerät passt, und der Start-Dialog kennt sie ohnehin alle.


