# ProxLedger – Handbuch ProxLedger zeigt auf einen Blick, welche Proxmox-Subscription zu welchem Host und zu welchem Kunden gehört, wann sie ausläuft und ob die Rechnungen dazu erledigt sind. Auf jedem Host meldet ein kleiner Agent einmal täglich seinen Status – das Dashboard fragt die Hosts nie aktiv ab und funktioniert deshalb auch mit Hosts hinter NAT. **Inhalt** 1. [Installation](#1-installation) 2. [Erste Anmeldung](#2-erste-anmeldung) 3. [Agent auf einem Host ausrollen](#3-agent-auf-einem-host-ausrollen) 4. [Hosts einem Kunden zuweisen](#4-hosts-einem-kunden-zuweisen) 4a. [Cluster](#4a-cluster) 5. [Kunden und Standorte pflegen](#5-kunden-und-standorte-pflegen) 6. [Laufzeiten und Rechnungen](#6-laufzeiten-und-rechnungen) 7. [Warnungen](#7-warnungen) 8. [Benachrichtigungen einrichten](#8-benachrichtigungen-einrichten) 9. [Exporte](#9-exporte) 9a. [Einstellungen](#9a-einstellungen) 9b. [Benutzer, Rollen und Passkeys](#9b-benutzer-rollen-und-passkeys) 10. [Sicherung und Aktualisierung](#10-sicherung-und-aktualisierung) 11. [Fehlersuche](#11-fehlersuche) --- > **Einrichtung statt Bedienung?** Reverse Proxy, OIDC und Sicherung stehen in > [docs/betrieb/](../betrieb/README.md). Dieses Handbuch beschreibt die tägliche Arbeit. ## 1. Installation ### Mit Docker ```bash git clone proxledger && cd proxledger cp .env.example .env ``` In der `.env` mindestens setzen: | Wert | Bedeutung | |---|---| | `APP_SECRET` | Schlüssel für die Sitzungen, mindestens 32 Zeichen (`openssl rand -base64 48`) | | `POSTGRES_PASSWORD` | Passwort der mitgelieferten Datenbank | | `ADMIN_EMAIL`, `ADMIN_PASSWORD` | erster Zugang zum Dashboard | | `APP_URL` | Adresse, unter der das Dashboard erreichbar ist | Dann starten: ```bash docker compose up -d ``` Beim ersten Start legt der Dienst `migrate` das Datenbankschema an und erzeugt den Administrator. > **Wichtig:** `APP_URL` muss zur tatsächlichen Adresse passen. Davon hängt ab, ob das Sitzungs-Cookie als > `Secure` markiert wird – bei falscher Angabe funktioniert die Anmeldung nicht. ### Auf einem Proxmox-Host als LXC-Container ```bash bash deploy/lxc-installer.sh ``` Das Skript fragt Container-ID, Ressourcen und Netzwerk ab, legt einen Debian-Container an, installiert Docker, holt den Quelltext, erzeugt Zufallspasswörter und startet alles. Am Ende stehen Adresse, Benutzername und Passwort auf dem Bildschirm; das Passwort liegt zusätzlich in `/root/proxledger-admin-passwort.txt` im Container. Für den dauerhaften Betrieb gehört ein Reverse Proxy mit HTTPS davor – Beispiele für Caddy, nginx und Traefik liegen in [`deploy/reverse-proxy/`](../../deploy/reverse-proxy/). --- ## 2. Erste Anmeldung ![Anmeldeseite](bilder/login.png) Es gibt drei gleichwertige Wege hinein: - **Passkey** – der Knopf ganz oben. Der Browser fragt nach Fingerabdruck, Gesicht oder PIN. Anlegen lässt sich einer unter *Meine Passkeys* ([Kapitel 9b](#9b-benutzer-rollen-und-passkeys)). - **Passwort** – E-Mail-Adresse und Passwort aus der `.env` bzw. aus der Benutzerverwaltung. - **OIDC** – ist ein Anmeldedienst eingerichtet, erscheint zusätzlich „Mit authentik anmelden“ (Einrichtung: [docs/betrieb/authentik.md](../betrieb/authentik.md)). Der lokale Zugang bleibt absichtlich immer nutzbar – falls der Anmeldedienst einmal ausfällt, kommst du trotzdem hinein. Nach der Anmeldung landest du auf dem Dashboard: ![Dashboard](bilder/dashboard.png) Von oben nach unten: - **Vier Kacheln** mit den Kennzahlen: gemeldete Hosts, aktiv lizenziert, Ablauf innerhalb von 30 Tagen, offene Rechnungspunkte. Jede Kachel führt auf die passende gefilterte Liste. - **Subscriptions nach Ablaufdatum:** die nächste Fälligkeit zuerst, mit Kunde, Key und beiden Rechnungsständen. Rot bedeutet weniger als 14 Tage, gelb weniger als 30. - **Aufgaben:** was konkret zu tun ist. Das Häkchen setzt den Rechnungsstatus direkt. - **Rechnungsstatus je Kunde:** wie viele Punkte je Kunde erledigt sind. --- ## 3. Agent auf einem Host ausrollen Zuerst im Dashboard unter *Einstellungen → Agent-Tokens* einen Enrollment-Token erzeugen: ![Agent-Tokens](bilder/tokens.png) - **Bezeichnung:** wofür der Token gedacht ist, etwa „Rollout Brandl“. - **Hosts direkt zuordnen zu:** Wird hier ein Kunde gewählt, gehören alle mit diesem Token registrierten Hosts sofort zu diesem Kunden – die spätere Zuweisung entfällt. - **Gültigkeit und Nutzungen** begrenzen den Schaden, falls der Token verloren geht. Der Token wird **nur einmal angezeigt**. Direkt darunter steht der fertige Befehl. Auf dem Proxmox-Host als root ausführen: ```bash curl -fsSL https:///install.sh | bash -s -- --token plx_e_… ``` Der Installer erkennt selbst, ob es sich um Proxmox VE, Backup Server oder Mail Gateway handelt, registriert den Host, legt die Konfiguration unter `/etc/proxledger/agent.conf` (Rechte 600) ab, richtet einen systemd-Timer ein und schickt sofort den ersten Report. > **Stand der Erprobung:** Proxmox VE (9.2, mit und ohne Subscription, einzeln und im Cluster) und > Proxmox Backup Server (4.2, ohne Subscription) sind auf echten Hosts geprüft. Für **Mail Gateway** > stand bisher kein Host zur Verfügung – dort beruht die Auswertung noch auf Annahmen, und bei PBS hat > sich genau so eine Annahme als falsch erwiesen. Bitte den ersten PMG-Host nach der Installation > kurz gegenprüfen (`proxledger-agent --dry-run` zeigt, was gemeldet würde). Nützliche Befehle auf dem Host: | Befehl | Zweck | |---|---| | `proxledger-agent --test` | Verbindung zum Dashboard prüfen | | `proxledger-agent --dry-run` | Report anzeigen, ohne ihn zu senden | | `proxledger-agent` | Report sofort senden | | `journalctl -t proxledger -n 50` | Protokoll ansehen | | `systemctl list-timers proxledger.timer` | nächsten Lauf anzeigen | Der Timer läuft täglich mit bis zu vier Stunden Zufallsversatz, damit nicht alle Hosts gleichzeitig melden. Ist das Dashboard nicht erreichbar, versucht es der Agent dreimal mit wachsendem Abstand und legt den Report danach in `/var/lib/proxledger/spool/` ab; beim nächsten Lauf wird er nachgesendet. **Entfernen:** ```bash curl -fsSL https:///install.sh | bash -s -- --uninstall ``` --- ## 4. Hosts einem Kunden zuweisen Neu registrierte Hosts ohne Kundenbindung erscheinen als Hinweis auf dem Dashboard und unter *Hosts → Nicht zugeordnete*: ![Nicht zugeordnete Hosts](bilder/nicht-zugeordnet.png) Mehrere Hosts auswählen, Kunde und optional Standort wählen, zuweisen – fertig. Die zugehörige Warnung schließt sich dabei von selbst. In der Host-Tabelle findest du jeden Host wieder: ![Host-Tabelle](bilder/hosts.png) Die Suche greift auf Hostname, FQDN, Subscription-Key, Server-ID, IP-Adresse, Kundenname **und Rechnungsnummer** zu. Die Eingabe von `pve1c-a6bd21fcb6` führt also direkt zum passenden Host samt Kunde – genau die Zuordnung, die im Proxmox-Shop fehlt. Alle Filter stehen in der Adresse: Eine gefilterte Liste lässt sich als Lesezeichen speichern oder weitergeben, und der Zurück-Knopf funktioniert wie erwartet. --- Im Detail eines Hosts lassen sich Kunde **und Standort** gemeinsam ändern. Die Standortliste zeigt nur die Standorte des gewählten Kunden; angelegt werden sie auf der Kundenseite. ## 4a. Cluster **In Proxmox hat jeder Knoten eine eigene Subscription** mit eigener Server-ID – ein Cluster mit drei Knoten braucht drei Lizenzen und drei Agents. Ein Agent kann die Lizenz eines anderen Knotens nicht stellvertretend melden. Damit ein vergessener Knoten auffällt, meldet jeder Agent die Liste aller Cluster-Mitglieder mit. Das Dashboard vergleicht sie mit den Hosts, die sich tatsächlich melden: ![Host in einem Cluster](bilder/host-detail-cluster.png) Hier laufen auf `hv-rz5-pve-02` und `hv-rz5-pve-03` noch keine Agents – das Dashboard sagt es zweimal deutlich. Sobald dort installiert wird, schließen sich die Warnungen von selbst. --- ## 5. Kunden und Standorte pflegen ![Kundenübersicht](bilder/kunden.png) Die Übersicht zeigt je Kunde die Anzahl der Hosts, wie viele davon aktiv lizenziert sind, den nächsten Ablauf, offene Warnungen und den Rechnungsstand. ![Kunden-Detail](bilder/kunde-detail.png) In der Detailansicht stehen Stammdaten, Standorte, alle Hosts, alle Laufzeiten und die Summen pro Jahr mit Marge. Die vier Kästen oben fassen Hosts, Einkauf, Verkauf und Marge zusammen. Standorte sind optional und lohnen sich bei Kunden mit mehreren Filialen: Sie erscheinen in der Host-Tabelle und lassen sich bei der Zuweisung mit angeben. --- ## 6. Laufzeiten und Rechnungen Eine **Laufzeit** ist ein Lizenzjahr eines Hosts, zum Beispiel 24.09.2026 bis 23.09.2027. Dazu gehören zwei Rechnungen: die **Proxmox-Rechnung** (Einkauf) und die **Kundenrechnung** (Verkauf). Die Differenz ist die Marge. Meldet ein Agent ein neues Ablaufdatum, legt ProxLedger die passende Laufzeit automatisch als Vorschlag an – du trägst nur noch die Rechnungsdaten ein. ![Rechnungen](bilder/rechnungen.png) In der Tabelle lassen sich die drei Häkchen direkt setzen: - **Proxmox bezahlt** – setzt zugleich das Bezahldatum. - **Kundenrechnung erstellt** – gibt es noch keine Rechnung, legt das Häkchen eine ohne Nummer an; Nummer und Betrag trägst du später nach. - **Vom Kunden bezahlt** Für Details die Laufzeit öffnen: ![Laufzeit mit beiden Rechnungen](bilder/laufzeit-detail.png) Dort stehen beide Rechnungen mit Nummer, Datum, Fälligkeit, Beträgen, Zahlungsart und PDF-Anhang. Ein Vorschlag lässt sich hier bestätigen oder verwerfen; mit dem Erfassen einer Proxmox-Rechnung gilt er automatisch als bestätigt. ### Sammelrechnungen Eine Proxmox-Bestellung umfasst oft mehrere Keys, eine Kundenrechnung oft mehrere Hosts. Dafür braucht es keinen eigenen Dialog: **Trägst du bei einer zweiten Laufzeit dieselbe Rechnungsnummer ein, wird sie als weitere Position an die bestehende Rechnung gehängt.** Der Rechnungsbetrag ist immer die Summe der Positionen und wird automatisch nachgeführt. ### Jahresbahn ![Jahresbahn](bilder/jahresbahn.png) Die Jahresbahn zeigt zwölf Monate mit einer Linie für „heute“, gruppiert nach Kunde. Darunter stehen die Abläufe der nächsten 90 Tage und die bereits abgelaufenen Subscriptions. ### Der übliche Ablauf 1. Proxmox schickt die Rechnung zunächst als **UNPAID**. Sie wird hier erfasst, Haken „bezahlt“ bleibt leer. 2. Die Kundenrechnung wird geschrieben und verschickt. 3. Der Kunde zahlt. Jetzt meldet ProxLedger: *Kunde hat bezahlt – Proxmox-Rechnung noch offen*. 4. Man zahlt bei Proxmox, setzt den Haken „bezahlt“ und lädt die **PAID**-Fassung des PDFs hoch – sie ersetzt die alte. ### Die Felder der Proxmox-Rechnung | Feld | Inhalt | |---|---| | Rechnungsnummer | Nummer von Proxmox. **Dieselbe Nummer bei einer weiteren Laufzeit** hängt diese als Position an dieselbe Rechnung – so werden Sammelrechnungen über mehrere Hosts abgebildet. | | Listenpreis netto | Der Betrag dieser **einen** Laufzeit, wie er auf der Rechnung steht (z. B. 1.100 €). | | Rabatt | Der „Client Discount“ dieser Laufzeit (z. B. 110 €). Gerechnet wird mit Listenpreis minus Rabatt. | | USt | Bei Proxmox in aller Regel 0 – Reverse Charge nach Art. 196. Die Vorgabe steht unter *Einstellungen → System*. | --- ## 7. Warnungen ![Warnungen](bilder/warnungen.png) Zehn Regeln laufen stündlich und zusätzlich nach jedem eingehenden Report: | Regel | Meldet | |---|---| | Ablauf | Subscription läuft in 30, 14 oder 7 Tagen ab | | Status | Subscription ist abgelaufen, ungültig, ausgesetzt oder fehlt | | Sockets | lizenzierte und physische Sockets weichen ab | | Keine Meldung | Host meldet sich seit über 48 Stunden nicht | | Server-ID | Server-ID hat sich geändert (Hardwaretausch oder Neuinstallation) | | Key mehrfach | derselbe Key wird von mehreren Hosts gemeldet | | Ohne Kunde | Host ist keinem Kunden zugewiesen | | Proxmox-Rechnung | unbezahlt und in sieben Tagen fällig oder überfällig | | Kundenrechnung fehlt | Einkauf erfasst, Verkauf noch nicht erstellt | | Kundenrechnung offen | seit über 30 Tagen nicht bezahlt | Eine Warnung wird genau einmal geöffnet und **schließt sich selbst**, sobald die Ursache behoben ist. *Quittieren* markiert sie als gesehen, *Schließen* beendet sie von Hand – besteht die Ursache weiter, kommt sie beim nächsten Durchlauf zurück. Schwellwerte und Ein-/Ausschalter stehen unter *Einstellungen → Warnregeln*: ![Warnregeln](bilder/warnregeln.png) Mehrere Stufen werden mit Komma angegeben, etwa `30, 14, 7`. Nach dem Speichern wird sofort neu ausgewertet. --- ## 8. Benachrichtigungen einrichten ![Benachrichtigungen](bilder/benachrichtigungen.png) **E-Mail über Microsoft 365:** Server `smtp.office365.com`, Port 587, Benutzer und Absender identisch mit dem Postfach. Das Passwort wird gespeichert und nie wieder angezeigt; ein leeres Feld beim Speichern lässt den bisherigen Wert stehen. **Webhook:** beliebige Adresse, die JSON entgegennimmt – damit lassen sich Matrix, Zabbix oder Home Assistant anbinden. Mit hinterlegtem Geheimnis kommt die Signatur `X-ProxLedger-Signatur: sha256=…` mit, damit der Empfänger die Echtheit prüfen kann. **Zusammenfassung:** täglich oder wöchentlich um 07:00 Uhr mit offenen Warnungen, Rechnungspunkten und bald ablaufenden Subscriptions. Über *Test senden* lässt sich der Weg sofort prüfen; das Ergebnis steht im Versandprotokoll darunter. Zu jeder Warnung wird nur einmal benachrichtigt. Schlägt der Versand fehl, wird er beim nächsten Durchlauf erneut versucht. --- ## 9. Exporte | Ansicht | CSV | PDF | |---|---|---| | Hosts | ✓ | ✓ | | Kunden | ✓ | ✓ | | Einzelner Kunde | – | ✓ (Anlage für Kundenunterlagen) | | Rechnungen | ✓ | ✓ | Alle Exporte übernehmen die gerade aktiven Filter und enthalten sämtliche Treffer, nicht nur die angezeigte Seite. CSV kommt als UTF-8 mit BOM und Semikolon – Excel öffnet die Datei ohne Umwege, Umlaute und Beträge stimmen. Die PDF-Ausgaben tragen das einfarbige Logo und eignen sich als Anlage für Kundenunterlagen oder als Jahresliste für die Buchhaltung. --- ## 9a. Einstellungen Unter *Einstellungen → System* steht alles, was sich im laufenden Betrieb ändern lässt: ![Systemeinstellungen](bilder/system.png) **Adresse und Agent.** Die Dashboard-Adresse landet im Installations-Einzeiler und in den Benachrichtigungen. Bleibt das Feld leer, gilt `APP_URL` aus der Umgebung. Melderhythmus, Streuung und Selbstaktualisierung gelten für **neu installierte** Agents – bestehende übernehmen sie erst, wenn der Einzeiler dort erneut läuft. **Kaufmännisches.** Steuersatz, Zahlungsziel und Aufschlag füllen leere Rechnungsfelder vor. Der Aufschlag rechnet aus dem Einkaufspreis einen Vorschlag für den Verkaufspreis; eingetragene Beträge bleiben unberührt. **Sicherheit.** Sitzungsdauer und Anmeldeversuche gelten ab der nächsten Anmeldung. Die beiden OIDC-Felder sind wichtig, wenn ein Identitätsanbieter viele Konten kennt: Ohne Einschränkung darf jeder, der sich dort anmelden kann, hier mitarbeiten. Mit einer Domänenliste oder abgeschaltetem „Konten anlegen“ kommt nur herein, wer hier vorgesehen ist. Die Aufbewahrungsfristen räumen nachts um halb vier auf; der jüngste Report jedes Hosts bleibt immer erhalten, sonst stünde ein lange stummer Host plötzlich ohne Angaben da. **Firma und Darstellung.** Name, Anschrift und E-Mail stehen im Kopf der erzeugten PDF-Dateien, die Zeitzone gilt für PDF, CSV und Benachrichtigungen. > `APP_SECRET` und `DATABASE_URL` stehen bewusst **nicht** hier: Beide werden gebraucht, bevor die > Anwendung die Datenbank überhaupt lesen kann. --- ## 9b. Benutzer, Rollen und Passkeys Unter *Einstellungen → Benutzer* legen Administratoren Konten an und vergeben eine von drei Rollen: ![Benutzerverwaltung](bilder/benutzer.png) | Rolle | Darf | |---|---| | **Administrator** | alles, einschließlich Benutzer und Systemeinstellungen | | **Techniker** | alles Fachliche: Hosts, Kunden, Rechnungen, Tokens, Warnregeln – aber keine Benutzer | | **Kunde** | nur die Hosts und Rechnungen des eigenen Kunden, **ohne Einkaufspreise und Marge**; darf Notizen schreiben und Warnungen quittieren | Ein Kundenkonto ist an genau einen Kunden gebunden – das Feld erscheint, sobald die Rolle „Kunde“ gewählt ist. Die Einschränkung sitzt in den Abfragen selbst, nicht in der Anzeige: Was ein Kundenkonto nicht sehen darf, steht auch nicht im ausgelieferten HTML. Ein Passwort ist beim Anlegen freiwillig. Ohne Passwort entsteht ein Konto, das sich nur über OIDC oder einen Passkey anmeldet. **Ein neues Passwort beendet alle laufenden Sitzungen dieses Kontos**, ebenso das Sperren. ### Passkeys Ein Passkey ersetzt das Passwort: Der Browser bestätigt die Anmeldung mit Fingerabdruck, Gesicht, PIN oder einem Sicherheitsschlüssel. Jeder Benutzer verwaltet seine eigenen unter *Meine Passkeys*: ![Passkeys](bilder/passkeys.png) Zwei Dinge sind wichtig: 1. **Passkeys brauchen HTTPS.** Nur `localhost` ist ausgenommen. Wird das Dashboard über `http://` im LAN aufgerufen, weist die Seite darauf hin und der Knopf bleibt gesperrt. 2. **Der Passkey hängt an der Adresse.** Wer später von `http://server:3000` auf `https://proxledger.firma.de` wechselt, muss neu registrieren. Deshalb zuerst den Reverse Proxy einrichten, dann Passkeys anlegen. Passwort, OIDC und Passkey stehen gleichberechtigt nebeneinander – der lokale Zugang bleibt als Rückweg immer nutzbar. --- ## 10. Sicherung und Aktualisierung **Sichern:** ```bash bash /opt/proxledger/deploy/backup.sh /var/backups/proxledger ``` Das Skript sichert Datenbank, hochgeladene PDFs und die `.env` – und erkennt selbst, ob die Installation mit Docker oder als Dienst im Container läuft. Für regelmäßige Sicherungen in die Crontab: ``` 30 2 * * * /opt/proxledger/deploy/backup.sh /var/backups/proxledger ``` **Zurückspielen** (Docker): ```bash gunzip -c datenbank-20260917-023000.sql.gz | docker compose exec -T postgres psql -U proxledger proxledger ``` Bei der Installation als Dienst stattdessen: ```bash gunzip -c datenbank-20260917-023000.sql.gz | psql "$DATABASE_URL" ``` **Aktualisieren:** ```bash bash /opt/proxledger/deploy/update.sh ``` Ein Befehl für beide Installationsarten. Der Reihe nach: sichern, neuen Stand holen, bauen, migrieren, neu starten – und zum Schluss prüfen, ob das Dashboard wieder antwortet. Schlägt die Sicherung fehl, bricht das Skript ab, **bevor** etwas verändert wird. | Aufruf | Wirkung | |---|---| | `bash deploy/update.sh` | der übliche Weg | | `SICHERUNG_ZIEL=/pfad bash deploy/update.sh` | anderer Ort für die Sicherung | | `bash deploy/update.sh --ohne-sicherung` | nur, wenn anderweitig gesichert ist | Beim LXC-Weg nach Art der Helper-Scripts geht es auch über das Skript auf dem Proxmox-Host – dort erkennt das Gerüst eine vorhandene Installation und bietet die Aktualisierung an. > `APP_SECRET` unbedingt mitsichern: Ohne diesen Wert sind alle Sitzungen ungültig. Und beachte, dass eine > Sicherung die Zugangsdaten für SMTP und Webhook im Klartext enthält – sie gehört entsprechend geschützt. --- ## 11. Fehlersuche **Ein Host meldet sich nicht.** Auf dem Host `proxledger-agent --test` ausführen. Kommt keine Antwort, prüfen, ob das Dashboard vom Host aus erreichbar ist (Firewall, DNS) und ob der Host-Token noch gültig ist – unter *Einstellungen → Agent-Tokens* steht, wann er zuletzt benutzt wurde. Liegen Dateien in `/var/lib/proxledger/spool/`, wartet der Agent auf eine Verbindung und sendet später nach. **Nach der Anmeldung lande ich wieder auf der Anmeldeseite.** Dann passt `APP_URL` nicht zur tatsächlichen Adresse: Steht dort `https://`, das Dashboard läuft aber über `http://`, verwirft der Browser das Sitzungs-Cookie. `APP_URL` korrigieren und neu starten. **Eine Warnung taucht immer wieder auf.** Das ist beabsichtigt: Warnungen beschreiben einen Zustand. Solange die Ursache besteht, öffnet die nächste Auswertung sie erneut. Passt der Schwellwert nicht, lässt er sich unter *Einstellungen → Warnregeln* ändern, oder die Regel wird abgeschaltet. **Server-ID hat sich geändert.** Nach Hardwaretausch oder Neuinstallation vergibt Proxmox eine neue Server-ID. Der Key muss dann im Proxmox-Shop neu zugewiesen werden. ProxLedger behält den Host samt Historie – die alte und die neue Server-ID stehen in der Detailansicht unter *Subscription-Historie*. **Was ist wann passiert?** *Einstellungen → Protokoll* zeigt jede Änderung mit Zeitpunkt, Aktion und Benutzer. ![Protokoll](bilder/audit.png) --- ## Anhang: dunkles Design und Mobilansicht Auf dem Telefon öffnet das Symbol links oben das Menü; es schließt sich durch Antippen der abgedunkelten Fläche, über das Kreuz im Menükopf, mit Escape – und von selbst, sobald ein Eintrag gewählt wurde. Die Tabellen zeigen auf schmalen Bildschirmen nur die wichtigsten Spalten; die übrigen Angaben stehen auf der jeweiligen Detailseite. Das Dashboard folgt der Einstellung des Betriebssystems und lässt sich über das Mondsymbol in der Kopfleiste umschalten. ![Dashboard im dunklen Design](bilder/dashboard-dunkel.png) Auf dem Handy klappt die Seitenleiste ein, und die großen Tabellen blenden gestaffelt Spalten aus, sodass Host, Kunde, Status und Ablauf ohne seitliches Scrollen sichtbar bleiben. ![Host-Tabelle auf dem Handy](bilder/mobil-hosts.png) --- *Die Bilder in diesem Handbuch entstehen mit `npm run screenshots -- --alle` aus einer laufenden Installation mit Beispieldaten und sollten vor jeder Veröffentlichung aufgefrischt werden.*