Dokumente mitsichern - eine Akte ohne ihre Dateien ist wertlos
Der Sicherungsdienst machte taeglich ein pg_dump und sonst nichts. Nach einem Plattenschaden waere die Akte vollstaendig wiederhergestellt worden - mit allen Eintraegen, Verweisen und Pruefsummen, aber ohne eine einzige Datei dahinter. Die Pruefsumme in der Akte haette dann ein Dokument belegt, das es nicht mehr gibt. Gegenueber dem Betreuungsgericht ist das der schlechteste denkbare Zustand. Je Lauf entstehen jetzt zwei verschluesselte Dateien mit demselben Zeitstempel: der Datenbankstand und ein Archiv des Ablageverzeichnisses. Beide mit Pruefsumme, beide in der Aufbewahrung, beide im Monatsstand, beide in der Selbstpruefung. Schlaegt der Dokumententeil fehl, bricht der Lauf ab und raeumt den angefangenen Datenbankstand wieder weg. Eine Sicherung, die nur die halbe Wahrheit enthaelt, aber vollstaendig aussieht, ist schlimmer als gar keine: Man verlaesst sich darauf und merkt es erst im Ernstfall. ## Abweichung von der urspruenglichen Idee Im Issue stand "mc mirror statt rohem Verzeichnis". Beim Umsetzen zeigte sich, dass der MinIO-Client in diesem Behaelter fehlt und bei jedem Lauf aus dem Netz geholt werden muesste. Eine Internetabhaengigkeit im Sicherungspfad ist genau das, was man dort nicht will. Stattdessen wird das Verzeichnis direkt eingepackt. Das ist vertretbar, weil MinIO ein Objekt erst vollstaendig unter .minio.sys/tmp schreibt und dann an seinen Platz umbenennt: Ein laufender Upload liegt nie halbfertig im Archiv, er fehlt hoechstens. Derselbe Weg deckt den Dateitreiber mit ab. ## Nur lesend Der Sicherungsdienst bekommt das Ablageverzeichnis mit ":ro" eingehaengt. Er laeuft unbeaufsichtigt per cron; ein Fehler im Skript oder ein kompromittierter Behaelter wuerde sonst Sicherung und Bestand auf einmal treffen - genau der Fall, gegen den eine Sicherung da ist. Deshalb schreibt die Wiederherstellung die Dateien auch nicht selbst an ihren Platz, sondern packt sie nach ./backups aus und gibt den letzten Handgriff als Einzeiler aus. In ein laufendes MinIO hineinzuschreiben wuerde dessen Datenbestand ohnehin beschaedigen. ## Geprueft Die Kernlogik einmal von Hand durchgespielt: packen, verschluesseln, Selbstpruefung, zurueckholen - der Inhalt kam bitgleich zurueck, der Klartext war im Archiv nicht auffindbar, und die Selbstpruefung schlug sowohl bei einem beschaedigten Archiv als auch bei falschem Passwort an. Dazu elf Pruefungen in tests/skripte.test.ts gegen vier Mutationen: Dokumententeil entfernt, Abbruch entfernt, Aufraeumen halbiert, Schreibrecht erteilt - jede wird rot. Refs #41
This commit is contained in:
+39
-8
@@ -731,13 +731,19 @@ Erwartete Ausgabe, in dieser Reihenfolge:
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```
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Sicherung beginnt: /backups/cockpit_2026-08-22_1430.dump.enc
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Sicherung fertig (1.2M)
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Selbstpruefung bestanden.
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Datenbank gesichert (1.2M)
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Dokumente gesichert (18M)
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Selbstpruefung bestanden - Datenbank und Dokumente.
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```
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Die **Selbstprüfung** ist der eigentliche Punkt: Das Skript entschlüsselt
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die eben geschriebene Datei sofort wieder. Schlägt das fehl, endet der
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Lauf mit einem Fehler statt mit einem stillen Scheinerfolg.
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beide Dateien sofort wieder und liest sie einmal durch. Schlägt das fehl,
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endet der Lauf mit einem Fehler statt mit einem stillen Scheinerfolg.
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Fehlt die Zeile `Dokumente gesichert`, ist das Ablageverzeichnis nicht in
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den Sicherungsdienst eingehängt. Das Skript bricht dann ab und räumt den
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angefangenen Datenbankstand wieder weg — eine Sicherung, die nur die halbe
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Wahrheit enthält, aber vollständig aussieht, wäre schlimmer als gar keine.
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### Und jetzt einmal zurückspielen
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@@ -760,6 +766,25 @@ docker compose exec db psql -U cockpit probe \
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docker compose exec db dropdb -U cockpit probe
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```
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Beim Zurückspielen packt das Skript auch das Dokumentenarchiv aus — nach
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`backups/dokumente-wiederhergestellt_<datum>/`. An ihren Platz schreibt es
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die Dateien **nicht**: Der Sicherungsdienst hat auf das Ablageverzeichnis
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bewusst nur Lesezugriff, und in ein laufendes MinIO hineinzuschreiben würde
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dessen Datenbestand beschädigen. Wie der letzte Handgriff aussieht, gibt
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das Skript am Ende selbst aus.
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Für die Übung genügt ein Blick in das ausgepackte Verzeichnis:
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```bash
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find backups/dokumente-wiederhergestellt_*/ -type f | head
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rm -rf backups/dokumente-wiederhergestellt_*
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```
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> **Im Ernstfall gehört beides zusammen.** Eine Datenbank ohne die
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> zugehörigen Dateien ergibt eine Akte, deren Prüfsummen Dokumente
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> belegen, die es nicht mehr gibt. Spiel immer das Paar mit demselben
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> Zeitstempel zurück.
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### Kontrolle
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```bash
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@@ -767,12 +792,18 @@ ls -lh backups/
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# cockpit_....dump.enc und cockpit_....dump.enc.sha256
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```
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> **Was das Backup nicht enthält:** den Schlüssel `ENC_KEY_V1` und die
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> Dateien im Objektspeicher. Für die Dateien:
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> **Was das Backup enthält:** die Datenbank *und* die Dokumente. Je Lauf
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> entstehen zwei verschlüsselte Dateien mit demselben Zeitstempel:
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>
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> ```bash
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> docker compose exec minio mc mirror lokal/betreuungs-cockpit /backups/dokumente
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> ```
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> cockpit_2026-09-01_0315.dump.enc <- Akte, Fristen, Buchungen
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> dokumente_2026-09-01_0315.tar.gz.enc <- Bescheide, Schreiben, Belege
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> ```
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> **Was es nicht enthält:** den Schlüssel `ENC_KEY_V1`. Ohne ihn bleiben
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> auch aus einer vollständig zurückgespielten Sicherung die Diagnosen,
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> IBANs, Notizen und Dokumente unlesbar. Er gehört an die zwei Orte aus
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> Schritt 11.
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> Und kopier die Sicherungen regelmäßig **weg vom Server** — ein Backup,
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> das neben dem Original liegt, hilft bei einem Serverausfall nicht.
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