docs: Installationsanleitung fuer vorhandenes Docker und externen Proxy

Die Anleitung setzt jetzt voraus, was ohnehin da ist: ein Server mit
laufendem Docker und ein Reverse Proxy, der schon steht - auch auf einem
anderen Rechner. Docker-Installation und Betriebssystemhaertung sind
raus, dafuer ist der Proxy-Abschnitt der ausfuehrlichste geworden.

Damit ein externer Proxy die Anwendung ueberhaupt erreicht, war eine
Aenderung noetig: Die Bindeadresse stand fest auf 127.0.0.1. Jetzt gibt
es APP_BIND, Standard bleibt die Loopback-Adresse.

Der Weg dorthin ist nach Vorzug sortiert - privates Netz, dann
WireGuard, dann als Notloesung oeffentliche Adresse mit Firewallregel.
Zwischen Proxy und Anwendung laeuft unverschluesseltes HTTP; das gehoert
nicht ins offene Netz. Deshalb steht in der Kontrolle eine Gegenprobe,
die fehlschlagen MUSS: Antwortet der Anwendungsport von aussen, ist die
Firewallregel falsch.

Fertige Konfigurationen fuer Caddy, nginx und Traefik, jeweils mit den
Werten, die sonst uebersehen werden:

- Zeitgrenze 10 Minuten - sonst brechen Belegmappe, Rechnungslegung und
  Vollexport mitten im Erzeugen ab. Die Standardwerte von nginx liegen
  bei 60 Sekunden.
- Antwort nicht puffern - der Vollexport kommt als Strom. Puffert der
  Proxy, wartet der Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt, und
  laeuft dabei in die Zeitgrenze.
- Und der Hinweis, dass der Proxy KEINE eigene CSP setzen darf: Sie
  enthaelt eine Nonce, die pro Anfrage neu ist. Eine feste CSP blockiert
  die eigenen Skripte - die Seite laedt dann, laesst sich aber nicht
  bedienen.

Der A-Record zeigt auf den Proxy-Server, nicht auf den Anwendungsserver.
Stand vorher falsch da.

Etappe: 8
Phase: Haertung
This commit is contained in:
Florian Wilde
2026-08-22 11:00:29 +02:00
parent 89bc5fe5a8
commit c35fc16133
4 changed files with 411 additions and 285 deletions
+13 -1
View File
@@ -16,9 +16,21 @@ DATABASE_URL="postgresql://cockpit:bitte-aendern@localhost:5432/betreuungs_cockp
AUTH_SECRET=
# Oeffentliche Basis-URL der Anwendung (ohne abschliessenden Slash).
AUTH_URL=http://localhost:3000
# Hinter einem Reverse Proxy (Caddy) auf true setzen.
# Hinter einem Reverse Proxy auf true setzen.
AUTH_TRUST_HOST=true
# --- Erreichbarkeit ---------------------------------------------------------
# Auf welcher Adresse und welchem Port horcht die Anwendung?
#
# Proxy auf DEMSELBEN Server: 127.0.0.1 (Standard, nichts zu tun)
# Proxy auf einem ANDEREN: die Adresse des privaten Netzes bzw. des
# WireGuard-Tunnels, z.B. 10.0.0.5
#
# 0.0.0.0 nur, wenn eine Firewall den Port ausschliesslich fuer die IP des
# Proxy-Servers oeffnet. Die Anwendung beendet kein TLS.
APP_BIND=127.0.0.1
APP_PORT=3000
# --- Anwendungsseitige Feldverschluesselung ---------------------------------
# AES-256-GCM. 32 Bytes, base64. OHNE DIESEN SCHLUESSEL SIND DIE VERSCHLUESSELTEN
# FELDER UNWIEDERBRINGLICH VERLOREN - unbedingt getrennt vom Backup sichern!
+31 -47
View File
@@ -51,7 +51,7 @@ eines Angehörigen: Fristen, Vorgänge, Belege, Vermögen, Sozialhilfe, Berichte
| Wofür | Wo |
|---|---|
| **Einen Server aufsetzen** — von der leeren Maschine bis zur laufenden Anwendung, mit Kontrolle nach jedem Schritt | [`docs/INSTALLATION.md`](docs/INSTALLATION.md) |
| **Die Anwendung aufsetzen** — auf einem Server, der Docker und einen Proxy schon hat, mit Kontrolle nach jedem Schritt | [`docs/INSTALLATION.md`](docs/INSTALLATION.md) |
| **Täglich damit arbeiten** — die zwölf Handgriffe, der Jahresrhythmus, was tun wenn etwas schiefgeht | [`docs/ANLEITUNG.md`](docs/ANLEITUNG.md), in der Anwendung unter `/anleitung` |
| **Wissen, was sich ändert** — was neu ist, was du vor einem Update beachten musst | [`CHANGELOG.md`](CHANGELOG.md) |
@@ -188,61 +188,45 @@ Backup anstoßen** (siehe unten) — eine Migration lässt sich nicht zurückrol
## Reverse Proxy
Die Anwendung erwartet, dass der Proxy TLS beendet und die echte Client-IP
weiterreicht. Sie liest `X-Forwarded-For` bzw. `X-Real-IP` für das
Rate-Limiting am Login und für das Audit-Log (dort nur als Hash).
Die Anwendung **beendet selbst kein TLS** und bringt keinen Proxy mit. Sie
horcht standardmäßig auf `127.0.0.1:3000`.
**Caddy**
**Läuft der Proxy auf demselben Server**, ist damit alles gesagt: Er zeigt
auf `127.0.0.1:3000`, fertig.
```caddyfile
cockpit.example.de {
encode zstd gzip
reverse_proxy 127.0.0.1:3000
**Läuft er auf einem anderen Server**, setz in der `.env` die Adresse, über
die er herankommt — am besten die eines privaten Netzes oder eines
WireGuard-Tunnels:
# Uploads: Fotos von Behördenschreiben können groß sein.
request_body {
max_size 30MB
}
}
```bash
APP_BIND=10.0.0.5
APP_PORT=3000
```
**nginx**
`0.0.0.0` nur, wenn eine Firewall den Port ausschließlich für die IP des
Proxy-Servers öffnet. Zwischen Proxy und Anwendung läuft unverschlüsseltes
HTTP — dieser Weg darf nie durchs offene Netz gehen.
```nginx
server {
listen 443 ssl http2;
server_name cockpit.example.de;
### Was der Proxy leisten muss
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/cockpit.example.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/cockpit.example.de/privkey.pem;
| Anforderung | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| TLS beenden | Der Browser lehnt Cookies mit `Secure`-Kennzeichen ab, die Anmeldung schlägt stumm fehl |
| `Host` durchreichen | Auth.js vergleicht ihn mit `AUTH_URL` und weist die Anmeldung ab |
| `X-Forwarded-Proto: https` | Die Anwendung baut Adressen mit `http` |
| `X-Forwarded-For` | Die Login-Sperre zählt alle Zugriffe als denselben Anschluss |
| Uploads ≥ 30 MB | Fotos mehrseitiger Bescheide werden abgeschnitten |
| Zeitgrenze ≥ 10 Minuten | Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brechen ab |
| Antwort nicht puffern | Der Vollexport kommt als Strom |
client_max_body_size 30M;
**Keine eigenen Sicherheitskopfzeilen setzen.** CSP, `X-Frame-Options`,
`nosniff` und HSTS kommen aus der Anwendung. Die CSP enthält eine Nonce,
die pro Anfrage neu ist — eine feste CSP aus dem Proxy blockiert die
eigenen Skripte.
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:3000;
proxy_http_version 1.1;
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header Upgrade $http_upgrade;
proxy_set_header Connection "upgrade";
}
}
```
**Traefik** (Labels am `app`-Dienst)
```yaml
labels:
- traefik.enable=true
- traefik.http.routers.cockpit.rule=Host(`cockpit.example.de`)
- traefik.http.routers.cockpit.tls.certresolver=letsencrypt
- traefik.http.services.cockpit.loadbalancer.server.port=3000
```
In allen Fällen muss `AUTH_URL` in der `.env` auf die öffentliche Adresse
zeigen (`https://cockpit.example.de`), sonst schlägt die Anmeldung fehl.
**Fertige Konfigurationen** für Caddy, nginx und Traefik, mit Zeitgrenzen
und den Gegenproben, stehen in
[`docs/INSTALLATION.md`](docs/INSTALLATION.md), Schritt 7.
---
+20 -7
View File
@@ -4,10 +4,13 @@
#
# docker compose up -d --build
#
# Kein Reverse Proxy in dieser Datei: der ist auf dem Server bereits
# vorhanden. Die Anwendung horcht nur auf 127.0.0.1:3000 - von aussen
# erreichbar wird sie ausschliesslich ueber den vorhandenen Proxy, der
# auch TLS beendet. Siehe README, Abschnitt "Reverse Proxy".
# Kein Reverse Proxy in dieser Datei: der ist bereits vorhanden. Die
# Anwendung beendet selbst kein TLS und horcht standardmaessig nur auf
# 127.0.0.1:3000.
#
# Liegt der Proxy auf einem anderen Server, setze APP_BIND in der .env auf
# die Adresse, ueber die er herankommt - siehe docs/INSTALLATION.md,
# Schritt 7.
#
# Die Datenbank hat bewusst KEINE Portfreigabe. Sie ist nur ueber das
# interne Docker-Netz erreichbar. Wer mit psql heran muss, geht ueber
@@ -111,9 +114,19 @@ services:
SMTP_FROM: ${SMTP_FROM:-}
TZ: Europe/Berlin
ports:
# Nur Loopback. Der vorhandene Reverse Proxy auf dem Host reicht
# von aussen hierher durch und beendet TLS.
- '127.0.0.1:${APP_PORT:-3000}:3000'
# Standard ist die Loopback-Adresse: dann erreicht die Anwendung nur
# ein Proxy, der auf demselben Rechner laeuft.
#
# Liegt der Reverse Proxy auf einem ANDEREN Server, muss hier die
# Adresse stehen, ueber die er herankommt - am besten die eines
# privaten Netzes oder eines WireGuard-Tunnels:
#
# APP_BIND=10.0.0.5
#
# 0.0.0.0 nur setzen, wenn eine Firewall den Port ausschliesslich
# fuer die IP des Proxy-Servers oeffnet. Die Anwendung beendet kein
# TLS und gehoert nie unverschluesselt ins offene Netz.
- '${APP_BIND:-127.0.0.1}:${APP_PORT:-3000}:3000'
networks: [intern]
healthcheck:
test: ['CMD', 'node', '-e', "fetch('http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit').then(r=>process.exit(r.ok?0:1)).catch(()=>process.exit(1))"]
+346 -229
View File
@@ -1,181 +1,124 @@
# Installation Schritt für Schritt
Von einem leeren Server bis zur laufenden Anwendung. Rechne mit **60 bis
90 Minuten**, wenn du es zum ersten Mal machst.
Von einem vorbereiteten Server bis zur laufenden Anwendung. Rechne mit
**30 bis 45 Minuten**, wenn du es zum ersten Mal machst.
Diese Anleitung setzt voraus, dass du dich per SSH auf einem Linux-Server
anmelden und Befehle eintippen kannst. Mehr nicht — jeder Schritt steht
ausgeschrieben da, und nach jedem Abschnitt steht eine **Kontrolle**, mit
der du prüfst, ob es geklappt hat, bevor du weitermachst.
Diese Anleitung setzt einen Server voraus, auf dem **Docker bereits läuft**,
und einen **Reverse Proxy, der schon steht** — auch dann, wenn er auf einem
anderen Server liegt. Sie richtet nur das Betreuungs-Cockpit ein: kein
Docker, keine Betriebssystemhärtung, kein Proxy von Grund auf.
Was genau auf dem Proxy hinterlegt werden muss, steht vollständig in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen).
Nach jedem Schritt steht eine **Kontrolle**. Geh nicht weiter, bevor die
durchgeht — dann weißt du im Fehlerfall genau, wo es hakt.
> Wenn du die Anwendung nur ausprobieren willst, ohne Server: Der
> Abschnitt *Schnellstart* in der [README](../README.md) bringt dich in
> zehn Minuten auf dem eigenen Rechner zum Laufen. Diese Anleitung hier
> ist für den echten Betrieb.
> zehn Minuten auf dem eigenen Rechner zum Laufen.
---
## Inhalt
- [Schritt 0 — Was du vorher brauchst](#schritt-0--was-du-vorher-brauchst)
- [Schritt 1 — Server vorbereiten](#schritt-1--server-vorbereiten)
- [Schritt 2 — Docker installieren](#schritt-2--docker-installieren)
- [Schritt 3 — Anwendung holen](#schritt-3--anwendung-holen)
- [Schritt 4 — Schlüssel erzeugen](#schritt-4--schlüssel-erzeugen)
- [Schritt 5 — Konfiguration ausfüllen](#schritt-5--konfiguration-ausfüllen)
- [Schritt 6 — Starten](#schritt-6--starten)
- [Schritt 7 — Datenbank vorbereiten](#schritt-7--datenbank-vorbereiten)
- [Schritt 8 — Dateiablage einrichten](#schritt-8--dateiablage-einrichten)
- [Schritt 9 — Reverse Proxy und TLS](#schritt-9--reverse-proxy-und-tls)
- [Schritt 10 — Ersteinrichtung im Browser](#schritt-10--ersteinrichtung-im-browser)
- [Schritt 11 — Sicherung prüfen](#schritt-11--sicherung-prüfen)
- [Schritt 12 — Wartungslauf einrichten](#schritt-12--wartungslauf-einrichten)
- [Schritt 13 — Schlüssel in Sicherheit bringen](#schritt-13--schlüssel-in-sicherheit-bringen)
- [Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen](#schritt-0--voraussetzungen-prüfen)
- [Schritt 1 — Anwendung holen](#schritt-1--anwendung-holen)
- [Schritt 2 — Schlüssel erzeugen](#schritt-2--schlüssel-erzeugen)
- [Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen](#schritt-3--konfiguration-ausfüllen)
- [Schritt 4 — Starten](#schritt-4--starten)
- [Schritt 5 — Datenbank vorbereiten](#schritt-5--datenbank-vorbereiten)
- [Schritt 6 — Dateiablage einrichten](#schritt-6--dateiablage-einrichten)
- [Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen)
- [Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser](#schritt-8--ersteinrichtung-im-browser)
- [Schritt 9 — Sicherung prüfen](#schritt-9--sicherung-prüfen)
- [Schritt 10 — Wartungslauf einrichten](#schritt-10--wartungslauf-einrichten)
- [Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen](#schritt-11--schlüssel-in-sicherheit-bringen)
- [Aktualisieren](#aktualisieren)
- [Wenn etwas nicht klappt](#wenn-etwas-nicht-klappt)
- [Abnahmeliste](#abnahmeliste)
---
## Schritt 0 — Was du vorher brauchst
## Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen
**Ein Server in Deutschland oder mindestens in der EU.** Für eine Betreuung
reicht die kleinste Größe bequem:
### Was der Server mitbringen muss
| | Minimum | Bequem |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher | 2 GB | 4 GB |
| Speicherplatz | 20 GB | 40 GB |
| Kerne | 2 | 2 |
| Betriebssystem | Debian 12 oder Ubuntu 24.04 | dasselbe |
| Arbeitsspeicher | 2 GB frei | 4 GB frei |
| Speicherplatz | 20 GB frei | 40 GB frei |
| Docker | 24 oder neuer | aktuell |
| Docker Compose | v2 (`docker compose`, nicht `docker-compose`) | aktuell |
| Reverse Proxy | vorhanden, mit TLS (auch auf einem anderen Server) | dasselbe |
| Netzweg zum Proxy | privates Netz, WireGuard oder Firewallregel | privates Netz |
| Standort | Deutschland oder mindestens EU | dasselbe |
Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland: Hetzner (Falkenstein,
Nürnberg), netcup (Nürnberg), IONOS (Karlsruhe). Ein Server für rund fünf
Euro im Monat genügt.
> **Bevor du bestellst:** Kläre den **Auftragsverarbeitungsvertrag nach
> Art. 28 DSGVO**. Bei Hetzner findest du ihn im Kundenkonto unter
> *Verträge → AV-Vertrag*, bei anderen ähnlich. Ohne ihn ist der Betrieb
> formal rechtswidrig — und es dauert fünf Minuten.
**Eine Domain oder Subdomain**, zum Beispiel `cockpit.deine-domain.de`.
Setz einen A-Record auf die IP-Adresse des Servers, bevor du anfängst;
DNS-Änderungen brauchen manchmal eine Stunde.
**Etwas zum Aufschreiben.** Du erzeugst gleich Schlüssel, die du nicht
verlieren darfst. Ein Passwortmanager ist das Richtige.
Der erste Bau lädt Tesseract mit den deutschen Sprachdaten — plan etwa
**1 GB Netzverkehr** und fünf bis zehn Minuten ein.
### Kontrolle
```bash
# Von deinem Rechner aus - zeigt die IP deines Servers?
dig +short cockpit.deine-domain.de
Melde dich per SSH auf dem Server an und prüf:
# Kommst du auf den Server?
ssh root@cockpit.deine-domain.de
```bash
docker --version # 24.x oder neuer
docker compose version # v2.x - mit Leerzeichen, nicht docker-compose
docker run --rm hello-world # "Hello from Docker!"
df -h / # genug Platz?
free -h # genug Speicher?
```
---
## Schritt 1 — Server vorbereiten
Alles Folgende läuft **auf dem Server**.
Kommt bei `docker run` ein *permission denied*, fehlt dir die
Docker-Gruppe:
```bash
# System aktuell bringen
apt update && apt upgrade -y
# Werkzeuge, die wir brauchen
apt install -y git curl ca-certificates ufw
# Zeitzone setzen - sonst rechnet der Server in UTC und
# verschiebt Fristen um einen Tag
timedatectl set-timezone Europe/Berlin
```
**Einen eigenen Benutzer anlegen.** Als `root` zu arbeiten ist unnötig
riskant:
```bash
adduser --gecos "" cockpit
usermod -aG sudo cockpit
# SSH-Schlüssel übernehmen, damit du dich weiter anmelden kannst
rsync --archive --chown=cockpit:cockpit ~/.ssh /home/cockpit/
```
**Die Firewall einschalten.** Nur SSH, HTTP und HTTPS von außen:
```bash
ufw allow OpenSSH
ufw allow 80/tcp
ufw allow 443/tcp
ufw --force enable
```
**SSH absichern** — Anmeldung nur mit Schlüssel, nicht mit Passwort. Nur
machen, wenn du dich sicher mit Schlüssel anmelden kannst:
```bash
sed -i 's/^#*PasswordAuthentication.*/PasswordAuthentication no/' /etc/ssh/sshd_config
sed -i 's/^#*PermitRootLogin.*/PermitRootLogin prohibit-password/' /etc/ssh/sshd_config
systemctl restart ssh
```
### Kontrolle
```bash
timedatectl | grep "Time zone" # Europe/Berlin
ufw status # active, drei Regeln
```
Melde dich jetzt neu an, als `cockpit`:
```bash
ssh cockpit@cockpit.deine-domain.de
```
---
## Schritt 2 — Docker installieren
```bash
# Offizielles Paketverzeichnis von Docker eintragen
sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/debian/gpg \
| sudo gpg --dearmor -o /etc/apt/keyrings/docker.gpg
sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.gpg
echo "deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.gpg] \
https://download.docker.com/linux/debian $(. /etc/os-release && echo "$VERSION_CODENAME") stable" \
| sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
sudo apt update
sudo apt install -y docker-ce docker-ce-cli containerd.io \
docker-buildx-plugin docker-compose-plugin
# Ohne sudo arbeiten dürfen
sudo usermod -aG docker $USER
```
> Bei **Ubuntu** ersetzt du in den beiden URLs `debian` durch `ubuntu`.
Danach **abmelden und neu anmelden**, sonst greift es nicht.
**Melde dich ab und wieder an**, damit die Gruppenzugehörigkeit greift.
### Zeitzone
### Kontrolle
Die Behälter setzen `Europe/Berlin` selbst — der Host muss also nicht
umgestellt sein. Für die Logs und den cron-Eintrag aus Schritt 10 ist es
trotzdem angenehm:
```bash
docker --version # Docker version 27.x oder neuer
docker compose version # Docker Compose version v2.x
docker run --rm hello-world # "Hello from Docker!"
timedatectl | grep "Time zone"
# nicht Europe/Berlin? dann:
sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin
```
Kommt bei `docker run` ein *permission denied*, hast du das Ab- und
Anmelden vergessen.
### Domain
Du brauchst eine Adresse, unter der die Anwendung erreichbar sein soll,
zum Beispiel `cockpit.deine-domain.de`.
Der A-Record zeigt auf den **Proxy-Server**, nicht auf diesen hier — der
Proxy nimmt die Anfragen entgegen und reicht sie weiter. Setz ihn
**jetzt**, DNS-Änderungen brauchen manchmal eine Stunde.
```bash
dig +short cockpit.deine-domain.de # muss die IP des PROXY-Servers zeigen
```
### Und das Wichtigste
> Kläre den **Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO** mit deinem
> Hoster. Bei Hetzner im Kundenkonto unter *Verträge → AV-Vertrag*, bei
> anderen ähnlich. Ohne ihn ist der Betrieb formal rechtswidrig — und es
> dauert fünf Minuten.
>
> Dasselbe gilt für den Objektspeicher, falls du einen externen benutzt
> statt des mitgelieferten MinIO.
Halt außerdem etwas bereit, um Schlüssel zu notieren. Ein Passwortmanager
ist das Richtige — du erzeugst gleich Werte, die du nicht verlieren darfst.
---
## Schritt 3 — Anwendung holen
## Schritt 1 — Anwendung holen
```bash
sudo mkdir -p /opt/betreuungs-cockpit
@@ -186,8 +129,8 @@ git clone https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit.git \
cd /opt/betreuungs-cockpit
# Auf die letzte veröffentlichte Fassung wechseln, nicht auf den
# laufenden Entwicklungsstand
# Auf die letzte veröffentlichte Fassung wechseln,
# nicht auf den laufenden Entwicklungsstand
git checkout v1.0.0
```
@@ -200,37 +143,40 @@ git describe --tags # v1.0.0
---
## Schritt 4 — Schlüssel erzeugen
## Schritt 2 — Schlüssel erzeugen
Die Anwendung braucht vier Geheimnisse. Erzeuge sie **auf dem Server**,
Die Anwendung braucht sieben Geheimnisse. Erzeuge sie **auf dem Server**,
nicht auf dem eigenen Rechner:
```bash
docker run --rm node:22-alpine node -e "
const c = require('crypto');
const b = n => c.randomBytes(n).toString('base64');
const w = n => b(n).replace(/[+/=]/g,'x');
console.log('AUTH_SECRET=' + b(32));
console.log('ENC_KEY_V1=' + b(32));
console.log('INDEX_KEY=' + b(32));
console.log('POSTGRES_PASSWORD=' + b(24).replace(/[+/=]/g,'x'));
console.log('SICHERUNG_PASSWORT=' + b(24).replace(/[+/=]/g,'x'));
console.log('S3_ACCESS_KEY_ID=' + b(12).replace(/[+/=]/g,'x'));
console.log('S3_SECRET_ACCESS_KEY=' + b(24).replace(/[+/=]/g,'x'));
console.log('POSTGRES_PASSWORD=' + w(24));
console.log('SICHERUNG_PASSWORT=' + w(24));
console.log('S3_ACCESS_KEY_ID=' + w(12));
console.log('S3_SECRET_ACCESS_KEY=' + w(24));
"
```
Kopier die Ausgabe in einen Texteditor. Du brauchst sie gleich.
Kopier die Ausgabe in einen Texteditor. Du brauchst sie im nächsten
Schritt.
> **`ENC_KEY_V1` ist der wichtigste Wert der ganzen Installation.** Mit ihm
> sind Diagnosen, IBANs, Versicherungsnummern und alle Notizen
> verschlüsselt. Geht er verloren, sind diese Felder **unwiederbringlich**
> weg — auch aus jedem Backup. Es gibt keine Hintertür.
> verschlüsselt. Geht er verloren, sind diese Felder
> **unwiederbringlich** weg — auch aus jedem Backup. Es gibt keine
> Hintertür.
>
> Schritt 13 sagt dir, wohin damit. Verlier ihn bis dahin nicht.
> Schritt 11 sagt dir, wohin damit. Verlier ihn bis dahin nicht.
---
## Schritt 5 — Konfiguration ausfüllen
## Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen
```bash
cp .env.example .env
@@ -241,24 +187,24 @@ Diese Werte **musst** du setzen:
```bash
# --- Datenbank ---
POSTGRES_PASSWORD=<aus Schritt 4>
POSTGRES_PASSWORD=<aus Schritt 2>
# --- Anmeldung ---
AUTH_SECRET=<aus Schritt 4>
AUTH_SECRET=<aus Schritt 2>
AUTH_URL=https://cockpit.deine-domain.de # exakt deine Adresse, mit https
AUTH_TRUST_HOST=true
# --- Verschlüsselung ---
ENC_KEY_V1=<aus Schritt 4>
ENC_KEY_V1=<aus Schritt 2>
ENC_KEY_AKTIV=1
INDEX_KEY=<aus Schritt 4>
INDEX_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Objektspeicher ---
S3_ACCESS_KEY_ID=<aus Schritt 4>
S3_SECRET_ACCESS_KEY=<aus Schritt 4>
S3_ACCESS_KEY_ID=<aus Schritt 2>
S3_SECRET_ACCESS_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Sicherung ---
SICHERUNG_PASSWORT=<aus Schritt 4>
SICHERUNG_PASSWORT=<aus Schritt 2>
```
> **`AUTH_URL` muss exakt der Adresse entsprechen**, unter der du die
@@ -267,6 +213,16 @@ SICHERUNG_PASSWORT=<aus Schritt 4>
> Herkunft gesetzt: Die Anmeldung landet stumm wieder auf dem Formular,
> ohne Fehlermeldung. Das ist der Fehler, den man am längsten sucht.
**Läuft auf dem Server schon etwas auf Port 3000?** Dann weich aus:
```bash
APP_PORT=3010
```
Auf welcher Adresse die Anwendung horcht, legst du in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen) fest — dort steht
auch, warum `127.0.0.1` nicht reicht, wenn der Proxy woanders läuft.
Optional, aber empfohlen — Fristerinnerungen per E-Mail:
```bash
@@ -277,9 +233,8 @@ SMTP_PASSWORD=<dein Mailpasswort>
SMTP_FROM="Betreuungs-Cockpit <cockpit@deine-domain.de>"
```
Speichern mit `Strg+O`, `Enter`, `Strg+X`.
**Die Datei absichern** — sie enthält alle Schlüssel:
Speichern mit `Strg+O`, `Enter`, `Strg+X`. Dann die Datei absichern — sie
enthält alle Schlüssel:
```bash
chmod 600 .env
@@ -289,7 +244,7 @@ chmod 600 .env
```bash
# Sind alle Pflichtwerte gefüllt? Zeigt nur die Namen, nicht die Werte.
grep -E '^(POSTGRES_PASSWORD|AUTH_SECRET|AUTH_URL|ENC_KEY_V1|INDEX_KEY|S3_ACCESS_KEY_ID|S3_SECRET_ACCESS_KEY|SICHERUNG_PASSWORT)=' .env \
grep -E '^(POSTGRES_PASSWORD|AUTH_SECRET|AUTH_URL|ENC_KEY_V1|INDEX_KEY|S3_ACCESS_KEY_ID|S3_SECRET_ACCESS_KEY|SICHERUNG_PASSWORT)=.+' .env \
| sed 's/=.*/ = gesetzt/'
```
@@ -298,7 +253,7 @@ und sagt dir beim Start auch, welche.
---
## Schritt 6 — Starten
## Schritt 4 — Starten
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
@@ -309,9 +264,7 @@ BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) \
docker compose up -d --build
```
Der erste Bau dauert **fünf bis zehn Minuten** — Tesseract und die
deutschen Sprachdaten wollen heruntergeladen werden. Danach geht es
schnell.
Der erste Bau dauert **fünf bis zehn Minuten**. Danach geht es schnell.
### Kontrolle
@@ -319,7 +272,7 @@ schnell.
docker compose ps
```
Vier Dienste, alle `running`, die Datenbank `healthy`:
Vier Dienste, alle `running`, Datenbank und Anwendung `healthy`:
```
NAME STATUS
@@ -330,7 +283,7 @@ betreuungs-cockpit-sicherung-1 Up
```
```bash
# Antwortet die Anwendung?
# Antwortet die Anwendung? (Port anpassen, falls du APP_PORT gesetzt hast)
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.0.0","commit":"..."}
```
@@ -343,7 +296,7 @@ docker compose logs app --tail 50
---
## Schritt 7 — Datenbank vorbereiten
## Schritt 5 — Datenbank vorbereiten
Die **Migrationen laufen beim Start automatisch mit**. Zwei SQL-Skripte
kommen einmalig von Hand dazu — sie richten die Volltextsuche ein und
@@ -374,16 +327,17 @@ ERROR: Das Audit-Log ist unveraenderlich. UPDATE auf audit_log ist nicht zulaes
```
Kommt stattdessen `UPDATE 0`, ist das Skript nicht gelaufen. Führ es
erneut aus.
erneut aus — beide Skripte sind so gebaut, dass mehrfaches Ausführen
nichts kaputtmacht.
---
## Schritt 8 — Dateiablage einrichten
## Schritt 6 — Dateiablage einrichten
Der Objektspeicher braucht einen Ablagebereich für die Dokumente:
```bash
source .env
set -a && source .env && set +a
docker compose exec minio mc alias set lokal \
http://localhost:9000 "$S3_ACCESS_KEY_ID" "$S3_SECRET_ACCESS_KEY"
@@ -398,97 +352,245 @@ docker compose exec minio mc ls lokal
# [...] betreuungs-cockpit/
```
> Wenn du statt MinIO einen externen Objektspeicher in der EU benutzt
> (z. B. Hetzner Object Storage), lass den `minio`-Dienst in der
> `docker-compose.yml` weg und zeig mit `S3_ENDPOINT` dorthin. **Auch
> dafür brauchst du einen AV-Vertrag.**
> **Externer Objektspeicher statt MinIO?** Wenn du einen S3-Dienst in der
> EU benutzt (z. B. Hetzner Object Storage, Falkenstein), streich den
> `minio`-Dienst aus der `docker-compose.yml`, entfern ihn aus
> `depends_on` beim `app`-Dienst und zeig mit `S3_ENDPOINT` dorthin. Den
> Bucket legst du dann beim Anbieter an. **Auch dafür brauchst du einen
> AV-Vertrag.**
---
## Schritt 9 — Reverse Proxy und TLS
## Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen
Die Anwendung horcht bewusst nur auf `127.0.0.1:3000` und bringt **keinen
eigenen Proxy** mit. Von außen erreichbar wird sie über den Proxy auf dem
Server, der auch das Zertifikat besorgt.
Der Proxy steht auf einem **anderen Server**. Damit sind zwei Dinge zu
tun: die Anwendung für ihn erreichbar machen, und ihn richtig
konfigurieren.
### Wenn noch kein Proxy da ist: Caddy
### 7a — Erreichbar machen, aber nur für den Proxy
Caddy holt Let's-Encrypt-Zertifikate von selbst und erneuert sie:
Standardmäßig horcht die Anwendung auf `127.0.0.1` — von außen kommt dann
niemand heran, auch der Proxy nicht. Das musst du ändern.
> **Die Anwendung beendet kein TLS.** Zwischen Proxy und Anwendung läuft
> unverschlüsseltes HTTP. Dieser Weg darf niemals durchs offene Netz
> gehen. Es gibt drei Möglichkeiten, in dieser Reihenfolge:
**Erste Wahl: privates Netz.** Hetzner, netcup und die meisten anderen
bieten ein privates Netz zwischen deinen Servern an. Trag in die `.env`
die Adresse ein, die dieser Server dort hat:
```bash
sudo apt install -y debian-keyring debian-archive-keyring apt-transport-https
curl -1sLf 'https://dl.cloudsmith.io/public/caddy/stable/gpg.key' \
| sudo gpg --dearmor -o /usr/share/keyrings/caddy-stable-archive-keyring.gpg
curl -1sLf 'https://dl.cloudsmith.io/public/caddy/stable/debian.deb.txt' \
| sudo tee /etc/apt/sources.list.d/caddy-stable.list
sudo apt update && sudo apt install -y caddy
APP_BIND=10.0.0.5 # die private Adresse DIESES Servers
APP_PORT=3000
```
Dann `/etc/caddy/Caddyfile` ersetzen:
**Zweite Wahl: WireGuard.** Gibt es kein privates Netz, bau einen Tunnel
zwischen beiden Servern und trag die Tunneladresse ein:
```bash
sudo tee /etc/caddy/Caddyfile > /dev/null <<'ENDE'
APP_BIND=10.8.0.2
```
**Notlösung: öffentliche Adresse plus Firewall.** Nur, wenn beides nicht
geht — und dann zwingend mit einer Regel, die ausschließlich die IP des
Proxy-Servers durchlässt:
```bash
# in der .env
APP_BIND=0.0.0.0
# und auf DIESEM Server, vor dem Neustart:
sudo ufw allow from <IP-des-Proxy-Servers> to any port 3000 proto tcp
sudo ufw deny 3000/tcp
```
Prüf danach von einem dritten Rechner aus, dass der Port wirklich zu ist.
Vergiss die Regel, und deine Anwendung steht unverschlüsselt im Netz.
Nach der Änderung:
```bash
docker compose up -d
docker compose ps # unter PORTS muss die neue Adresse stehen
```
### 7b — Was auf dem Proxy-Server hinterlegt wird
Das ist der Teil, den du auf dem **anderen** Server einträgst. Ersetz
`10.0.0.5` durch die Adresse aus 7a.
#### Caddy
```caddyfile
cockpit.deine-domain.de {
encode zstd gzip
reverse_proxy 127.0.0.1:3000
# Fotos von Behördenschreiben können groß sein
reverse_proxy 10.0.0.5:3000 {
# Berichte und der Vollexport brauchen Zeit. Ohne diese Werte
# bricht der Proxy mitten im Erzeugen ab.
transport http {
read_timeout 10m
write_timeout 10m
}
# Der Vollexport kommt als Strom - nicht puffern, sonst wartet der
# Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt.
flush_interval -1
}
# Ein Handyfoto eines mehrseitigen Bescheids ist schnell 10 MB.
request_body {
max_size 30MB
}
}
ENDE
sudo systemctl reload caddy
```
### Wenn schon nginx läuft
Caddy setzt `Host`, `X-Forwarded-For` und `X-Forwarded-Proto` von selbst
richtig — dafür musst du nichts tun.
#### nginx
```nginx
server {
listen 443 ssl http2;
listen 443 ssl;
http2 on;
server_name cockpit.deine-domain.de;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/privkey.pem;
# Uploads von Behördenschreiben
client_max_body_size 30M;
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:3000;
proxy_pass http://10.0.0.5:3000;
proxy_http_version 1.1;
# Ohne diese vier Zeilen funktioniert die Anwendung nicht richtig,
# siehe Tabelle unter 7c.
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header Upgrade $http_upgrade;
proxy_set_header Connection "upgrade";
# PDF-Erzeugung und Vollexport dauern länger als die üblichen 60 s.
proxy_connect_timeout 30s;
proxy_send_timeout 600s;
proxy_read_timeout 600s;
# Der Vollexport kommt als Strom. Ohne diese beiden Zeilen sammelt
# nginx erst alles ein, und der Browser sieht minutenlang nichts.
proxy_buffering off;
proxy_request_buffering off;
}
}
# Alles Unverschlüsselte umleiten
server {
listen 80;
server_name cockpit.deine-domain.de;
return 301 https://$host$request_uri;
}
```
Das Zertifikat holst du mit `sudo certbot --nginx -d cockpit.deine-domain.de`.
Aktivieren:
> Der Proxy **muss** `X-Forwarded-For` weiterreichen. Die Anwendung
> braucht die echte Adresse für die Login-Sperre und für das Audit-Log
> (dort nur als Hash). Ohne den Kopf zählt sie alle Zugriffe als denselben
> Anschluss.
```bash
sudo ln -s /etc/nginx/sites-available/cockpit /etc/nginx/sites-enabled/
sudo certbot --nginx -d cockpit.deine-domain.de
sudo nginx -t && sudo systemctl reload nginx
```
#### Traefik
Weil die Anwendung auf einem anderen Server läuft, geht es **nicht** über
Docker-Labels, sondern über eine dynamische Konfigurationsdatei:
```yaml
http:
routers:
cockpit:
rule: "Host(`cockpit.deine-domain.de`)"
service: cockpit
entryPoints: [websecure]
tls:
certResolver: letsencrypt
services:
cockpit:
loadBalancer:
servers:
- url: "http://10.0.0.5:3000"
# Vollexport als Strom ausliefern, nicht sammeln
responseForwarding:
flushInterval: -1
```
Dazu in der statischen Konfiguration großzügige Zeitgrenzen:
```yaml
entryPoints:
websecure:
address: ":443"
transport:
respondingTimeouts:
readTimeout: 600s
writeTimeout: 600s
idleTimeout: 180s
```
### 7c — Was der Proxy leisten muss, und warum
| Anforderung | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| **TLS beenden** | Der Browser lehnt Cookies mit `Secure`-Kennzeichen ab — die Anmeldung schlägt stumm fehl |
| **`Host` durchreichen** | Auth.js vergleicht den Host mit `AUTH_URL` und weist die Anmeldung ab |
| **`X-Forwarded-Proto: https`** | Die Anwendung baut Adressen mit `http` und setzt Cookies ohne `Secure` |
| **`X-Forwarded-For`** | Die Login-Sperre zählt alle Zugriffe als denselben Anschluss: Fünf Fehlversuche irgendwo sperren alle. Im Audit-Log fehlt die Herkunft |
| **Mindestens 30 MB Uploads** | Fotos mehrseitiger Bescheide werden abgeschnitten |
| **Zeitgrenze 10 Minuten** | Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brechen mitten im Erzeugen ab |
| **Antwort nicht puffern** | Der Vollexport kommt als Strom. Puffert der Proxy, wartet der Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt — bei großen Beständen läuft er dabei in die Zeitgrenze |
**Keine eigenen Sicherheitskopfzeilen setzen.** CSP, `X-Frame-Options`,
`nosniff` und HSTS kommen aus der Anwendung. Besonders die CSP darf der
Proxy nicht überschreiben: Sie enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu
ist. Eine feste CSP aus dem Proxy blockiert die eigenen Skripte — die
Seite lädt dann zwar, lässt sich aber nicht bedienen.
### Kontrolle
Von deinem eigenen Rechner aus:
Erst **vom Proxy-Server aus** — kommt er überhaupt an?
```bash
curl -sI https://cockpit.deine-domain.de/anmelden | head -5
curl -s http://10.0.0.5:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.0.0",...}
```
Erwartet: `HTTP/2 200`, dazu die Kopfzeilen
`content-security-policy`, `x-frame-options: DENY` und
Kommt hier nichts, liegt es an 7a: falsche `APP_BIND`, Firewall, oder der
Behälter wurde nach der Änderung nicht neu gestartet.
Dann **von deinem eigenen Rechner aus**:
```bash
curl -sI https://cockpit.deine-domain.de/anmelden | head -8
```
Erwartet: `HTTP/2 200` und die Kopfzeilen `content-security-policy`,
`x-frame-options: DENY`, `x-content-type-options: nosniff`,
`strict-transport-security`.
---
Und die Gegenprobe — der Port darf von außen **nicht** offen sein:
## Schritt 10 — Ersteinrichtung im Browser
```bash
curl -s --max-time 5 http://<oeffentliche-IP-des-App-Servers>:3000/api/gesundheit
# muss in eine Zeitüberschreitung laufen oder abgewiesen werden
```
Antwortet er, ist deine Firewallregel falsch. Das ist kein
Schönheitsfehler: Über diesen Weg käme man unverschlüsselt an
Gesundheitsdaten.
## Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser
Ruf `https://cockpit.deine-domain.de` auf. Ein Assistent führt dich durch
drei Schritte: Zugang anlegen, zweiten Faktor einrichten, betreute Person
@@ -498,9 +600,10 @@ Die Einzelheiten stehen in der [Bedienungsanleitung](ANLEITUNG.md),
Abschnitt *Der erste Tag*. Drei Dinge sind hier wichtig:
1. **Die Seite `/ersteinrichtung` sperrt sich selbst**, sobald ein Zugang
existiert. Niemand kann sich danach einen zweiten Administrator anlegen.
2. **Die Wiederherstellungscodes werden genau einmal angezeigt.** Druck sie
aus, bevor du weiterklickst.
existiert. Niemand kann sich danach von außen einen zweiten
Administrator anlegen.
2. **Die Wiederherstellungscodes werden genau einmal angezeigt.** Druck
sie aus, bevor du weiterklickst.
3. **Das Bestellungsdatum** muss stimmen — daraus entstehen alle
gesetzlichen Fristen.
@@ -515,7 +618,7 @@ Zum Schluss: **Fristen → Pflichtfristen ableiten**.
---
## Schritt 11 — Sicherung prüfen
## Schritt 9 — Sicherung prüfen
Die tägliche Sicherung läuft ab jetzt um **03:15 Uhr**. Warte nicht bis
morgen — stoß sie einmal von Hand an:
@@ -546,7 +649,7 @@ gleich aus, solange nichts drinsteht, was weh tut:
# Testdatenbank neben der echten anlegen
docker compose exec db createdb -U cockpit probe
# Zurückspielen
# Zurückspielen (Dateinamen anpassen)
docker compose exec -e PGDATABASE=probe -e SICHERUNG_OHNE_RUECKFRAGE=ja \
sicherung /bin/sh /wiederherstellung.sh /backups/cockpit_<datum>.dump.enc
@@ -577,14 +680,13 @@ ls -lh backups/
---
## Schritt 12 — Wartungslauf einrichten
## Schritt 10 — Wartungslauf einrichten
Einmal täglich: Fristerinnerungen verschicken, Papierkorb leeren, alte
Anmeldeversuche entfernen.
```bash
# Schlüssel für den Endpunkt ausrechnen
source .env
docker compose exec app node -e "
console.log(require('crypto').createHmac('sha256', process.env.AUTH_SECRET)
.update('wartung').digest('base64url'))
@@ -616,7 +718,7 @@ wer die Adresse errät, soll nicht einmal erfahren, dass es sie gibt.
---
## Schritt 13 — Schlüssel in Sicherheit bringen
## Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen
Der letzte Schritt, und der wichtigste.
@@ -670,8 +772,7 @@ docker compose up -d --build
```
Die Migrationen laufen beim Start mit. **Sagt der Changelog, dass sich ein
SQL-Skript geändert hat, führ die beiden Befehle aus Schritt 7 erneut aus** —
sie sind so gebaut, dass mehrfaches Ausführen nichts kaputtmacht.
SQL-Skript geändert hat, führ die beiden Befehle aus Schritt 5 erneut aus.**
### Kontrolle
@@ -700,7 +801,16 @@ Fehlt eine Umgebungsvariable, sagt die Anwendung beim Start, welche.
### „Umgebungsvariable ENC_KEY_V1 fehlt"
Die `.env` liegt nicht neben der `docker-compose.yml`, oder die Zeile ist
leer. Prüf mit dem Befehl aus Schritt 5.
leer. Prüf mit dem Befehl aus Schritt 3.
### Port 3000 ist schon belegt
```bash
sudo ss -tlnp | grep 3000
```
Setz `APP_PORT=3010` in der `.env`, dann `docker compose up -d`, und zeig
mit dem Proxy auf den neuen Port.
### Die Anmeldung landet wieder auf dem Formular, ohne Fehlermeldung
@@ -729,6 +839,7 @@ richtig geht:
```bash
timedatectl
docker compose exec app date
```
### Die Texterkennung findet nichts
@@ -746,15 +857,21 @@ Fehlt sie, ist das Abbild nicht vollständig gebaut:
Der Proxy schneidet ab. Bei Caddy `request_body max_size`, bei nginx
`client_max_body_size` — beide auf mindestens 30 MB.
### Die Datenbank ist voll
### Die Seite lädt, aber ohne Gestaltung, und nichts lässt sich anklicken
Dein Proxy überschreibt die Content-Security-Policy der Anwendung. Sie
enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu ist — eine feste CSP aus dem Proxy
blockiert dann die eigenen Skripte. Nimm die Kopfzeile aus dem Proxy
heraus.
### Der Speicherplatz wird knapp
```bash
df -h
docker system prune -a --volumes # ACHTUNG: entfernt ungenutzte Volumes
docker system prune -a # entfernt ungenutzte Abbilder
```
Vorher prüfen, was da ist. `docker system prune` ohne `--volumes` ist der
sichere Anfang.
**Ohne `--volumes`**, sonst löschst du die Datenbank.
### Ganz von vorn
@@ -774,15 +891,15 @@ Hak das durch, bevor du echte Daten einträgst:
- [ ] AV-Vertrag mit dem Hoster abgeschlossen
- [ ] AV-Vertrag für den Objektspeicher abgeschlossen (falls extern)
- [ ] Server steht in Deutschland oder mindestens in der EU
- [ ] Zeitzone auf `Europe/Berlin`
- [ ] Firewall aktiv, nur 22, 80 und 443 offen
- [ ] SSH-Anmeldung nur mit Schlüssel
- [ ] `https://` funktioniert, Zertifikat gültig
- [ ] `.env` hat Rechte `600`
- [ ] Alle vier Dienste laufen, Datenbank `healthy`
- [ ] Alle vier Dienste laufen, Datenbank und Anwendung `healthy`
- [ ] `/api/gesundheit` antwortet mit der erwarteten Version
- [ ] **Audit-Schutz greift** — `UPDATE audit_log` endet mit Fehler
- [ ] Bucket im Objektspeicher angelegt
- [ ] `https://` funktioniert, Zertifikat gültig
- [ ] Sicherheitskopfzeilen kommen durch den Proxy an
- [ ] **Der Anwendungsport ist von außen nicht erreichbar** (Gegenprobe aus Schritt 7)
- [ ] Der Weg Proxy → Anwendung läuft über ein privates Netz oder einen Tunnel
- [ ] Zweiter Faktor eingerichtet
- [ ] **Wiederherstellungscodes ausgedruckt** und weggelegt
- [ ] Bestellungsdatum eingetragen, Pflichtfristen abgeleitet