Commit Graph
4 Commits
Author SHA1 Message Date
Florian Wilde 4d826ef55f Dokumente mitsichern - eine Akte ohne ihre Dateien ist wertlos
Der Sicherungsdienst machte taeglich ein pg_dump und sonst nichts. Nach
einem Plattenschaden waere die Akte vollstaendig wiederhergestellt worden
- mit allen Eintraegen, Verweisen und Pruefsummen, aber ohne eine einzige
Datei dahinter. Die Pruefsumme in der Akte haette dann ein Dokument
belegt, das es nicht mehr gibt. Gegenueber dem Betreuungsgericht ist das
der schlechteste denkbare Zustand.

Je Lauf entstehen jetzt zwei verschluesselte Dateien mit demselben
Zeitstempel: der Datenbankstand und ein Archiv des Ablageverzeichnisses.
Beide mit Pruefsumme, beide in der Aufbewahrung, beide im Monatsstand,
beide in der Selbstpruefung.

Schlaegt der Dokumententeil fehl, bricht der Lauf ab und raeumt den
angefangenen Datenbankstand wieder weg. Eine Sicherung, die nur die halbe
Wahrheit enthaelt, aber vollstaendig aussieht, ist schlimmer als gar
keine: Man verlaesst sich darauf und merkt es erst im Ernstfall.

## Abweichung von der urspruenglichen Idee

Im Issue stand "mc mirror statt rohem Verzeichnis". Beim Umsetzen zeigte
sich, dass der MinIO-Client in diesem Behaelter fehlt und bei jedem Lauf
aus dem Netz geholt werden muesste. Eine Internetabhaengigkeit im
Sicherungspfad ist genau das, was man dort nicht will.

Stattdessen wird das Verzeichnis direkt eingepackt. Das ist vertretbar,
weil MinIO ein Objekt erst vollstaendig unter .minio.sys/tmp schreibt und
dann an seinen Platz umbenennt: Ein laufender Upload liegt nie halbfertig
im Archiv, er fehlt hoechstens. Derselbe Weg deckt den Dateitreiber mit
ab.

## Nur lesend

Der Sicherungsdienst bekommt das Ablageverzeichnis mit ":ro" eingehaengt.
Er laeuft unbeaufsichtigt per cron; ein Fehler im Skript oder ein
kompromittierter Behaelter wuerde sonst Sicherung und Bestand auf einmal
treffen - genau der Fall, gegen den eine Sicherung da ist.

Deshalb schreibt die Wiederherstellung die Dateien auch nicht selbst an
ihren Platz, sondern packt sie nach ./backups aus und gibt den letzten
Handgriff als Einzeiler aus. In ein laufendes MinIO hineinzuschreiben
wuerde dessen Datenbestand ohnehin beschaedigen.

## Geprueft

Die Kernlogik einmal von Hand durchgespielt: packen, verschluesseln,
Selbstpruefung, zurueckholen - der Inhalt kam bitgleich zurueck, der
Klartext war im Archiv nicht auffindbar, und die Selbstpruefung schlug
sowohl bei einem beschaedigten Archiv als auch bei falschem Passwort an.

Dazu elf Pruefungen in tests/skripte.test.ts gegen vier Mutationen:
Dokumententeil entfernt, Abbruch entfernt, Aufraeumen halbiert,
Schreibrecht erteilt - jede wird rot.

Refs #41
2026-09-01 16:03:26 +02:00
Florian Wilde 107406e3c0 Update brach ohne Meldung ab
Beim Sprung von 1.5.0 auf 1.10.1 endete scripts/update.sh mitten in der
Ausgabe. Kein Fehler, keine Zeile, einfach zurueck zur
Eingabeaufforderung.

Ursache war eine abgeschnittene Leitung:

  git log --oneline "HEAD..$ZIEL" | head -15 | sed ...

head schliesst die Leitung nach 15 Zeilen, git log schreibt weiter und
bekommt SIGPIPE (141). Mit "set -o pipefail" gilt die ganze Kette als
gescheitert, "set -e" beendet das Skript - stumm.

Zeitabhaengig, deshalb monatelang unauffaellig: Solange git log fertig
wurde, bevor head zumachte, ging es gut. Die Schwelle liegt exakt bei
15 Commits, und v1.5.0..v1.10.0 waren die ersten 16.

Behoben, indem der Erzeuger selbst begrenzt (git log -15) statt die
Leitung zu kappen. Dieselbe Behandlung fuer die beiden Tag-Listen.

Dieselbe Falle steckte in der Selbstpruefung von sicherung.sh:

  openssl enc -d ... | head -c 5 | grep -q "PGDMP"

Beide Leser schliessen frueh. Bei kleiner Datenbank steht alles im
Puffer und es faellt nicht auf; mit wachsender Datenbank kippt es - und
dann meldet das Skript eine INTAKTE Sicherung als kaputt und verweigert
das Update. Jetzt liest dd eine feste Menge und endet regulaer.

Damit so etwas nicht wieder stumm passiert:
- Eine ERR-Falle nennt Zeilennummer und Exitcode und erklaert bei 141,
  dass es SIGPIPE ist und ein Fehler im Skript, nicht beim Benutzer.
- Ein Test verbietet "| head" in Skripten mit pipefail und nennt die
  Zeile. Gegenprobe gemacht: Er schlaegt an.
- Bei mehr als 15 Commits steht "... und N weitere" darunter, statt sie
  wortlos wegzulassen.

Nachgestellt: der Ablauf von 1.5.0 auf 1.10.1 laeuft durch.
2026-08-24 00:36:08 +02:00
Florian Wilde 38f4d8d91f fix: Skripte lagen ohne Ausfuehrungsrecht im Repository
Die Anleitung sagt "./scripts/update.sh" - auf Linux kam dort
"Permission denied". Die drei .sh-Dateien lagen mit Modus 644 statt 755
im Index.

Ursache ist der Entwicklungsrechner: Unter Windows steht
core.filemode=false, git nimmt ein fehlendes Ausfuehrungsrecht dort gar
nicht wahr. Gemeldet hat es der Betrieb, nicht der Bau.

Wer von 1.1.0 oder aelter kommt, braucht einmalig "bash
scripts/update.sh" - das alte Skript ist ja noch das nicht ausfuehrbare.
Steht jetzt in README und Installationsanleitung.

Zusaetzlich setzt update.sh nach dem Umschalten selbst ein chmod +x auf
scripts/*.sh. Das faengt den Fall ab, dass jemand Dateien von Hand
kopiert und das Recht dabei verliert - genau so kam man bisher an dieses
Skript, bevor es in der laufenden Fassung existierte.

Neu: tests/skripte.test.ts prueft nicht Verhalten, sondern Verpackung -
Ausfuehrungsrecht im Index, Shebang, scripts/ im Docker-Abbild, die
Sicherungsskripte in der Compose-Datei. Es ist der zweite Fehler dieser
Art (vorher fehlte scripts/ ganz im Abbild, 1.0.1); beide Male war der
Code richtig und kein Test sah hin, wie die Dateien beim Server
ankommen. Gegenprobe gemacht: mit zurueckgesetztem Recht schlaegt er
fehl und nennt die Datei.

Nebenbei aufgefallen: scripts/version.mjs datierte in UTC. Diese Fassung
waere um 00:08 deutscher Zeit auf den Vortag datiert worden. Rechnet
jetzt in Europe/Berlin.
2026-08-23 00:13:05 +02:00
Florian Wilde 3833a9dd8f docs: README, Datenschutztexte, Dockerfile und Sicherungsskripte
Damit ist Etappe 1 abgeschlossen und betriebsfertig dokumentiert.

README mit beiden Betriebswegen. Docker Compose auf eigenem Server ist
der Hauptweg; Vercel und Neon sind vollstaendig beschrieben, aber mit
einer klaren Begruendung, warum ich davon abrate: beide Anbieter sind
US-Unternehmen und unterliegen auch bei EU-Region potenziell dem
CLOUD-Act. Bei Gesundheitsdaten einer nicht entscheidungsfaehigen Person
ist das eine Abwaegung, die man bewusst treffen muss.

Reverse-Proxy-Beispiele fuer Caddy, nginx und Traefik - der Proxy selbst
ist nicht Teil des Compose-Setups, weil er auf dem Zielserver schon
steht. Die Datenbank hat keine Portfreigabe.

Sicherung: pg_dump schreibt direkt in die Verschluesselung, der Klartext
landet nie auf der Platte. Danach eine Selbstpruefung - laesst sich die
Datei nicht wieder entschluesseln, endet der Lauf mit Fehler statt mit
einem stillen Scheinerfolg. Der jeweils erste Stand eines Monats bleibt
dauerhaft stehen.

Die README sagt ausdruecklich, was das Backup NICHT enthaelt: den
Schluessel ENC_KEY_V1 und die Dateien im Objektspeicher. Dazu eine
Anleitung, die Wiederherstellung einmal im Jahr zu ueben - mit dem
letzten Schritt, in der Anwendung nachzusehen, ob die Diagnosen im
Klartext erscheinen. Erst dann stimmt nicht nur die Datenbank, sondern
auch der Schluessel.

Verarbeitungsverzeichnis und Datenschutzhinweise als ausfuellbare
Textbausteine. Die Hinweise sind in einfacher Sprache geschrieben - sie
sollen der betreuten Person vorgelesen werden koennen. Die Seite
/datenschutz liest denselben Text aus docs/, damit es nicht zwei
Fassungen gibt, die auseinanderlaufen.

Dockerfile in drei Stufen mit Tesseract, deutschen Sprachdaten und
poppler-utils. Zeitzone Europe/Berlin ist gesetzt - ohne sie rechnet der
Server in UTC und verschiebt Fristen um einen Tag.

Etappe: 1
Phase: Fundament
2026-08-22 02:35:08 +02:00