Etappe 8, erster Teil.
Erinnerungsmails sind bewusst eine Zugabe: Ist kein SMTP konfiguriert,
wird nichts gesendet und nichts geworfen. Die Fristen stehen ohnehin im
Dashboard und im abonnierten Kalender - eine ausgefallene Mail darf
nicht dazu fuehren, dass der Wartungslauf abbricht und danach auch das
Aufraeumen liegen bleibt.
In der Mail steht, DASS etwas faellig ist und wo man nachsieht - nicht,
worum es geht. Kein Name der betreuten Person, keine Inhalte. E-Mail ist
unterwegs unverschluesselt und landet auf fremden Servern.
Je Frist geht hoechstens eine Mail pro Vorwarnstufe raus. Taeglich waere
nach einer Woche Rauschen, das man wegklickt - und genau dann verpasst
man die eine, auf die es ankam.
Der Wartungslauf faengt jeden Schritt einzeln ab: Papierkorb leeren,
Anmeldeversuche und altes Audit-Log aufraeumen laufen auch dann, wenn
der SMTP-Server nicht antwortet. Angestossen wird er ueber
/api/wartung mit einem HMAC aus AUTH_SECRET - ohne gueltigen Schluessel
antwortet die Route mit 404 statt 401.
Ein echter Fund aus den Tests: Auth.js reicht den Fehlercode aus
authorize() nicht an die Server Action zurueck. Bei gesperrtem Zugang
sah man deshalb nur die allgemeine Meldung "stimmen nicht" und haette
ratlos weiterprobiert, obwohl die Sperre bereits lief. Die Sperre wird
jetzt zusaetzlich in der Server Action geprueft und benannt; die Pruefung
in authorize() bleibt als eigentliche Sperre bestehen.
Sechs Playwright-Tests der Anmeldung, darunter zwei, die
Sicherheitszusagen nachweisen: dass zwei Fehlversuche mit
unterschiedlicher Ursache dieselbe Meldung liefern (sonst liesse sich
ablesen, welche Adressen existieren), und dass die Anmeldeseite keine
einzige Anfrage an einen fremden Host stellt.
Etappe: 8
Phase: Haertung
Damit ist Etappe 1 fachlich vollstaendig.
Ersteinrichtung in drei Schritten, bewusst ausserhalb des
Anwendungsrahmens: der setzt Benutzer, zweiten Faktor UND eine betreute
Person voraus - beim allerersten Start gibt es nichts davon. Die Aktion
fuer den ersten Zugang sperrt sich selbst, sobald ein Benutzer existiert.
Zweiter Faktor: Das Geheimnis wird zuerst nur abgelegt, ohne
totpAktiviertAm. Erst ein echter Code aus der App schaltet ihn scharf.
Wer sich beim Abtippen vertut oder die falsche App nimmt, wuerde sich
sonst dauerhaft aussperren. Erst danach gibt es die
Wiederherstellungscodes - einmal angezeigt, danach nur noch als Hash.
Betreuungsjahr (src/lib/stammdaten/betreuungsjahr.ts): laeuft ab dem Tag
der Bestellung, nicht ab dem Kalenderjahr. Schrittweise vorwaerts
gerechnet statt ueber eine Differenz, damit Schaltjahre und der
29. Februar von selbst stimmen. Daran haengen Jahresbericht,
Rechnungslegung und die Ausschlussfrist der Aufwandspauschale.
Aendert sich das Bestellungsdatum, werden die Pflichtfristen neu
abgeleitet - ueber einen dynamischen Import, damit die Stammdaten auch
dann speicherbar bleiben, wenn das Fristenmodul fehlt.
Protokollansicht zeigt je Eintrag die geaenderten Felder als alt -> neu.
Die Aenderungen liegen verschluesselt, weil dort Diagnosen und
Kontostaende stehen koennen.
Seed legt bewusst keine echten Personendaten an, nur den ersten Zugang.
Mit SEED_DEMO=true kommt ein vollstaendiger Beispielfall dazu - Erika
Musterfrau, COPD GOLD III, Pflegegrad 3, Heimeinzug Januar 2026,
leerstehendes Haus, zwei Versicherungen, laufender Antrag beim Bezirk
mit acht Nachforderungen. Nur ausserhalb der Produktion.
Docker Compose ohne Reverse Proxy - der ist auf dem Zielserver
vorhanden. Die Datenbank hat keine Portfreigabe und ist nur ueber das
interne Netz erreichbar; die Anwendung horcht auf 127.0.0.1.
Etappe: 1
Phase: Fundament
Die Sicherheitsschicht, auf der alles Weitere aufsetzt.
Feldverschluesselung (AES-256-GCM):
- Umschlagformat bc1.<version>.<iv>.<tag>.<ct>. Die Schluesselversion
erlaubt Rotation, ohne alte Daten unlesbar zu machen.
- Der Feldname wird als AAD mitauthentifiziert. Ein Geheimtext laesst
sich damit nicht von diagnosen nach notizen umhaengen.
- Leere Werte werden zu NULL statt zu einem Umschlag - sonst verriete
die Datenbank, dass ueberhaupt etwas eingetragen war.
- VERSCHLUESSELTE_FELDER ist der einzige Ort, an dem steht, was
verschluesselt gehoert. sealen()/oeffnen() arbeiten darauf.
Argon2id nach OWASP-Empfehlung (19 MiB, t=2, p=1), mit hashVeraltet()
fuer spaetere Parametererhoehung ohne Migration.
Blindindex per HMAC-SHA256 mit eigenem Schluessel: erlaubt die Frage
"kenne ich diese IBAN schon?", ohne sie im Klartext zu halten.
Derselbe Mechanismus pseudonymisiert IP-Adressen fuers Audit-Log.
TOTP mit otpauth, QR-Code serverseitig als Data-URI - kein externer
QR-Dienst, kein CDN. Wiederherstellungscodes aus einem Alphabet ohne
0/O und 1/I, einzeln Argon2id-gehasht, Pruefung ohne fruehen Abbruch.
37 Tests decken Rundlauf, Manipulation, Feldbindung, Rotation,
Salzung und Normalisierung ab.
Etappe: 1
Phase: Fundament
Alle Fachentitaeten der Betreuung in einem Schema - bewusst komplett,
damit spaetere Etappen keine Migration am Fundament brauchen.
Kernentscheidungen:
- Geldbetraege durchgaengig als BigInt in Cent. Eine Rechnungslegung nach
§ 1865 BGB darf keine Rundungsfehler erben.
- Felder mit Suffix Verschluesselt tragen einen AES-256-GCM-Umschlag.
Wo trotzdem gesucht werden muss (IBAN), steht ein HMAC-Blindindex daneben.
- Fristen und Stichtage sind @db.Date, nicht DateTime - sonst verschiebt
die Zeitzone eine Frist um einen Tag.
- Frist.systemSchluessel macht die aus dem Bestellungsdatum abgeleiteten
Pflichtfristen idempotent.
- Genehmigung.beschlussDokumentId ist die technische Voraussetzung dafuer,
dass ein Vorgang ohne Beschluss nicht auf VOLLZOGEN gesetzt werden kann.
- DokumentVerknuepfung mit echten Fremdschluesseln statt loser Typ/ID-
Spalte: eine Akte muss referenzsicher sein.
- Wertstand und Saldostand sind Historien - Werte werden nie ueberschrieben.
Dazu zwei SQL-Skripte, die Prisma nicht abbilden kann:
- volltextsuche.sql: tsvector-Trigger (deutsch) mit Gewichtung A/B/C,
plus Trigram-Indizes fuer unscharfe Absendersuche.
- audit-schutz.sql: Trigger, die UPDATE und DELETE auf audit_log
verweigern. Das Log ist Nachweis gegenueber Gericht und Miterben,
also nur anhaengend - auch gegen psql.
Etappe: 1
Phase: Fundament
Grundgeruest der Anwendung: Next.js 15 (App Router), TypeScript im
strict-Modus, Tailwind mit shadcn/ui-Farbtokens.
Bewusste Festlegungen:
- Nur Systemschriften, keine externen Fonts, kein CDN.
- Grundschrift eine Stufe groesser, Fokusring immer sichtbar,
Touchziele mindestens 44px.
- Ampelfarben fuer Fristen als eigene Design-Tokens.
- Betraege werden als Cent-Ganzzahl gefuehrt, damit die Rechnungslegung
keine Rundungsfehler erbt.
- .env.example dokumentiert alle Geheimnisse; npm run schluessel erzeugt sie.
Etappe: 1
Phase: Fundament