Etappe 3. Dazu die geteilte Infrastruktur, auf der die Berichte der
folgenden Etappen aufsetzen: Speichertreiber und PDF-Grundgeruest.
Dateiablage hinter einer Schnittstelle, zwei Treiber - lokales
Verzeichnis fuer die Entwicklung, S3-kompatibel fuer den Betrieb. Der
Schluessel wird erzeugt, nie aus dem Dateinamen abgeleitet; ein
Pfadausbruch ueber den Namen ist damit ausgeschlossen.
Der Dateityp wird ausschliesslich an den Magic Bytes geprueft, und ein
PDF muss bei Offset 0 stehen - damit fallen auch Polyglot-Dateien durch,
die gleichzeitig gueltiges PDF und gueltiges HTML sind. Ausgeliefert
wird nur ueber kurzlebige signierte URLs, immer als Anhang und mit
nosniff. Die Route prueft Signatur, Anmeldung UND Zugriff auf die
betreuteId aus dem Schluessel; jeder Abruf steht im Audit-Log.
Beim Dateitreiber liegt die Datei zusaetzlich AES-256-GCM-verschluesselt.
Beim S3-Treiber geht das nicht, weil signierte URLs am Server vorbei
ausgeliefert werden - das ist in der Datei dokumentiert, nicht
stillschweigend anders gemacht.
@react-pdf/renderer konnte in diesem Abhaengigkeitsbaum keinen einzigen
Buchstaben setzen: die Unterabhaengigkeiten sind weitergewandert und
liefern fuer Standardschriften kein Schriftobjekt mehr.
src/lib/pdf/standardschrift.ts baut es aus den Metriken, die pdfkit
ohnehin mitbringt - kein neues Paket, kein Netz - und haengt sich nur
ein, wenn die Aufloesung tatsaechlich kaputt ist.
Fristerkennung im OCR-Text ("innerhalb von vier Wochen", "binnen eines
Monats") wird immer nur VORGESCHLAGEN, nie automatisch angelegt. Die
Textstelle steht daneben, damit man nachprueft, bevor man uebernimmt.
Gerechnet wird auf lokaler Mittagszeit: in UTC verschoebe die Sommerzeit
"vier Wochen ab 12.03." um einen Tag.
57 Tests.
Etappe: 3
Phase: Papier
8.0 KiB
Schema-Wünsche aus Etappe 3 „Papier“
Gesammelt beim Bau der Dokumentenakte. prisma/schema.prisma wurde
absprachegemäß nicht angefasst; alles hier ist umgangen worden und
funktioniert, wäre aber sauberer, wenn es im Modell stünde.
Reihenfolge: was am meisten weh tut, steht oben.
1. DokumentVerknuepfung: genau eine Zielspalte — nur in der Anwendung erzwungen
Stand: Zwölf nullbare Fremdschlüsselspalten. Der Kommentar im Schema sagt
„Die Anwendung stellt sicher, dass genau eine Ziel-Spalte gesetzt ist“ — genau
so ist es umgesetzt (ZIEL_SPALTE in src/lib/validierung/dokumente.ts,
Prüfung in dokumentVerknuepfen).
Wunsch: Ein CHECK-Constraint in der Datenbank, damit auch ein Skript, ein Seed oder ein späterer Import das nicht verletzen kann:
ALTER TABLE dokument_verknuepfung ADD CONSTRAINT genau_ein_ziel CHECK (
(("vorgangId" IS NOT NULL)::int + ("fristId" IS NOT NULL)::int
+ ("buchungId" IS NOT NULL)::int + ("vermoegenspostenId" IS NOT NULL)::int
+ ("immobilieId" IS NOT NULL)::int + ("vertragId" IS NOT NULL)::int
+ ("kontaktprotokollId" IS NOT NULL)::int + ("gesundheitsereignisId" IS NOT NULL)::int
+ ("genehmigungId" IS NOT NULL)::int + ("nachforderungId" IS NOT NULL)::int
+ ("bescheidId" IS NOT NULL)::int + ("kontaktId" IS NOT NULL)::int) = 1
);
Ließe sich als eigenes SQL-Skript neben volltextsuche.sql legen, ohne das
Prisma-Schema zu ändern. Warum wichtig: Eine Akte, in der eine Verknüpfung
auf zwei Dinge gleichzeitig zeigt, ist gegenüber dem Gericht nicht mehr
erklärbar.
Zusätzlich: Es fehlt eine Eindeutigkeit je Paar. Doppelte Verknüpfungen
werden derzeit vor dem Anlegen abgefragt (findFirst) — ein Race zwischen zwei
Klicks kann sie trotzdem erzeugen. Ein partieller Unique-Index je Zielspalte,
z. B. CREATE UNIQUE INDEX ... ON dokument_verknuepfung ("dokumentId", "vorgangId") WHERE "vorgangId" IS NOT NULL;, würde das schließen.
2. Dokument.ocrStatus ist ein freier String
Stand: ocrStatus String? mit dem Kommentar
"ausstehend" | "laeuft" | "fertig" | "fehlgeschlagen" | "nicht_verfuegbar".
Wunsch: Ein Enum OcrStatus mit genau diesen fünf Werten. Der Vertrag in
docs/SCHNITTSTELLEN.md Abschnitt 3 gibt sie ohnehin vor, und die Oberfläche
(OcrAbzeichen) schaltet darauf. Ein Tippfehler beim Zurückschreiben fällt
heute erst auf, wenn das Abzeichen leer bleibt.
3. Kein Index auf Dokument.objektSchluessel
Stand: Die Ausliefer-Route /api/dokumente/datei/[signatur] sucht das
Dokument über objektSchluessel, um Anzeigename und Protokolleintrag zu
bekommen. Ohne Index ist das ein Seq-Scan bei jedem Dateiabruf.
Wunsch: @@unique([objektSchluessel]) (der Schlüssel ist eine UUID, also
ohnehin eindeutig) oder mindestens @@index([objektSchluessel]).
4. Keine Dublettenerkennung über die Prüfsumme
Stand: pruefsumme String? (SHA-256, wird beim Ablegen gefüllt). Wer
denselben Bescheid zweimal fotografiert, bekommt zwei Datensätze.
Wunsch: @@index([betreuteId, pruefsumme]). Dann ließe sich beim Upload
sagen „dieses Blatt liegt schon in der Akte, angelegt am 12.03.2026“ — ohne den
zweiten Upload zu verbieten (manchmal ist die zweite Kopie gewollt).
5. Nachforderung und Bescheid tragen keine betreuteId
Stand: Beide hängen nur am SozialhilfeAntrag. Die Zugriffsprüfung beim
Verknüpfen muss deshalb über die Beziehung gehen
(where: { id, antrag: { betreuteId } }, siehe zielGehoertZurAkte).
Wunsch: Eine denormalisierte betreuteId wie bei allen anderen
Fachentitäten. Die Konvention „jede Abfrage ist auf betreuteId eingegrenzt“
ist sonst an genau diesen zwei Stellen nicht wörtlich einhaltbar — und
Ausnahmen von einer Sicherheitsregel sind die Stellen, an denen später Fehler
passieren.
6. Seitenzahl und OCR-Lauf ohne Zeitstempel
Stand: seitenzahl Int? wird von der Texterkennung nachgetragen. Wann ein
OCR-Lauf zuletzt versucht wurde, steht nirgends.
Wunsch: ocrVersuchtAm DateTime?. ocrNachziehen() in
src/lib/dokumente/ocr-nachlauf.ts holt heute alles nach, was auf
ausstehend/fehlgeschlagen steht — mit einem Zeitstempel ließe sich ein
dauerhaft kaputtes Dokument nach dem dritten Versuch in Ruhe lassen, statt es
bei jedem Nachziehen erneut durch Tesseract zu schicken.
7. Anmerkung zur Verschlüsselung der abgelegten Dateien
Kein Schema-Wunsch, aber eine Abweichung vom Kommentar im Schema, die
festgehalten gehört. Bei Dokument.ocrText steht:
„die Datei selbst liegt verschlüsselt im Objektspeicher“
Umgesetzt ist das nur beim Dateitreiber: src/lib/speicher/datei.ts
verschlüsselt jede Datei anwendungsseitig mit AES-256-GCM (eigener Binär-
Umschlag BCD1 | Schlüsselversion | IV | Tag | Geheimtext, Schlüssel aus
ENC_KEY_V*). Beim S3-Treiber geht das nicht: Der Vertrag verlangt für
signierteUrl() eine presigned URL, die der Objektspeicher selbst ausliefert —
ein anwendungsseitig verschlüsselter Blob käme dort als Datenmüll an. Dort
läuft der Schutz deshalb über ServerSideEncryption: AES256 plus den
AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter.
Die SHA-256-Prüfsumme wird in beiden Fällen über den Klartext gebildet — sonst wäre sie als Nachweis gegenüber dem Gericht wertlos.
Wer das vereinheitlichen will, müsste den Vertrag ändern: signierteUrl()
würde auch beim S3-Treiber auf die eigene Route zeigen, die den Blob holt,
entschlüsselt und ausliefert. Das kostet Durchsatz bei großen Scans, wäre aber
konsequenter. Bewusst offengelassen, weil es Abschnitt 1 der Schnittstellen
berührt.
Anhang: kein Schema-Wunsch, aber dringend
@react-pdf/renderer kann ohne Krücke keinen Buchstaben setzen
Beim Bau der Belegmappe aufgefallen und betrifft jedes PDF der Anwendung, also auch die Berichte aus Etappe 5.
Befund: Jeder Aufruf von renderToBuffer scheitert mit
TypeError: Cannot read properties of undefined (reading 'unitsPerEm')
at @react-pdf/textkit/lib/textkit.js:3090
— auch bei einem Dokument ganz ohne Stilangaben. Nicht die Testumgebung ist schuld: in reinem Node reproduziert es genauso.
Ursache: In package.json ist nur @react-pdf/renderer auf 4.1.6
festgelegt. Seine Unterabhängigkeiten stehen als Caret-Bereiche darin und sind
inzwischen weitergewandert:
| Paket | installiert | von renderer 4.1.6 erwartet |
|---|---|---|
@react-pdf/font |
3.1.0 | ^3.0.1 |
@react-pdf/layout |
4.7.1 | ^4.2.0 |
@react-pdf/textkit |
6.4.1 | (kommt über layout) |
@react-pdf/font@3.1.0 gibt für die Standardschriften null zurück — früher
löste die Schicht darunter den bloßen Namen selbst auf.
@react-pdf/textkit@6.4.1 verlangt dagegen ein echtes Schriftobjekt mit
layout() und wirft bei einem Namen ausdrücklich Invalid font. Zwischen
beiden klafft eine Lücke.
Was ich getan habe: src/lib/pdf/standardschrift.ts baut das fehlende
Schriftobjekt aus den Metriken, die @react-pdf/pdfkit ohnehin mitbringt, und
hängt sich vor die Schriftauflösung — aber nur, wenn sie kaputt ist. Kein neues
Paket, kein Nachladen aus dem Netz. pdfErzeugen() ruft das von selbst auf,
alle PDF-Wege dieser Anwendung sind damit wieder benutzbar (Test:
„Aus einem Bericht und einem Beleg wird eine Mappe" in tests/dokumente.test.ts).
Was noch zu tun ist (außerhalb meiner Pfade, deshalb hier):
package.json um Festlegungen ergänzen, damit die Pakete zueinander passen —
"overrides": {
"@react-pdf/layout": "4.2.x",
"@react-pdf/textkit": "5.x"
}
Die genauen Stände bitte gegen @react-pdf/renderer@4.1.6 prüfen; alternativ
@react-pdf/renderer auf einen aktuellen Stand heben, dessen
Unterabhängigkeiten wieder zusammenpassen. Danach kann
standardschrift.ts ersatzlos entfallen — standardschriftenSicherstellen()
merkt von selbst, dass es nicht mehr gebraucht wird, und hält sich heraus.