Inhalte: Wochen 9 bis 12

- Woche 9 Virtualisierung (B1, A8, LF9)
- Woche 10 Verzeichnisdienst und Serverdienste (B3, A6, LF10)
- Woche 11 Netze trennen und verbinden (B2, A6, LF9)
- Woche 12 Kundenauftrag von der Anfrage bis zur Abnahme (A2, A3, A7)

12 Handouts, 36 Merkkarten, 4 Praxisaufgaben, 3 Checklisten,
2 Lernzielkontrollen, 23 Glossareintraege, Themenblock Server und
Virtualisierung. Die Praxisaufgaben 9.1 und 10.1 bauen aufeinander auf:
Der Testserver aus Woche 9 traegt die Testdomaene in Woche 10.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
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Florian Wilde
2026-10-04 22:28:42 +02:00
co-authored by Claude Opus 5.5
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commit 08459d8c99
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id: A7
titel: Anforderungen aufnehmen – Lastenheft und Pflichtenheft
block: arbeitsalltag
woche: 12
worum: Die meisten Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass Auftraggeber und IT unter derselben Anforderung etwas anderes verstanden haben.
rahmenplan: [A2, A1, B1]
lernfeld: LF2
merksatz: Das Lastenheft sagt, was und wofür – vom Kunden. Das Pflichtenheft sagt, wie und womit – von der IT. Beides wird unterschrieben.
karten:
- frage: Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?
antwort: Das Lastenheft beschreibt der Auftraggeber – was er braucht und wofür. Das Pflichtenheft schreibt der Auftragnehmer – wie und womit er diese Anforderungen umsetzt. Das Pflichtenheft ist die Antwort auf das Lastenheft.
- frage: Woran erkennt man eine gut formulierte Anforderung?
antwort: Sie ist eindeutig, überprüfbar und begründet. „Das Notebook soll schnell sein" ist keine Anforderung; „Das Notebook startet die Warenwirtschaft in unter zehn Sekunden" schon.
- frage: Was unterscheidet Muss-, Soll- und Kann-Anforderungen?
antwort: Muss-Anforderungen sind unverzichtbar, ohne sie ist die Lösung unbrauchbar. Soll-Anforderungen sind wichtig, aber verhandelbar. Kann-Anforderungen sind wünschenswert, wenn Zeit und Budget es hergeben.
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## Das Wesentliche
- **Erst verstehen, dann anbieten.** Im ersten Gespräch geht es nicht um Geräte, sondern um
die Arbeit: Was soll damit getan werden, von wem, wo, wie lange, mit welchen anderen
Systemen?
- **Offene Fragen stellen:** „Wie läuft ein typischer Arbeitstag ab?" statt „Brauchen Sie
16 GB?". Wer nach Technik fragt, bekommt die Technik genannt, die der Kunde kennt.
- **Das Lastenheft** kommt vom Auftraggeber: Ausgangslage, Ziel, Anforderungen,
Rahmenbedingungen (Budget, Termin, Vorgaben). In kleinen Aufträgen schreibt es oft die IT
mit – dann lässt man es vom Kunden bestätigen.
- **Das Pflichtenheft** kommt vom Auftragnehmer: wie die Anforderungen umgesetzt werden, mit
welcher Hard- und Software, in welchen Schritten, mit welchem Ergebnis.
- **Anforderungen müssen prüfbar sein.** Jede Anforderung sollte man am Ende mit Ja oder
Nein abhaken können. Was sich nicht prüfen lässt, führt bei der Abnahme zum Streit.
- **Muss, Soll, Kann** unterscheiden. Damit lässt sich verhandeln, wenn Budget oder Termin
nicht reichen, ohne dass das Wesentliche wegfällt.
- **Nicht-funktionale Anforderungen** nicht vergessen: Verfügbarkeit, Datenschutz,
Lautstärke, Ergonomie, Barrierefreiheit, Supportzeiten.
- **Schriftlich bestätigen lassen.** Eine mündliche Absprache ist nach drei Wochen eine
Erinnerung – nach drei Monaten eine Meinung.
## Übersicht
| Unklar | Prüfbar |
|---|---|
| Der Rechner soll schnell sein | Die CAD-Anwendung öffnet die Baugruppe X in unter 15 Sekunden |
| Ausreichend Speicher | 512 GB SSD, davon mindestens 300 GB frei nach Einrichtung |
| Leise | Unter 30 dB(A) im Leerlauf in 1 m Abstand |
| Gute Akkulaufzeit | 8 Stunden Arbeit mit Office und Videokonferenz ohne Steckdose |
| Sicher | Festplattenverschlüsselung, zweiter Faktor, Updates zentral verwaltet |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Die Vertriebsleitung wünscht „neue, moderne Notebooks für den Außendienst".
Welche Fragen stellen Sie, bevor Sie ein Angebot einholen? Nennen Sie fünf und begründen
Sie zwei davon.
**Antwort:** Fünf aus: (1) Welche Anwendungen werden unterwegs genutzt, auch ohne
Internetverbindung? (2) Wie lange wird ohne Steckdose gearbeitet? (3) Wie oft und wie
werden die Geräte transportiert – Robustheit, Gewicht? (4) Werden Videokonferenzen geführt –
Kamera, Mikrofon, Mobilfunkmodul? (5) Welche Anschlüsse und Peripherie werden beim Kunden
oder im Büro gebraucht? (6) Wie hoch ist das Budget, und bis wann werden die Geräte gebraucht?
(7) Welche Daten werden gespeichert – Verschlüsselung, Datenschutz? Begründungen etwa:
Die Akkulaufzeit bestimmt die Geräteklasse und schließt viele Modelle von vornherein aus.
Der Termin entscheidet, ob nur sofort lieferbare Geräte infrage kommen.