Inhalte: Wochen 13 bis 16

- Woche 13 Linux-Grundlagen (B3, A6, LF9)
- Woche 14 Betrieb und Ueberwachung (A8, A5, LF11)
- Woche 15 Serviceanfragen bearbeiten (A1, A2, A5, LF6)
- Woche 16 Vorbereitung auf Teil 1 (C3, C4, A10, LF2, LF5)

12 Handouts, 36 Merkkarten, 4 Praxisaufgaben, 3 Checklisten,
2 Lernzielkontrollen und eine Probepruefung Teil 1 (90 Minuten,
100 Punkte, eine durchgehende Fallsituation). Alle Rechenbeispiele
nachgerechnet.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
Florian Wilde
2026-10-05 06:33:31 +02:00
co-authored by Claude Opus 5.5
parent 86c0ab4f65
commit 70a3cd2d28
27 changed files with 1789 additions and 0 deletions
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id: S10
titel: Protokolle lesen – und warum die Uhrzeit stimmen muss
block: system
woche: 14
worum: Protokolle sagen, was passiert ist. Aber nur, wenn man weiß, wo man suchen muss, und wenn die Uhren aller Systeme übereinstimmen.
rahmenplan: [A8, A6, B3]
lernfeld: LF11
merksatz: Zeitpunkt eingrenzen, dann suchen. Alle Uhren per NTP gleich. Protokolle enthalten personenbezogene Daten.
karten:
- frage: Welche drei Protokolle der Windows-Ereignisanzeige sind für die Fehlersuche am wichtigsten?
antwort: System (Treiber, Dienste, Neustarts), Anwendung (Meldungen der Programme) und Sicherheit (Anmeldungen, Zugriffe, Änderungen an Konten).
- frage: Warum muss die Uhrzeit auf allen Systemen übereinstimmen?
antwort: Damit sich Ereignisse aus verschiedenen Protokollen einander zuordnen lassen, und weil Kerberos-Anmeldungen im Active Directory scheitern, wenn die Uhren um mehr als fünf Minuten abweichen.
- frage: Was bedeuten die Ereignis-IDs 4624 und 4625 im Sicherheitsprotokoll von Windows?
antwort: 4624 ist eine erfolgreiche Anmeldung, 4625 eine fehlgeschlagene. Viele 4625 in kurzer Zeit für dasselbe Konto deuten auf Passwortraten hin.
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## Das Wesentliche
- **Erst den Zeitpunkt eingrenzen, dann suchen.** „Seit wann?" ist die wichtigste Frage bei
jeder Störung. Wer den Zeitraum kennt, findet die Ursache im Protokoll in Minuten statt
Stunden.
- **Windows – Ereignisanzeige:** Protokoll *System* für Dienste, Treiber und Neustarts,
*Anwendung* für Programme, *Sicherheit* für Anmeldungen und Zugriffe. Filtern nach Zeitraum,
Ebene (Fehler, Warnung) und Ereignis-ID.
- **Linux – Journal:** `journalctl --since "2026-10-05 08:00" --until "09:00"`, `-u dienst`
für einen Dienst, `-p err` für Fehler. Klassische Textdateien unter `/var/log`.
- **Bekannte Ereignis-IDs sparen Zeit:** 4624 Anmeldung erfolgreich, 4625 fehlgeschlagen,
4740 Konto gesperrt, 6008 unerwartetes Herunterfahren, 41 (Kernel-Power) Neustart ohne
sauberes Herunterfahren.
- **Zeitsynchronisation:** Alle Systeme beziehen ihre Zeit per **NTP** aus derselben Quelle –
in einer Domäne vom Domänencontroller, dieser von einer verlässlichen externen Quelle.
Weichen Uhren um mehr als fünf Minuten ab, scheitert die Anmeldung über Kerberos.
- **Zentral sammeln:** Bei mehr als einer Handvoll Systeme gehören die Protokolle an einen
zentralen Ort. Dann lässt sich eine Anmeldung über mehrere Systeme verfolgen – und ein
Angreifer kann seine Spuren nicht auf dem befallenen System löschen.
- **Protokolle sind personenbezogen.** Sie zeigen, wer sich wann wo angemeldet hat. Deshalb:
Aufbewahrung begrenzen, Zugriff beschränken, nur für den vereinbarten Zweck auswerten.
## Übersicht
| Frage | Windows | Linux |
|---|---|---|
| Warum ist der Server neu gestartet? | System, Ereignis 6008 bzw. 41 und 1074 | `journalctl --list-boots`, `last -x reboot` |
| Wer hat sich angemeldet? | Sicherheit, Ereignis 4624 | `last`, `journalctl -u ssh` |
| Warum startet der Dienst nicht? | System, Quelle „Service Control Manager" | `systemctl status`, `journalctl -u dienst` |
| Stimmt die Uhrzeit? | `w32tm /query /status` | `timedatectl` |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Mehrere Benutzer können sich seit heute Morgen nicht mehr an der Domäne anmelden,
andere schon. Die Fehlermeldung nennt einen Zeitunterschied. Erklären Sie die Ursache und Ihr
Vorgehen.
**Antwort:** Die Anmeldung im Active Directory erfolgt über Kerberos, das nur eine geringe
Abweichung der Uhrzeiten zwischen Client und Domänencontroller zulässt (standardmäßig fünf
Minuten). Bei den betroffenen Rechnern geht die Uhr vermutlich falsch, etwa weil die
Zeitsynchronisation nicht läuft oder eine leere CMOS-Batterie die Uhr nach einem Neustart
zurückgesetzt hat. Vorgehen: (1) Auf einem betroffenen Client mit `w32tm /query /status`
Zeitquelle und Abweichung prüfen. (2) Prüfen, ob der Domänencontroller selbst die richtige
Zeit hat und von einer verlässlichen Quelle bezieht. (3) Die Zeit mit `w32tm /resync`
synchronisieren und die Anmeldung testen. (4) Die Ursache beheben – Zeitdienst, Gruppenrichtlinie
für die Zeitquelle oder Batterie – und die Zeitabweichung in die Überwachung aufnehmen.