Inhalte: Wochen 13 bis 16

- Woche 13 Linux-Grundlagen (B3, A6, LF9)
- Woche 14 Betrieb und Ueberwachung (A8, A5, LF11)
- Woche 15 Serviceanfragen bearbeiten (A1, A2, A5, LF6)
- Woche 16 Vorbereitung auf Teil 1 (C3, C4, A10, LF2, LF5)

12 Handouts, 36 Merkkarten, 4 Praxisaufgaben, 3 Checklisten,
2 Lernzielkontrollen und eine Probepruefung Teil 1 (90 Minuten,
100 Punkte, eine durchgehende Fallsituation). Alle Rechenbeispiele
nachgerechnet.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
Florian Wilde
2026-10-05 06:33:31 +02:00
co-authored by Claude Opus 5.5
parent 86c0ab4f65
commit 70a3cd2d28
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id: S9
titel: Überwachung – wissen, dass etwas kaputt ist, bevor es jemand meldet
block: system
woche: 14
worum: Eine gute Überwachung meldet sich selten, aber dann zu Recht. Eine schlechte meldet sich ständig – und wird deshalb irgendwann ignoriert.
rahmenplan: [A8, A5, B3]
lernfeld: LF11
merksatz: Überwachen, was dem Nutzer wehtut. Warnen bei Trend, alarmieren bei Handlungsbedarf. Jeder Alarm braucht eine Handlung.
karten:
- frage: Was ist der Unterschied zwischen einer Warnung und einem kritischen Alarm?
antwort: Eine Warnung zeigt, dass sich etwas in eine falsche Richtung entwickelt und bald Handlung nötig wird – etwa Platte zu 80 Prozent voll. Ein kritischer Alarm verlangt sofortiges Handeln – etwa Platte zu 95 Prozent voll oder Dienst ausgefallen.
- frage: Was versteht man unter Alarmmüdigkeit, und wie vermeidet man sie?
antwort: Wer zu viele unwichtige Alarme bekommt, beachtet irgendwann auch die wichtigen nicht mehr. Abhilfe – nur alarmieren, wenn eine Handlung nötig ist, Schwellwerte nach Erfahrung anpassen, Warnungen gesammelt statt einzeln zustellen.
- frage: Warum überwacht man auch die Datensicherung und den Ablauf von Zertifikaten?
antwort: Weil beide still ausfallen. Eine Sicherung, die seit Wochen fehlschlägt, merkt man erst beim Zurückspielen; ein abgelaufenes Zertifikat erst, wenn alle Nutzer eine Fehlermeldung bekommen.
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## Das Wesentliche
- **Von außen nach innen überwachen.** Zuerst, was der Nutzer merkt: Ist die Anwendung
erreichbar, antwortet sie schnell genug? Dann die Ursachen darunter: Dienste, Prozessor,
Arbeitsspeicher, Platte, Netz.
- **Was nicht fehlen darf:** Erreichbarkeit, wichtige Dienste, Plattenplatz, Ergebnis der
Datensicherung, Ablauf von Zertifikaten, Zustand von RAID und Platten (SMART), USV und
Temperatur im Serverraum.
- **Zwei Schwellen:** Warnung, wenn Zeit zum Handeln bleibt, kritisch, wenn sofort gehandelt
werden muss. Eine Platte, die von 70 auf 90 Prozent in einer Woche wächst, ist schlimmer als
eine, die seit einem Jahr bei 92 steht.
- **Trends ansehen.** Eine Kurve über Wochen sagt mehr als der aktuelle Wert. Sie zeigt, wann
die Platte voll sein wird, bevor sie es ist.
- **Jeder Alarm braucht eine Handlung** und einen Empfänger. Ein Alarm, auf den niemand
reagieren muss, ist eine Information und gehört in einen Bericht, nicht aufs Handy.
- **Alarmmüdigkeit** ist die größte Gefahr. Wer täglich zwanzig unwichtige Meldungen bekommt,
übersieht die eine wichtige.
- **Die Überwachung überwachen.** Fällt das Überwachungssystem aus, ist alles still – und Stille
sieht aus wie „alles in Ordnung". Ein externer Check oder ein täglicher Lebenszeichen-Alarm
hilft.
- **Werkzeuge:** Checkmk, Zabbix, PRTG für ganze Umgebungen, Uptime Kuma für einfache
Erreichbarkeitsprüfungen. Wichtiger als das Werkzeug ist, was man damit überwacht.
## Übersicht
| Prüfung | Warnung | Kritisch | Handlung |
|---|---|---|---|
| Plattenplatz | 80 % | 90 % | Aufräumen oder erweitern |
| Webanwendung erreichbar | Antwort über 2 s | keine Antwort | Dienst und Server prüfen |
| Datensicherung | ein Lauf fehlgeschlagen | zwei Läufe in Folge | Ursache finden, Lauf wiederholen |
| Zertifikat | läuft in 30 Tagen ab | läuft in 7 Tagen ab | Verlängern |
| RAID | – | Platte ausgefallen | Platte tauschen |
| Temperatur Serverraum | 27 °C | 32 °C | Klimaanlage prüfen |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Ihr Ausbilder bittet Sie, eine Überwachung für den neuen Dateiserver einzurichten.
Nennen Sie fünf Prüfungen mit sinnvollen Schwellwerten und begründen Sie, warum eine
Überwachung nur des Prozessors nicht genügt.
**Antwort:** Fünf aus: (1) Erreichbarkeit per Ping und SMB – kritisch bei Ausfall. (2)
Plattenplatz je Laufwerk – Warnung 80 %, kritisch 90 %. (3) Ergebnis der nächtlichen Sicherung –
Warnung bei einem, kritisch bei zwei fehlgeschlagenen Läufen. (4) Zustand von RAID und SMART –
kritisch bei ausgefallener oder auffälliger Platte. (5) Arbeitsspeicher – Warnung über 85 %
über längere Zeit. (6) Dienst „Server" bzw. Freigabedienst läuft. (7) Ablauf von Zertifikaten,
falls verwendet. Der Prozessor allein genügt nicht, weil die häufigsten Ausfälle eines
Dateiservers gar nicht mit Rechenlast zusammenhängen: Eine volle Platte, ein ausgefallener
Dienst oder eine fehlgeschlagene Sicherung lassen die Prozessorlast unauffällig.