--- id: V6 titel: Datei- und Druckdienste zentral bereitstellen block: server woche: 10 worum: Ein zentraler Dateiserver und ein Druckserver sind unspektakulär – solange sie geplant sind. Ungeplant werden sie zur größten Rumpelkammer im Betrieb. rahmenplan: [B3, A9, A8] lernfeld: LF10 merksatz: Struktur nach Abteilungen, Rechte nach Gruppen, Laufwerke per Richtlinie, Treiber nur von der IT. karten: - frage: Was sind Schattenkopien auf einem Dateiserver, und ersetzen sie die Datensicherung? antwort: Zeitpunktkopien eines Laufwerks, über die Benutzer selbst frühere Fassungen einer Datei zurückholen können (Vorgängerversionen). Sie liegen auf demselben Laufwerk und ersetzen deshalb keine Datensicherung. - frage: Welchen Vorteil hat ein Druckserver gegenüber direkt verbundenen Druckern an jedem Client? antwort: Treiber, Warteschlangen und Einstellungen werden an einer Stelle gepflegt und per Gruppenrichtlinie verteilt. Ein Treiberwechsel oder ein neuer Drucker muss nicht an jedem Rechner einzeln eingerichtet werden. - frage: Warum ordnet man Laufwerke per Gruppenrichtlinie statt per Hand zu? antwort: Weil die Zuordnung dann für alle gleich ist, sich nach Gruppenzugehörigkeit richtet und bei einem Abteilungswechsel von selbst angepasst wird. Handzuordnungen sind nach dem ersten Rechnerwechsel weg. --- ## Das Wesentliche - **Eine Ablagestruktur, die der Betrieb versteht:** oben die Abteilungen, darunter, was die Abteilung selbst gliedert. Dazu ein Bereich für abteilungsübergreifende Projekte und ein Austauschordner, der regelmäßig geleert wird. - **Rechte nach AGDLP** und so flach wie möglich: Berechtigungen auf der obersten Ebene einer Abteilung setzen und vererben lassen. Jede Unterbrechung der Vererbung tiefer unten ist eine künftige Supportanfrage. - **Freigabe und NTFS:** Freigabe meist „Authentifizierte Benutzer – Ändern" oder „Vollzugriff", die eigentliche Steuerung über NTFS. Siehe Handout S2. - **Laufwerke per Gruppenrichtlinie** zuordnen, gefiltert auf die Gruppe. Dann bekommt jeder genau die Laufwerke seiner Rolle – auch am neuen Rechner. - **Schattenkopien** einschalten: Benutzer holen versehentlich überschriebene Dateien selbst zurück. Sie ersetzen keine Sicherung, sparen aber viele Tickets. - **Kontingente und Dateiprüfung** verhindern, dass ein einzelner Ordner den Server füllt – oder dass dort private Videosammlungen landen. - **Druckserver:** Drucker zentral einrichten, Treiber zentral pflegen, Zuordnung per Richtlinie. Standardbenutzer dürfen Druckertreiber seit 2021 nicht mehr ohne Weiteres selbst installieren – Treiber verteilt deshalb die IT. - **Drucker an Standorte binden**, nicht an Personen: Wer im Lager arbeitet, braucht den Drucker im Lager, egal an welchem Rechner. ## Übersicht ``` \\srv-datei-01\Daten ├── Buchhaltung DL-FS-Buchhaltung-Aendern / -Lesen ├── Einkauf DL-FS-Einkauf-Aendern / -Lesen ├── Vertrieb DL-FS-Vertrieb-Aendern / -Lesen ├── Projekte je Projekt eine eigene Gruppe ├── Vorlagen alle lesen, nur Verwaltung ändert └── Austausch alle ändern, wird jeden Freitag geleert ``` ## Prüfungsfrage **Frage:** Eine Mitarbeiterin hat am Vormittag eine wichtige Tabelle auf dem Dateiserver versehentlich überschrieben. Welche Möglichkeiten der Wiederherstellung gibt es, und in welcher Reihenfolge prüfen Sie sie? **Antwort:** (1) Schattenkopien: Sind sie eingeschaltet, kann die Mitarbeiterin über „Vorgängerversionen" im Eigenschaftendialog selbst die letzte Fassung vor der Änderung zurückholen – am schnellsten und ohne Eingriff der IT. (2) Programmeigene Versionen, etwa die Versionsverwaltung der Anwendung oder automatisch gespeicherte Fassungen. (3) Die Datensicherung: Die Datei wird aus der letzten Sicherung vor dem Überschreiben wiederhergestellt, am besten unter einem anderen Namen, damit die Mitarbeiterin vergleichen kann. Die Reihenfolge folgt dem Aufwand und der Aktualität: Eine Schattenkopie vom Vormittag ist näher am verlorenen Stand als die Sicherung der letzten Nacht.