--- id: A3 titel: Aufwand schätzen, ohne sich zu verschätzen block: arbeitsalltag woche: 1 worum: Eine Schätzung ist kein Versprechen, aber sie muss begründet und nachprüfbar sein. rahmenplan: [A1, A7] lernfeld: LF1 merksatz: In Arbeitsschritte zerlegen, jeden Schritt schätzen, den Puffer offen ausweisen. karten: - frage: Warum schätzt man Arbeitsschritte einzeln statt die Aufgabe als Ganzes? antwort: Weil sich Schätzfehler beim Zerlegen ausgleichen statt aufzuaddieren, und weil sichtbar wird, welcher Schritt die Unsicherheit trägt. - frage: Was gehört neben der reinen Arbeitszeit in eine Aufwandsschätzung? antwort: Wege, Rüstzeiten, Wartezeiten auf Dritte, die Dokumentation und ein offen ausgewiesener Puffer für Unvorhergesehenes. --- ## Das Wesentliche - **Zerlegen vor Schätzen.** Eine Aufgabe, die du nicht in Schritte zerlegen kannst, hast du noch nicht verstanden – und kannst sie folglich nicht schätzen. - **Drei Werte statt einem:** bester Fall, wahrscheinlicher Fall, schlechtester Fall. Wer nur eine Zahl nennt, nennt immer den besten Fall. - **Wartezeit ist keine Arbeitszeit**, kostet aber Durchlaufzeit. Beides getrennt nennen. - **Der Puffer wird ausgewiesen, nicht versteckt.** Ein versteckter Puffer wird beim ersten Nachverhandeln weggekürzt, ein begründeter nicht. - **Nach der Arbeit vergleichen:** geschätzt gegen gebraucht. Nur so wird die nächste Schätzung besser. Das ist kein Tadel, das ist Handwerk. ## Übersicht | Schritt | Bester Fall | Wahrscheinlich | Schlechtester Fall | |---|---|---|---| | Gerät abholen und aufbauen | 15 min | 20 min | 40 min | | Windows installieren | 30 min | 45 min | 90 min | | Treiber und Fachanwendungen | 20 min | 40 min | 120 min | | Ins Netz bringen, Funktionstest | 15 min | 20 min | 45 min | | Dokumentation und Übergabe | 10 min | 15 min | 25 min | | **Summe** | **1:30 h** | **2:20 h** | **5:20 h** | ## Prüfungsfrage **Frage:** Ein Kunde fragt, wie lange die Einrichtung von zehn neuen Arbeitsplätzen dauert. Wie gehen Sie bei der Schätzung vor? **Antwort:** Zuerst die Arbeit für einen Arbeitsplatz in Schritte zerlegen und jeden Schritt schätzen. Dann prüfen, welche Schritte sich bei zehn Geräten vorbereiten oder parallelisieren lassen – ein einmal erstelltes Abbild ersetzt zehn Installationen, die Zeit steigt also nicht linear. Rüst-, Weg- und Übergabezeiten je Gerät gesondert ansetzen, Wartezeiten auf Zulieferungen als Durchlaufzeit ausweisen und einen begründeten Puffer offenlegen. Das Ergebnis als Spanne nennen, nicht als eine Zahl.