# Entscheidungen Kurze Notizen zu Festlegungen, die im Auftrag offen waren. Jede Notiz nennt die Lage, die Wahl und den Grund. --- ## E1 · Stack: Next.js 15 mit App Router Der Auftrag verweist auf eine Stackvorgabe im „Kopf des Prompts", die nicht mitgeliefert wurde. Auf Rückfrage: **Next.js 15 (App Router), React 19, TypeScript**. Datenzugriff über Drizzle ORM auf better-sqlite3. Serveraktionen ersetzen eine eigene REST-Schicht. Das hält die Rechteprüfung dort, wo die Daten geholt werden, statt sie über eine API zu verteilen. ## E2 · Zeitstempel als ISO-8601 in UTC Der Auftrag verlangt „alle Zeitstempel mit Zeitzone". Gespeichert wird `2026-09-10T07:15:00.000Z`, also ein eindeutiger Zeitpunkt in UTC. Angezeigt wird durchgehend in Europe/Berlin. Grund: UTC-Strings sortieren sich lexikografisch richtig, was bei SQLite ohne echten Zeitstempeltyp entscheidend ist. Ein gespeicherter Ortsversatz (`+02:00`) würde beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit falsch sortieren. Reine Kalenderdaten – Berichtszeitraum, Tagesnotiz, Ausbildungsbeginn – sind `YYYY-MM-DD` ohne Uhrzeit, weil sie auch keine haben. ## E3 · Eigener Migrationslauf statt drizzle-kit Migrationen sind handgeschriebene SQL-Dateien unter `src/lib/db/migrationen/`, die beim Start der Reihe nach genau einmal angewendet und mit SHA-256-Prüfsumme vermerkt werden. Grund: volle Kontrolle über Indizes und `CHECK`-Bedingungen (Statuswerte sind Aufzählungen, keine freien Zeichenketten), und beim Start ist im Protokoll sichtbar, was passiert ist. Wird eine bereits angewendete Datei nachträglich verändert, bricht der Start mit klarer Meldung ab. Der Preis: das Drizzle-Schema muss von Hand zu den SQL-Dateien passen. Dagegen läuft ein Test, der die migrierte Datenbank gegen das Schema abgleicht. ## E4 · Schlüssel sind UUIDs, keine laufenden Nummern Textspalten mit `crypto.randomUUID()`. Läuft auf SQLite und PostgreSQL gleichermaßen, und beim Zurückspielen einer Sicherung gibt es keine Kollisionen mit zwischenzeitlich vergebenen Nummern. ## E5 · Debian-slim als Grundlage des Abbilds, nicht Alpine `better-sqlite3` und `@node-rs/argon2` bringen für glibc fertige Binärdateien mit, für musl nicht. Auf Alpine müsste im Abbild übersetzt werden – längerer Bau, größere Bauschicht, mehr Fehlerquellen. Der Größenunterschied im Laufzeitabbild ist bei einem selbst gehosteten Dienst ohne Belang. ## E6 · Passwortprüfung mit gleichbleibender Antwortzeit Bei unbekannter E-Mail-Adresse wird trotzdem einmal gegen einen festen Argon2-Wert gerechnet. Sonst verrät die Antwortzeit, welche Adressen es gibt. Die Fehlermeldung ist in beiden Fällen dieselbe. ## E7 · Anhänge liegen im Dateisystem, nicht in der Datenbank Unter `/anhaenge/`, in der Datenbank steht nur der Verweis. Hält die Datenbankdatei klein und die Sicherung schnell; das Archiv nimmt beides mit. ## E8 · Sicherung als Shell-Skript, nicht als Node-Werkzeug `scripts/im-container/sicherung.sh` läuft im Laufzeitabbild, das kein TypeScript kennt, und auf dem Entwicklungsrechner unter Git Bash. Eine zweite Fassung in TypeScript wäre eine zweite Fehlerquelle. Die konsistente Kopie der Datenbank entsteht über die Sicherungsschnittstelle von SQLite – ein `cp` wäre bei aktivem WAL-Modus nicht verlässlich. ## E9 · Kein `main`-Zweig ohne Freigabe Die verbindliche Arbeitsweise verbietet Commits direkt auf `main`. Die Erstfassung entsteht deshalb vollständig auf `feat/lernbar-erstfassung`. `main` bleibt leer, bis eine Freigabe erfolgt. --- ## E10 · Rahmenplan: A1–A10, B1–B3, C1–**C5** Der Auftrag nennt die Berufsbildpositionen `A 1 bis A 10`, `B 1 bis B 3` und `C 1 bis C 4`. Die Verordnung selbst gliedert anders: Sie deckt alle vier Fachrichtungen ab und hat deshalb sechs Abschnitte. Übersetzt: | Kürzel hier | Abschnitt der FIAusbV | Inhalt | |---|---|---| | A1 – A10 | Abschnitt A | fachrichtungsübergreifend | | B1 – B3 | Abschnitt C | Fachrichtung Systemintegration | | C1 – C5 | Abschnitt F | integrativ zu vermitteln | Abweichung: Abschnitt F hat **fünf** Positionen, nicht vier. Die fünfte („Vernetztes Zusammenarbeiten unter Nutzung digitaler Medien") ist 2020 neu dazugekommen. Sie wegzulassen würde ausgerechnet in der Abdeckungsansicht eine Lücke erzeugen, die gegenüber der IHK zählt. Deshalb sind alle fünf drin. Jede Position trägt im Feld `verordnung` ihre amtliche Fundstelle, damit die Übersetzung nachvollziehbar bleibt. ## E11 · Kennung einer Merkkarte: Handout-Kürzel plus laufende Nummer Eine Karte heißt `N3-1`, `N3-2` und so weiter – abgeleitet aus dem Handout und der Reihenfolge im YAML-Kopf. Damit steht die Kennung fest, ohne dass sie in der Datei gepflegt werden muss. Der Preis: Wird eine Karte **mittendrin** eingefügt oder gelöscht, verschieben sich die Kennungen der folgenden, und ihr Lernstand rutscht mit. Neue Karten gehören deshalb ans Ende der Liste. Bei einem Handout mit ein bis drei Karten ist das zumutbar; eine gepflegte Kennung je Karte wäre mehr Aufwand für die Person, die Inhalte schreibt, als sie einbringt. ## E12 · Glossarverweise: Link statt Überfahren Der Auftrag lässt die Wahl zwischen automatischer Verlinkung und einer Erklärung beim Überfahren mit der Maus. Es wird beides, aber der Link führt: Ein reiner `title`-Hinweis ist am Handy nicht erreichbar und mit der Tastatur nur mit Mühe. Der Verweis zeigt auf die Stelle im Glossar und trägt die Erklärung zusätzlich im `title`. Zurückhaltung ist eingebaut: Jeder Begriff wird höchstens einmal je Seite verlinkt, und nie innerhalb von Code, Überschriften, Tabellenköpfen oder bestehenden Verweisen. Ein Text, in dem jedes zweite Wort unterstrichen ist, liest sich schlechter als einer ganz ohne. ## E13 · Kein `gray-matter` Der YAML-Kopf einer Markdown-Datei wird selbst herausgelöst (zehn Zeilen). Gründe: `gray-matter` merkt sich Ergebnisse und liefert beim zweiten Einlesen desselben Textes ein Objekt ohne das Feld `matter` – im Betrieb fällt das nie auf, im Test sofort. Und der Zeilenversatz für die Fehlermeldungen ist so nachweislich richtig statt nachgebaut. ## E14 · SM-2 mit drei Bewertungsstufen statt sechs Das Original arbeitet mit einer Skala von 0 bis 5. In der Praxis unterscheidet niemand ehrlich zwischen „fast richtig" und „mit Mühe richtig" – und eine Selbstbewertung, die man nicht ehrlich abgeben kann, verfälscht die Rechnung. Deshalb: **sitzt** / **unsicher** / **nochmal**. Die Leichtigkeit bewegt sich weiterhin zwischen 1,3 und 2,8, die Abstände folgen 1, 3, dann Abstand mal Leichtigkeit. Gedeckelt wird bei 180 Tagen – die Ausbildung dauert drei Jahre, weiter zu planen bringt nichts. ## E15 · „nochmal" bringt die Karte in derselben Sitzung wieder Erste Fassung legte sie nur auf den nächsten Tag. Das ist falsch: Wer „nochmal" drückt, will die Karte *jetzt* noch einmal sehen. Sie wird deshalb hinten an den laufenden Stapel gehängt. ## E16 · Der tägliche Stapel wird bei 20 Karten gedeckelt Ohne Deckel sitzt jemand nach drei Wochen Pause vor 52 fälligen Karten und macht es gar nicht. Sortiert wird nach Überfälligkeit; nie gelernte Karten kommen zuletzt, damit zuerst der Rückstand abgebaut wird. ## E17 · Als „gelernt" gilt eine Karte ab Fach 4 Fach 4 heißt: Abstand über drei Tage, also mindestens dreimal in Folge gekonnt. Das ist die Schwelle, ab der die Karte im Wochenfortschritt als erledigt zählt. Wer sie einmal richtig hatte, hat sie noch nicht gelernt. ## E18 · Anhänge: Pfad aus UUID, Auslieferung nur über eine geprüfte Route Drei Regeln, die zusammengehören: 1. Der **Speicherpfad** ist `/`. Der übermittelte Dateiname landet nur als Anzeigename in der Datenbank und wird nie zum Bilden eines Pfades benutzt. `speicherpfad()` wirft, wenn die Kennung keine UUID ist. 2. **Ausgeliefert** wird ausschließlich über `/anhaenge/`. Es gibt keinen Weg, über die Adresse eine beliebige Datei anzufordern, und die Berechtigung wird bei jedem Abruf neu geprüft – nicht nur beim Hochladen. 3. Der Antwortkopf trägt `Content-Security-Policy: sandbox` und `X-Content-Type-Options: nosniff`. Anhänge sind Daten, kein Programm. SVG ist trotz `image/` **nicht** erlaubt: Es ist XML und kann Skripte enthalten. ## E19 · Anhänge hängen an Aufgabe **und** Azubi Der Bezug lautet `::`. Beim ersten Entwurf hing er nur an der Aufgabe – bei zwei Azubis hätte der zweite die Fotos des ersten gesehen. ## E20 · Kriterien werden über ihre Position gespeichert `kriterien_erfuellt` ist eine JSON-Liste der Positionen in der Aufgabendatei, etwa `[0,2,3]`. Wird die Reihenfolge der Kriterien nachträglich geändert, verschiebt sich die Zuordnung. Neue Kriterien gehören deshalb ans Ende – dieselbe Regel wie bei den Merkkarten (siehe E11). ## E21 · Fehlende Berechtigung ist ein 404, kein 403 Seiten rufen `erfordereSichtAufAzubi()` auf, das mit „nicht gefunden" endet. Ein 403 würde bestätigen, dass es die angefragten Daten gibt. Serveraktionen brechen weiterhin mit einem Fehler ab – dort wäre eine Weiterleitung sinnlos. Nebeneffekt: Next.js schwärzt Fehlermeldungen im Produktionsbetrieb. Eine eigene „Kein Zugriff"-Seite ließe sich anhand des Fehlertextes gar nicht erkennen. ## E22 · Der Deckel für Serveraktionen liegt über der eigenen Grenze `serverActions.bodySizeLimit` steht auf 30 MB, die eigene Prüfung auf 25 MB. Der Abstand ist Absicht: Eine zu große Datei soll die **eigene**, verständliche Meldung bekommen und nicht den Rumpfgrößenfehler des Gerüsts, der nur im Serverprotokoll auftaucht. Zusätzlich prüft der Browser vorab, damit am Mobilfunk nicht erst 30 MB übertragen und dann abgelehnt werden. ## E23 · PDF mit Standardschriften statt eingebetteter Schrift Die PDF-Ausgabe benutzt Helvetica, also eine der Schriften, die jeder PDF-Betrachter mitbringt. Das spart eine eingebettete Schriftdatei im Repository und hält die Dateien klein (ein Checklistenblatt wiegt rund 7 KB). Der Preis ist der Zeichenvorrat **WinAnsi**. Enthalten sind alle deutschen Umlaute, ß, €, § und °. Nicht enthalten sind Zeichen wie ✓, ○, ▲ oder Emoji. Deshalb: - `fuerPdf()` ersetzt typografische Feinheiten (Anführungszeichen, Auslassungspunkte, geschützte Leerzeichen) und wirft nicht Darstellbares weg. - Ankreuzkästchen und Haken werden **gezeichnet**, nicht gesetzt. Das sieht in jedem Betrachter gleich aus und ist unabhängig von der Schrift. Sollte später ein Zeichen außerhalb von WinAnsi wirklich gebraucht werden, ist der Weg das Einbetten einer freien Schrift – nicht das Aufweichen dieser Regel. ## E24 · Fußzeilen brauchen einen aufgehobenen unteren Rand PDFKit legt eine neue Seite an, sobald Text unterhalb des Satzspiegels geschrieben wird. Eine Fußzeile steht dort per Definition. Ohne Gegenmaßnahme entsteht je Seite und je Textaufruf eine leere Folgeseite. `fusszeilen()` setzt deshalb `page.margins.bottom` kurzzeitig auf 0 und stellt den Wert danach wieder her. Ein Test zählt die Seitenobjekte im erzeugten PDF – damit fällt ein Rückfall sofort auf. ## E25 · Ein Durchlauf kopiert die Texte seiner Vorlage `checkliste_lauf.titel` und `checkliste_schritt.text` werden beim Start aus der Vorlage übernommen, statt zur Anzeigezeit nachgeschlagen zu werden. Grund: Ein abgeschlossener Durchlauf ist ein Nachweis. Er muss auch in zwei Jahren noch dasselbe aussagen – auch wenn die Vorlage unter `content/` inzwischen umformuliert, erweitert oder gelöscht wurde. Die Seite zeigt einen Hinweis, wenn es die Vorlage nicht mehr gibt, bleibt aber vollständig lesbar. ## E26 · Mitlesen und Bearbeiten sind getrennte Rechte Beim Checklisten-Durchlauf fallen die beiden Rechte auseinander: - **Lesen** darf der Eigentümer und sein Ausbilder (`laufZumLesen`). - **Bearbeiten** darf nur der Eigentümer (`laufZumBearbeiten`). Der Ausbilder hakt also nichts für seinen Azubi ab. Im Nachweis soll keine Arbeit stehen, die der Azubi nicht selbst gemacht hat. Für die Abnahme gibt es die Praxisaufgaben – dort ist es genau andersherum. ## E27 · Die Berichtsheftprüfung warnt, sie sperrt nicht `pruefeWochenblatt()` liefert eine Liste von Warnungen und nichts anderes. Es gibt bewusst **kein** `darfEinreichen()`. Grund: Eine Anwendung, die das Einreichen verhindert, erzieht dazu, Unsinn einzutragen, bis die Prüfung zufrieden ist. Der Azubi soll die Warnung sehen – was er damit macht, entscheidet er. Der Knopf heißt dann eben „Trotz 3 Warnungen einreichen". Die Prüfung läuft im Browser beim Tippen mit und benutzt dieselbe Funktion wie der Server. Sie ist keine Sicherheitsmaßnahme, sondern eine Hilfe. ## E28 · Floskeln werden am Zusammenhang erkannt, nicht am Wort „Diverse Arbeiten" ist eine Floskel. „Diverse Patchkabel konfektioniert, gemessen und im Verteiler beschriftet" ist keine. Ein reiner Wortabgleich würde beide gleich behandeln und wäre nach dem dritten Fehlalarm nur noch lästig. Die Prüfung schlägt deshalb nur an, wenn - die Floskel den Eintrag im Wesentlichen ausmacht (höchstens 20 Zeichen Rest), **oder** - im ganzen Eintrag kein einziges Tätigkeitsverb vorkommt. Dieselbe Verbliste trägt auch die Formulierungshilfe. ## E29 · Die laufende Nummer richtet sich nach dem Zeitraum Wird eine vergessene Woche nachgetragen, bekommt sie die Nummer, die ihr zeitlich zusteht; alle späteren Blätter rücken eine Nummer weiter. Der Grund ist das Papierformular: Ein Ausbildungsnachweis wird chronologisch abgeheftet, und Nr. 12 zwischen Nr. 3 und Nr. 4 wäre gegenüber der IHK nicht erklärbar. ## E30 · Kundennamen werden an der Rechtsform erkannt Personennamen lassen sich nicht zuverlässig erkennen, ohne ständig Fehlalarme zu erzeugen. Firmennamen dagegen schon: Sie enden fast immer auf GmbH, AG, KG, mbH, e. V. und Ähnliches. Das Muster schließt bewusst mit einem negativen Vorausblick statt mit `\b` – Rechtsformen wie „e. V." enden auf einen Punkt, und dort gibt es vor einem Leerzeichen keine Wortgrenze. Genau dieser Fall war zuerst durchgerutscht. ## E31 · Die Formulierungshilfe steht im Quelltext, nicht unter content/ Tätigkeitsverben und die Gegenüberstellungen sind Bedienhilfe der Anwendung, kein Ausbildungsinhalt. Sie ändern sich nicht mit dem Lehrgang und gehören deshalb nicht in dieselbe Ablage wie Handouts und Aufgaben.