--- id: S5 titel: RAID, NAS und SAN – Speicher, der einen Ausfall übersteht block: system woche: 8 worum: Festplatten fallen aus, das ist sicher. Ein RAID sorgt dafür, dass man es erst an der Warnmeldung merkt und nicht am Stillstand. rahmenplan: [A9, B1, A3] lernfeld: LF2 merksatz: RAID gegen Plattenausfall, Sicherung gegen alles andere. Das eine ersetzt das andere nie. karten: - frage: Wie viel Speicher ist nutzbar, und wie viele Platten dürfen ausfallen – bei RAID 1, RAID 5 und RAID 6? antwort: RAID 1 – die Hälfte, eine Platte je Spiegel. RAID 5 – alle Platten bis auf eine, eine darf ausfallen. RAID 6 – alle Platten bis auf zwei, zwei dürfen ausfallen. - frage: Ein RAID 5 aus fünf Platten mit je 4 TB – wie viel ist nutzbar? antwort: 16 TB. Eine Platte entfällt auf die Paritätsinformation, also (5 − 1) × 4 TB. - frage: Worin unterscheiden sich NAS und SAN? antwort: Ein NAS stellt Dateien über das Netzwerk bereit, etwa per SMB oder NFS – die Clients sehen Freigaben. Ein SAN stellt Speicherblöcke bereit, etwa per iSCSI oder Fibre Channel – der Server sieht eine Festplatte und legt selbst ein Dateisystem an. --- ## Das Wesentliche - **RAID 0** verteilt die Daten auf mehrere Platten (Striping). Schnell, aber ohne jede Ausfallsicherheit: Fällt eine Platte aus, ist alles weg. Kein Einsatz für wichtige Daten. - **RAID 1** spiegelt zwei Platten. Halbe Kapazität, eine Platte darf ausfallen. Typisch für das Betriebssystem eines Servers. - **RAID 5** verteilt Daten und Paritätsinformation über mindestens drei Platten. Eine Platte darf ausfallen. Bei großen Platten ist der Wiederaufbau lang und belastet die übrigen Platten – fällt währenddessen eine zweite aus, sind die Daten verloren. - **RAID 6** wie RAID 5 mit doppelter Parität, mindestens vier Platten. Zwei Platten dürfen ausfallen. Heute die bessere Wahl für große Datenspeicher. - **RAID 10** ist ein Verbund aus Spiegeln (mindestens vier Platten). Halbe Kapazität, schnell beim Schreiben, je Spiegelpaar darf eine Platte ausfallen. Gut für Datenbanken. - **Hot-Spare:** eine Reserveplatte, die bei einem Ausfall sofort einspringt. Der Wiederaufbau beginnt, bevor jemand den Ausfall bemerkt. - **Überwachen:** Ein RAID mit ausgefallener Platte läuft weiter und sieht gesund aus. Ohne Benachrichtigung merkt man den ersten Ausfall erst am zweiten. - **NAS, SAN, DAS:** NAS liefert Dateien übers Netz, SAN liefert Speicherblöcke an Server, DAS hängt direkt an einem einzigen Server. ## Übersicht | Stufe | Mindestens | Nutzbar bei n Platten | Darf ausfallen | Typischer Einsatz | |---|---|---|---|---| | RAID 0 | 2 | n | keine | Zwischenspeicher, Videoschnitt | | RAID 1 | 2 | n / 2 | eine | Systemplatten | | RAID 5 | 3 | n − 1 | eine | kleinere Datenspeicher | | RAID 6 | 4 | n − 2 | zwei | große Datenspeicher, NAS | | RAID 10 | 4 | n / 2 | eine je Spiegel | Datenbanken, virtuelle Maschinen | ## Prüfungsfrage **Frage:** Für ein NAS stehen sechs Festplatten mit je 8 TB zur Verfügung. Vergleichen Sie RAID 5, RAID 6 und RAID 10 hinsichtlich nutzbarer Kapazität und Ausfallsicherheit und geben Sie eine Empfehlung. **Antwort:** RAID 5: (6 − 1) × 8 TB = 40 TB nutzbar, eine Platte darf ausfallen. RAID 6: (6 − 2) × 8 TB = 32 TB, zwei beliebige Platten dürfen ausfallen. RAID 10: 6 / 2 × 8 TB = 24 TB, je Spiegelpaar darf eine Platte ausfallen – fallen beide Platten eines Paares aus, sind die Daten verloren. Empfehlung: RAID 6. Bei 8-TB-Platten dauert der Wiederaufbau viele Stunden; in dieser Zeit verträgt RAID 5 keinen weiteren Fehler, RAID 6 schon. RAID 10 wäre schneller beim Schreiben, kostet aber deutlich mehr Kapazität, und für ein NAS mit Dateiablagen ist die Schreibleistung meist nicht entscheidend. Unabhängig davon ersetzt keine RAID-Stufe die Datensicherung.