# Nebula auf einem Server betreiben
Schritt für Schritt: von der leeren Maschine bis zur laufenden Instanz hinter
TLS — und wie Updates danach ablaufen.
Für Installation zum Ausprobieren und die Entwicklungsvarianten siehe
[README.md](README.md). Hier geht es um den Dauerbetrieb.
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## Was du brauchst
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| Server | Linux mit Docker Engine ≥ 24 und Compose v2 |
| Sonst | `git`, `curl`, eine POSIX-Shell — **kein Node, kein npm** |
| Arbeitsspeicher | 1 GB reichen; beim Bauen kurzzeitig ~2 GB |
| Plattenplatz | ~2 GB für Abbilder, dazu die Datenbank |
| Domain | Eine (Unter-)Domain, die auf den Server zeigt |
| TLS | Pflicht, wenn du Passkeys willst — siehe Schritt 6 |
> **Warum TLS Pflicht ist:** Passkeys verlangen einen sicheren Kontext.
> Über `http://` an einer LAN-IP funktionieren sie nicht. Passwort und
> Zwei-Faktor gehen auch ohne, aber dann läuft dein Passwort im Klartext
> übers Netz — betreibe Nebula nicht ohne TLS.
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## 1 · Docker installieren
```bash
curl -fsSL https://get.docker.com | sh
sudo usermod -aG docker "$USER"
newgrp docker # oder ab- und wieder anmelden
docker --version && docker compose version
```
## 2 · Nebula holen
```bash
sudo mkdir -p /opt/nebula && sudo chown "$USER" /opt/nebula
git clone https://git.example.com/dein-name/nebula.git /opt/nebula
cd /opt/nebula
```
## 3 · Konfigurieren
```bash
./scripts/setup.sh # legt .env an, würfelt ein APP_SECRET, setzt Rechte 600
```
Das Skript ist reines POSIX-Shell und braucht **kein Node** — auf einem
reinen Docker-Host ist keins installiert. Es nimmt `openssl`, falls
vorhanden, sonst `/dev/urandom`.
Ganz von Hand geht auch:
```bash
cp .env.example .env
chmod 600 .env
openssl rand -base64 32 # den Wert als APP_SECRET eintragen
```
Dann die `.env` öffnen und mindestens diese drei Werte anpassen:
```env
# Die Adresse, unter der du Nebula im Browser aufrufst.
# Bestimmt die WebAuthn-rpID — passt sie nicht, scheitern Passkeys.
APP_URL="https://nebula.deine-domain.de"
# Verschlüsselt die Git-Tokens. Lang, zufällig, niemals teilen.
APP_SECRET="…dein-langer-zufallswert…"
# Das Datenbankpasswort. Die Voreinstellung „nebula" ist für Entwicklung.
POSTGRES_PASSWORD="…noch-ein-langer-zufallswert…"
```
Die Ports müssen nicht angefasst werden: `APP_PORT` steht schon auf
`127.0.0.1:3000`, und die Datenbank veröffentlicht gar nichts.
> **`APP_SECRET` später zu ändern** macht gespeicherte Git-Tokens unlesbar.
> Sie müssen dann neu hinterlegt werden. Konten, Passwörter und Passkeys
> bleiben unberührt.
>
> **`APP_URL` später zu ändern** macht bestehende **Passkeys ungültig**, weil
> sie an die rpID gebunden sind. Passwörter funktionieren weiter.
### Welche Ports überhaupt hinausgehen
Nach einer regulären Installation ist es **genau einer**:
| Container | Host-Port | Wann |
| --- | --- | --- |
| `nebula-app` | `APP_PORT`, Vorgabe `127.0.0.1:3000` | `--profile full` |
| `nebula-db` | — | **nie** |
| `nebula-adminer` | `ADMINER_PORT`, Vorgabe `127.0.0.1:8080` | nur `--profile tools` |
**Die Datenbank veröffentlicht nichts.** Im Vollbetrieb spricht die Anwendung
Postgres über das interne Docker-Netz als `db:5432` an — die `DATABASE_URL`
setzt Compose selbst. Auch `scripts/backup.sh` und `restore.sh` gehen über
`docker exec`, nicht über den Host. Ein Host-Port wäre nur eine zusätzliche
Angriffsfläche und würde mit anderen Postgres-Containern auf demselben Host
um den Port streiten.
Wer die Datenbank beim Entwickeln doch vom Host aus braucht — `npm run dev`
läuft ja außerhalb des Containers — nimmt `docker-compose.dev.yml` dazu
(`npm run docker:db`). Auf einem Server hat diese Datei nichts zu suchen.
Auch der Port der Anwendung liegt auf `127.0.0.1`: nach draußen geht es über
den Reverse Proxy aus Schritt 6.
### Variante: gar keinen Port veröffentlichen
Liegen mehrere Stacks auf demselben Docker-Host und regelt ein gemeinsamer
Reverse Proxy den Zugang, braucht Nebula überhaupt keinen Host-Port. Dafür
gibt es **`docker-compose.server.yml`**: es nimmt die letzte verbliebene
Freigabe zurück und hängt die Anwendung in ein geteiltes Netz.
```bash
docker network create proxy # falls der Proxy-Stack es nicht schon anlegt
```
```env
# .env
COMPOSE_FILE="docker-compose.yml:docker-compose.server.yml"
COMPOSE_PROFILES="full"
PROXY_NETWORK="proxy" # so heißt das Netz
PROXY_ALIAS="nebula" # so findet der Proxy die Anwendung
```
Compose liest beides aus der `.env`. Danach genügt überall — auch in
`scripts/update.sh` — ein schlichtes `docker compose up -d`. Im Proxy zeigt
das Ziel dann nicht mehr auf `127.0.0.1:3000`, sondern auf **`nebula:3000`**;
Schritt 6 zeigt beide Schreibweisen.
> Ohne die Datei würde ein Override die Portlisten **zusammenhängen** statt
> sie zu ersetzen — Compose führt `ports` anfügend zusammen. Das `!reset`
> darin ist genau dafür da und braucht Compose 2.24 oder neuer.
>
> Das Trennzeichen in `COMPOSE_FILE` ist unter Linux der Doppelpunkt, unter
> Windows das Semikolon.
## 4 · Starten
```bash
docker compose --profile full up -d --build
```
Der erste Bau dauert ein paar Minuten. Der Container spielt beim Start
selbst die Migrationen ein und wartet dabei auf die Datenbank.
```bash
docker compose --profile full logs -f app # mitlesen, Strg+C beendet nur das Lesen
curl -s localhost:3000/api/health # {"status":"ok","database":"up",…}
```
Ohne veröffentlichten Port geht die Frage an den Container statt an den Host
— das Abbild bringt einen `HEALTHCHECK` mit:
```bash
docker inspect --format '{{.State.Health.Status}}' nebula-app # healthy
```
## 5 · Ersten Zugang anlegen
Ruf `https://nebula.deine-domain.de/setup` auf (nach Schritt 6) oder
vorübergehend über einen SSH-Tunnel:
```bash
ssh -L 3000:127.0.0.1:3000 benutzer@server
# dann lokal http://localhost:3000/setup öffnen
```
Dort legst du das Administratorkonto an und wählst die Betriebsart.
**Danach ist `/setup` dauerhaft gesperrt.**
Anschließend gleich unter *Mein Konto*:
1. **Passkey hinzufügen** — geht erst, wenn TLS steht
2. **Zwei-Faktor einrichten** und die Wiederherstellungscodes wegschreiben
## 6 · Reverse Proxy mit TLS
Nebula bringt keinen eigenen TLS-Abschluss mit. Beispiel mit **Caddy**, das
Zertifikate von selbst besorgt und erneuert:
```caddyfile
# /etc/caddy/Caddyfile
nebula.deine-domain.de {
reverse_proxy 127.0.0.1:3000
}
```
```bash
sudo systemctl reload caddy
```
Das genügt. Caddy setzt `X-Forwarded-*` von selbst, holt das Zertifikat bei
Let's Encrypt und leitet `http` auf `https` um.
Läuft der Proxy selbst als Container im geteilten Netz (die Variante ohne
veröffentlichte Ports), lautet das Ziel stattdessen `nebula:3000` —
Docker löst den Alias auf:
```caddyfile
nebula.deine-domain.de {
reverse_proxy nebula:3000
}
```
Dasselbe mit nginx
```nginx
server {
listen 443 ssl http2;
server_name nebula.deine-domain.de;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/nebula.deine-domain.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/nebula.deine-domain.de/privkey.pem;
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:3000;
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
}
}
```
Zertifikat mit `certbot --nginx -d nebula.deine-domain.de`.
> Steht `APP_URL` auf `https://…`, setzt Nebula das `Secure`-Flag auf die
> Sitzungscookies. Läuft der Proxy auf `https`, die `APP_URL` aber noch auf
> `http`, funktioniert die Anmeldung — nur ohne dieses Flag. Also beides
> gleichziehen.
## 7 · Firewall
```bash
sudo ufw allow 22/tcp
sudo ufw allow 80,443/tcp
sudo ufw enable
```
Port 3000 bleibt **zu**, 5432 wird ohnehin nie veröffentlicht. Die Firewall
ist hier der zweite Riegel, nicht der erste.
> Docker schreibt seine Portfreigaben direkt in `iptables` und geht dabei an
> `ufw` **vorbei**. Eine Freigabe auf `0.0.0.0` steht also im Netz, auch wenn
> `ufw` sie zu melden scheint. Genau deshalb wird hier an `127.0.0.1`
> gebunden, statt sich auf die Firewall zu verlassen.
## 8 · Sicherungen automatisieren
`scripts/backup.sh` legt einen `pg_dump` unter `backups/` ab. Täglich per
Cron:
```bash
crontab -e
```
```cron
# Jede Nacht um 3:15 sichern, 30 Tage aufheben
15 3 * * * cd /opt/nebula && ./scripts/backup.sh >> /var/log/nebula-backup.log 2>&1
30 3 * * * find /opt/nebula/backups -name '*.sql.gz' -mtime +30 -delete
```
Zurückspielen:
```bash
./scripts/restore.sh backups/nebula-2026-07-27-03-15-00.sql.gz
```
> Die Sicherungen liegen auf **demselben Server**. Das hilft gegen einen
> verpatzten Import, nicht gegen einen Plattenausfall. Zieh sie regelmäßig
> woandershin — `rsync`, `restic`, was du ohnehin nutzt.
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## Updates
Dafür gibt es `scripts/update.sh`. Es macht alles in der richtigen
Reihenfolge und bricht ab, sobald ein Schritt scheitert:
```bash
cd /opt/nebula
./scripts/update.sh
```
Was es tut:
| Schritt | |
| --- | --- |
| **1 Prüfen** | docker, compose, `.env` da? Ist `APP_SECRET` gesetzt und nicht mehr der Entwicklungswert? |
| | *(alles ohne Node — das Skript liest die Version selbst aus der `package.json`)* |
| **2 Holen** | `git pull --ff-only`; zeigt die neuen Commits und fragt nach |
| **3 Sichern** | `pg_dump` **vor** jeder Schemaänderung |
| **4 Bauen** | Erst bauen, dann umschalten — ein gescheiterter Bau lässt die alte Fassung laufen |
| **5 Starten** | Container neu; die Migrationen laufen im Entrypoint |
| **6 Prüfen** | Bis zu zwei Minuten warten, bis der Container sich gesund meldet |
Scheitert die Gesundheitsprüfung, zeigt das Skript die letzten Logzeilen und
nennt den Weg zurück.
```bash
./scripts/update.sh --yes # ohne Rückfrage, für Cron
./scripts/update.sh --ref v1.4.0 # auf eine bestimmte Fassung
./scripts/update.sh --no-pull # nur neu bauen, ohne git pull
```
### Wenn doch etwas schiefgeht
```bash
# Zurück auf den vorigen Stand (die Kennung nennt das Skript beim Abbruch)
git checkout
./scripts/update.sh --no-pull --yes
# Nur wenn eine Migration die Daten beschädigt hat:
./scripts/restore.sh backups/.sql.gz
```
> **Migrationen werden nicht zurückgerollt.** Eine Migration, die eine Spalte
> entfernt, ist nicht umkehrbar — deshalb sichert das Skript vorher. Steht
> ein Update mit Datenmigration an, lies vorher den Änderungsverlauf
> (Versionsnummer in der Fußzeile).
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## Betrieb
### Zustand ansehen
```bash
docker compose --profile full ps
docker compose --profile full logs -f app
curl -s localhost:3000/api/health
```
### Neu starten
```bash
docker compose --profile full restart app
```
### Speicher- und Plattenverbrauch
```bash
docker stats --no-stream nebula-app nebula-db
docker system df
docker image prune -f # alte Abbilder nach mehreren Updates
```
### Automatischer Abgleich
Standardmäßig **aus**. Einzuschalten unter *Admin-Einstellungen →
Automatischer Abgleich*: Abstand, Repositories je Durchlauf, ob fertige
Projekte ausgelassen werden. Der Zeitgeber läuft im Serverprozess selbst —
kein zusätzlicher Container, kein Cron.
Wer lieber von außen taktet, lässt ihn aus und ruft
`POST /api/admin/sync/run` auf.
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## Härtung, die schon eingebaut ist
Damit du weißt, worum du dich **nicht** kümmern musst:
- Der Container läuft als **unprivilegierter Benutzer** (`nextjs`, UID 1001),
nicht als root.
- **Content-Security-Policy** mit Nonce, `strict-dynamic` und ohne
`unsafe-inline` für Skripte.
- **CSRF-Prüfung** über `Sec-Fetch-Site`/`Origin` bei jedem schreibenden
Zugriff.
- **SSRF-Schutz** bei allen ausgehenden Aufrufen: jede Adresse wird
aufgelöst und gegen Loopback, Link-Local und Metadaten-Endpunkte geprüft,
Weiterleitungen eingeschlossen.
- **Ratenbegrenzung** auf Anmeldung, ausgehende Abrufe und schreibende
Zugriffe; Kontosperre nach acht Fehlversuchen.
- **Git-Tokens** liegen AES-256-GCM-verschlüsselt in der Datenbank und
verlassen den Server nie — auch nicht im Export.
- Der **Bildoptimierer** von Next ist abgeschaltet: Nebula benutzt ihn nicht,
und `/_next/image` wäre sonst eine Angriffsfläche ohne Gegenwert.
### Was du beisteuern musst
- **TLS** über den Reverse Proxy
- **`APP_SECRET`** lang und zufällig
- **Datenbankport** nicht nach außen öffnen
- **Sicherungen** wegschaffen
- **Systemupdates**: `unattended-upgrades` für das Betriebssystem,
`./scripts/update.sh` für Nebula
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## Mehrbenutzerbetrieb
Nebula kann beides. Im Einzelbetrieb gibt es genau ein Konto und keine
Registrierung. Umschalten unter *Admin-Einstellungen*.
Wichtig zu wissen: **Projekte sind zwischen Konten hart getrennt.** Auch ein
Administrator sieht fremde Projekte nicht — er verwaltet Konten, keine
Inhalte. Wer gemeinsam an einem Projekt arbeiten will, ist mit Nebula falsch
beraten; das ist [bewusst nicht](ROADMAP.md) vorgesehen.
Die Selbstregistrierung ist standardmäßig aus. Lass sie aus, wenn die
Instanz aus dem Internet erreichbar ist und du nicht willst, dass sich
Fremde Konten anlegen.