From 367d9c540b8f87e959582b582c086b98a95252ef Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Florian Wilde Date: Mon, 24 Aug 2026 01:43:00 +0200 Subject: [PATCH] Bremsen, Sperren und CSP: die offenen Punkte schliessen MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit S3: Aus der Kontosperre wird eine Wartezeit. Die alte Sperre wies auch das richtige Passwort ab — wer die Adresse eines Administrators kannte, konnte ihn alle 15 Minuten neu aussperren. Jetzt bleiben vier Fehlversuche folgenlos, danach verdoppelt sich die Wartezeit bis zu einer Minute. Der Besitzer kommt spaetestens nach einer Minute hinein, ein Fremder bekommt einen Versuch pro Minute. Ausgewertet wird sie vor der Passwortpruefung, damit ein ohnehin abgewiesener Versuch keine 128 MiB kostet. S4: Drei Stufen statt einer. Die Bremse je Absender liest X-Forwarded-For nur noch mit TRUST_PROXY=true — ohne Proxy waehlt den Wert jeder Aufrufer selbst, und eine so umgehbare Bremse ist eine Behauptung. Dazu die Wartezeit je Konto, die an der Datenbank haengt, und eine Obergrenze fuer die ganze Installation: 60 Passwortpruefungen und 120 Rueckmeldungen je Minute. Die letzte Stufe ist die einzige, die sich nicht ueber Kopfzeilen umgehen laesst, und sie schuetzt den Speicher. CSP: Eine vollstaendige Policy mit Nonce je Anfrage, strict-dynamic, default-src self, object-src none, base-uri und form-action self. Skripte ohne den Nonce dieser Anfrage laufen nicht mehr. Zwei Lockerungen bleiben und stehen begruendet in der Doku: style-src erlaubt unsafe-inline, weil ein Nonce keine style-Attribute deckt, und media-src erlaubt https, weil der Typ Video ausdruecklich Direktlinks annimmt. Protokoll: Sicherheitsereignisse als JSON auf die Standardausgabe — Fehlversuche, OIDC-Verknuepfungen samt abgelehnten, Vergabe von Administratorrechten. Ohne Passwoerter, Token und Adressen. Refs #20 --- .env.example | 11 ++ README.md | 10 +- docker-compose.yml | 3 + docs/sicherheit.md | 134 +++++++++++++++++++----- src/app/api/auth/oidc/callback/route.ts | 20 ++++ src/app/api/auth/route.ts | 79 ++++++++++---- src/app/api/feedback/route.ts | 43 +++++++- src/app/layout.tsx | 12 ++- src/lib/auth/protokoll.ts | 43 ++++++++ src/lib/auth/throttle.ts | 130 ++++++++++++++++++++--- src/proxy.ts | 80 ++++++++++++-- 11 files changed, 487 insertions(+), 78 deletions(-) create mode 100644 src/lib/auth/protokoll.ts diff --git a/.env.example b/.env.example index 5cc4282..b9f9d55 100644 --- a/.env.example +++ b/.env.example @@ -24,6 +24,17 @@ APP_PORT=3000 # Wer den Zugang verliert, setzt den Wert auf false und startet neu. AUTH_ENABLED=true +# Steht ein Reverse Proxy davor, der `X-Forwarded-For` selbst setzt? +# false — Vorgabe. Die Kopfzeile wird nicht gelesen. Ohne Proxy koennte +# sie jeder Aufrufer selbst waehlen; eine Bremse, die sich so +# umgehen laesst, waere eine Behauptung. +# true — Nur setzen, wenn wirklich ein Proxy davorsteht und die Kopfzeile +# ueberschreibt. Sonst schenkst du jedem Aufrufer beliebig viele +# Anmeldeversuche. +# Unabhaengig davon gelten immer: die Wartezeit je Konto und die Obergrenze +# fuer die ganze Installation. +TRUST_PROXY=false + # Groesste erlaubte Datei fuer die Typen "PDF" und "Bild", in Megabyte. # Die Dateien liegen in der Datenbank — wer die sichert, hat alles. Sehr # grosse Werte machen die Sicherung entsprechend schwer. diff --git a/README.md b/README.md index 70032ce..3732610 100644 --- a/README.md +++ b/README.md @@ -291,7 +291,7 @@ sie eintragen. | --- | --- | --- | | `X-Forwarded-Proto` | erkennt, dass die Verbindung über HTTPS läuft | Der Sitzungs-Cookie wird ohne `Secure` gesetzt und ginge auch über eine unverschlüsselte Verbindung mit | | `X-Forwarded-Host` | die aufgerufene Domain — für mehrere Domains und für die Anmeldung | Kurz-URLs unter Zweitdomains werden nicht zugeordnet | -| `X-Forwarded-For` | Absender für die Bremse gegen Durchprobieren | Alle Aufrufe zählen als derselbe Absender | +| `X-Forwarded-For` | Absender für die Bremse gegen Durchprobieren | Die Bremse je Absender entfällt; Wartezeit je Konto und Obergrenze der Instanz greifen weiter | Für ein reines nginx (ohne NPM) heißt das: @@ -305,6 +305,14 @@ proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for; Bei **Traefik** und **Caddy** ist nichts zu tun — beide setzen die Kopfzeilen von sich aus. +> **`TRUST_PROXY=true` erst setzen, wenn der Proxy wirklich steht.** Die +> Anwendung liest `X-Forwarded-For` nur mit dieser Angabe. Ohne Proxy könnte +> die Kopfzeile jeder Aufrufer selbst wählen und sich damit beliebig viele +> Anmeldeversuche verschaffen — eine Bremse, die sich so umgehen lässt, wäre +> eine Behauptung. Zwei Bremsen wirken unabhängig davon immer: die Wartezeit +> je Konto und die Obergrenze für die ganze Installation. Näheres in +> [docs/sicherheit.md](docs/sicherheit.md). + ### Größe der Uploads PDFs und Bilder gehen durch den Proxy. nginx bricht Anfragen oberhalb von diff --git a/docker-compose.yml b/docker-compose.yml index 62584e5..7237a44 100644 --- a/docker-compose.yml +++ b/docker-compose.yml @@ -40,6 +40,9 @@ services: # Ohne Angabe: an. Abgeschaltet wird nur, wer ausdruecklich # AUTH_ENABLED=false setzt — siehe .env.example. AUTH_ENABLED: ${AUTH_ENABLED:-true} + # Nur einschalten, wenn wirklich ein Proxy davorsteht — siehe + # .env.example. + TRUST_PROXY: ${TRUST_PROXY:-false} MAX_UPLOAD_MB: ${MAX_UPLOAD_MB:-10} SESSION_IDLE_DAYS: ${SESSION_IDLE_DAYS:-30} SESSION_MAX_DAYS: ${SESSION_MAX_DAYS:-90} diff --git a/docs/sicherheit.md b/docs/sicherheit.md index 164b185..34a2096 100644 --- a/docs/sicherheit.md +++ b/docs/sicherheit.md @@ -231,6 +231,105 @@ gesetztes `X-Forwarded-Host` macht die Anfrage zu einer, die erst einen CORS-Vorabflug bestehen müsste, den die Anwendung nicht beantwortet. Das verbleibende Unbehagen ist das Vertrauensmodell insgesamt; dazu unten mehr. +### 15. Die Kontosperre konnte den Besitzer aussperren + +**Befund:** Acht Fehlversuche sperrten ein Konto für 15 Minuten — auch gegen +das **richtige** Passwort. Wer die Adresse eines Administrators kannte, +konnte die Sperre alle 15 Minuten erneuern und die Verwaltung praktisch +dauerhaft schließen. Ein Nachweis, dass der Anfragende der Kontoinhaber ist, +war dafür nicht nötig. + +**Behoben:** Aus der Sperre wurde eine **Wartezeit**. Die ersten vier +Fehlversuche bleiben folgenlos, danach verdoppelt sie sich bis zu einer +Minute: + +| Fehlversuche | Wartezeit | +| --- | --- | +| bis 4 | keine | +| 5 | 1 s | +| 7 | 4 s | +| 10 | 32 s | +| ab 11 | 60 s | + +Für den Besitzer heißt das im schlimmsten Fall eine Minute statt einer +Viertelstunde Aussperrung. Für jemanden, der Passwörter durchprobiert, einen +Versuch pro Minute — das ist die eigentliche Aufgabe der Bremse, und die +erfüllt sie weiterhin. + +Die Wartezeit wird **vor** der Passwortprüfung ausgewertet. Ein Versuch, der +ohnehin abgewiesen wird, kostet damit keine 128 MiB. + +### 16. Die Bremsen ließen sich über eine Kopfzeile umgehen + +**Befund:** Der Absender wurde aus `X-Forwarded-For` gelesen. Ohne +vorgeschalteten Proxy — und die mitgelieferte Compose-Konfiguration +veröffentlicht den Port direkt — wählt ihn jeder Aufrufer selbst und umgeht +damit Login- wie Feedback-Bremse. + +**Behoben:** Drei Stufen statt einer, in `src/lib/auth/throttle.ts`: + +1. **Je Absender** — nur noch, wenn `TRUST_PROXY=true` gesetzt ist. Ohne + diese Angabe wird die Kopfzeile gar nicht gelesen. Eine Bremse, die sich + mit einem selbst gewählten Wert umgehen lässt, ist keine; dann lieber + ehrlich keine. +2. **Je Konto** — die Wartezeit aus Punkt 15. Sie hängt an der Kennung des + Kontos, nicht an einer Kopfzeile, und ist deshalb nicht zu umgehen. +3. **Für die ganze Installation** — eine Obergrenze von 60 Passwortprüfungen + je Minute, und 120 Rückmeldungen je Minute. Das ist die Stufe, die den + Speicher schützt: Ohne sie könnte jemand mit genügend gleichzeitigen + Anfragen den Server allein über die Hash-Berechnung lahmlegen. + +Was bleibt: Die Zähler liegen im Arbeitsspeicher eines Prozesses. Bei +mehreren Instanzen bräuchte es einen gemeinsamen Zähler — siehe „Offen“. + +### 17. Skripte liefen ohne Content-Security-Policy + +**Befund:** Die Policy bestand aus `frame-ancestors 'none'`. Gegen +eingeschleusten Skriptcode wirkte sie nicht. + +**Behoben:** Eine vollständige Policy mit **Nonce je Anfrage**. Skripte +laufen nur, wenn sie den Nonce dieser einen Anfrage tragen oder von einem +Skript geladen wurden, das selbst einen hatte (`strict-dynamic`). Ein +Skript, das über eine Lücke in die Seite gerät, hat keinen — und läuft +nicht. + +Dazu `default-src 'self'`, `object-src 'none'`, `base-uri 'self'`, +`form-action 'self'`. `frame-src` nennt ausschließlich die beiden +Video-Anbieter, die der Typ „Video“ einbetten kann. + +**Zwei bewusste Lockerungen**, damit sie nicht als Versehen gelesen werden: + +- `style-src` erlaubt weiterhin `'unsafe-inline'`. Ein Nonce wirkt nur auf + `