Im Betrieb aufgetreten: Die Anwendung lief hinter einem Reverse Proxy unter
einer Domain, in der .env stand aber noch die interne Adresse aus der
Einrichtung. Der Anmeldeknopf setzt den Cookie mit dem laufenden Vorgang auf
dem Host, ueber den der Browser da ist — die Rueckkehradresse fuer den
Anbieter kommt dagegen aus BASE_URL. Der Anbieter schickte den Browser also
auf den anderen Host, der Cookie blieb zurueck, und am Ende stand „Der
Anmeldevorgang ist abgelaufen". Eine Meldung, die die Ursache gut versteckt.
Jetzt prueft der Start beide Adressen und bricht sofort mit einer Erklaerung
ab. Auf dem Bildschirm steht nur die aufgerufene Adresse — die interne gehoert
ins Protokoll, nicht auf eine Seite, die jeder sieht.
Aus demselben Grund faellt der Hinweis „Die Anmeldung mit Passwort ist
abgeschaltet (OIDC_ONLY=true)" weg. Wie die Anmeldung eingerichtet ist, geht
Fremde nichts an; wer hierher gehoert, sieht den einen Knopf und weiss, was zu
tun ist. Beim allerersten Aufruf bleibt der Hinweis, dass der Erste
Administrator wird — der ist dann nuetzlich.
Dazu die Anleitungen: Der Reverse-Proxy-Abschnitt im README nennt jetzt die
drei Kopfzeilen, die die Anwendung vom Proxy erwartet, und was ohne sie
passiert; dazu client_max_body_size fuer Uploads, ein Weg zum Nachpruefen und
die Frage, fuer wen die Codes erreichbar sein sollen. In authentik.md steht,
warum BASE_URL und die Adresse im Browser dieselbe sein muessen.
Zehn Befunde, alle behoben. Die wichtigsten:
scrypt lief mit N=2^15; das OWASP Password Storage Cheat Sheet nennt 2^17.
Jetzt 2^17, alte Hashes bleiben gueltig und werden beim naechsten Anmelden
still erneuert — das ist der einzige Moment, in dem das Klartextpasswort
vorliegt.
Passwoerter hatten keine Obergrenze. Ein Passwort von mehreren Megabyte haette
scrypt beschaeftigt, und zwar an einem Endpunkt ohne Anmeldung. Jetzt 128
Zeichen, geprueft vor dem Hashen.
Als CSRF-Schutz gab es nur SameSite=Lax. Das Merkblatt sagt ausdruecklich,
dass das allein nicht genuegt — besonders beim Upload, der multipart
entgegennimmt und damit von einem fremden Formular erreichbar waere. Jetzt
wird bei jedem schreibenden Zugriff der Origin gegen den Host der Anfrage
geprueft (nicht gegen BASE_URL, die Anwendung laeuft unter mehreren Domains).
Es gab keinen einzigen Schutzheader — die Verwaltung liess sich einbetten und
per Clickjacking fernsteuern. Jetzt frame-ancestors none, X-Frame-Options,
nosniff, Referrer-Policy und Permissions-Policy; X-Powered-By ist weg.
Sitzungen hatten keine absolute Obergrenze: eine gestohlene Sitzung haette
durch regelmaessige Nutzung unbegrenzt weitergelebt. Jetzt SESSION_MAX_DAYS
neben SESSION_IDLE_DAYS, beide einstellbar.
Dazu: Secure auch hinter einem TLS-Proxy, weniger Auskunft ueber fremde
Konten bei der Anmeldung, eine Bremse je Absender gegen breites
Durchprobieren, Ersteinrichtung ohne Wettlauf, und abgelaufene Sitzungen
werden aufgeraeumt.
Die Datei heisst proxy.ts statt middleware.ts — Next 16 hat die Konvention
umbenannt. /api/uploads bleibt davon ausgenommen: Der Proxy puffert
Anfragekoerper nur bis 10 MB, eine Datei an der Groessengrenze kaeme sonst
unvollstaendig an. Die Herkunftspruefung macht die Route dort selbst.
Befund, Begruendungen und was bewusst offen bleibt: docs/sicherheit.md
Anmeldefluss mit PKCE (S256), State und Nonce. Das ID-Token wird gegen den
JWKS des Anbieters geprueft — Signatur, Aussteller, Empfaenger, Ablauf und
Nonce; alles Noetige kommt aus dem Discovery-Dokument, damit die Anbindung
nicht auf Authentik festgelegt ist.
Wiedererkannt wird jemand an der Kennung des Anbieters (sub), nicht an der
E-Mail-Adresse — Adressen aendern sich. Ein bestehendes Konto mit derselben
Adresse wird verknuepft statt verdoppelt, aber nur bei bestaetigter Adresse:
sonst koennte sich beim Anbieter jemand eine fremde Adresse eintragen und
damit ein hiesiges Konto uebernehmen.
Uebernommen wird bewusst nur, wer jemand ist — plus die Instanz-Administration,
wenn OIDC_ADMIN_GROUP gesetzt ist. Gruppen und Rollen bleiben Sache dieser
Anwendung: die Gruppen im Verzeichnis bedeuten etwas anderes als die hier.
Konten aus dem Verzeichnis haben kein Passwort mehr (passwordHash ist jetzt
optional); Konto-Bereich und Passwort-Anmeldung sagen das statt an einer
leeren Pruefung zu scheitern.
Anleitung mit allen Feldern in Authentik: docs/authentik.md
Zwei berechtigte Rueckmeldungen von Florian:
1. In der Benutzerverwaltung standen die Passwortfelder auf type='text',
das Passwort war also im Klartext lesbar - vor fremden Augen und in
jeder Bildschirmuebertragung. Alle Passwortfelder nutzen jetzt ein
gemeinsames PasswordInput: verdeckt als Voreinstellung, mit Auge zum
Aufdecken. Weil ein Administrator das Passwort weitergeben muss, gibt es
daneben einen Generator fuer ein zufaelliges, vorlesbares Passwort in
Vierergruppen.
2. Es gab keinen Kontobereich. Neu ist /konto mit Profil, den eigenen
Gruppen samt Rollenerklaerung, Passwortwechsel und Abmelden. Im
Kopfbereich fuehrt ein Namenskuerzel dorthin. Ist die Anmeldung
ausgeschaltet, steht dort 'Ohne Anmeldung' und die Seite erklaert, wie
man sie einschaltet - vorher suchte man den Abmelden-Knopf vergeblich.
Dabei eine echte Luecke geschlossen: ein Benutzer konnte sein Passwort gar
nicht selbst aendern, nur ein Administrator konnte es setzen. Der Wechsel
verlangt das bisherige Passwort, lehnt ein identisches ab und beendet alle
anderen Sitzungen - die eigene bleibt bestehen.
Nebenbei: die Betriebsart-Knoepfe im Generator haben jetzt data-mode. Ueber
aria-pressed waren sie nicht mehr eindeutig, seit das Passwortfeld einen
eigenen Umschalter hat.
Geprueft: 63 Pruefungen fuer Anmeldung inkl. Passwortwechsel und Konto,
dazu 280 bestehende bei ausgeschalteter Anmeldung.
Umschaltbar ueber AUTH_ENABLED in der .env. Steht sie auf false, verhaelt
sich alles wie bisher - geprueft mit den 200 bestehenden Pruefungen.
Kern ist eine Actor- und Policy-Schicht: getActor() liefert bei
ausgeschalteter Anmeldung einen system-Actor mit Vollzugriff, sonst den
angemeldeten Benutzer. Dadurch braucht keine einzige Route ein
'if (anmeldungAktiv)' - sie fragen alle nur can() bzw. requirePermission().
- Datenmodell: User, Session, Group, Membership; Codes bekommen Gruppe und
Ersteller. Die Migration legt eine Standardgruppe an und ordnet ihr
bestehende Codes zu, bevor die Spalte verpflichtend wird - sonst
scheiterte sie auf jeder bereits benutzten Installation.
- Passwoerter mit scrypt aus der Node-Standardbibliothek. Bewusst kein
Argon2: das braeuchte ein natives Modul passend zur Container-Plattform.
- Sitzungen in der Datenbank, im Cookie nur ein Zufallstoken; gespeichert
wird dessen SHA-256. Deaktivieren oder ein neues Passwort beendet alle
offenen Sitzungen sofort.
- Aussperrschutz: der letzte aktive Administrator kann sich nicht selbst
entmachten, deaktivieren oder loeschen. Der Schalter liegt in der .env,
nicht in der Oberflaeche - so bleibt der Weg zurueck immer offen.
- Ersteinrichtung legt den ersten Administrator an und schliesst sich danach.
- Die Weiterleitung /r/{slug} bleibt oeffentlich, sonst liesse sich kein
gedruckter Code mehr scannen.
Zwei Fehler dabei gefunden und behoben:
- 'return handleLogin(...)' innerhalb eines try-Blocks gibt das Promise
zurueck, bevor es sich aufloest. Die Ablehnung kam nie im catch an und
wurde zu einem nackten 500er statt einer 401. Jetzt mit await.
- Die Fehlerklassen wurden ueber instanceof erkannt. type-module.ts landet
aber sowohl im Server- als auch im Client-Buendel, es gibt also zwei
Klassenidentitaeten - saubere 400er wurden dadurch still zu 500ern. Die
Erkennung laeuft jetzt ueber eine Eigenschaft.
Geprueft: 51 neue Pruefungen fuer Anmeldung und die vollstaendige
Rollenmatrix, dazu die 200 bestehenden bei ausgeschalteter Anmeldung.