docs(betrieb): Handbuch, Bedrohungsanalyse, geprobte Sicherung (#029)

Handbuch mit Bildern fuer alle Ablaeufe, darunter der Kern-
Anwendungsfall und der Deployment-Zugang fuer Claude Code.
Betriebsdoku zu Installation, authentik und Reverse Proxy sowie eine
Bedrohungsanalyse mit Notfallplan fuer den Fall, dass sshkv selbst
kompromittiert wird.

Sicherung und Wiederherstellung als Skripte, auf einem Wegwerf-Stapel
geprobt. Dabei fielen zwei Fehler auf: das Schema der Warteschlange
liess sich nicht zurueckspielen, und ein Abbruch ohne Transaktion
loeschte es halb. Jetzt nur Schema public, in einer Transaktion, mit
Pruefwert des Master-Keys. Der Worker startet nicht, wenn der
Master-Key nicht zur Datenbank passt.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
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2026-10-12 16:46:38 +02:00
co-authored by Claude Opus 5.5
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# Sicherheit und Bedrohungsanalyse
SSHKeyVault (`sshkv`) verwaltet die SSH-Zugänge zu Servern – und hat dafür selbst
**root-gleichen Zugriff auf alle verwalteten Hosts**. Wer sshkv übernimmt, übernimmt die
Infrastruktur. Diese Seite beschreibt, wie sshkv aufgebaut ist, um das zu erschweren, was
trotzdem passieren kann und was im Ernstfall zu tun ist.
## Was sshkv besitzt
| Wert | Wo | Schutz |
|---|---|---|
| **Deployment-Key** (Private Key) | Datenbank, verschlüsselt | Envelope Encryption mit Master-Key; nur der Worker entschlüsselt |
| **Private Keys** von Service-Schlüsseln | Datenbank, verschlüsselt | wie oben; Anzeige nur für Admins mit frischer Bestätigung, protokolliert |
| **Master-Key** | Datei auf dem Docker-Host, nur im Worker eingebunden | Dateirechte 0400, nicht in der Datenbank, nicht im Image, nicht im Repo |
| `SSHKV_APP_SECRET` | `.env` | signiert Sitzungen, verschlüsselt TOTP-Geheimnis, SMTP-Passwort, Webhook-Geheimnis und Job-Transporte |
| Host-Keys der Hosts | Datenbank | öffentlich; schützen vor Man-in-the-Middle (strikte Prüfung) |
| Protokoll | Datenbank | append-only per Trigger, Hash-Kette, optional Syslog |
**Personen-Keys** speichert sshkv nur als Public Key – ein Datenbankregel verhindert, dass dort je ein
Private Key steht. Bootstrap-Passwörter werden nie gespeichert.
## Aufbau, der Angriffe erschwert
- **Web und Worker getrennt.** Der Webprozess kennt den Master-Key nicht und spricht kein SSH. Eine
Lücke in der Weboberfläche allein entschlüsselt keine Private Keys; ein Test hält strukturell fest,
dass der Webprozess nichts aus `src/worker` importiert und nur eine einzige Datei die
verschlüsselten Felder liest.
- **Envelope Encryption** (AES-256-GCM): je Private Key ein eigener Datenschlüssel, gebunden an ID und
Fingerprint des Schlüssels. Ein Datenbank-Dump allein gibt keinen Schlüssel preis (Test).
- **Strikte Host-Key-Prüfung** bei jeder Verbindung. Ein geänderter Host-Key bricht die Verbindung vor
dem Senden von Zugangsdaten ab; Ersetzen nur mit Häkchen und frischer Bestätigung.
- **Dateien auf den Hosts** schreibt sshkv als jeweiliger Zielbenutzer (`runuser`): Ein Symlink im
Home eines Benutzers kann root nicht dazu bringen, `/etc/shadow` zu lesen oder zu überschreiben
(Integrationstest).
- **Dry-Run mit optimistischer Sperre:** Ausgerollt wird nur, was ein Mensch gesehen hat. Hat sich die
Datei oder die Zuweisung seitdem geändert, bricht der Vorgang ab.
- **Rollen:** Private Keys anzeigen, ausrollen und löschen, Deployment-Key, Zielkonten mit sudo und
Massenwiderruf nur für Admins; kritische Aktionen zusätzlich mit erneuter Anmeldung (5 Minuten).
Ohne passende authentik-Gruppe gibt es keinen Zugang, auch keinen lesenden.
- **Notfall-Admin** nur mit Passwort **und** TOTP; Rate-Limit gegen Raten.
- **Weboberfläche:** Content-Security-Policy mit Nonce, `X-Frame-Options: DENY`, `Referrer-Policy:
no-referrer`, HttpOnly-/SameSite-Cookies, Secure hinter HTTPS; Server Actions mit Origin-Prüfung.
## Was passiert, wenn sshkv kompromittiert wird?
| Angreifer hat … | Folge | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| nur ein **Datenbank-Backup** | Hosts, Zuweisungen, Public Keys, Protokoll sichtbar; **keine** Private Keys | Backup trotzdem vertraulich behandeln (verrät die Struktur der Infrastruktur) |
| **Datenbank + Master-Key** | alle Private Keys inkl. Deployment-Key → root auf allen Hosts | Master-Key getrennt aufbewahren; Notfallplan unten |
| die **Weboberfläche** als Admin (gestohlene Sitzung) | kann Schlüssel zuweisen und ausrollen; Private Keys nur nach erneuter Anmeldung | kurze Sitzungen (8 h), Re-Auth, Protokoll + Syslog zeigen jede Aktion |
| den **Webprozess** (Codeausführung) | Datenbankzugriff, aber kein Master-Key | Worker getrennt; Master-Key nur im Worker-Container |
| den **Worker** oder Docker-Host | alles | Host härten, nur internes Netz, Updates, Zugriff auf den Docker-Host streng begrenzen |
| einen **verwalteten Host** | kann sshkv nicht angreifen; sieht nur den Public Key des Deployment-Keys | — |
### Notfallplan „sshkv kompromittiert“
1. **Sofort:** Netzwerkzugang zu sshkv sperren (Firewall/VPN), Container anhalten
(`docker compose stop`). Die Hosts bleiben erreichbar – sshkv ist kein Teil des Logins.
2. **Deployment-Key auf allen Hosts entfernen:** Auf jedem Host in `~sshkv/.ssh/authorized_keys`
(bzw. `/root/.ssh/authorized_keys` bei Anmeldeart root) die Zeile mit `sshkv-deployment@…` löschen
und `/etc/sudoers.d/sshkv` entfernen. Mit einem Konfigurationsmanagement oder einer Schleife über
die Hostliste (CSV-Export der Zuweisungen bzw. Hostliste).
3. **Ausgerollte Service-Keys tauschen:** Jeder Private Key, den sshkv kannte, gilt als bekannt.
Nach dem Wiederaufbau alle Service-Schlüssel rotieren (geführte Rotation) und alte widerrufen.
4. **Neu aufsetzen:** neuer Master-Key, neues `SSHKV_APP_SECRET`, frische Datenbank oder geprüftes
Backup; der Worker erzeugt einen neuen Deployment-Key; Hosts per Bootstrap neu aufnehmen.
5. **Protokoll auswerten:** Syslog-Kopie (unveränderlich außerhalb von sshkv) mit dem Protokoll
vergleichen; `protokoll_kette_pruefen()` zeigt manipulierte Zeilen.
> Eine eingebaute **Rotation des Deployment-Keys** gibt es noch nicht (siehe `docs/issues`). Bis dahin
> ist Schritt 2 Handarbeit.
## Betriebsregeln
- **Nur intern betreiben.** Die Weboberfläche gehört ins interne Netz oder hinter ein VPN, nie ins
Internet. Compose bindet standardmäßig nur an `127.0.0.1`; ein Reverse Proxy mit TLS steht davor
(siehe [installation.md](installation.md)).
- **Docker-Host wie einen Bastion-Host behandeln:** wenige Admins, SSH nur mit Schlüssel, Updates,
keine anderen Dienste.
- **Master-Key** getrennt sichern, Rechte 0400, nur für den Worker-Benutzer lesbar.
- **Syslog** einschalten (`SSHKV_SYSLOG_*`), damit eine Kopie des Protokolls außerhalb von sshkv liegt.
- **Hosts:** `PermitRootLogin prohibit-password` (sshkv zeigt das als Hinweis an), Anmeldeart
„Dienstbenutzer“ bevorzugen – dann kann root-Login ganz aus bleiben.
- **Benachrichtigungen** für Drift und geänderte Host-Keys aktivieren, damit Abweichungen auffallen.