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SSHKeyVault – Handbuch

SSHKeyVault (sshkv) verwaltet SSH-Schlüssel zentral: Schlüsselpaare erzeugen, Public Keys in authorized_keys verteilen, Private Keys gezielt auf andere Hosts legen, Ist und Soll abgleichen – alles protokolliert. Installation und Betrieb: ../betrieb/installation.md, Sicherung: ../betrieb/sicherung.md, Sicherheit: ../betrieb/sicherheit.md.

Grundsatz: Auf einem Host ändert sich nur etwas, nachdem Sie einen Dry-Run gesehen und „Änderung anwenden“ geklickt haben. Alles, was sshkv in authorized_keys, ~/.ssh/config und known_hosts schreibt, steht in einem verwalteten Block:

# BEGIN SSHKV MANAGED – nicht manuell bearbeiten
…
# END SSHKV MANAGED

Zeilen außerhalb dieses Blocks bleiben unverändert – außer Sie übernehmen einen Schlüssel ausdrücklich in die Verwaltung.

  1. Anmelden
  2. Übersicht
  3. Einen Host aufnehmen
  4. Kern-Anwendungsfall: Host A meldet sich bei Host B an
  5. Deployment-Zugang für Claude Code mit dem Assistenten
  6. Abgleich, Drift und Übernahme
  7. Rotation und Widerruf
  8. Personen, Self-Service und Zuweisungsmatrix
  9. Vorlagen
  10. Private Key anzeigen oder löschen

1. Anmelden

Anmeldeseite

  • Mit authentik anmelden – der Normalfall. Ihre Rolle (Leser, Operator, Admin) kommt aus den authentik-Gruppen und wird bei jeder Anmeldung neu bestimmt.
  • Notfallzugang – nur, wenn authentik ausfällt. Anmeldename, Passwort und ein Code aus einer Authenticator-App. Bei der ersten Anmeldung richtet der Notfall-Admin den zweiten Faktor ein (QR-Code scannen, Code bestätigen).

Kritische Aktionen (Private Key anzeigen, Benutzer mit sudo anlegen, Massenwiderruf, Host-Key ersetzen) verlangen eine erneute Bestätigung; sie gilt fünf Minuten.

2. Übersicht

Übersicht

Kennzahlen, Hosts mit Abweichung, bald ablaufende Schlüssel und die letzten Aktionen. Von hier aus: Jetzt abgleichen (alle Hosts), Host-zu-Host-Assistent, Neuer Schlüssel.

3. Einen Host aufnehmen

Hosts → + Host anlegen: Name (z. B. srv-pve01), Adresse, Port, Gruppen, Tags. Bei Anmeldung ist „Dienstbenutzer sshkv mit sudo“ empfohlen – im auth.log des Hosts ist dann eindeutig zu sehen, was von sshkv kam, und root-Login kann aus bleiben.

Host-Key bestätigen. „Host-Key abrufen“ holt den Fingerprint, ohne sich anzumelden. Vergleichen Sie ihn direkt am Host:

ssh-keygen -lf /etc/ssh/ssh_host_ed25519_key.pub

Host-Key bestätigen

Erst nach „Fingerprint stimmt – vertrauen“ verbindet sich sshkv. Ändert sich der Host-Key später, bricht jede Verbindung ab und die Hostseite warnt deutlich – annehmen nur, wenn der Host wirklich neu installiert wurde.

Bootstrap. Zwei Wege, den Deployment-Key von sshkv auf den Host zu bringen:

  • Einmalig per Passwort (root oder ein Benutzer mit sudo). Das Passwort wird nicht gespeichert.
  • Per Befehl: den angezeigten Befehl auf dem Host einfügen, danach „Einrichtung prüfen“.

Eingerichteter Host

Danach zeigt die Hostseite den sshd-Befund. Steht dort „root darf sich per Passwort anmelden“, empfiehlt sich PermitRootLogin prohibit-password in /etc/ssh/sshd_config – sshkv ändert das nicht von sich aus.

4. Kern-Anwendungsfall: Host A meldet sich bei Host B an

Beispiel: Der Backup-Server srv-backup01 soll sich als root per SSH auf srv-pve01 anmelden. Beide Hosts sind aufgenommen (Kapitel 3).

1. Schlüssel erzeugen. Schlüssel → + Schlüssel anlegen → Erzeugen: Zweck „Backup srv-backup01 → srv-pve01“, Typ ed25519, optional Ablaufdatum. Keine Passphrase – ein Cronjob kann sie nicht eingeben.

Schlüssel anlegen

2a. Private Key auf A. In der Karte Private Key ausgerollt auf → + Ausrollen: Quell-Host srv-backup01, Benutzer root, Pfad ~/.ssh/id_ed25519_…. Mit Eintrag in ~/.ssh/config und Ziel-Host srv-pve01 legt sshkv einen Alias an und trägt den (bereits bestätigten) Host-Key von B in known_hosts von A ein. HostName ist die Adresse, unter der A den Host B erreicht.

2b. Public Key auf B. In der Karte Public Key ausgerollt auf → + Ausrollen: Ziel srv-pve01, Benutzer root, optional Einschränkungen wie from="10.0.0.12",no-pty.

2a und 2b sind unabhängig und jederzeit nachholbar.

3. Dry-Run und anwenden. Dry-Run starten zeigt je Host, was sich ändert – beim Private Key nur „wird angelegt“, nie den Inhalt.

Dry-Run

„Änderung anwenden“ schreibt genau das, was Sie gesehen haben (mit Sicherung der Dateien). Hat sich in der Zwischenzeit etwas auf dem Host geändert, bricht sshkv ab – dann den Dry-Run neu starten.

4. Verbindung testen. In der Private-Karte „Verbindung testen“ ruft auf A ssh -o BatchMode=yes <alias> true auf – genau das, was später der Cronjob braucht.

Ausgerollt und getestet

5. Deployment-Zugang für Claude Code mit dem Assistenten

Szenario: Claude Code auf srv-rz-claude-linux soll eine Anwendung per SSH auf srv-app01 ausrollen. Übersicht → Host-zu-Host-Assistent (nur Admins):

  1. Vorlage „Deployment-Zugang“ wählen, Zweck „Claude Code Deployment → srv-app01“. Die Vorlage setzt Benutzer deploy, 90 Tage Laufzeit, from="<IP von A>" und den Alias deploy-<Ziel>.
  2. Quelle: srv-rz-claude-linux, Benutzer, unter dem Claude Code läuft.
  3. Ziel: srv-app01, Benutzer deploy – „Benutzer anlegen“ ist vorgewählt; sudo nach Bedarf (keine, bestimmte Befehle mit Vorschau der sudoers-Datei, oder voll). Fingerprint von B bestätigen.

Assistent – Ziel

  1. Prüfen und „Vorbereiten“: sshkv erzeugt den Schlüssel, legt deploy an (frische Bestätigung nötig – sie öffnet sich in einem neuen Tab, Ihre Eingaben bleiben stehen) und legt die Zuweisungen an.
  2. Ausrollen: Dry-Run, anwenden, „Verbindung von A nach B testen“.

Assistent – fertig

Claude Code kann danach einfach ssh deploy-srv-app01 benutzen. Wählen Sie root als Ziel, warnt der Assistent: Ein KI-Agent hätte dann uneingeschränkten Zugriff.

Nach Projektende (oder Ablaufdatum): auf der Schlüsselseite Widerrufen – entfernt Public und Private Key, config- und known_hosts-Eintrag und auf Wunsch den Benutzer deploy samt sudoers-Datei.

6. Abgleich, Drift und Übernahme

Nachts um 02:30 (einstellbar) und auf Knopfdruck vergleicht sshkv jeden Host mit dem Soll. Gefunden werden fehlende Schlüssel, von Hand geänderte Blöcke, unbekannte Schlüssel außerhalb des Blocks, falsche Rechte von ~/.ssh und veränderte Private Keys. Der Abgleich ändert auf dem Host nichts.

Abgleich

Ein unbekannter Schlüssel lässt sich übernehmen: nur als bekannt aufnehmen (der Befund verschwindet) oder „in den verwalteten Block holen“ – dann wandert die Zeile beim nächsten Ausrollen (mit Dry-Run) in den Block.

7. Rotation und Widerruf

Rotieren (Schlüsselseite): Ein neuer Schlüssel kommt an alle Stellen des alten, der Alias in ~/.ssh/config zeigt auf die neue Datei, die Verbindungen werden getestet – erst dann wird der alte entfernt. Die Rotation lässt sich jederzeit fortsetzen.

Rotation

Widerrufen (Schlüsselseite, Gefahr-Knopf): Der Dialog zeigt, was entfernt wird; danach Dry-Run und anwenden. Ist ein Host nicht erreichbar, bleibt der Schlüssel als „Widerruf unvollständig“ markiert, bis auch dort alles entfernt ist. Massenwiderruf: in der Schlüsselliste mehrere auswählen (nur Admin).

Widerruf

8. Personen, Self-Service und Zuweisungsmatrix

  • Personen: Admins, Mitarbeiter, Dienstleister mit ihren Schlüsseln. Private Keys von Personen speichert sshkv nie.
  • Meine Schlüssel: Jede angemeldete Person kann eigene Public Keys hinterlegen. Wirksam werden sie erst, wenn ein Operator oder Admin sie einem Host zuweist.

Meine Schlüssel

  • Zuweisungen: Matrix Schlüssel × Host mit Filtern; ein Klick auf eine Zelle zeigt die Zuweisungen und erlaubt neue. Export als CSV.

Zuweisungen

9. Vorlagen

Vorlagen legen Schlüsseltyp, Laufzeit, Zielbenutzer (samt Anlegen und sudo), authorized_keys- Optionen und das Alias-Muster vor. Platzhalter: {{quellHost}}, {{quellHostIp}}, {{zielHost}}, {{zielHostIp}}. Eingebaut: „Deployment-Zugang“, „Backup-Zugang“, „Admin-Zugang Person“.

Vorlage bearbeiten

10. Private Key anzeigen oder löschen

Nur Admins, nur nach erneuter Bestätigung: „anzeigen (Re-Auth)“ in der Info-Leiste eines Schlüssels. Der Key wird genau einmal ausgeliefert und nirgends zwischengespeichert; jede Anzeige steht im Protokoll. Private Key löschen entfernt ihn endgültig aus sshkv – auf den Hosts bleibt er; neu ausrollen geht danach nicht mehr.