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Laufzettel/docs/architektur.md
T
Florian WildeandClaude Opus 5 548c090562
Prüfung / pruefung (pull_request) Canceled after 0s
Prüfung / pruefung (push) Canceled after 0s
Prüfung / e2e (pull_request) Canceled after 0s
Prüfung / e2e (push) Canceled after 0s
feat(vorlagen): Editor, Liste und Versionsgeschichte
Der Redakteur baut eine Vorlage jetzt vollstaendig in der Oberflaeche: Liste mit
Suche und Filtern, Editor mit Abschnitten, Schritten und Variablen, Vorschau mit
Beispielwerten, Veroeffentlichen mit Aenderungsnotiz, Versionsgeschichte.

Sortiert wird mit dem Finger, der Maus, der Tastatur **und** zwei Knoepfen an
jeder Zeile — ein Touch-Drag gelingt auf einem 390-px-Geraet nicht jedem, und
die Reihenfolge ist fachlich zu wichtig fuer nur einen Weg. Schritte, Variablen
und Abschnitte klappen zu: dieselbe Vorlage misst am Handy 3 482 statt 16 986 px.

- src/lib/platzhalter.ts als einzige Quelle der eingebauten Platzhalter; der
  Editor warnt vor unbekannten, blockiert aber nichts
- Hilfetexte als Markdown ohne rohes HTML, Bilder als Alternativtext
- Erste Playwright-Tests: der Editor wird durch die Oberflaeche gefahren

Wichtigster Befund des Meilensteins: `next dev` hydriert in dieser Umgebung
ueberhaupt nicht — die Seiten sehen richtig aus, aber kein Knopf tut etwas
(2 von 1302 Elementen tragen React-Knoten, im gebauten Stand 1281 von 1296).
Nicht an diesem Code: auch ohne proxy.ts und ohne output: standalone. Ein
Screenshot beweist damit nichts ueber Bedienbarkeit. Oberflaechen werden ab
sofort gegen `pnpm build && pnpm start` abgenommen, und was nur mit angehaengtem
React gelingt, gehoert in einen Playwright-Test.

Der unabhaengige Review fand zwei Blocker: eine abgelaufene Anmeldung haette im
Editor jede ungespeicherte Arbeit vernichtet (der Rechtefehler lief bis in Nexts
Fehlergrenze), und das Speichern der Kopfdaten loeste eine archivierte
Kundenzuordnung stillschweigend auf. Dazu sechs weitere Befunde, alle behoben.

496 Tests gruen (vorher 428), dazu 5 E2E-Tests.

Schliesst #010

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-09-25 10:22:33 +02:00

179 lines
9.6 KiB
Markdown

# Architektur und Entscheidungen
Ergänzt [`CLAUDE.md`](../CLAUDE.md), das die verbindlichen Konventionen enthält. Hier steht das
Warum.
## 1. Zwei Betriebsmodi, ein Codepfad
`Einstellung.modus` ist `INTERN` oder `DIENSTLEISTUNG` und liegt in der Datenbank, nicht in der
Umgebung — der Admin schaltet ohne Neustart um.
Der Kern der Entscheidung: **jede kundenbezogene Zeile trägt immer eine `kundeId`**, auch im
Modus `INTERN`. Dort ist es die eine Organisation mit `isteigeneOrganisation = true`, die in
keiner Liste, keinem Filter, keinem Formular und auf keinem Etikett erscheint. Dadurch ist der
Wechsel nach `DIENSTLEISTUNG` eine Datenänderung (die eigene Organisation wird zum ersten Kunden)
und keine Migration.
Es gibt daher **nicht zwei Codepfade** für Geräte oder Läufe, sondern ein- und ausgeblendete
Felder und Filter. Zwei Funktionen tragen das:
- `betriebsmodus()` — gecachter Zugriff, den alle Listen und Formulare fragen
- `kundeErmitteln(eingabe)` — liefert im Modus `INTERN` immer die eigene Organisation und
**verwirft** eine mitgeschickte `kundeId`. Das ist eine Sicherheitsgrenze, kein Komfort.
## 2. Schichtung
```
Server Component ──► queries/* ──► prisma
Server Action ──► services/* ──► prisma
└─ rechtErforderlich(), Zod, Regeln, Protokoll
```
`services/*` hält die Regeln und wirft eigene `…Fehler`-Klassen. `queries/*` hält Lesemodelle und
wendet Rollen- und Mandantensicht selbst an, damit kein Aufrufer sie vergessen kann.
`actions/*` sind Dreizeiler: Recht prüfen, Schema anwenden, Service rufen.
Der Grund für die Trennung von Action und Service: die Regeln sollen **ohne Next.js testbar**
sein. Vitest ruft den Service direkt.
## 3. Anmeldung: kein Auth.js
Der Auftrag nannte Auth.js. Beim Prüfen der Lage am 2026-09-24:
- `next-auth` v5 steht auf `5.0.0-beta.32`, seit Jahren ohne GA
- authjs.dev führt das Projekt im Wartungsmodus („The Auth.js project is now part of Better
Auth"), die Maintainer schreiben „no immediate plans for v5“
- `@auth/prisma-adapter` deklariert `@prisma/client` nur bis `>=6` — wir fahren Prisma 7
Entschieden wurde deshalb der Eigenbau mit stabilen Bausteinen, wie in ProxLedger:
- **`openid-client` 6.x** für generisches OIDC mit Discovery (Ziel: authentik)
- **`jose`** für ein signiertes Sitzungs-Cookie (HS256 aus `APP_SECRET`)
- **`@node-rs/argon2`** für den lokalen Notfallzugang
Rolle und Aktiv-Status werden **pro Anfrage aus der Datenbank** gelesen, nicht aus dem Token.
Eine Rollenänderung greift damit sofort, und ein deaktivierter Benutzer wird auch mit gültigem
Cookie abgewiesen.
## 4. Versionierung und Archiv
Zwei Regeln tragen die Nachvollziehbarkeit:
1. **Eine veröffentlichte `VorlagenVersion` wird nie verändert.** „Bearbeiten“ erzeugt eine tiefe
Kopie als Entwurf. Ein Lauf auf Version 1 zeigt für immer die Schritte aus Version 1, auch
wenn längst Version 5 veröffentlicht ist.
2. **Ein archivierter Lauf ist schreibgeschützt.** Die Sperre sitzt in genau einer Funktion,
`laufMussVeraenderbarSein(lauf)`, die vor jeder Änderung an Kopfdaten, `Schrittergebnis` und
`Kommentar` gerufen wird. Nur `ADMIN` holt einen Lauf zurück, mit `Protokoll`-Eintrag.
Beides ist durch Tests abgedeckt, nicht durch Disziplin.
Der Aufbau einer Version wird **als Ganzes** gespeichert, nicht Schritt für Schritt: der Editor
hält den Baum im Speicher und sortiert per Drag & Drop, ein Teil-Update wäre dort ständig mit dem
Sortieren im Streit. Dasselbe Zod-Schema (`src/lib/vorlagen-format.ts`) beschreibt den Entwurf im
Editor, den JSON-Export und den Import — drei getrennte Schemata würden auseinanderlaufen, und der
Import wäre der Ort, an dem das erst auffiele. Das Format ist in
[`docs/vorlagen-format.md`](vorlagen-format.md) beschrieben.
Die **eingebauten Platzhalter** stehen als Liste in [`src/lib/platzhalter.ts`](../src/lib/platzhalter.ts)
— Daten, kein Code. Der Editor zeigt sie als Hilfe, die Warnung vor unbekannten Platzhaltern
vergleicht dagegen, und die Auflösung in #012 baut darauf auf. Eine zweite Aufzählung an anderer
Stelle würde unweigerlich auseinanderlaufen: ein Platzhalter, der in der Hilfe steht, aber nicht
aufgelöst wird, bliebe im fertigen PowerShell-Befehl als `{{…}}` stehen.
Die Warnung ist ausdrücklich **keine Ablehnung**. Ein Tippfehler soll im Editor auffallen und nicht
erst dem Techniker im Lauf; es kann aber gute Gründe geben, einen Platzhalter stehen zu lassen —
etwa weil die Variable gleich noch kommt. Speichern und Veröffentlichen bleiben deshalb erlaubt.
## 5. Der Weg zu Phase 4 (Aktionen)
Die in den Vorlagen vorbereiteten PowerShell-Befehle sind bewusst die **Vorstufe ausführbarer
Schritte**. Damit der Schritt dorthin keine Migration braucht:
- `VorlagenSchritt.typ` ist ein Enum, dem `AKTION` hinzugefügt wird; `konfig` (Json) trägt dann
Connector und Parameter
- `Schrittergebnis.wert` ist ein Json, das ein Aktionsergebnis mit Log, IDs und Zeitstempeln
aufnimmt
- kein Codepfad nimmt an, dass ein Schritt nur von einem Menschen erledigt wird
- das Krypto-Modul für das LDAP-Bind-Passwort ist schon der Platz für Connector-Geheimnisse
## 5a. Was in der Datenbank steht und warum
Die Service-Schicht ist der richtige Ort für Regeln mit verständlichen Meldungen. Sie ist aber
nicht der einzige Weg, auf dem Daten entstehen: Migrationen, `psql`, Skripte und ab Phase 4 die
Connectoren schreiben an ihr vorbei. Was stillschweigend falsch werden könnte, steht deshalb
zusätzlich in der Datenbank:
| Regel | Form |
|---|---|
| Höchstens eine eigene Organisation | partieller Eindeutigkeitsindex |
| Höchstens ein Entwurf je Vorlage | partieller Eindeutigkeitsindex |
| Kundenkürzel, `tagCode`-Form, verschlüsseltes Bind-Passwort | CHECK auf die Form |
| Registriertes Gerät braucht Hostname oder Bezeichnung | CHECK, greift erst ab `registriertAm` |
| Mitarbeiter aus dem Verzeichnis **oder** Freitextname | CHECK |
| Status und Zeitstempel laufen nicht auseinander | vier CHECKs |
| `NICHT_ZUTREFFEND` und `FEHLGESCHLAGEN` brauchen eine Notiz | CHECK |
| Einstellung ist eine einzelne Zeile | CHECK auf die feste Kennung |
| **Mandantengrenze** | vier zusammengesetzte Fremdschlüssel |
Die Mandantengrenze verdient die Erklärung: `Lauf` verweist mit `("geraetId", "kundeId")` auf
`Geraet("id", "kundeId")`, analog für Person und Abteilung, und `Geraet` ebenso auf den Besitzer.
Damit ist ein Lauf, der ein Gerät eines fremden Kunden zieht, nicht mehr bloß ein Fehler im
Service, sondern strukturell unmöglich. `MATCH SIMPLE` sorgt dafür, dass ein Lauf ohne Gerät
weiterhin erlaubt ist.
Zwei Dinge sind bewusst **nicht** kaskadierend: ein `Lauf` nimmt seine Schrittergebnisse und
Kommentare nicht mit, und ein `Protokoll`-Eintrag verliert seinen Urheber nicht. Beides stünde
gegen den Zweck eines Archivs. Der `tagCode` ist zusätzlich in `TagCodeVergabe` festgehalten,
aus dem nie gelöscht wird — sonst würde ein Code nach dem Löschen eines Geräts wieder frei und
ein alter Aufkleber zeigte auf ein fremdes Objekt.
## 5b. Warum ein Screenshot nichts über Bedienbarkeit sagt
In dieser Umgebung hydriert `next dev` nicht: die Seiten werden serverseitig gerendert und sehen
vollständig richtig aus, aber React hängt sich nie an — kein Knopf, kein Formular, kein Sortieren
tut etwas. Nachgewiesen in #010, und zwar auch ohne `src/proxy.ts` und ohne `output: "standalone"`;
der HMR-WebSocket scheitert mit `ERR_INVALID_HTTP_RESPONSE`. Es liegt am Werkzeug, nicht an diesem
Code — im gebauten Stand tragen 1281 von 1296 Elementen React-Knoten, im Entwicklungsmodus zwei.
Zwei Folgen, beide verbindlich:
1. **Oberflächen werden gegen `pnpm build && pnpm start` abgenommen**, nicht gegen `pnpm dev` —
ebenso die Screenshots. Steht in `CLAUDE.md`.
2. **Was nur mit angehängtem React gelingt, gehört in einen Playwright-Test.** `pnpm test:e2e`
klickt den Editor durch: anlegen, tippen, sortieren mit dem Finger bei 390 px, speichern, neu
laden und nachsehen, ob es wirklich in der Datenbank steht.
Die Content-Security-Policy in `src/proxy.ts` ist deshalb zweigeteilt: im Entwicklungsmodus mit
`unsafe-eval` und WebSocket, im ausgelieferten Stand ohne beides. Die Entscheidung fällt an
`process.env.NODE_ENV`, und `tests/sicherheitsrichtlinie.test.ts` prüft sie am Proxy selbst — eine
Prüfung der Funktion mit selbst gesetztem Argument hätte genau den Fehler durchgelassen, vor dem
der Kommentar darüber warnt.
## 6. Betrieb: zwei Wege, eine Regel
Die Datenbank ist auf beiden Wegen von außen nicht erreichbar:
| Weg | Wie |
|---|---|
| Docker Compose | `postgres` ohne `ports:`, nur im Netz `intern` mit `internal: true` (kein Gateway) |
| Nativ im LXC | PostgreSQL mit `listen_addresses = ''` — nur Unix-Socket |
Festgehalten in `tests/betriebsstand.test.ts`, damit ein `ports:`-Mapping nicht versehentlich
zurückkommt.
## 7. Werkzeug-Obergrenzen
Zwei Abhängigkeiten dürfen **nicht** angehoben werden, beides empirisch festgestellt:
- **`eslint` bleibt auf 9.x.** `eslint-config-next` bringt `eslint-plugin-react@7.37.5` mit, das
`eslint` nur bis `^9.7` unterstützt. Mit eslint 10 bricht das Regelwerk beim Laden ab
(`contextOrFilename.getFilename is not a function`). Eine neuere Fassung des Plugins gibt es
nicht — die letzte stammt von April 2025.
- **`typescript` bleibt auf `~6.0.3`.** `typescript-eslint@8` erlaubt nur `>=4.8.4 <6.1.0`.
TypeScript 7.0.2 ist zwar `latest`, aber noch nicht unterstützt.
Dazu ein Pinning: **`prisma` und `@prisma/client` exakt auf `7.10.0`**. Der `latest`-Tag von
`prisma` zeigt auf einen 8.0-RC, der von `@prisma/client` nicht — ein unbedachtes
`pnpm add prisma` würde beide auseinanderlaufen lassen.