netbird bringt seit v0.65 einen eigenen Reverse Proxy mit, v0.72 ergaenzte private Dienste. Damit entfaellt ein zusaetzlicher nginx: TLS-Terminierung und Weiterleitung durchs Mesh, ohne offenen Port. Wichtigster Hinweis in der Anleitung: Eine Anmeldehuerde vor dem Dienst (SSO, Passwort, PIN) gilt auch fuer /api/agent. Die Agents weisen sich mit eigenem Token aus und koennen sich nirgends anmelden - sie wuerden stumm ins Leere melden. Zwei Auswege beschrieben: zwei Dienste oder ein privater Dienst, der nur aus dem netbird-Netz erreichbar ist. Beta-Einschraenkungen benannt: kein Rosenpass, selbst gehostet nur mit Traefik (TLS-Passthrough). Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
9.7 KiB
ProxLedger
Zentrales Dashboard für den Subscription-Status aller Proxmox-Hosts (VE, Backup Server, Mail Gateway). Auf jedem Host meldet ein schlanker Agent täglich per HTTPS seinen Status (Push-Modell) – auch aus Kundennetzen hinter NAT.
Status: einsatzbereit. Der Agent ist auf echten Hosts erprobt – Proxmox VE 9.2 mit und ohne Subscription, im Cluster und einzeln, sowie Proxmox Backup Server 4.2 (#018, #023). Ungeprüft: Mail Gateway und eine aktive Subscription auf PBS. Was bis 1.0 fehlt, steht in docs/roadmap.md.
Schnellstart
Auf einem Rechner mit Docker:
git clone <dieses-repo> proxledger && cd proxledger
cp .env.example .env
# Pflichtangaben setzen: APP_SECRET, POSTGRES_PASSWORD, ADMIN_PASSWORD, APP_URL
docker compose up -d
Beim ersten Start legt der Dienst migrate das Schema an und erzeugt den Administrator aus der .env.
Danach ist das Dashboard unter APP_URL erreichbar.
Aktualisieren geht mit einem Befehl – er sichert vorher, baut neu, migriert und prüft zum Schluss, ob das Dashboard wieder antwortet:
bash deploy/update.sh
Auf einem Proxmox-Host gibt es zwei Wege zu einem fertigen LXC-Container:
bash deploy/lxc-installer.sh # eigener Installer: Container mit Docker darin
# Nach Art der Proxmox VE Helper-Scripts: Container mit Node und PostgreSQL direkt darin
bash -c "$(curl -fsSL https://<git>/ProxLedger/raw/branch/main/deploy/community-scripts/ct/proxledger.sh)"
Der zweite Weg folgt den Konventionen von community-scripts.org und braucht kein Docker; Einzelheiten und die Voraussetzungen für eine Einreichung stehen in deploy/community-scripts/README.md.
Agent ausrollen
- Im Dashboard unter Einstellungen → Agent-Tokens einen Enrollment-Token erzeugen
- Auf jedem Proxmox-Host als root:
curl -fsSL https://<dashboard>/install.sh | bash -s -- --token <ENROLL_TOKEN> - Der Host meldet sich sofort und danach täglich. Unter Hosts → Nicht zugeordnet einem Kunden zuweisen – oder den Token gleich mit Kundenbindung erzeugen, dann entfällt der Schritt.
Entwicklung
Voraussetzungen: Node.js ≥ 24, Docker (für PostgreSQL ab #003).
npm install
npm run db:up # PostgreSQL im Container (Port 5433)
cp .env.example .env
npm run db:migrate # Schema anlegen
npm run db:seed # Administrator, Warnregeln, mit SEED_DEMO=1 auch Demo-Daten
npm run dev # http://localhost:3000
npm run lint
npm run typecheck
npm test # legt bei Bedarf die Testdatenbank an
Der Worker wertet die Warnregeln stündlich aus und läuft als eigener Prozess:
npm run worker # Dauerbetrieb
npm run alerts:check # einmalige Auswertung
Weitere Skripte:
| Befehl | Zweck |
|---|---|
npm run db:studio |
Datenbank-Oberfläche |
npm run db:down |
Datenbank-Container stoppen |
npm run icons |
Symbole aus den SVG-Vorlagen erzeugen |
npm run screenshots -- --alle |
Bilder für das Handbuch auffrischen |
npm run pruefe:doku |
Doku, Versionen und Bilder auf Konsistenz prüfen |
npm run lasttest |
Abfragen mit 200 Hosts und fünf Jahren Reports messen |
Jeder Push wird von Gitea Actions geprüft: Lint, Typen, Tests gegen eine
PostgreSQL-Instanz, Build, ShellCheck für die Agent-Skripte und die Konsistenz der Dokumentation.
Dafür muss auf dem Gitea-Server ein act_runner eingerichtet sein.
Agent auf einem Proxmox-Host installieren
curl -fsSL https://<dashboard>/install.sh | bash -s -- --token <ENROLL_TOKEN>
Der Agent erkennt Proxmox VE, Backup Server und Mail Gateway selbst, registriert sich, schreibt seine
Konfiguration nach /etc/proxledger/agent.conf (Rechte 600) und meldet ab dann täglich per systemd-Timer.
| Befehl | Zweck |
|---|---|
proxledger-agent |
Report erzeugen und senden |
proxledger-agent --dry-run |
Report nur anzeigen |
proxledger-agent --test |
Verbindung zum Dashboard prüfen |
proxledger-agent --update |
Agent aktualisieren |
curl -fsSL https://<dashboard>/install.sh | bash -s -- --uninstall |
Agent entfernen |
Protokoll: journalctl -t proxledger. Ist das Dashboard nicht erreichbar, versucht es der Agent dreimal mit
wachsendem Abstand und legt den Report danach unter /var/lib/proxledger/spool/ ab; beim nächsten Lauf wird er
nachgesendet.
Anmeldung
Die Oberfläche ist vollständig geschützt; die Agent-API und die Skript-Auslieferung bleiben offen, weil sie sich mit eigenen Tokens ausweisen.
- Lokaler Zugang: E-Mail und Passwort aus dem Seed (
ADMIN_EMAIL,ADMIN_PASSWORD). Fünf Fehlversuche je Kennung und Viertelstunde, danach Sperre (einstellbar unter Einstellungen → System). Benutzer sperren oder Passwort setzen:npm run benutzer -- sperren <email>. - Passkey: passwortlos über WebAuthn, mehrere je Konto, Verwaltung unter Meine Passkeys. Setzt HTTPS voraus (außer
localhost). - OIDC (z. B. authentik):
OIDC_ISSUER,OIDC_CLIENT_ID,OIDC_CLIENT_SECRETsetzen – Schritt für Schritt in docs/betrieb/authentik.md. Rückkehradresse ist<APP_URL>/api/auth/oidc/callback. Ohne diese Werte erscheint nur der lokale Zugang – der bleibt absichtlich immer nutzbar, falls der Anmeldedienst ausfällt. Unter Einstellungen → System lässt sich einschränken, welche E-Mail-Domänen zugelassen sind und ob unbekannte Konten angelegt werden dürfen. APP_SECRET(mindestens 32 Zeichen) signiert die Sitzungs-Cookies. Ändert sich der Wert, sind alle Sitzungen ungültig.
Einrichtung im Betrieb
| Anleitung | Inhalt |
|---|---|
| Inbetriebnahme | von null zum meldenden Host, in der richtigen Reihenfolge |
| Reverse Proxy | HTTPS mit nginx Proxy Manager, netbird Reverse Proxy (Beta) oder netbird pur |
| authentik | Anmeldung über OIDC, samt Fehlerbildern |
| Sicherung | was gesichert wird – und wie man es zurückspielt |
Einstellungen
Die meisten Betriebswerte stehen unter Einstellungen → System und wirken sofort: Dashboard-Adresse, Melderhythmus und Selbstaktualisierung der Agents, Steuersatz, Zahlungsziel und Aufschlag, Sitzungsdauer und Anmeldeversuche, OIDC-Beschränkungen, Aufbewahrungsfristen sowie Firmenangaben und Zeitzone für die PDF-Ausgaben.
In der Umgebung bleiben nur APP_SECRET und DATABASE_URL – beide werden gebraucht, bevor die
Anwendung die Datenbank lesen kann.
Wie die Anwendung gegen die OWASP Top 10 dasteht (einschließlich der Punkte, die bewusst offen bleiben), steht in docs/sicherheit.md.
Exporte
| Ansicht | CSV | |
|---|---|---|
| Hosts | /hosts/export |
/hosts/export?format=pdf |
| Kunden | /kunden/export |
/kunden/export?format=pdf |
| Einzelner Kunde | – | /kunden/<id>/export (Anlage für Kundenunterlagen) |
| Rechnungen | /rechnungen/export |
/rechnungen/export?format=pdf |
Alle Exporte übernehmen die Filter der jeweiligen Ansicht. CSV kommt als UTF-8 mit BOM und Semikolon, öffnet sich also ohne Umwege in Excel.
Issues nach Gitea übertragen
Die Issues werden als Markdown-Dateien in docs/issues/ gepflegt – sie liegen damit im Repo und wandern mit
jedem Klon mit. Wer sie zusätzlich im Gitea-Tracker haben möchte, gleicht sie ab:
npm run issues:sync -- --dry-run # zeigt nur, was passieren würde
npm run issues:sync # echter Abgleich
Serveradresse und Repository liest das Skript aus dem Git-Remote, den Token aus den hinterlegten
Git-Zugangsdaten (Schlüsselbund oder ~/.git-credentials) – derselbe Token wie fürs Pushen, er braucht
zusätzlich das Recht issue:write. Wer beides trennen möchte, setzt GITEA_URL, GITEA_REPO und
GITEA_TOKEN in der .env.
Der Abgleich legt Labels und Meilensteine an, erkennt vorhandene Issues an der Nummer im Titel, aktualisiert sie und schließt erledigte. Ein zweiter Lauf erzeugt keine Dubletten.
Betrieb
Dienste: web (Dashboard), worker (Warnregeln und Benachrichtigungen), postgres, dazu migrate,
der nur beim Start läuft.
docker compose ps # Zustand
docker compose logs -f web worker # Protokoll
docker compose up -d --build # nach einem Update
Hinter einem Reverse Proxy: Beispiele für Caddy, nginx und Traefik liegen in
deploy/reverse-proxy/. Wichtig ist, dass X-Forwarded-For durchgereicht wird –
darauf stützt sich das Rate-Limit der Agent-API. APP_URL muss auf die öffentliche Adresse zeigen,
sonst stimmen die Links in E-Mails und im Installations-Einzeiler nicht.
Zustandsprüfung: GET /api/gesundheit antwortet mit {"ok":true}, solange die Datenbank erreichbar ist.
Sicherung
deploy/backup.sh sichert Datenbank, hochgeladene PDFs und die .env:
./deploy/backup.sh /var/backups/proxledger
Für regelmäßige Sicherungen in die Crontab eintragen:
30 2 * * * /opt/proxledger/deploy/backup.sh /var/backups/proxledger
Zum Zurückspielen:
gunzip -c datenbank-20260917-023000.sql.gz | docker compose exec -T postgres psql -U proxledger proxledger
Wichtig: APP_SECRET mitsichern und sicher aufbewahren. Der Wert signiert die Sitzungen und
verschlüsselt die Zugangsdaten für SMTP und Webhook in der Datenbank. Geht er verloren, müssen diese
Zugangsdaten neu eingetragen werden; eine Sicherung allein gibt sie nicht preis.
Dokumentation
- Handbuch mit Bildern – Installation, Agent-Rollout, Rechnungen, Warnungen, Fehlersuche
- Architektur- und Umsetzungsplan
- Issues
- Changelog · Devlog