Merge #37: Update brach ohne Meldung ab

Abgeschnittene Leitungen unter pipefail beendeten update.sh stumm und
haetten die Selbstpruefung der Sicherung falsch negativ gemacht. Behoben,
mit ERR-Falle und Test gegen das Muster.
This commit is contained in:
2026-08-23 22:36:53 +00:00
8 changed files with 162 additions and 19 deletions
+47 -1
View File
@@ -26,6 +26,51 @@ Wiederherstellung*.
_Noch nichts._
## [1.10.2] – 2026-08-24
### Behoben
- **Das Update brach ohne Meldung ab.** Beim Sprung von 1.5.0 auf 1.10.1
endete `scripts/update.sh` mitten in der Ausgabe — kein Fehler, keine
Zeile, einfach zurück zur Eingabeaufforderung. Ursache war eine
abgeschnittene Leitung:
```
git log --oneline "HEAD..$ZIEL" | head -15 | sed ...
```
`head` schließt die Leitung nach 15 Zeilen, `git log` schreibt weiter
und bekommt SIGPIPE. Weil das Skript mit `set -o pipefail` und
`set -e` läuft, gilt die ganze Kette als gescheitert und das Skript
beendet sich — stumm.
Das ist zeitabhängig und deshalb monatelang nicht aufgefallen: Solange
`git log` fertig war, bevor `head` zumachte, ging alles gut. Genau bei
1.10.0 lagen zum ersten Mal **mehr als 15 Commits** dazwischen.
- **Dieselbe Falle in der Selbstprüfung der Sicherung.** `sicherung.sh`
prüfte mit `openssl … | head -c 5 | grep -q "PGDMP"`, ob sich die
frische Sicherung wieder entschlüsseln lässt. Bei kleiner Datenbank
ging das gut, weil alles im Puffer stand. Mit wachsender Datenbank
hätte es gekippt — und dann hätte das Skript eine **völlig intakte
Sicherung als kaputt gemeldet** und das Update verweigert.
### Geändert
- **Ein stummer Abbruch ist nicht mehr möglich.** `update.sh` meldet
jetzt bei jedem unerwarteten Ende die Zeilennummer und den Exitcode,
und erklärt bei 141 ausdrücklich, dass es sich um SIGPIPE handelt und
um einen Fehler im Skript, nicht um einen Bedienfehler.
- Stehen mehr als 15 Commits an, steht jetzt „… und N weitere" darunter,
statt sie wortlos wegzulassen.
### Geprüft
- Ein Test verbietet das Muster künftig in allen Betriebsskripten:
Wer wieder `| head` in eine Leitung schreibt, bekommt die Zeilennummer
genannt. Gegenprobe gemacht — der Test schlägt an.
- Der Ablauf von 1.5.0 auf 1.10.1 einmal nachgestellt: läuft durch.
## [1.10.1] – 2026-08-23
### Geändert
@@ -1126,7 +1171,8 @@ Was davon wann angegangen wird, steht in [`docs/ROADMAP.md`](docs/ROADMAP.md).
---
[Unveröffentlicht]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.10.1...HEAD
[Unveröffentlicht]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.10.2...HEAD
[1.10.2]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.10.1...v1.10.2
[1.10.1]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.10.0...v1.10.1
[1.10.0]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.9.0...v1.10.0
[1.9.0]: https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit/compare/v1.8.0...v1.9.0
+7 -7
View File
@@ -131,14 +131,14 @@ cd /opt/betreuungs-cockpit
# Auf die letzte veröffentlichte Fassung wechseln,
# nicht auf den laufenden Entwicklungsstand
git checkout v1.10.1
git checkout v1.10.2
```
### Kontrolle
```bash
ls docker-compose.yml Dockerfile .env.example # alle drei da
git describe --tags # v1.10.1
git describe --tags # v1.10.2
```
---
@@ -299,7 +299,7 @@ betreuungs-cockpit-sicherung-1 Up
```bash
# Antwortet die Anwendung? (Port anpassen, falls du APP_PORT gesetzt hast)
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.10.1","commit":"..."}
# {"status":"bereit","version":"1.10.2","commit":"..."}
```
Kommt hier nichts, sieh in die Logs:
@@ -649,7 +649,7 @@ Erst **vom Proxy-Server aus** — kommt er überhaupt an?
```bash
curl -s http://10.0.0.5:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.10.1",...}
# {"status":"bereit","version":"1.10.2",...}
```
Kommt hier nichts, liegt es an 7a: falsche `APP_BIND`, Firewall, oder der
@@ -700,7 +700,7 @@ Zum Schluss: **Fristen → Pflichtfristen ableiten**.
- Du kommst mit E-Mail, Passwort und dem Code aus der App herein.
- Unter **Fristen** stehen Einträge mit Paragraphenbezug.
- Unter **Protokoll** siehst du deine eigene Anmeldung.
- Unten links in der Seitenleiste steht `Version 1.10.1 · <commit>`.
- Unten links in der Seitenleiste steht `Version 1.10.2 · <commit>`.
---
@@ -875,7 +875,7 @@ alles so vor wie zuvor.
| Aufruf | Wirkung |
|---|---|
| `./scripts/update.sh` | auf die neueste veröffentlichte Fassung |
| `./scripts/update.sh v1.10.1` | auf eine bestimmte Fassung |
| `./scripts/update.sh v1.10.2` | auf eine bestimmte Fassung |
| `./scripts/update.sh --pruefen` | nur nachsehen, nichts ändern |
| `./scripts/update.sh --ja` | ohne Rückfrage (für cron) |
| `./scripts/update.sh --verwerfen` | eigene Änderungen wegwerfen statt beiseitelegen |
@@ -913,7 +913,7 @@ git fetch --tags
git log --oneline HEAD..origin/main
# 3. Umschalten
git checkout v1.10.1
git checkout v1.10.2
# 4. Neu bauen und starten
GIT_COMMIT=$(git rev-parse --short HEAD) BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) docker compose up -d --build
+1 -1
View File
@@ -9,7 +9,7 @@ Zeit spart. Er steht weit unten, wenn er nur schön wäre.
Diese Datei ist eine Absichtserklärung, kein Vertrag. Was sich im Betrieb
als wichtiger herausstellt, rutscht nach oben.
Stand: 23.08.2026 · Aktuelle Fassung: **1.10.1** ([CHANGELOG](../CHANGELOG.md))
Stand: 23.08.2026 · Aktuelle Fassung: **1.10.2** ([CHANGELOG](../CHANGELOG.md))
---
+1 -1
View File
@@ -1,6 +1,6 @@
{
"name": "betreuungs-cockpit",
"version": "1.10.1",
"version": "1.10.2",
"private": true,
"description": "Arbeits- und Dokumentationswerkzeug fuer die ehrenamtliche rechtliche Betreuung",
"engines": {
+13 -3
View File
@@ -75,9 +75,19 @@ done
# --- Selbstpruefung ----------------------------------------------------------
# Ein Backup, das sich nicht entschluesseln laesst, ist kein Backup.
# Deshalb wird sofort geprueft, ob die Datei wieder lesbar ist.
if openssl enc -d -aes-256-cbc -pbkdf2 -iter 200000 \
-pass env:SICHERUNG_PASSWORT -in "$DATEI" 2>/dev/null \
| head -c 5 | grep -q "PGDMP"; then
# Kein "| head -c 5 | grep -q": Beide schliessen die Leitung, sobald sie
# genug haben. openssl schreibt dann in ein geschlossenes Rohr, bekommt
# SIGPIPE - und mit "set -o pipefail" gilt die ganze Kette als
# gescheitert. Bei einer kleinen Datenbank faellt das nicht auf, weil
# alles schon im Puffer steht; mit wachsender Datenbank kippt es, und
# dann meldet die Selbstpruefung eine INTAKTE Sicherung als kaputt.
#
# "dd" liest eine feste Menge und beendet sich regulaer.
KOPF="$(openssl enc -d -aes-256-cbc -pbkdf2 -iter 200000 \
-pass env:SICHERUNG_PASSWORT -in "$DATEI" 2>/dev/null \
| dd bs=1 count=5 2>/dev/null || true)"
if [ "$KOPF" = "PGDMP" ]; then
echo "$(date -Iseconds) Selbstpruefung bestanden."
else
echo "$(date -Iseconds) FEHLER: Die Sicherung laesst sich nicht entschluesseln!" >&2
+45 -5
View File
@@ -52,6 +52,32 @@ gut() { printf ' %s%s%s\n' "$GRUEN" "$1" "$AUS"; }
warnung() { printf ' %s%s%s\n' "$GELB" "$1" "$AUS"; }
abbruch() { printf '\n%sAbbruch: %s%s\n\n' "$ROT" "$1" "$AUS" >&2; exit 1; }
# --- Unerwarteter Abbruch ----------------------------------------------------
#
# "set -e" beendet das Skript bei jedem Befehl, der nicht 0 zurueckgibt -
# stumm. Auf dem Bildschirm bricht die Ausgabe dann einfach ab, und man
# sucht an der falschen Stelle.
#
# Genau das ist beim Sprung von v1.5.0 auf v1.10.1 passiert: Eine Leitung
# der Form "git log ... | head -15" hat den Erzeuger mit SIGPIPE beendet,
# "pipefail" hat das an die Kette weitergereicht, und das Skript war weg.
#
# Diese Falle sagt jetzt wenigstens, WO es passiert ist. Exitcode 141
# heisst SIGPIPE - dann wurde irgendwo wieder eine Leitung zu frueh
# geschlossen.
unerwartet() {
code=$1
zeile=$2
printf '%sAbbruch in Zeile %s (Exitcode %s).%s\n' "$ROT" "$zeile" "$code" "$AUS" >&2
if [ "$code" = "141" ]; then
printf '%sExitcode 141 ist SIGPIPE: eine Leitung wurde zu frueh geschlossen,%s\n' "$ROT" "$AUS" >&2
printf '%setwa durch "| head". Das ist ein Fehler im Skript, nicht bei dir.%s\n' "$ROT" "$AUS" >&2
fi
printf '%sKam der Abbruch vor Schritt 5, wurde nichts veraendert.%s\n' "$ROT" "$AUS" >&2
}
trap 'unerwartet $? $LINENO' ERR
# --- Aufrufparameter ---------------------------------------------------------
ZIEL=""
@@ -113,7 +139,11 @@ if ! git fetch --tags --quiet origin; then
fi
JETZT="$(git describe --tags --exact-match 2>/dev/null || git rev-parse --short HEAD)"
NEUESTE="$(git tag --list 'v*' --sort=-v:refname | head -1)"
# Kein "| head -1": Siehe den Hinweis zu SIGPIPE weiter unten. Die erste
# Zeile holt die Shell selbst.
ALLE_TAGS="$(git tag --list 'v*' --sort=-v:refname)"
NEUESTE="${ALLE_TAGS%%$'
'*}"
[ -n "$NEUESTE" ] || abbruch "Es gibt keine veroeffentlichte Fassung (kein Tag)."
@@ -123,7 +153,8 @@ fi
git rev-parse --verify --quiet "$ZIEL^{commit}" >/dev/null \
|| abbruch "Die Fassung '$ZIEL' gibt es nicht. Vorhanden:
$(git tag --list 'v*' --sort=-v:refname | head -5 | sed 's/^/ /')"
$(printf '%s
' "$ALLE_TAGS" | sed -n '1,5p' | sed 's/^/ /')"
printf ' Jetzt: %s\n' "$JETZT"
printf ' Ziel: %s%s%s\n' "$FETT" "$ZIEL" "$AUS"
@@ -152,14 +183,23 @@ if [ -n "$CHANGELOG" ]; then
if (nummer == jetzt) exit
drucken = (nummer != "Unveröffentlicht")
}
drucken { print " " $0 }
' | head -60
drucken && zeilen < 60 { print " " $0; zeilen++ }
'
else
warnung "Kein CHANGELOG.md in $ZIEL gefunden."
fi
printf '\n'
git log --oneline --no-decorate "HEAD..$ZIEL" | head -15 | sed 's/^/ /'
# "-15" statt "| head -15": Bei mehr Commits als der Grenze schliesst head
# die Leitung, git bekommt SIGPIPE, und mit "set -o pipefail" gilt die ganze
# Kette als gescheitert - "set -e" beendet das Skript dann OHNE Meldung.
# Genau das ist beim Sprung von v1.5.0 auf v1.10.1 passiert.
ANZAHL="$(git rev-list --count "HEAD..$ZIEL")"
git log --oneline --no-decorate -15 "HEAD..$ZIEL" | sed 's/^/ /'
if [ "$ANZAHL" -gt 15 ]; then
printf ' ... und %s weitere
' "$((ANZAHL - 15))"
fi
if [ "$NUR_PRUEFEN" = "1" ]; then
printf '\n'
+1 -1
View File
@@ -17,7 +17,7 @@
*/
/** Muss zur "version" in der package.json passen. */
export const VERSION = '1.10.1'
export const VERSION = '1.10.2'
/**
* Kurzer Git-Stand, beim Bauen hineingereicht:
+47
View File
@@ -85,3 +85,50 @@ describe.skipIf(!mitGit)('Betriebsskripte', () => {
}
})
})
/**
* Abschneidende Leitungen in Skripten mit "pipefail".
*
* Anlass ist ein Abbruch im Betrieb: Beim Sprung von v1.5.0 auf v1.10.1
* endete update.sh mitten in der Ausgabe, ohne jede Meldung. Ursache war
*
* git log --oneline "HEAD..$ZIEL" | head -15 | sed ...
*
* "head" schliesst die Leitung nach 15 Zeilen, "git log" schreibt weiter
* und bekommt SIGPIPE (Exitcode 141). Mit "set -o pipefail" gilt die
* ganze Kette als gescheitert, "set -e" beendet das Skript - stumm.
*
* Es ist zeitabhaengig: Solange der Erzeuger fertig wird, bevor "head"
* zumacht, faellt nichts auf. Deshalb lief es monatelang gut und riss
* genau dann, als zum ersten Mal mehr als 15 Commits dazwischenlagen.
*
* Dieselbe Falle steckte in der Selbstpruefung der Sicherung, wo sie
* eine intakte Sicherung als kaputt gemeldet haette, sobald die
* Datenbank gross genug ist.
*
* Der Test verbietet das Muster deshalb ganz. Wer eine Ausgabe kuerzen
* will, nimmt "git log -15", "sed -n '1,15p'" oder einen Zaehler in awk -
* alles drei liest bis zum Ende und schliesst nichts zu frueh.
*/
describe('Skripte mit pipefail', () => {
const skripte = ['scripts/update.sh', 'scripts/sicherung.sh', 'scripts/wiederherstellung.sh']
it.each(skripte)('%s schneidet keine Leitung mit head ab', (pfad) => {
const inhalt = readFileSync(pfad, 'utf8')
if (!/set -[a-z]*o pipefail|set -o pipefail/.test(inhalt)) return
const treffer = inhalt
.split('\n')
.map((zeile, nummer) => ({ zeile, nummer: nummer + 1 }))
// Kommentarzeilen erklaeren das Muster gerade - sie sind erlaubt.
.filter(({ zeile }) => !zeile.trim().startsWith('#'))
.filter(({ zeile }) => !zeile.includes('printf'))
.filter(({ zeile }) => /\|\s*head\b/.test(zeile))
expect(
treffer.map((t) => `Zeile ${t.nummer}: ${t.zeile.trim()}`),
'Abschneidende Leitung: der Erzeuger bekommt SIGPIPE, pipefail reicht ' +
'es weiter, set -e beendet das Skript stumm.',
).toEqual([])
})
})