Anleitung: der Jahresabschluss Schritt für Schritt, und was aussieht wie ein Konto #55

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opened 2026-09-02 20:47:14 +00:00 by florian.wilde · 1 comment
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Anlass

Zwei Fragen aus der Praxis, die die Anleitung heute nicht beantwortet:

1. Wie mache ich den Jahresabschluss? docs/ANLEITUNG.md beschreibt unter Die Berichte, was jeder Bericht enthält — aber nicht, in welcher Reihenfolge man vorgeht und was man vorher besorgen muss. Rückkaufswerte brauchen Wochen; wer erst am Stichtag daran denkt, wartet.

2. Was mache ich mit Genossenschaftsanteilen? Das Gericht fragt einen „Kontoauszug" dafür an. Den gibt es nicht am Automaten — es ist kein Zahlungskonto, sondern ein Geschäftsguthaben, also eine Forderung gegen die Genossenschaft. Der Nachweis ist eine schriftliche Bescheinigung, die man anfordern muss.

Dieselbe Frage stellt sich bei Bausparverträgen, Depots und Sterbegeldversicherungen: Dinge, die im Alltag „Konto" heißen, aber keinen Auszug kennen.

Warum das mehr als eine Formulierungsfrage ist

Die Anwendung trennt beides bewusst:

Konto Vermoegensposten
Stand je Stichtag Saldostand Wertstand
Quellenangabe ja ja
Nachweisdokument anhängbar nein ja
Buchungen laufen darüber ja nein

Wer Genossenschaftsanteile als Konto anlegt, kann die Bescheinigung nicht am Wert hinterlegen — genau das Dokument, das das Gericht sehen will. Als Vermögensposten der Art FORDERUNG geht es.

Wichtig dabei: Vermögensposten der Art KONTO werden im Vermögensverzeichnis übersprungen, damit ein Guthaben nicht doppelt in der Summe steht. FORDERUNG ist also nicht nur fachlich richtig, sondern auch rechnerisch nötig.

Umsetzung

Ein neuer Abschnitt in docs/ANLEITUNG.md, hinter Die Berichte:

  • Der Jahresabschluss Schritt für Schritt — was sechs Wochen vorher zu besorgen ist, was am Stichtag einzutragen ist, in welcher Reihenfolge die Berichte entstehen
  • Was aussieht wie ein Konto, aber keines ist — Genossenschaftsanteile als Leitfall, dazu Bausparvertrag, Depot, Sterbegeldversicherung
  • Wie man den Nachweis anfordert (Auskunftsersuchen-Vorlage), und dass eine Wiedervorlage dazugehört
  • Der Hinweis, dass ein gleichbleibender Wert nicht heißt, dass man nicht nachfragen muss: Eine gutgeschriebene Dividende erhöht das Geschäftsguthaben

Akzeptanzkriterien

  • Der Abschnitt beantwortet „wie gehe ich vor" ohne Rückfrage, mit Reihenfolge und Vorlauf.
  • Der Genossenschaftsfall ist mit konkreten Klickwegen beschrieben, nicht nur begrifflich.
  • Es steht dabei, warum es kein Konto ist — sonst legt der nächste Leser es wieder als Konto an.
  • Ein Test hält den Abschnitt fest, wie tests/anleitung.test.ts es für INSTALLATION.md tut.
## Anlass Zwei Fragen aus der Praxis, die die Anleitung heute nicht beantwortet: **1. Wie mache ich den Jahresabschluss?** `docs/ANLEITUNG.md` beschreibt unter *Die Berichte*, was jeder Bericht enthält — aber nicht, in welcher Reihenfolge man vorgeht und was man **vorher** besorgen muss. Rückkaufswerte brauchen Wochen; wer erst am Stichtag daran denkt, wartet. **2. Was mache ich mit Genossenschaftsanteilen?** Das Gericht fragt einen „Kontoauszug" dafür an. Den gibt es nicht am Automaten — es ist kein Zahlungskonto, sondern ein Geschäftsguthaben, also eine Forderung gegen die Genossenschaft. Der Nachweis ist eine schriftliche Bescheinigung, die man anfordern muss. Dieselbe Frage stellt sich bei Bausparverträgen, Depots und Sterbegeldversicherungen: Dinge, die im Alltag „Konto" heißen, aber keinen Auszug kennen. ## Warum das mehr als eine Formulierungsfrage ist Die Anwendung trennt beides bewusst: | | `Konto` | `Vermoegensposten` | |---|---|---| | Stand je Stichtag | `Saldostand` | `Wertstand` | | Quellenangabe | ja | ja | | **Nachweisdokument anhängbar** | **nein** | **ja** | | Buchungen laufen darüber | ja | nein | Wer Genossenschaftsanteile als Konto anlegt, kann die Bescheinigung **nicht am Wert hinterlegen** — genau das Dokument, das das Gericht sehen will. Als Vermögensposten der Art `FORDERUNG` geht es. Wichtig dabei: Vermögensposten der Art `KONTO` werden im Vermögensverzeichnis übersprungen, damit ein Guthaben nicht doppelt in der Summe steht. `FORDERUNG` ist also nicht nur fachlich richtig, sondern auch rechnerisch nötig. ## Umsetzung Ein neuer Abschnitt in `docs/ANLEITUNG.md`, hinter *Die Berichte*: - **Der Jahresabschluss Schritt für Schritt** — was sechs Wochen vorher zu besorgen ist, was am Stichtag einzutragen ist, in welcher Reihenfolge die Berichte entstehen - **Was aussieht wie ein Konto, aber keines ist** — Genossenschaftsanteile als Leitfall, dazu Bausparvertrag, Depot, Sterbegeldversicherung - Wie man den Nachweis anfordert (Auskunftsersuchen-Vorlage), und dass eine Wiedervorlage dazugehört - Der Hinweis, dass ein gleichbleibender Wert nicht heißt, dass man nicht nachfragen muss: Eine gutgeschriebene Dividende erhöht das Geschäftsguthaben ## Akzeptanzkriterien - Der Abschnitt beantwortet „wie gehe ich vor" ohne Rückfrage, mit Reihenfolge und Vorlauf. - Der Genossenschaftsfall ist mit konkreten Klickwegen beschrieben, nicht nur begrifflich. - Es steht dabei, **warum** es kein Konto ist — sonst legt der nächste Leser es wieder als Konto an. - Ein Test hält den Abschnitt fest, wie `tests/anleitung.test.ts` es für `INSTALLATION.md` tut.
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🚀 Umgesetzt und nach main übernommen.

Vorgehen

  1. Erst im Code nachgesehen, statt aus dem Gedächtnis zu schreiben: Saldostand trägt quelle, aber kein Dokument — Wertstand trägt wertquelle und nachweisDokument. Das entscheidet den Genossenschaftsfall.
  2. Zweiter Fund beim Nachlesen: vermoegensverzeichnisDaten() überspringt Vermögensposten der Art KONTO, damit ein Guthaben nicht doppelt in der Summe steht. FORDERUNG ist also nicht nur fachlich richtig, sondern auch rechnerisch nötig — stünde es als KONTO dort, fiele es aus der Summe.
  3. Zwei Abschnitte hinter Die Berichte geschrieben, mit Klickwegen statt Begriffen.
  4. Zehn Prüfungen ergänzt, gegen vier Mutationen abgesichert.

Warum der Abschnitt das Warum nennt. Die Versuchung ist groß, nur zu schreiben „lege es als Forderung an". Dann legt der nächste Leser es wieder als Konto an, weil es sich im Alltag wie eines anfühlt. Der Text sagt deshalb, was schiefgeht: Die Bescheinigung hätte am Konto keinen Platz.

Ein Punkt, der über die Frage hinausgeht. „Der Wert bleibt immer gleich" trifft meistens zu, aber nicht zwangsläufig: Eine dem Geschäftsguthaben gutgeschriebene Dividende lässt es wachsen, ebenso weitere gezeichnete Anteile. Das steht als Warnkasten dabei — sonst schreibt man den Vorjahreswert fort und wundert sich, wenn die Bescheinigung abweicht.

Geprüft: 779 Unit-Tests · tsc sauber · Lint sauber

Aufgefallen (fürs Dashboard, von mir nicht angelegt):

  • Keine Sammelerfassung für Kontostände. Zum Stichtag klickt man sich durch jedes Konto einzeln. Ein Bildschirm „Stichtag setzen, alle Konten untereinander" wäre die spürbarste Erleichterung am Jahresabschluss.
  • Keine Vorlage für Bescheinigungen. Für Rückkaufswerte gibt es eine eigene Schreibenart mit Wiedervorlage; für Geschäftsguthaben, Bausparguthaben und Depotauszüge muss man das Auskunftsersuchen umschreiben. Eine Art NACHWEIS_ANFORDERN mit denselben Automatismen läge nahe.

Pull Request: #56 (gemergt)

🚀 **Umgesetzt und nach `main` übernommen.** <!-- claude-status pr: 56 --> **Vorgehen** 1. Erst im Code nachgesehen, statt aus dem Gedächtnis zu schreiben: `Saldostand` trägt `quelle`, aber kein Dokument — `Wertstand` trägt `wertquelle` **und** `nachweisDokument`. Das entscheidet den Genossenschaftsfall. 2. Zweiter Fund beim Nachlesen: `vermoegensverzeichnisDaten()` überspringt Vermögensposten der Art `KONTO`, damit ein Guthaben nicht doppelt in der Summe steht. `FORDERUNG` ist also nicht nur fachlich richtig, sondern auch rechnerisch nötig — stünde es als `KONTO` dort, fiele es aus der Summe. 3. Zwei Abschnitte hinter *Die Berichte* geschrieben, mit Klickwegen statt Begriffen. 4. Zehn Prüfungen ergänzt, gegen vier Mutationen abgesichert. **Warum der Abschnitt das *Warum* nennt.** Die Versuchung ist groß, nur zu schreiben „lege es als Forderung an". Dann legt der nächste Leser es wieder als Konto an, weil es sich im Alltag wie eines anfühlt. Der Text sagt deshalb, was schiefgeht: Die Bescheinigung hätte am Konto keinen Platz. **Ein Punkt, der über die Frage hinausgeht.** „Der Wert bleibt immer gleich" trifft meistens zu, aber nicht zwangsläufig: Eine dem Geschäftsguthaben gutgeschriebene Dividende lässt es wachsen, ebenso weitere gezeichnete Anteile. Das steht als Warnkasten dabei — sonst schreibt man den Vorjahreswert fort und wundert sich, wenn die Bescheinigung abweicht. **Geprüft:** 779 Unit-Tests · `tsc` sauber · Lint sauber **Aufgefallen (fürs Dashboard, von mir nicht angelegt):** - **Keine Sammelerfassung für Kontostände.** Zum Stichtag klickt man sich durch jedes Konto einzeln. Ein Bildschirm „Stichtag setzen, alle Konten untereinander" wäre die spürbarste Erleichterung am Jahresabschluss. - **Keine Vorlage für Bescheinigungen.** Für Rückkaufswerte gibt es eine eigene Schreibenart mit Wiedervorlage; für Geschäftsguthaben, Bausparguthaben und Depotauszüge muss man das *Auskunftsersuchen* umschreiben. Eine Art `NACHWEIS_ANFORDERN` mit denselben Automatismen läge nahe. **Pull Request:** #56 (gemergt)
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