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betreuungs-cockpit/docs/INSTALLATION.md
T
Florian Wilde 09a4528c4b Rueckkaufswert am Vertrag sichtbar machen
Am Telefon mit der Gesellschaft braucht man die Zahl dort, wo man sie
gefragt hat. Auf der Vertragsseite steht jetzt oben der zuletzt
mitgeteilte Wert mit Stichtag und Quelle, darunter die Historie; in der
Uebersicht traegt ein Wert, der aelter als ein Jahr ist, ein Abzeichen.

Ohne Migration, und das ist keine Einsparung, sondern der Punkt: Die
Werthistorie gibt es schon als Wertstand am Vermoegensposten, und der
kann auf einen Vertrag zeigen. Ein Feld am Vertrag waere genau die
zweite Wahrheit, die das Issue ausschliesst - dieselbe Zahl steht im
Vermoegensverzeichnis, weil es dieselbe Zahl ist.

Aufbau:
- Die Ein-Jahres-Grenze als eine getestete Regel in
  finanzen/wertalter.ts. Sie stand bisher als "> 365" mitten in der
  Vermoegensseite; jetzt gilt sie am Vertrag genauso.
- wertHistorie() fuehrt die Wertstaende aller mit dem Vertrag
  verknuepften Posten zu einer Reihe zusammen.
- Wo ein Rueckkaufswert zu erwarten waere, aber keiner erfasst ist,
  steht "noch nicht erfasst" statt einer leeren Zelle.

Zwei Fehler dabei behoben:
- Vertrag und Vermoegensposten wurden ueber die ART des Postens
  zusammengefuehrt. Ein von Hand als "Sonstiges" angelegter Posten wurde
  nicht gefunden, und beim ersten Erfassen am Vertrag entstand still ein
  zweiter - Bericht und Vertrag haetten verschiedene Zahlen gezeigt.
  Massgeblich ist jetzt die Verknuepfung.
- Beim Speichern eines Vermoegenspostens wurde geprueft, ob das
  verknuepfte Konto zur betreuten Person gehoert; bei Vertrag und
  Immobilie fehlte die Pruefung, beim Vertragsverweis einer Buchung
  ebenso. Bei mehreren betreuten Personen haette ein manipuliertes
  Formular ueber Aktengrenzen hinweg verknuepfen koennen.

Geprueft: zehn Einheitstests, vier End-to-End-Tests - darunter der neu
eingetragene Wert, der unveraendert im Vermoegensverzeichnis
wiederauftaucht, und der Posten mit abweichender Art.

Refs #8
2026-08-23 15:06:25 +02:00

1155 lines
35 KiB
Markdown

# Installation Schritt für Schritt
Von einem vorbereiteten Server bis zur laufenden Anwendung. Rechne mit
**30 bis 45 Minuten**, wenn du es zum ersten Mal machst.
Diese Anleitung setzt einen Server voraus, auf dem **Docker bereits läuft**,
und einen **Reverse Proxy, der schon steht** — auch dann, wenn er auf einem
anderen Server liegt. Sie richtet nur das Betreuungs-Cockpit ein: kein
Docker, keine Betriebssystemhärtung, kein Proxy von Grund auf.
Was genau auf dem Proxy hinterlegt werden muss, steht vollständig in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen).
Nach jedem Schritt steht eine **Kontrolle**. Geh nicht weiter, bevor die
durchgeht — dann weißt du im Fehlerfall genau, wo es hakt.
> Wenn du die Anwendung nur ausprobieren willst, ohne Server: Der
> Abschnitt *Schnellstart* in der [README](../README.md) bringt dich in
> zehn Minuten auf dem eigenen Rechner zum Laufen.
---
## Inhalt
- [Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen](#schritt-0--voraussetzungen-prüfen)
- [Schritt 1 — Anwendung holen](#schritt-1--anwendung-holen)
- [Schritt 2 — Schlüssel erzeugen](#schritt-2--schlüssel-erzeugen)
- [Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen](#schritt-3--konfiguration-ausfüllen)
- [Schritt 4 — Starten](#schritt-4--starten)
- [Schritt 5 — Datenbank vorbereiten](#schritt-5--datenbank-vorbereiten)
- [Schritt 6 — Dateiablage einrichten](#schritt-6--dateiablage-einrichten)
- [Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen)
- [Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser](#schritt-8--ersteinrichtung-im-browser)
- [Schritt 9 — Sicherung prüfen](#schritt-9--sicherung-prüfen)
- [Schritt 10 — Wartungslauf einrichten](#schritt-10--wartungslauf-einrichten)
- [Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen](#schritt-11--schlüssel-in-sicherheit-bringen)
- [Aktualisieren](#aktualisieren)
- [Wenn etwas nicht klappt](#wenn-etwas-nicht-klappt)
- [Abnahmeliste](#abnahmeliste)
---
## Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen
### Was der Server mitbringen muss
| | Minimum | Bequem |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher | 2 GB frei | 4 GB frei |
| Speicherplatz | 20 GB frei | 40 GB frei |
| Docker | 24 oder neuer | aktuell |
| Docker Compose | v2 (`docker compose`, nicht `docker-compose`) | aktuell |
| Reverse Proxy | vorhanden, mit TLS (auch auf einem anderen Server) | dasselbe |
| Netzweg zum Proxy | privates Netz, WireGuard oder Firewallregel | privates Netz |
| Standort | Deutschland oder mindestens EU | dasselbe |
Der erste Bau lädt Tesseract mit den deutschen Sprachdaten — plan etwa
**1 GB Netzverkehr** und fünf bis zehn Minuten ein.
### Kontrolle
Melde dich per SSH auf dem Server an und prüf:
```bash
docker --version # 24.x oder neuer
docker compose version # v2.x - mit Leerzeichen, nicht docker-compose
docker run --rm hello-world # "Hello from Docker!"
df -h / # genug Platz?
free -h # genug Speicher?
```
Kommt bei `docker run` ein *permission denied*, fehlt dir die
Docker-Gruppe:
```bash
sudo usermod -aG docker $USER
```
Danach **abmelden und neu anmelden**, sonst greift es nicht.
### Zeitzone
Die Behälter setzen `Europe/Berlin` selbst — der Host muss also nicht
umgestellt sein. Für die Logs und den cron-Eintrag aus Schritt 10 ist es
trotzdem angenehm:
```bash
timedatectl | grep "Time zone"
# nicht Europe/Berlin? dann:
sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin
```
### Domain
Du brauchst eine Adresse, unter der die Anwendung erreichbar sein soll,
zum Beispiel `cockpit.deine-domain.de`.
Der A-Record zeigt auf den **Proxy-Server**, nicht auf diesen hier — der
Proxy nimmt die Anfragen entgegen und reicht sie weiter. Setz ihn
**jetzt**, DNS-Änderungen brauchen manchmal eine Stunde.
```bash
dig +short cockpit.deine-domain.de # muss die IP des PROXY-Servers zeigen
```
### Und das Wichtigste
> Kläre den **Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO** mit deinem
> Hoster. Bei Hetzner im Kundenkonto unter *Verträge → AV-Vertrag*, bei
> anderen ähnlich. Ohne ihn ist der Betrieb formal rechtswidrig — und es
> dauert fünf Minuten.
>
> Dasselbe gilt für den Objektspeicher, falls du einen externen benutzt
> statt des mitgelieferten MinIO.
Halt außerdem etwas bereit, um Schlüssel zu notieren. Ein Passwortmanager
ist das Richtige — du erzeugst gleich Werte, die du nicht verlieren darfst.
---
## Schritt 1 — Anwendung holen
```bash
sudo mkdir -p /opt/betreuungs-cockpit
sudo chown $USER:$USER /opt/betreuungs-cockpit
git clone https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit.git \
/opt/betreuungs-cockpit
cd /opt/betreuungs-cockpit
# Auf die letzte veröffentlichte Fassung wechseln,
# nicht auf den laufenden Entwicklungsstand
git checkout v1.8.0
```
### Kontrolle
```bash
ls docker-compose.yml Dockerfile .env.example # alle drei da
git describe --tags # v1.8.0
```
---
## Schritt 2 — Schlüssel erzeugen
Die Anwendung braucht sieben Geheimnisse. Erzeuge sie **auf dem Server**,
nicht auf dem eigenen Rechner:
```bash
docker run --rm node:22-alpine node -e "
const c = require('crypto');
const b = n => c.randomBytes(n).toString('base64');
const w = n => b(n).replace(/[+/=]/g,'x');
console.log('AUTH_SECRET=' + b(32));
console.log('ENC_KEY_V1=' + b(32));
console.log('INDEX_KEY=' + b(32));
console.log('POSTGRES_PASSWORD=' + w(24));
console.log('SICHERUNG_PASSWORT=' + w(24));
console.log('S3_ACCESS_KEY_ID=' + w(12));
console.log('S3_SECRET_ACCESS_KEY=' + w(24));
"
```
Kopier die Ausgabe in einen Texteditor. Du brauchst sie im nächsten
Schritt.
> **`ENC_KEY_V1` ist der wichtigste Wert der ganzen Installation.** Mit ihm
> sind Diagnosen, IBANs, Versicherungsnummern und alle Notizen
> verschlüsselt. Geht er verloren, sind diese Felder
> **unwiederbringlich** weg — auch aus jedem Backup. Es gibt keine
> Hintertür.
>
> Schritt 11 sagt dir, wohin damit. Verlier ihn bis dahin nicht.
---
## Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen
```bash
cp .env.example .env
nano .env
```
Diese Werte **musst** du setzen:
```bash
# --- Datenbank ---
POSTGRES_PASSWORD=<aus Schritt 2>
# --- Anmeldung ---
AUTH_SECRET=<aus Schritt 2>
AUTH_URL=https://cockpit.deine-domain.de # exakt deine Adresse, mit https
AUTH_TRUST_HOST=true
# --- Verschlüsselung ---
ENC_KEY_V1=<aus Schritt 2>
ENC_KEY_AKTIV=1
INDEX_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Objektspeicher ---
S3_ACCESS_KEY_ID=<aus Schritt 2>
S3_SECRET_ACCESS_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Sicherung ---
SICHERUNG_PASSWORT=<aus Schritt 2>
# --- Erreichbarkeit ---
# Steht dein Proxy auf einem ANDEREN Server, muss hier die Adresse hinein,
# ueber die er diesen Server erreicht. Bleibt es bei 127.0.0.1, kommt er
# NICHT heran - und der Fehler sieht aus, als sei der Proxy schuld.
# Welcher Wert der richtige ist, steht in Schritt 7a.
APP_BIND=127.0.0.1
APP_PORT=3000
```
> **`AUTH_URL` muss exakt der Adresse entsprechen**, unter der du die
> Anwendung später aufrufst — mit `https://`, ohne Schrägstrich am Ende.
> Steht dort etwas anderes, wird das Sitzungs-Cookie für die falsche
> Herkunft gesetzt: Die Anmeldung landet stumm wieder auf dem Formular,
> ohne Fehlermeldung. Das ist der Fehler, den man am längsten sucht.
>
> Seit 1.1.0 hängt noch mehr daran: Aus dieser Adresse wird die Kennung
> abgeleitet, an die Passkeys gebunden werden. Steht sie falsch, lässt
> sich zwar ein Passkey einrichten, aber nie wieder verwenden. Und ein
> späterer Wechsel der Domain macht alle vorhandenen Passkeys
> unbrauchbar — das ist kein Fehler, sondern der Phishingschutz.
**Läuft auf dem Server schon etwas auf Port 3000?** Dann weich aus:
```bash
APP_PORT=3010
```
Auf welcher Adresse die Anwendung horcht, legst du in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen) fest — dort steht
auch, warum `127.0.0.1` nicht reicht, wenn der Proxy woanders läuft.
Optional, aber empfohlen — Fristerinnerungen per E-Mail:
```bash
SMTP_HOST=mail.deine-domain.de
SMTP_PORT=587
SMTP_USER=cockpit@deine-domain.de
SMTP_PASSWORD=<dein Mailpasswort>
SMTP_FROM="Betreuungs-Cockpit <cockpit@deine-domain.de>"
```
Speichern mit `Strg+O`, `Enter`, `Strg+X`. Dann die Datei absichern — sie
enthält alle Schlüssel:
```bash
chmod 600 .env
```
### Kontrolle
```bash
# Sind alle Pflichtwerte gefüllt? Zeigt nur die Namen, nicht die Werte.
grep -E '^(POSTGRES_PASSWORD|AUTH_SECRET|AUTH_URL|ENC_KEY_V1|INDEX_KEY|S3_ACCESS_KEY_ID|S3_SECRET_ACCESS_KEY|SICHERUNG_PASSWORT)=.+' .env \
| sed 's/=.*/ = gesetzt/'
```
Acht Zeilen müssen erscheinen. Fehlt eine, startet die Anwendung nicht —
und sagt dir beim Start auch, welche.
---
## Schritt 4 — Starten
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
# Git-Stand mitgeben, damit später sichtbar ist, was läuft
GIT_COMMIT=$(git rev-parse --short HEAD) \
BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) \
docker compose up -d --build
```
Der erste Bau dauert **fünf bis zehn Minuten**. Danach geht es schnell.
### Kontrolle
```bash
docker compose ps
```
Vier Dienste, alle `running`, Datenbank und Anwendung `healthy`:
```
NAME STATUS
betreuungs-cockpit-app-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-db-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-minio-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-sicherung-1 Up
```
```bash
# Antwortet die Anwendung? (Port anpassen, falls du APP_PORT gesetzt hast)
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.8.0","commit":"..."}
```
Kommt hier nichts, sieh in die Logs:
```bash
docker compose logs app --tail 50
```
---
## Schritt 5 — Datenbank vorbereiten
Die **Migrationen laufen beim Start automatisch mit**. Zwei SQL-Skripte
kommen einmalig von Hand dazu — sie richten die Volltextsuche ein und
machen das Audit-Log unveränderlich:
```bash
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/volltextsuche.sql
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/audit-schutz.sql
```
### Kontrolle
Prüf, dass der Schutz des Audit-Logs wirklich greift. Der folgende Befehl
**muss** mit einem Fehler enden:
```bash
docker compose exec db psql -U cockpit betreuungs_cockpit \
-c "UPDATE audit_log SET entitaet='x';"
```
Erwartete Ausgabe:
```
ERROR: Das Audit-Log ist unveraenderlich. UPDATE auf audit_log ist nicht zulaessig.
```
Kommt stattdessen `UPDATE 0`, ist das Skript nicht gelaufen. Führ es
erneut aus — beide Skripte sind so gebaut, dass mehrfaches Ausführen
nichts kaputtmacht.
---
## Schritt 6 — Dateiablage einrichten
Der Objektspeicher braucht einen Ablagebereich für die Dokumente:
```bash
set -a && source .env && set +a
docker compose exec minio mc alias set lokal \
http://localhost:9000 "$S3_ACCESS_KEY_ID" "$S3_SECRET_ACCESS_KEY"
docker compose exec minio mc mb lokal/betreuungs-cockpit
```
### Kontrolle
```bash
docker compose exec minio mc ls lokal
# [...] betreuungs-cockpit/
```
> **Externer Objektspeicher statt MinIO?** Wenn du einen S3-Dienst in der
> EU benutzt (z. B. Hetzner Object Storage, Falkenstein), streich den
> `minio`-Dienst aus der `docker-compose.yml`, entfern ihn aus
> `depends_on` beim `app`-Dienst und zeig mit `S3_ENDPOINT` dorthin. Den
> Bucket legst du dann beim Anbieter an. **Auch dafür brauchst du einen
> AV-Vertrag.**
---
## Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen
Der Proxy steht auf einem **anderen Server**. Damit sind zwei Dinge zu
tun: die Anwendung für ihn erreichbar machen, und ihn richtig
konfigurieren.
### 7a — Erreichbar machen, aber nur für den Proxy
Standardmäßig horcht die Anwendung auf `127.0.0.1` — von außen kommt dann
niemand heran, auch der Proxy nicht. Das musst du ändern.
> **Die Anwendung beendet kein TLS.** Zwischen Proxy und Anwendung läuft
> unverschlüsseltes HTTP. Dieser Weg darf niemals durchs offene Netz
> gehen. Es gibt drei Möglichkeiten, in dieser Reihenfolge:
**Erste Wahl: privates Netz.** Hetzner, netcup und die meisten anderen
bieten ein privates Netz zwischen deinen Servern an. Trag in die `.env`
die Adresse ein, die dieser Server dort hat:
```bash
APP_BIND=10.0.0.5 # die private Adresse DIESES Servers
APP_PORT=3000
```
**Zweite Wahl: WireGuard.** Gibt es kein privates Netz, bau einen Tunnel
zwischen beiden Servern und trag die Tunneladresse ein:
```bash
APP_BIND=10.8.0.2
```
**Notlösung: öffentliche Adresse plus Firewall.** Nur, wenn beides nicht
geht — und dann zwingend mit einer Regel, die ausschließlich die IP des
Proxy-Servers durchlässt:
```bash
# in der .env
APP_BIND=0.0.0.0
# und auf DIESEM Server, vor dem Neustart:
sudo ufw allow from <IP-des-Proxy-Servers> to any port 3000 proto tcp
sudo ufw deny 3000/tcp
```
Prüf danach von einem dritten Rechner aus, dass der Port wirklich zu ist.
Vergiss die Regel, und deine Anwendung steht unverschlüsselt im Netz.
Nach der Änderung:
```bash
docker compose up -d
docker compose ps # unter PORTS muss die neue Adresse stehen
```
### 7b — Was auf dem Proxy-Server hinterlegt wird
Das ist der Teil, den du auf dem **anderen** Server einträgst. Ersetz
`10.0.0.5` durch die Adresse aus 7a.
Vier Varianten, je nachdem was bei dir läuft: [Nginx Proxy Manager](#nginx-proxy-manager), [Caddy](#caddy), [nginx von Hand](#nginx) oder [Traefik](#traefik).
#### Nginx Proxy Manager
In der Oberfläche: **Hosts → Proxy Hosts → Add Proxy Host**.
**Reiter „Details"**
| Feld | Wert |
|---|---|
| Domain Names | `cockpit.deine-domain.de` |
| Scheme | `http` — nicht https. Die Anwendung beendet kein TLS |
| Forward Hostname / IP | die Adresse aus 7a, z. B. `10.0.0.5` |
| Forward Port | `3000` (oder dein `APP_PORT`) |
| Cache Assets | **aus** |
| Block Common Exploits | an |
| Websockets Support | an |
| Access List | leer lassen — die Anwendung hat eine eigene Anmeldung mit Pflicht-Zweitfaktor |
Zu **Cache Assets**: Next.js hängt an jede Skript- und Stildatei einen
Prüfsummen-Namen, ein Zwischenspeicher bringt hier also nichts. Aus bleibt
er, damit nach einem Update niemand rätselt, ob er noch eine alte Fassung
sieht.
**Reiter „SSL"**
| Feld | Wert |
|---|---|
| SSL Certificate | *Request a new SSL Certificate* (Let's Encrypt) |
| Force SSL | **an** |
| HTTP/2 Support | an |
| HSTS Enabled | **aus** |
| HSTS Subdomains | aus |
`HSTS Enabled` bleibt aus, weil die Anwendung den Kopf
`Strict-Transport-Security` bereits selbst setzt — sonst schickt der Server
ihn zweimal.
**Reiter „Advanced"**
Hier kommt der Teil hinein, den die Oberfläche nicht abbildet. Genau
dieser Block:
```nginx
# Fotos mehrseitiger Bescheide sind schnell 10 MB.
client_max_body_size 30M;
# Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brauchen länger als die
# üblichen 60 Sekunden. Ohne diese Werte bricht der Download mittendrin ab.
proxy_connect_timeout 30s;
proxy_send_timeout 600s;
proxy_read_timeout 600s;
# Der Vollexport kommt als Strom. Puffert der Proxy, wartet der Browser,
# bis alles im Speicher des Proxys liegt - und läuft dabei in die Zeitgrenze.
proxy_buffering off;
proxy_request_buffering off;
```
Dann **Save**.
**Was du NICHT eintragen musst:** `proxy_set_header` für `Host`,
`X-Real-IP`, `X-Forwarded-For` und `X-Forwarded-Proto`. Nginx Proxy Manager
setzt diese vier bereits selbst, und zwar im `location`-Block — ein
zweiter Satz im Advanced-Feld läge auf `server`-Ebene und würde ohnehin
überschrieben. Trag sie nicht ein, sonst suchst du später an der falschen
Stelle.
**Wenn du eine `Access List` benutzt:** Sie sperrt auch `/api/wartung` aus.
Entweder du lässt sie weg, oder du trägst die IP des Servers ein, von dem
der cron-Eintrag aus Schritt 10 kommt.
#### Caddy
```caddyfile
cockpit.deine-domain.de {
encode zstd gzip
reverse_proxy 10.0.0.5:3000 {
# Berichte und der Vollexport brauchen Zeit. Ohne diese Werte
# bricht der Proxy mitten im Erzeugen ab.
transport http {
read_timeout 10m
write_timeout 10m
}
# Der Vollexport kommt als Strom - nicht puffern, sonst wartet der
# Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt.
flush_interval -1
}
# Ein Handyfoto eines mehrseitigen Bescheids ist schnell 10 MB.
request_body {
max_size 30MB
}
}
```
Caddy setzt `Host`, `X-Forwarded-For` und `X-Forwarded-Proto` von selbst
richtig — dafür musst du nichts tun.
#### nginx
```nginx
server {
listen 443 ssl;
http2 on;
server_name cockpit.deine-domain.de;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/privkey.pem;
# Uploads von Behördenschreiben
client_max_body_size 30M;
location / {
proxy_pass http://10.0.0.5:3000;
proxy_http_version 1.1;
# Ohne diese vier Zeilen funktioniert die Anwendung nicht richtig,
# siehe Tabelle unter 7c.
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
# PDF-Erzeugung und Vollexport dauern länger als die üblichen 60 s.
proxy_connect_timeout 30s;
proxy_send_timeout 600s;
proxy_read_timeout 600s;
# Der Vollexport kommt als Strom. Ohne diese beiden Zeilen sammelt
# nginx erst alles ein, und der Browser sieht minutenlang nichts.
proxy_buffering off;
proxy_request_buffering off;
}
}
# Alles Unverschlüsselte umleiten
server {
listen 80;
server_name cockpit.deine-domain.de;
return 301 https://$host$request_uri;
}
```
Aktivieren:
```bash
sudo ln -s /etc/nginx/sites-available/cockpit /etc/nginx/sites-enabled/
sudo certbot --nginx -d cockpit.deine-domain.de
sudo nginx -t && sudo systemctl reload nginx
```
#### Traefik
Weil die Anwendung auf einem anderen Server läuft, geht es **nicht** über
Docker-Labels, sondern über eine dynamische Konfigurationsdatei:
```yaml
http:
routers:
cockpit:
rule: "Host(`cockpit.deine-domain.de`)"
service: cockpit
entryPoints: [websecure]
tls:
certResolver: letsencrypt
services:
cockpit:
loadBalancer:
servers:
- url: "http://10.0.0.5:3000"
# Vollexport als Strom ausliefern, nicht sammeln
responseForwarding:
flushInterval: -1
```
Dazu in der statischen Konfiguration großzügige Zeitgrenzen:
```yaml
entryPoints:
websecure:
address: ":443"
transport:
respondingTimeouts:
readTimeout: 600s
writeTimeout: 600s
idleTimeout: 180s
```
### 7c — Was der Proxy leisten muss, und warum
| Anforderung | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| **TLS beenden** | Der Browser lehnt Cookies mit `Secure`-Kennzeichen ab — die Anmeldung schlägt stumm fehl |
| **`Host` durchreichen** | Auth.js vergleicht den Host mit `AUTH_URL` und weist die Anmeldung ab |
| **`X-Forwarded-Proto: https`** | Die Anwendung baut Adressen mit `http` und setzt Cookies ohne `Secure` |
| **`X-Forwarded-For`** | Die Login-Sperre zählt alle Zugriffe als denselben Anschluss: Fünf Fehlversuche irgendwo sperren alle. Im Audit-Log fehlt die Herkunft |
| **Mindestens 30 MB Uploads** | Fotos mehrseitiger Bescheide werden abgeschnitten |
| **Zeitgrenze 10 Minuten** | Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brechen mitten im Erzeugen ab |
| **Antwort nicht puffern** | Der Vollexport kommt als Strom. Puffert der Proxy, wartet der Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt — bei großen Beständen läuft er dabei in die Zeitgrenze |
**Keine eigenen Sicherheitskopfzeilen setzen.** CSP, `X-Frame-Options`,
`nosniff` und HSTS kommen aus der Anwendung. Besonders die CSP darf der
Proxy nicht überschreiben: Sie enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu
ist. Eine feste CSP aus dem Proxy blockiert die eigenen Skripte — die
Seite lädt dann zwar, lässt sich aber nicht bedienen.
### Kontrolle
Erst **vom Proxy-Server aus** — kommt er überhaupt an?
```bash
curl -s http://10.0.0.5:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.8.0",...}
```
Kommt hier nichts, liegt es an 7a: falsche `APP_BIND`, Firewall, oder der
Behälter wurde nach der Änderung nicht neu gestartet.
Dann **von deinem eigenen Rechner aus**:
```bash
curl -sI https://cockpit.deine-domain.de/anmelden | head -8
```
Erwartet: `HTTP/2 200` und die Kopfzeilen `content-security-policy`,
`x-frame-options: DENY`, `x-content-type-options: nosniff`,
`strict-transport-security`.
Und die Gegenprobe — der Port darf von außen **nicht** offen sein:
```bash
curl -s --max-time 5 http://<oeffentliche-IP-des-App-Servers>:3000/api/gesundheit
# muss in eine Zeitüberschreitung laufen oder abgewiesen werden
```
Antwortet er, ist deine Firewallregel falsch. Das ist kein
Schönheitsfehler: Über diesen Weg käme man unverschlüsselt an
Gesundheitsdaten.
## Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser
Ruf `https://cockpit.deine-domain.de` auf. Ein Assistent führt dich durch
drei Schritte: Zugang anlegen, zweiten Faktor einrichten, betreute Person
erfassen.
Die Einzelheiten stehen in der [Bedienungsanleitung](ANLEITUNG.md),
Abschnitt *Der erste Tag*. Drei Dinge sind hier wichtig:
1. **Die Seite `/ersteinrichtung` sperrt sich selbst**, sobald ein Zugang
existiert. Niemand kann sich danach von außen einen zweiten
Administrator anlegen.
2. **Die Wiederherstellungscodes werden genau einmal angezeigt.** Druck
sie aus, bevor du weiterklickst.
3. **Das Bestellungsdatum** muss stimmen — daraus entstehen alle
gesetzlichen Fristen.
Zum Schluss: **Fristen → Pflichtfristen ableiten**.
### Kontrolle
- Du kommst mit E-Mail, Passwort und dem Code aus der App herein.
- Unter **Fristen** stehen Einträge mit Paragraphenbezug.
- Unter **Protokoll** siehst du deine eigene Anmeldung.
- Unten links in der Seitenleiste steht `Version 1.8.0 · <commit>`.
---
## Schritt 9 — Sicherung prüfen
Die tägliche Sicherung läuft ab jetzt um **03:15 Uhr**. Warte nicht bis
morgen — stoß sie einmal von Hand an:
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
docker compose exec sicherung /bin/sh /sicherung.sh
```
Erwartete Ausgabe, in dieser Reihenfolge:
```
Sicherung beginnt: /backups/cockpit_2026-08-22_1430.dump.enc
Sicherung fertig (1.2M)
Selbstpruefung bestanden.
```
Die **Selbstprüfung** ist der eigentliche Punkt: Das Skript entschlüsselt
die eben geschriebene Datei sofort wieder. Schlägt das fehl, endet der
Lauf mit einem Fehler statt mit einem stillen Scheinerfolg.
### Und jetzt einmal zurückspielen
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Probier es
gleich aus, solange nichts drinsteht, was weh tut:
```bash
# Testdatenbank neben der echten anlegen
docker compose exec db createdb -U cockpit probe
# Zurückspielen (Dateinamen anpassen)
docker compose exec -e PGDATABASE=probe -e SICHERUNG_OHNE_RUECKFRAGE=ja \
sicherung /bin/sh /wiederherstellung.sh /backups/cockpit_<datum>.dump.enc
# Stichprobe
docker compose exec db psql -U cockpit probe \
-c "SELECT vorname, nachname FROM betreute;"
# Aufräumen
docker compose exec db dropdb -U cockpit probe
```
### Kontrolle
```bash
ls -lh backups/
# cockpit_....dump.enc und cockpit_....dump.enc.sha256
```
> **Was das Backup nicht enthält:** den Schlüssel `ENC_KEY_V1` und die
> Dateien im Objektspeicher. Für die Dateien:
>
> ```bash
> docker compose exec minio mc mirror lokal/betreuungs-cockpit /backups/dokumente
> ```
>
> Und kopier die Sicherungen regelmäßig **weg vom Server** — ein Backup,
> das neben dem Original liegt, hilft bei einem Serverausfall nicht.
---
## Schritt 10 — Wartungslauf einrichten
Einmal täglich: Fristerinnerungen verschicken, Papierkorb leeren, alte
Anmeldeversuche entfernen.
```bash
# Schlüssel für den Endpunkt ausrechnen
docker compose exec app node -e "
console.log(require('crypto').createHmac('sha256', process.env.AUTH_SECRET)
.update('wartung').digest('base64url'))
"
```
Den ausgegebenen Wert in einen cron-Eintrag:
```bash
crontab -e
```
Diese Zeile ans Ende:
```cron
30 4 * * * curl -fsS -H "X-Wartung-Schluessel: <ausgegebener Wert>" https://cockpit.deine-domain.de/api/wartung > /dev/null
```
### Kontrolle
```bash
curl -s -H "X-Wartung-Schluessel: <wert>" \
https://cockpit.deine-domain.de/api/wartung
# {"erinnerungen":0,"papierkorbGeleert":0,...,"fehler":[]}
```
Ohne gültigen Schlüssel antwortet die Route mit **404**, nicht mit 401 —
wer die Adresse errät, soll nicht einmal erfahren, dass es sie gibt.
---
## Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen
Der letzte Schritt, und der wichtigste.
**`ENC_KEY_V1` gehört an zwei Orte, keiner davon ist dieser Server:**
1. In deinen **Passwortmanager**.
2. **Ausgedruckt** zu deinen Betreuungsunterlagen, im Ordner beim
Betreuerausweis.
Dasselbe gilt für `SICHERUNG_PASSWORT` — ohne das nützt dir die
verschlüsselte Sicherungsdatei nichts.
```bash
# Zum Abschreiben oder Kopieren
grep -E '^(ENC_KEY_V1|SICHERUNG_PASSWORT)=' .env
```
**Warum so umständlich?** Weil der Schlüssel bewusst nicht in der
Datenbank liegt. Ein gestohlenes Backup ist damit wertlos — und ein
verlorener Schlüssel macht auch dein eigenes Backup wertlos. Beides ist
dieselbe Eigenschaft, von zwei Seiten betrachtet.
Denk an die letzten Pflichten:
- **AV-Vertrag** mit Hoster und Objektspeicher abgeschlossen?
- [`verarbeitungsverzeichnis.md`](verarbeitungsverzeichnis.md) ausgefüllt?
- [`datenschutzhinweise.md`](datenschutzhinweise.md) ausgefüllt und der
betreuten Person ausgehändigt oder vorgelesen?
---
## Aktualisieren
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
./scripts/update.sh
```
> **Kommst du von 1.1.0 oder älter?** Dort lag `update.sh` ohne
> Ausführungsrecht im Repository — `./scripts/update.sh` endet dann in
> „Permission denied". Einmalig hilft:
>
> ```bash
> bash scripts/update.sh
> ```
>
> Ab 1.1.1 ist das Recht gesetzt und der Punktschrägstrich funktioniert.
Das war es. Das Skript nimmt dir die Schritte ab, die man von Hand
vergisst:
1. Prüft Verzeichnis, git, docker und `.env`
2. Holt die Fassungen und zeigt, was zwischen deinem Stand und dem neuen
im Changelog steht
3. Fragt nach
4. **Stößt eine Sicherung an** — und bricht ab, wenn sie nicht klappt
5. Legt eigene Änderungen an versionierten Dateien beiseite, schaltet um,
baut neu
6. Wartet, bis die Anwendung antwortet
7. Führt die **beiden SQL-Skripte** aus (Volltextsuche, Audit-Schutz)
8. Prüft, ob wirklich die neue Fassung läuft
**Bis Schritt 3 wird nichts verändert.** Bricht etwas vorher ab, findest du
alles so vor wie zuvor.
### Aufrufmöglichkeiten
| Aufruf | Wirkung |
|---|---|
| `./scripts/update.sh` | auf die neueste veröffentlichte Fassung |
| `./scripts/update.sh v1.8.0` | auf eine bestimmte Fassung |
| `./scripts/update.sh --pruefen` | nur nachsehen, nichts ändern |
| `./scripts/update.sh --ja` | ohne Rückfrage (für cron) |
| `./scripts/update.sh --verwerfen` | eigene Änderungen wegwerfen statt beiseitelegen |
| `./scripts/update.sh --ohne-sicherung` | Sicherung überspringen — sehr gut überlegen |
### Eigene Änderungen an der docker-compose.yml
Das ist der Normalfall: Man passt etwas an, bis es läuft. Das Skript legt
solche Änderungen vor dem Umschalten mit `git stash` beiseite und sagt,
wie man sie zurückholt:
```bash
git stash list # was liegt da
git stash pop # zurückholen
git stash drop # wegwerfen
```
Sind deine Anpassungen inzwischen im Projekt eingearbeitet — wie
`APP_BIND` oder `MINIO_KONSOLE_PORT` —, brauchst du sie nicht
zurückzuholen. Dann setz die Werte einfach in der `.env`.
> **Die `.env` wird nie angefasst.** Sie ist nicht versioniert; weder
> `git checkout` noch das Skript rühren sie an.
### Von Hand, wenn du lieber selbst steuerst
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
# 1. IMMER zuerst sichern - eine Migration lässt sich nicht zurückrollen
docker compose exec sicherung /bin/sh /sicherung.sh
# 2. Was ändert sich?
git fetch --tags
git log --oneline HEAD..origin/main
# 3. Umschalten
git checkout v1.8.0
# 4. Neu bauen und starten
GIT_COMMIT=$(git rev-parse --short HEAD) BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) docker compose up -d --build
# 5. Die beiden SQL-Skripte - sie laufen NICHT mit den Migrationen mit
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute --schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/volltextsuche.sql
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute --schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/audit-schutz.sql
```
### Kontrolle
```bash
curl -s https://cockpit.deine-domain.de/api/gesundheit
# version muss die neue sein
```
Steht dort noch die alte Version, läuft der alte Behälter weiter — dann
hat der Bau nicht durchgezogen:
```bash
docker compose up -d --build --force-recreate app
```
### Zurück auf den vorherigen Stand
```bash
git checkout v1.0.4
docker compose up -d --build
```
Hat die neue Fassung die Datenbank migriert, reicht das nicht — dann muss
auch die Sicherung zurück (siehe Schritt 9).
---
## Wenn etwas nicht klappt
### Ein Dienst startet nicht
```bash
docker compose ps
docker compose logs app --tail 100
docker compose logs db --tail 50
```
Fehlt eine Umgebungsvariable, sagt die Anwendung beim Start, welche.
### „Umgebungsvariable ENC_KEY_V1 fehlt"
Die `.env` liegt nicht neben der `docker-compose.yml`, oder die Zeile ist
leer. Prüf mit dem Befehl aus Schritt 3.
### Der Proxy erreicht die Anwendung nicht („502", „Connection refused")
Fast immer steht in der `.env` noch `APP_BIND=127.0.0.1`, während der
Proxy auf einem anderen Server läuft. Dann horcht die Anwendung nur auf
der Loopback-Adresse — erreichbar ausschließlich vom Anwendungsserver
selbst.
Prüf, worauf sie tatsächlich horcht:
```bash
docker compose ps
# unter PORTS muss die Adresse stehen, die der Proxy erreicht,
# NICHT 127.0.0.1
```
Und ob sie überhaupt antwortet — erst lokal, dann vom Proxy-Server aus:
```bash
# auf dem Anwendungsserver
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# auf dem Proxy-Server
curl -s http://<APP_BIND-Adresse>:3000/api/gesundheit
```
Antwortet der erste, aber nicht der zweite, ist `APP_BIND` falsch oder
eine Firewall dazwischen. Setz den richtigen Wert (Schritt 7a) und
```bash
docker compose up -d
```
Ein Neubau des Abbilds ist dafür **nicht** nötig — es ist nur eine
Umgebungsänderung, der Behälter wird neu erzeugt.
### Port 3000 ist schon belegt
```bash
sudo ss -tlnp | grep 3000
```
Setz `APP_PORT=3010` in der `.env`, dann `docker compose up -d`, und zeig
mit dem Proxy auf den neuen Port.
### Die Anmeldung landet wieder auf dem Formular, ohne Fehlermeldung
`AUTH_URL` stimmt nicht mit der aufgerufenen Adresse überein. Häufig:
`http` statt `https`, oder ein Schrägstrich am Ende. Nach dem Ändern:
```bash
docker compose up -d
```
### „Zu viele Fehlversuche"
Nach fünf Fehlversuchen wird für eine Viertelstunde gesperrt — auch dich.
Warte ab, oder setz die Zähler zurück:
```bash
docker compose exec db psql -U cockpit betreuungs_cockpit \
-c "DELETE FROM login_versuch WHERE erfolg = false;"
```
### Der Code aus der App wird nicht angenommen
Die Uhr des Telefons geht falsch. TOTP-Codes hängen an der Uhrzeit. Stell
die automatische Zeitsynchronisierung ein und prüf, dass auch der Server
richtig geht:
```bash
timedatectl
docker compose exec app date
```
### Der Knopf „Mit Passkey anmelden" erscheint nicht
Passkeys brauchen einen sicheren Kontext. Die Anwendung bietet sie nur an,
wenn `AUTH_URL` auf `https://` steht (oder auf `localhost`) — sonst
erscheint der Knopf bewusst gar nicht erst, statt beim Klick mit einer
kryptischen Browsermeldung abzubrechen.
```bash
docker compose exec app printenv AUTH_URL # muss mit https:// beginnen
```
Steht dort `http://`, korrigiere die `.env` und starte neu:
```bash
docker compose up -d
```
Erscheint der Knopf weiterhin nicht, kann der Browser kein WebAuthn — das
betrifft praktisch nur sehr alte Fassungen.
### Ein Passkey lässt sich einrichten, aber nicht zum Anmelden benutzen
Fast immer stimmt die Adresse nicht überein. Der Schlüssel ist an den
Hostnamen aus `AUTH_URL` gebunden; der Browser vergleicht ihn mit dem, was
in der Adresszeile steht.
```bash
docker compose exec app printenv AUTH_URL
# muss exakt die Adresse sein, die du im Browser eintippst
```
Typische Ursachen: `AUTH_URL` zeigt auf `cockpit.example.de`, aufgerufen
wird aber `www.cockpit.example.de` — oder umgekehrt. Ein Passkey für die
eine Adresse gilt auf der anderen nicht.
**Nach einem Wechsel der Domain** müssen alle Passkeys neu eingerichtet
werden. Die alten Einträge lassen sich unter *Mein Konto → Passkeys*
entfernen. Die Anmeldung mit E-Mail, Passwort und Code funktioniert in der
Zwischenzeit unverändert — man sperrt sich damit also nicht aus.
### Die Texterkennung findet nichts
```bash
docker compose exec app tesseract --list-langs
# deu muss dabei sein
```
Fehlt sie, ist das Abbild nicht vollständig gebaut:
`docker compose build --no-cache app`.
### Uploads schlagen bei großen Dateien fehl
Der Proxy schneidet ab. Bei Caddy `request_body max_size`, bei nginx
`client_max_body_size` — beide auf mindestens 30 MB.
### Die Seite lädt, aber ohne Gestaltung, und nichts lässt sich anklicken
Dein Proxy überschreibt die Content-Security-Policy der Anwendung. Sie
enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu ist — eine feste CSP aus dem Proxy
blockiert dann die eigenen Skripte. Nimm die Kopfzeile aus dem Proxy
heraus.
### Der Speicherplatz wird knapp
```bash
df -h
docker system prune -a # entfernt ungenutzte Abbilder
```
**Ohne `--volumes`**, sonst löschst du die Datenbank.
### Ganz von vorn
```bash
docker compose down -v # ACHTUNG: löscht ALLE Daten
docker compose up -d --build
```
Das `-v` entfernt die Datenbank. Nur, wenn du das wirklich willst.
---
## Abnahmeliste
Hak das durch, bevor du echte Daten einträgst:
- [ ] AV-Vertrag mit dem Hoster abgeschlossen
- [ ] AV-Vertrag für den Objektspeicher abgeschlossen (falls extern)
- [ ] Server steht in Deutschland oder mindestens in der EU
- [ ] `.env` hat Rechte `600`
- [ ] Alle vier Dienste laufen, Datenbank und Anwendung `healthy`
- [ ] `/api/gesundheit` antwortet mit der erwarteten Version
- [ ] **Audit-Schutz greift** — `UPDATE audit_log` endet mit Fehler
- [ ] Bucket im Objektspeicher angelegt
- [ ] `https://` funktioniert, Zertifikat gültig
- [ ] Sicherheitskopfzeilen kommen durch den Proxy an
- [ ] **Der Anwendungsport ist von außen nicht erreichbar** (Gegenprobe aus Schritt 7)
- [ ] Der Weg Proxy → Anwendung läuft über ein privates Netz oder einen Tunnel
- [ ] Zweiter Faktor eingerichtet
- [ ] **Wiederherstellungscodes ausgedruckt** und weggelegt
- [ ] Bestellungsdatum eingetragen, Pflichtfristen abgeleitet
- [ ] Sicherung von Hand angestoßen, Selbstprüfung bestanden
- [ ] Sicherung **einmal zurückgespielt** und geprüft
- [ ] Sicherungen werden vom Server weg kopiert
- [ ] Wartungslauf im cron eingetragen und einmal getestet
- [ ] **`ENC_KEY_V1` im Passwortmanager und ausgedruckt**
- [ ] `SICHERUNG_PASSWORT` ebenso
- [ ] Verarbeitungsverzeichnis ausgefüllt
- [ ] Datenschutzhinweise ausgefüllt und ausgehändigt
Ist alles abgehakt, kannst du anfangen. Die
[Bedienungsanleitung](ANLEITUNG.md) sagt dir, wie.