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betreuungs-cockpit/docs/INSTALLATION.md
T
Florian Wilde c21d03abf6 Schreiben erzeugen, ausgeben und ablegen
Die Anschreiben gab es bisher nur als Text zum Kopieren. Danach war
Handarbeit: in Word nachbauen, ausdrucken, abschicken - und noch einmal
von Hand als Dokument in die Akte legen. Der letzte Schritt wurde am
haeufigsten vergessen, und dann fehlt der Nachweis im Bericht.

Neu unter /schreiben/neu: bearbeiten, als Word-Datei herunterladen, in
die Akte legen, Wiedervorlage setzen - in einem Zug. Eine Seite fuer alle
Arten und alle drei Empfaengerwege, statt die Bearbeitung dreimal an
Vertrag, Vorgang und Freitext nachzubauen.

Der dritte Weg ist der eigentliche Zugewinn: Schreiben an eine Stelle,
zu der es noch keinen Datensatz gibt. Am Anfang einer Betreuung ist das
der Normalfall - man fragt ja an, um zu erfahren, ob dort ueberhaupt
etwas besteht. Aus der freien Anschrift laesst sich mit einem Klick ein
Kontakt anlegen.

Zwei Entscheidungen, die erklaert gehoeren:

Die Akte bekommt ein PDF, heruntergeladen wird .docx. Der
Objektspeicher nimmt nur PDF und Bilder an, geprueft an den Magic Bytes.
Eine .docx ist ein ZIP-Archiv; sie durchzulassen hiesse jedes ZIP
durchzulassen, und diese Pruefung ist eine bewusste Zusage der
Anwendung. Sachlich ist PDF fuer den Nachweis ohnehin richtiger: Es
aendert sich nicht mehr. Die Oberflaeche sagt dazu, dass eine spaeter in
Word geaenderte Fassung von der Akte abweicht.

Der Berichtssatz in berichte/docx.ts bleibt unangetastet. Er setzt einen
Bericht mit Kopfzeilen und Unterschriftenblock; ein Brief braucht
Absender, Anschriftenfeld, Datumszeile und Grussformel. Beides in eine
Funktion zu zwingen haette beide Ausgaben schlechter gemacht. Der
Umsetzungshinweis im Issue ("muss nur angebunden werden") war insoweit
falsch - von mir selbst geschrieben.

Die vorhandenen Erzeuger (Rueckkaufswert, Kuendigung, Sachstandsanfrage)
bleiben unveraendert; ihr Wortlaut ist getestet und erprobt.

Geprueft: zehn Einheitstests, darunter der Gleichschritt der
Wiedervorlagefristen ueber zwei Module hinweg. Fuenf End-to-End-Tests
auf beiden Geraeteprofilen: Entwurf, Vertragsbezug, Word-Download,
Ablage samt Wiedervorlage, Kontakt aus freier Anschrift.

Refs #4
2026-08-23 10:14:59 +02:00

1155 lines
35 KiB
Markdown

# Installation Schritt für Schritt
Von einem vorbereiteten Server bis zur laufenden Anwendung. Rechne mit
**30 bis 45 Minuten**, wenn du es zum ersten Mal machst.
Diese Anleitung setzt einen Server voraus, auf dem **Docker bereits läuft**,
und einen **Reverse Proxy, der schon steht** — auch dann, wenn er auf einem
anderen Server liegt. Sie richtet nur das Betreuungs-Cockpit ein: kein
Docker, keine Betriebssystemhärtung, kein Proxy von Grund auf.
Was genau auf dem Proxy hinterlegt werden muss, steht vollständig in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen).
Nach jedem Schritt steht eine **Kontrolle**. Geh nicht weiter, bevor die
durchgeht — dann weißt du im Fehlerfall genau, wo es hakt.
> Wenn du die Anwendung nur ausprobieren willst, ohne Server: Der
> Abschnitt *Schnellstart* in der [README](../README.md) bringt dich in
> zehn Minuten auf dem eigenen Rechner zum Laufen.
---
## Inhalt
- [Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen](#schritt-0--voraussetzungen-prüfen)
- [Schritt 1 — Anwendung holen](#schritt-1--anwendung-holen)
- [Schritt 2 — Schlüssel erzeugen](#schritt-2--schlüssel-erzeugen)
- [Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen](#schritt-3--konfiguration-ausfüllen)
- [Schritt 4 — Starten](#schritt-4--starten)
- [Schritt 5 — Datenbank vorbereiten](#schritt-5--datenbank-vorbereiten)
- [Schritt 6 — Dateiablage einrichten](#schritt-6--dateiablage-einrichten)
- [Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen)
- [Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser](#schritt-8--ersteinrichtung-im-browser)
- [Schritt 9 — Sicherung prüfen](#schritt-9--sicherung-prüfen)
- [Schritt 10 — Wartungslauf einrichten](#schritt-10--wartungslauf-einrichten)
- [Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen](#schritt-11--schlüssel-in-sicherheit-bringen)
- [Aktualisieren](#aktualisieren)
- [Wenn etwas nicht klappt](#wenn-etwas-nicht-klappt)
- [Abnahmeliste](#abnahmeliste)
---
## Schritt 0 — Voraussetzungen prüfen
### Was der Server mitbringen muss
| | Minimum | Bequem |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher | 2 GB frei | 4 GB frei |
| Speicherplatz | 20 GB frei | 40 GB frei |
| Docker | 24 oder neuer | aktuell |
| Docker Compose | v2 (`docker compose`, nicht `docker-compose`) | aktuell |
| Reverse Proxy | vorhanden, mit TLS (auch auf einem anderen Server) | dasselbe |
| Netzweg zum Proxy | privates Netz, WireGuard oder Firewallregel | privates Netz |
| Standort | Deutschland oder mindestens EU | dasselbe |
Der erste Bau lädt Tesseract mit den deutschen Sprachdaten — plan etwa
**1 GB Netzverkehr** und fünf bis zehn Minuten ein.
### Kontrolle
Melde dich per SSH auf dem Server an und prüf:
```bash
docker --version # 24.x oder neuer
docker compose version # v2.x - mit Leerzeichen, nicht docker-compose
docker run --rm hello-world # "Hello from Docker!"
df -h / # genug Platz?
free -h # genug Speicher?
```
Kommt bei `docker run` ein *permission denied*, fehlt dir die
Docker-Gruppe:
```bash
sudo usermod -aG docker $USER
```
Danach **abmelden und neu anmelden**, sonst greift es nicht.
### Zeitzone
Die Behälter setzen `Europe/Berlin` selbst — der Host muss also nicht
umgestellt sein. Für die Logs und den cron-Eintrag aus Schritt 10 ist es
trotzdem angenehm:
```bash
timedatectl | grep "Time zone"
# nicht Europe/Berlin? dann:
sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin
```
### Domain
Du brauchst eine Adresse, unter der die Anwendung erreichbar sein soll,
zum Beispiel `cockpit.deine-domain.de`.
Der A-Record zeigt auf den **Proxy-Server**, nicht auf diesen hier — der
Proxy nimmt die Anfragen entgegen und reicht sie weiter. Setz ihn
**jetzt**, DNS-Änderungen brauchen manchmal eine Stunde.
```bash
dig +short cockpit.deine-domain.de # muss die IP des PROXY-Servers zeigen
```
### Und das Wichtigste
> Kläre den **Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO** mit deinem
> Hoster. Bei Hetzner im Kundenkonto unter *Verträge → AV-Vertrag*, bei
> anderen ähnlich. Ohne ihn ist der Betrieb formal rechtswidrig — und es
> dauert fünf Minuten.
>
> Dasselbe gilt für den Objektspeicher, falls du einen externen benutzt
> statt des mitgelieferten MinIO.
Halt außerdem etwas bereit, um Schlüssel zu notieren. Ein Passwortmanager
ist das Richtige — du erzeugst gleich Werte, die du nicht verlieren darfst.
---
## Schritt 1 — Anwendung holen
```bash
sudo mkdir -p /opt/betreuungs-cockpit
sudo chown $USER:$USER /opt/betreuungs-cockpit
git clone https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit.git \
/opt/betreuungs-cockpit
cd /opt/betreuungs-cockpit
# Auf die letzte veröffentlichte Fassung wechseln,
# nicht auf den laufenden Entwicklungsstand
git checkout v1.4.0
```
### Kontrolle
```bash
ls docker-compose.yml Dockerfile .env.example # alle drei da
git describe --tags # v1.4.0
```
---
## Schritt 2 — Schlüssel erzeugen
Die Anwendung braucht sieben Geheimnisse. Erzeuge sie **auf dem Server**,
nicht auf dem eigenen Rechner:
```bash
docker run --rm node:22-alpine node -e "
const c = require('crypto');
const b = n => c.randomBytes(n).toString('base64');
const w = n => b(n).replace(/[+/=]/g,'x');
console.log('AUTH_SECRET=' + b(32));
console.log('ENC_KEY_V1=' + b(32));
console.log('INDEX_KEY=' + b(32));
console.log('POSTGRES_PASSWORD=' + w(24));
console.log('SICHERUNG_PASSWORT=' + w(24));
console.log('S3_ACCESS_KEY_ID=' + w(12));
console.log('S3_SECRET_ACCESS_KEY=' + w(24));
"
```
Kopier die Ausgabe in einen Texteditor. Du brauchst sie im nächsten
Schritt.
> **`ENC_KEY_V1` ist der wichtigste Wert der ganzen Installation.** Mit ihm
> sind Diagnosen, IBANs, Versicherungsnummern und alle Notizen
> verschlüsselt. Geht er verloren, sind diese Felder
> **unwiederbringlich** weg — auch aus jedem Backup. Es gibt keine
> Hintertür.
>
> Schritt 11 sagt dir, wohin damit. Verlier ihn bis dahin nicht.
---
## Schritt 3 — Konfiguration ausfüllen
```bash
cp .env.example .env
nano .env
```
Diese Werte **musst** du setzen:
```bash
# --- Datenbank ---
POSTGRES_PASSWORD=<aus Schritt 2>
# --- Anmeldung ---
AUTH_SECRET=<aus Schritt 2>
AUTH_URL=https://cockpit.deine-domain.de # exakt deine Adresse, mit https
AUTH_TRUST_HOST=true
# --- Verschlüsselung ---
ENC_KEY_V1=<aus Schritt 2>
ENC_KEY_AKTIV=1
INDEX_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Objektspeicher ---
S3_ACCESS_KEY_ID=<aus Schritt 2>
S3_SECRET_ACCESS_KEY=<aus Schritt 2>
# --- Sicherung ---
SICHERUNG_PASSWORT=<aus Schritt 2>
# --- Erreichbarkeit ---
# Steht dein Proxy auf einem ANDEREN Server, muss hier die Adresse hinein,
# ueber die er diesen Server erreicht. Bleibt es bei 127.0.0.1, kommt er
# NICHT heran - und der Fehler sieht aus, als sei der Proxy schuld.
# Welcher Wert der richtige ist, steht in Schritt 7a.
APP_BIND=127.0.0.1
APP_PORT=3000
```
> **`AUTH_URL` muss exakt der Adresse entsprechen**, unter der du die
> Anwendung später aufrufst — mit `https://`, ohne Schrägstrich am Ende.
> Steht dort etwas anderes, wird das Sitzungs-Cookie für die falsche
> Herkunft gesetzt: Die Anmeldung landet stumm wieder auf dem Formular,
> ohne Fehlermeldung. Das ist der Fehler, den man am längsten sucht.
>
> Seit 1.1.0 hängt noch mehr daran: Aus dieser Adresse wird die Kennung
> abgeleitet, an die Passkeys gebunden werden. Steht sie falsch, lässt
> sich zwar ein Passkey einrichten, aber nie wieder verwenden. Und ein
> späterer Wechsel der Domain macht alle vorhandenen Passkeys
> unbrauchbar — das ist kein Fehler, sondern der Phishingschutz.
**Läuft auf dem Server schon etwas auf Port 3000?** Dann weich aus:
```bash
APP_PORT=3010
```
Auf welcher Adresse die Anwendung horcht, legst du in
[Schritt 7](#schritt-7--in-den-reverse-proxy-eintragen) fest — dort steht
auch, warum `127.0.0.1` nicht reicht, wenn der Proxy woanders läuft.
Optional, aber empfohlen — Fristerinnerungen per E-Mail:
```bash
SMTP_HOST=mail.deine-domain.de
SMTP_PORT=587
SMTP_USER=cockpit@deine-domain.de
SMTP_PASSWORD=<dein Mailpasswort>
SMTP_FROM="Betreuungs-Cockpit <cockpit@deine-domain.de>"
```
Speichern mit `Strg+O`, `Enter`, `Strg+X`. Dann die Datei absichern — sie
enthält alle Schlüssel:
```bash
chmod 600 .env
```
### Kontrolle
```bash
# Sind alle Pflichtwerte gefüllt? Zeigt nur die Namen, nicht die Werte.
grep -E '^(POSTGRES_PASSWORD|AUTH_SECRET|AUTH_URL|ENC_KEY_V1|INDEX_KEY|S3_ACCESS_KEY_ID|S3_SECRET_ACCESS_KEY|SICHERUNG_PASSWORT)=.+' .env \
| sed 's/=.*/ = gesetzt/'
```
Acht Zeilen müssen erscheinen. Fehlt eine, startet die Anwendung nicht —
und sagt dir beim Start auch, welche.
---
## Schritt 4 — Starten
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
# Git-Stand mitgeben, damit später sichtbar ist, was läuft
GIT_COMMIT=$(git rev-parse --short HEAD) \
BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) \
docker compose up -d --build
```
Der erste Bau dauert **fünf bis zehn Minuten**. Danach geht es schnell.
### Kontrolle
```bash
docker compose ps
```
Vier Dienste, alle `running`, Datenbank und Anwendung `healthy`:
```
NAME STATUS
betreuungs-cockpit-app-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-db-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-minio-1 Up (healthy)
betreuungs-cockpit-sicherung-1 Up
```
```bash
# Antwortet die Anwendung? (Port anpassen, falls du APP_PORT gesetzt hast)
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.4.0","commit":"..."}
```
Kommt hier nichts, sieh in die Logs:
```bash
docker compose logs app --tail 50
```
---
## Schritt 5 — Datenbank vorbereiten
Die **Migrationen laufen beim Start automatisch mit**. Zwei SQL-Skripte
kommen einmalig von Hand dazu — sie richten die Volltextsuche ein und
machen das Audit-Log unveränderlich:
```bash
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/volltextsuche.sql
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/audit-schutz.sql
```
### Kontrolle
Prüf, dass der Schutz des Audit-Logs wirklich greift. Der folgende Befehl
**muss** mit einem Fehler enden:
```bash
docker compose exec db psql -U cockpit betreuungs_cockpit \
-c "UPDATE audit_log SET entitaet='x';"
```
Erwartete Ausgabe:
```
ERROR: Das Audit-Log ist unveraenderlich. UPDATE auf audit_log ist nicht zulaessig.
```
Kommt stattdessen `UPDATE 0`, ist das Skript nicht gelaufen. Führ es
erneut aus — beide Skripte sind so gebaut, dass mehrfaches Ausführen
nichts kaputtmacht.
---
## Schritt 6 — Dateiablage einrichten
Der Objektspeicher braucht einen Ablagebereich für die Dokumente:
```bash
set -a && source .env && set +a
docker compose exec minio mc alias set lokal \
http://localhost:9000 "$S3_ACCESS_KEY_ID" "$S3_SECRET_ACCESS_KEY"
docker compose exec minio mc mb lokal/betreuungs-cockpit
```
### Kontrolle
```bash
docker compose exec minio mc ls lokal
# [...] betreuungs-cockpit/
```
> **Externer Objektspeicher statt MinIO?** Wenn du einen S3-Dienst in der
> EU benutzt (z. B. Hetzner Object Storage, Falkenstein), streich den
> `minio`-Dienst aus der `docker-compose.yml`, entfern ihn aus
> `depends_on` beim `app`-Dienst und zeig mit `S3_ENDPOINT` dorthin. Den
> Bucket legst du dann beim Anbieter an. **Auch dafür brauchst du einen
> AV-Vertrag.**
---
## Schritt 7 — In den Reverse Proxy eintragen
Der Proxy steht auf einem **anderen Server**. Damit sind zwei Dinge zu
tun: die Anwendung für ihn erreichbar machen, und ihn richtig
konfigurieren.
### 7a — Erreichbar machen, aber nur für den Proxy
Standardmäßig horcht die Anwendung auf `127.0.0.1` — von außen kommt dann
niemand heran, auch der Proxy nicht. Das musst du ändern.
> **Die Anwendung beendet kein TLS.** Zwischen Proxy und Anwendung läuft
> unverschlüsseltes HTTP. Dieser Weg darf niemals durchs offene Netz
> gehen. Es gibt drei Möglichkeiten, in dieser Reihenfolge:
**Erste Wahl: privates Netz.** Hetzner, netcup und die meisten anderen
bieten ein privates Netz zwischen deinen Servern an. Trag in die `.env`
die Adresse ein, die dieser Server dort hat:
```bash
APP_BIND=10.0.0.5 # die private Adresse DIESES Servers
APP_PORT=3000
```
**Zweite Wahl: WireGuard.** Gibt es kein privates Netz, bau einen Tunnel
zwischen beiden Servern und trag die Tunneladresse ein:
```bash
APP_BIND=10.8.0.2
```
**Notlösung: öffentliche Adresse plus Firewall.** Nur, wenn beides nicht
geht — und dann zwingend mit einer Regel, die ausschließlich die IP des
Proxy-Servers durchlässt:
```bash
# in der .env
APP_BIND=0.0.0.0
# und auf DIESEM Server, vor dem Neustart:
sudo ufw allow from <IP-des-Proxy-Servers> to any port 3000 proto tcp
sudo ufw deny 3000/tcp
```
Prüf danach von einem dritten Rechner aus, dass der Port wirklich zu ist.
Vergiss die Regel, und deine Anwendung steht unverschlüsselt im Netz.
Nach der Änderung:
```bash
docker compose up -d
docker compose ps # unter PORTS muss die neue Adresse stehen
```
### 7b — Was auf dem Proxy-Server hinterlegt wird
Das ist der Teil, den du auf dem **anderen** Server einträgst. Ersetz
`10.0.0.5` durch die Adresse aus 7a.
Vier Varianten, je nachdem was bei dir läuft: [Nginx Proxy Manager](#nginx-proxy-manager), [Caddy](#caddy), [nginx von Hand](#nginx) oder [Traefik](#traefik).
#### Nginx Proxy Manager
In der Oberfläche: **Hosts → Proxy Hosts → Add Proxy Host**.
**Reiter „Details"**
| Feld | Wert |
|---|---|
| Domain Names | `cockpit.deine-domain.de` |
| Scheme | `http` — nicht https. Die Anwendung beendet kein TLS |
| Forward Hostname / IP | die Adresse aus 7a, z. B. `10.0.0.5` |
| Forward Port | `3000` (oder dein `APP_PORT`) |
| Cache Assets | **aus** |
| Block Common Exploits | an |
| Websockets Support | an |
| Access List | leer lassen — die Anwendung hat eine eigene Anmeldung mit Pflicht-Zweitfaktor |
Zu **Cache Assets**: Next.js hängt an jede Skript- und Stildatei einen
Prüfsummen-Namen, ein Zwischenspeicher bringt hier also nichts. Aus bleibt
er, damit nach einem Update niemand rätselt, ob er noch eine alte Fassung
sieht.
**Reiter „SSL"**
| Feld | Wert |
|---|---|
| SSL Certificate | *Request a new SSL Certificate* (Let's Encrypt) |
| Force SSL | **an** |
| HTTP/2 Support | an |
| HSTS Enabled | **aus** |
| HSTS Subdomains | aus |
`HSTS Enabled` bleibt aus, weil die Anwendung den Kopf
`Strict-Transport-Security` bereits selbst setzt — sonst schickt der Server
ihn zweimal.
**Reiter „Advanced"**
Hier kommt der Teil hinein, den die Oberfläche nicht abbildet. Genau
dieser Block:
```nginx
# Fotos mehrseitiger Bescheide sind schnell 10 MB.
client_max_body_size 30M;
# Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brauchen länger als die
# üblichen 60 Sekunden. Ohne diese Werte bricht der Download mittendrin ab.
proxy_connect_timeout 30s;
proxy_send_timeout 600s;
proxy_read_timeout 600s;
# Der Vollexport kommt als Strom. Puffert der Proxy, wartet der Browser,
# bis alles im Speicher des Proxys liegt - und läuft dabei in die Zeitgrenze.
proxy_buffering off;
proxy_request_buffering off;
```
Dann **Save**.
**Was du NICHT eintragen musst:** `proxy_set_header` für `Host`,
`X-Real-IP`, `X-Forwarded-For` und `X-Forwarded-Proto`. Nginx Proxy Manager
setzt diese vier bereits selbst, und zwar im `location`-Block — ein
zweiter Satz im Advanced-Feld läge auf `server`-Ebene und würde ohnehin
überschrieben. Trag sie nicht ein, sonst suchst du später an der falschen
Stelle.
**Wenn du eine `Access List` benutzt:** Sie sperrt auch `/api/wartung` aus.
Entweder du lässt sie weg, oder du trägst die IP des Servers ein, von dem
der cron-Eintrag aus Schritt 10 kommt.
#### Caddy
```caddyfile
cockpit.deine-domain.de {
encode zstd gzip
reverse_proxy 10.0.0.5:3000 {
# Berichte und der Vollexport brauchen Zeit. Ohne diese Werte
# bricht der Proxy mitten im Erzeugen ab.
transport http {
read_timeout 10m
write_timeout 10m
}
# Der Vollexport kommt als Strom - nicht puffern, sonst wartet der
# Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt.
flush_interval -1
}
# Ein Handyfoto eines mehrseitigen Bescheids ist schnell 10 MB.
request_body {
max_size 30MB
}
}
```
Caddy setzt `Host`, `X-Forwarded-For` und `X-Forwarded-Proto` von selbst
richtig — dafür musst du nichts tun.
#### nginx
```nginx
server {
listen 443 ssl;
http2 on;
server_name cockpit.deine-domain.de;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/cockpit.deine-domain.de/privkey.pem;
# Uploads von Behördenschreiben
client_max_body_size 30M;
location / {
proxy_pass http://10.0.0.5:3000;
proxy_http_version 1.1;
# Ohne diese vier Zeilen funktioniert die Anwendung nicht richtig,
# siehe Tabelle unter 7c.
proxy_set_header Host $host;
proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
# PDF-Erzeugung und Vollexport dauern länger als die üblichen 60 s.
proxy_connect_timeout 30s;
proxy_send_timeout 600s;
proxy_read_timeout 600s;
# Der Vollexport kommt als Strom. Ohne diese beiden Zeilen sammelt
# nginx erst alles ein, und der Browser sieht minutenlang nichts.
proxy_buffering off;
proxy_request_buffering off;
}
}
# Alles Unverschlüsselte umleiten
server {
listen 80;
server_name cockpit.deine-domain.de;
return 301 https://$host$request_uri;
}
```
Aktivieren:
```bash
sudo ln -s /etc/nginx/sites-available/cockpit /etc/nginx/sites-enabled/
sudo certbot --nginx -d cockpit.deine-domain.de
sudo nginx -t && sudo systemctl reload nginx
```
#### Traefik
Weil die Anwendung auf einem anderen Server läuft, geht es **nicht** über
Docker-Labels, sondern über eine dynamische Konfigurationsdatei:
```yaml
http:
routers:
cockpit:
rule: "Host(`cockpit.deine-domain.de`)"
service: cockpit
entryPoints: [websecure]
tls:
certResolver: letsencrypt
services:
cockpit:
loadBalancer:
servers:
- url: "http://10.0.0.5:3000"
# Vollexport als Strom ausliefern, nicht sammeln
responseForwarding:
flushInterval: -1
```
Dazu in der statischen Konfiguration großzügige Zeitgrenzen:
```yaml
entryPoints:
websecure:
address: ":443"
transport:
respondingTimeouts:
readTimeout: 600s
writeTimeout: 600s
idleTimeout: 180s
```
### 7c — Was der Proxy leisten muss, und warum
| Anforderung | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| **TLS beenden** | Der Browser lehnt Cookies mit `Secure`-Kennzeichen ab — die Anmeldung schlägt stumm fehl |
| **`Host` durchreichen** | Auth.js vergleicht den Host mit `AUTH_URL` und weist die Anmeldung ab |
| **`X-Forwarded-Proto: https`** | Die Anwendung baut Adressen mit `http` und setzt Cookies ohne `Secure` |
| **`X-Forwarded-For`** | Die Login-Sperre zählt alle Zugriffe als denselben Anschluss: Fünf Fehlversuche irgendwo sperren alle. Im Audit-Log fehlt die Herkunft |
| **Mindestens 30 MB Uploads** | Fotos mehrseitiger Bescheide werden abgeschnitten |
| **Zeitgrenze 10 Minuten** | Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brechen mitten im Erzeugen ab |
| **Antwort nicht puffern** | Der Vollexport kommt als Strom. Puffert der Proxy, wartet der Browser, bis alles im Speicher des Proxys liegt — bei großen Beständen läuft er dabei in die Zeitgrenze |
**Keine eigenen Sicherheitskopfzeilen setzen.** CSP, `X-Frame-Options`,
`nosniff` und HSTS kommen aus der Anwendung. Besonders die CSP darf der
Proxy nicht überschreiben: Sie enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu
ist. Eine feste CSP aus dem Proxy blockiert die eigenen Skripte — die
Seite lädt dann zwar, lässt sich aber nicht bedienen.
### Kontrolle
Erst **vom Proxy-Server aus** — kommt er überhaupt an?
```bash
curl -s http://10.0.0.5:3000/api/gesundheit
# {"status":"bereit","version":"1.4.0",...}
```
Kommt hier nichts, liegt es an 7a: falsche `APP_BIND`, Firewall, oder der
Behälter wurde nach der Änderung nicht neu gestartet.
Dann **von deinem eigenen Rechner aus**:
```bash
curl -sI https://cockpit.deine-domain.de/anmelden | head -8
```
Erwartet: `HTTP/2 200` und die Kopfzeilen `content-security-policy`,
`x-frame-options: DENY`, `x-content-type-options: nosniff`,
`strict-transport-security`.
Und die Gegenprobe — der Port darf von außen **nicht** offen sein:
```bash
curl -s --max-time 5 http://<oeffentliche-IP-des-App-Servers>:3000/api/gesundheit
# muss in eine Zeitüberschreitung laufen oder abgewiesen werden
```
Antwortet er, ist deine Firewallregel falsch. Das ist kein
Schönheitsfehler: Über diesen Weg käme man unverschlüsselt an
Gesundheitsdaten.
## Schritt 8 — Ersteinrichtung im Browser
Ruf `https://cockpit.deine-domain.de` auf. Ein Assistent führt dich durch
drei Schritte: Zugang anlegen, zweiten Faktor einrichten, betreute Person
erfassen.
Die Einzelheiten stehen in der [Bedienungsanleitung](ANLEITUNG.md),
Abschnitt *Der erste Tag*. Drei Dinge sind hier wichtig:
1. **Die Seite `/ersteinrichtung` sperrt sich selbst**, sobald ein Zugang
existiert. Niemand kann sich danach von außen einen zweiten
Administrator anlegen.
2. **Die Wiederherstellungscodes werden genau einmal angezeigt.** Druck
sie aus, bevor du weiterklickst.
3. **Das Bestellungsdatum** muss stimmen — daraus entstehen alle
gesetzlichen Fristen.
Zum Schluss: **Fristen → Pflichtfristen ableiten**.
### Kontrolle
- Du kommst mit E-Mail, Passwort und dem Code aus der App herein.
- Unter **Fristen** stehen Einträge mit Paragraphenbezug.
- Unter **Protokoll** siehst du deine eigene Anmeldung.
- Unten links in der Seitenleiste steht `Version 1.4.0 · <commit>`.
---
## Schritt 9 — Sicherung prüfen
Die tägliche Sicherung läuft ab jetzt um **03:15 Uhr**. Warte nicht bis
morgen — stoß sie einmal von Hand an:
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
docker compose exec sicherung /bin/sh /sicherung.sh
```
Erwartete Ausgabe, in dieser Reihenfolge:
```
Sicherung beginnt: /backups/cockpit_2026-08-22_1430.dump.enc
Sicherung fertig (1.2M)
Selbstpruefung bestanden.
```
Die **Selbstprüfung** ist der eigentliche Punkt: Das Skript entschlüsselt
die eben geschriebene Datei sofort wieder. Schlägt das fehl, endet der
Lauf mit einem Fehler statt mit einem stillen Scheinerfolg.
### Und jetzt einmal zurückspielen
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Probier es
gleich aus, solange nichts drinsteht, was weh tut:
```bash
# Testdatenbank neben der echten anlegen
docker compose exec db createdb -U cockpit probe
# Zurückspielen (Dateinamen anpassen)
docker compose exec -e PGDATABASE=probe -e SICHERUNG_OHNE_RUECKFRAGE=ja \
sicherung /bin/sh /wiederherstellung.sh /backups/cockpit_<datum>.dump.enc
# Stichprobe
docker compose exec db psql -U cockpit probe \
-c "SELECT vorname, nachname FROM betreute;"
# Aufräumen
docker compose exec db dropdb -U cockpit probe
```
### Kontrolle
```bash
ls -lh backups/
# cockpit_....dump.enc und cockpit_....dump.enc.sha256
```
> **Was das Backup nicht enthält:** den Schlüssel `ENC_KEY_V1` und die
> Dateien im Objektspeicher. Für die Dateien:
>
> ```bash
> docker compose exec minio mc mirror lokal/betreuungs-cockpit /backups/dokumente
> ```
>
> Und kopier die Sicherungen regelmäßig **weg vom Server** — ein Backup,
> das neben dem Original liegt, hilft bei einem Serverausfall nicht.
---
## Schritt 10 — Wartungslauf einrichten
Einmal täglich: Fristerinnerungen verschicken, Papierkorb leeren, alte
Anmeldeversuche entfernen.
```bash
# Schlüssel für den Endpunkt ausrechnen
docker compose exec app node -e "
console.log(require('crypto').createHmac('sha256', process.env.AUTH_SECRET)
.update('wartung').digest('base64url'))
"
```
Den ausgegebenen Wert in einen cron-Eintrag:
```bash
crontab -e
```
Diese Zeile ans Ende:
```cron
30 4 * * * curl -fsS -H "X-Wartung-Schluessel: <ausgegebener Wert>" https://cockpit.deine-domain.de/api/wartung > /dev/null
```
### Kontrolle
```bash
curl -s -H "X-Wartung-Schluessel: <wert>" \
https://cockpit.deine-domain.de/api/wartung
# {"erinnerungen":0,"papierkorbGeleert":0,...,"fehler":[]}
```
Ohne gültigen Schlüssel antwortet die Route mit **404**, nicht mit 401 —
wer die Adresse errät, soll nicht einmal erfahren, dass es sie gibt.
---
## Schritt 11 — Schlüssel in Sicherheit bringen
Der letzte Schritt, und der wichtigste.
**`ENC_KEY_V1` gehört an zwei Orte, keiner davon ist dieser Server:**
1. In deinen **Passwortmanager**.
2. **Ausgedruckt** zu deinen Betreuungsunterlagen, im Ordner beim
Betreuerausweis.
Dasselbe gilt für `SICHERUNG_PASSWORT` — ohne das nützt dir die
verschlüsselte Sicherungsdatei nichts.
```bash
# Zum Abschreiben oder Kopieren
grep -E '^(ENC_KEY_V1|SICHERUNG_PASSWORT)=' .env
```
**Warum so umständlich?** Weil der Schlüssel bewusst nicht in der
Datenbank liegt. Ein gestohlenes Backup ist damit wertlos — und ein
verlorener Schlüssel macht auch dein eigenes Backup wertlos. Beides ist
dieselbe Eigenschaft, von zwei Seiten betrachtet.
Denk an die letzten Pflichten:
- **AV-Vertrag** mit Hoster und Objektspeicher abgeschlossen?
- [`verarbeitungsverzeichnis.md`](verarbeitungsverzeichnis.md) ausgefüllt?
- [`datenschutzhinweise.md`](datenschutzhinweise.md) ausgefüllt und der
betreuten Person ausgehändigt oder vorgelesen?
---
## Aktualisieren
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
./scripts/update.sh
```
> **Kommst du von 1.1.0 oder älter?** Dort lag `update.sh` ohne
> Ausführungsrecht im Repository — `./scripts/update.sh` endet dann in
> „Permission denied". Einmalig hilft:
>
> ```bash
> bash scripts/update.sh
> ```
>
> Ab 1.1.1 ist das Recht gesetzt und der Punktschrägstrich funktioniert.
Das war es. Das Skript nimmt dir die Schritte ab, die man von Hand
vergisst:
1. Prüft Verzeichnis, git, docker und `.env`
2. Holt die Fassungen und zeigt, was zwischen deinem Stand und dem neuen
im Changelog steht
3. Fragt nach
4. **Stößt eine Sicherung an** — und bricht ab, wenn sie nicht klappt
5. Legt eigene Änderungen an versionierten Dateien beiseite, schaltet um,
baut neu
6. Wartet, bis die Anwendung antwortet
7. Führt die **beiden SQL-Skripte** aus (Volltextsuche, Audit-Schutz)
8. Prüft, ob wirklich die neue Fassung läuft
**Bis Schritt 3 wird nichts verändert.** Bricht etwas vorher ab, findest du
alles so vor wie zuvor.
### Aufrufmöglichkeiten
| Aufruf | Wirkung |
|---|---|
| `./scripts/update.sh` | auf die neueste veröffentlichte Fassung |
| `./scripts/update.sh v1.4.0` | auf eine bestimmte Fassung |
| `./scripts/update.sh --pruefen` | nur nachsehen, nichts ändern |
| `./scripts/update.sh --ja` | ohne Rückfrage (für cron) |
| `./scripts/update.sh --verwerfen` | eigene Änderungen wegwerfen statt beiseitelegen |
| `./scripts/update.sh --ohne-sicherung` | Sicherung überspringen — sehr gut überlegen |
### Eigene Änderungen an der docker-compose.yml
Das ist der Normalfall: Man passt etwas an, bis es läuft. Das Skript legt
solche Änderungen vor dem Umschalten mit `git stash` beiseite und sagt,
wie man sie zurückholt:
```bash
git stash list # was liegt da
git stash pop # zurückholen
git stash drop # wegwerfen
```
Sind deine Anpassungen inzwischen im Projekt eingearbeitet — wie
`APP_BIND` oder `MINIO_KONSOLE_PORT` —, brauchst du sie nicht
zurückzuholen. Dann setz die Werte einfach in der `.env`.
> **Die `.env` wird nie angefasst.** Sie ist nicht versioniert; weder
> `git checkout` noch das Skript rühren sie an.
### Von Hand, wenn du lieber selbst steuerst
```bash
cd /opt/betreuungs-cockpit
# 1. IMMER zuerst sichern - eine Migration lässt sich nicht zurückrollen
docker compose exec sicherung /bin/sh /sicherung.sh
# 2. Was ändert sich?
git fetch --tags
git log --oneline HEAD..origin/main
# 3. Umschalten
git checkout v1.4.0
# 4. Neu bauen und starten
GIT_COMMIT=$(git rev-parse --short HEAD) BUILD_ZEIT=$(date -Iseconds) docker compose up -d --build
# 5. Die beiden SQL-Skripte - sie laufen NICHT mit den Migrationen mit
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute --schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/volltextsuche.sql
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute --schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/audit-schutz.sql
```
### Kontrolle
```bash
curl -s https://cockpit.deine-domain.de/api/gesundheit
# version muss die neue sein
```
Steht dort noch die alte Version, läuft der alte Behälter weiter — dann
hat der Bau nicht durchgezogen:
```bash
docker compose up -d --build --force-recreate app
```
### Zurück auf den vorherigen Stand
```bash
git checkout v1.0.4
docker compose up -d --build
```
Hat die neue Fassung die Datenbank migriert, reicht das nicht — dann muss
auch die Sicherung zurück (siehe Schritt 9).
---
## Wenn etwas nicht klappt
### Ein Dienst startet nicht
```bash
docker compose ps
docker compose logs app --tail 100
docker compose logs db --tail 50
```
Fehlt eine Umgebungsvariable, sagt die Anwendung beim Start, welche.
### „Umgebungsvariable ENC_KEY_V1 fehlt"
Die `.env` liegt nicht neben der `docker-compose.yml`, oder die Zeile ist
leer. Prüf mit dem Befehl aus Schritt 3.
### Der Proxy erreicht die Anwendung nicht („502", „Connection refused")
Fast immer steht in der `.env` noch `APP_BIND=127.0.0.1`, während der
Proxy auf einem anderen Server läuft. Dann horcht die Anwendung nur auf
der Loopback-Adresse — erreichbar ausschließlich vom Anwendungsserver
selbst.
Prüf, worauf sie tatsächlich horcht:
```bash
docker compose ps
# unter PORTS muss die Adresse stehen, die der Proxy erreicht,
# NICHT 127.0.0.1
```
Und ob sie überhaupt antwortet — erst lokal, dann vom Proxy-Server aus:
```bash
# auf dem Anwendungsserver
curl -s http://127.0.0.1:3000/api/gesundheit
# auf dem Proxy-Server
curl -s http://<APP_BIND-Adresse>:3000/api/gesundheit
```
Antwortet der erste, aber nicht der zweite, ist `APP_BIND` falsch oder
eine Firewall dazwischen. Setz den richtigen Wert (Schritt 7a) und
```bash
docker compose up -d
```
Ein Neubau des Abbilds ist dafür **nicht** nötig — es ist nur eine
Umgebungsänderung, der Behälter wird neu erzeugt.
### Port 3000 ist schon belegt
```bash
sudo ss -tlnp | grep 3000
```
Setz `APP_PORT=3010` in der `.env`, dann `docker compose up -d`, und zeig
mit dem Proxy auf den neuen Port.
### Die Anmeldung landet wieder auf dem Formular, ohne Fehlermeldung
`AUTH_URL` stimmt nicht mit der aufgerufenen Adresse überein. Häufig:
`http` statt `https`, oder ein Schrägstrich am Ende. Nach dem Ändern:
```bash
docker compose up -d
```
### „Zu viele Fehlversuche"
Nach fünf Fehlversuchen wird für eine Viertelstunde gesperrt — auch dich.
Warte ab, oder setz die Zähler zurück:
```bash
docker compose exec db psql -U cockpit betreuungs_cockpit \
-c "DELETE FROM login_versuch WHERE erfolg = false;"
```
### Der Code aus der App wird nicht angenommen
Die Uhr des Telefons geht falsch. TOTP-Codes hängen an der Uhrzeit. Stell
die automatische Zeitsynchronisierung ein und prüf, dass auch der Server
richtig geht:
```bash
timedatectl
docker compose exec app date
```
### Der Knopf „Mit Passkey anmelden" erscheint nicht
Passkeys brauchen einen sicheren Kontext. Die Anwendung bietet sie nur an,
wenn `AUTH_URL` auf `https://` steht (oder auf `localhost`) — sonst
erscheint der Knopf bewusst gar nicht erst, statt beim Klick mit einer
kryptischen Browsermeldung abzubrechen.
```bash
docker compose exec app printenv AUTH_URL # muss mit https:// beginnen
```
Steht dort `http://`, korrigiere die `.env` und starte neu:
```bash
docker compose up -d
```
Erscheint der Knopf weiterhin nicht, kann der Browser kein WebAuthn — das
betrifft praktisch nur sehr alte Fassungen.
### Ein Passkey lässt sich einrichten, aber nicht zum Anmelden benutzen
Fast immer stimmt die Adresse nicht überein. Der Schlüssel ist an den
Hostnamen aus `AUTH_URL` gebunden; der Browser vergleicht ihn mit dem, was
in der Adresszeile steht.
```bash
docker compose exec app printenv AUTH_URL
# muss exakt die Adresse sein, die du im Browser eintippst
```
Typische Ursachen: `AUTH_URL` zeigt auf `cockpit.example.de`, aufgerufen
wird aber `www.cockpit.example.de` — oder umgekehrt. Ein Passkey für die
eine Adresse gilt auf der anderen nicht.
**Nach einem Wechsel der Domain** müssen alle Passkeys neu eingerichtet
werden. Die alten Einträge lassen sich unter *Mein Konto → Passkeys*
entfernen. Die Anmeldung mit E-Mail, Passwort und Code funktioniert in der
Zwischenzeit unverändert — man sperrt sich damit also nicht aus.
### Die Texterkennung findet nichts
```bash
docker compose exec app tesseract --list-langs
# deu muss dabei sein
```
Fehlt sie, ist das Abbild nicht vollständig gebaut:
`docker compose build --no-cache app`.
### Uploads schlagen bei großen Dateien fehl
Der Proxy schneidet ab. Bei Caddy `request_body max_size`, bei nginx
`client_max_body_size` — beide auf mindestens 30 MB.
### Die Seite lädt, aber ohne Gestaltung, und nichts lässt sich anklicken
Dein Proxy überschreibt die Content-Security-Policy der Anwendung. Sie
enthält eine Nonce, die pro Anfrage neu ist — eine feste CSP aus dem Proxy
blockiert dann die eigenen Skripte. Nimm die Kopfzeile aus dem Proxy
heraus.
### Der Speicherplatz wird knapp
```bash
df -h
docker system prune -a # entfernt ungenutzte Abbilder
```
**Ohne `--volumes`**, sonst löschst du die Datenbank.
### Ganz von vorn
```bash
docker compose down -v # ACHTUNG: löscht ALLE Daten
docker compose up -d --build
```
Das `-v` entfernt die Datenbank. Nur, wenn du das wirklich willst.
---
## Abnahmeliste
Hak das durch, bevor du echte Daten einträgst:
- [ ] AV-Vertrag mit dem Hoster abgeschlossen
- [ ] AV-Vertrag für den Objektspeicher abgeschlossen (falls extern)
- [ ] Server steht in Deutschland oder mindestens in der EU
- [ ] `.env` hat Rechte `600`
- [ ] Alle vier Dienste laufen, Datenbank und Anwendung `healthy`
- [ ] `/api/gesundheit` antwortet mit der erwarteten Version
- [ ] **Audit-Schutz greift** — `UPDATE audit_log` endet mit Fehler
- [ ] Bucket im Objektspeicher angelegt
- [ ] `https://` funktioniert, Zertifikat gültig
- [ ] Sicherheitskopfzeilen kommen durch den Proxy an
- [ ] **Der Anwendungsport ist von außen nicht erreichbar** (Gegenprobe aus Schritt 7)
- [ ] Der Weg Proxy → Anwendung läuft über ein privates Netz oder einen Tunnel
- [ ] Zweiter Faktor eingerichtet
- [ ] **Wiederherstellungscodes ausgedruckt** und weggelegt
- [ ] Bestellungsdatum eingetragen, Pflichtfristen abgeleitet
- [ ] Sicherung von Hand angestoßen, Selbstprüfung bestanden
- [ ] Sicherung **einmal zurückgespielt** und geprüft
- [ ] Sicherungen werden vom Server weg kopiert
- [ ] Wartungslauf im cron eingetragen und einmal getestet
- [ ] **`ENC_KEY_V1` im Passwortmanager und ausgedruckt**
- [ ] `SICHERUNG_PASSWORT` ebenso
- [ ] Verarbeitungsverzeichnis ausgefüllt
- [ ] Datenschutzhinweise ausgefüllt und ausgehändigt
Ist alles abgehakt, kannst du anfangen. Die
[Bedienungsanleitung](ANLEITUNG.md) sagt dir, wie.