Inhalte: Wochen 5 bis 8

Vier neue Wochen nach Rahmenplan, im bestehenden Format:

- Woche 5 Ausbildung, Betrieb und Zusammenarbeit (C1, C2, C5)
- Woche 6 IT-Sicherheit und Datenschutz (A6, LF4)
- Woche 7 Skripting mit PowerShell (A10, A4)
- Woche 8 Datensicherung und Speicher (A9)

12 Handouts, 38 Merkkarten, 4 Praxisaufgaben, 2 Checklisten,
2 Lernzielkontrollen, 22 Glossareintraege, zwei neue Themenbloecke.
Jede Berufsbildposition ist jetzt von mindestens einem Inhalt beruehrt.

Die Praxisaufgaben bauen aufeinander auf: Die Abteilungsuebersicht aus
5.1 ist Grundlage der Schutzbedarfsfeststellung in 6.1, und deren
Ergebnis ist Massstab fuer die Sicherungspruefung in 8.1.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
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Florian Wilde
2026-10-04 21:53:10 +02:00
co-authored by Claude Opus 5.5
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id: A4
titel: Rechte und Pflichten in der Ausbildung
block: arbeitsalltag
woche: 5
worum: Der Ausbildungsvertrag ist kein gewöhnlicher Arbeitsvertrag – das Berufsbildungsgesetz regelt, was beide Seiten einander schulden.
rahmenplan: [C1]
lernfeld: LF1
merksatz: Du schuldest das Lernen, der Betrieb schuldet das Ausbilden. Das Berichtsheft beweist beides.
karten:
- frage: Wie lang darf die Probezeit in der Ausbildung sein, und was gilt in dieser Zeit für die Kündigung?
antwort: Mindestens einen, höchstens vier Monate. In der Probezeit können beide Seiten jederzeit ohne Frist und ohne Angabe von Gründen kündigen – schriftlich.
- frage: Unter welchen Bedingungen kann ein Azubi nach der Probezeit kündigen?
antwort: Aus wichtigem Grund ohne Frist, oder mit vier Wochen Frist, wenn er die Ausbildung aufgeben oder einen anderen Beruf lernen will. Immer schriftlich und mit Angabe des Grundes.
- frage: Warum ist das Berichtsheft mehr als eine lästige Pflicht?
antwort: Ein ordnungsgemäß geführter Ausbildungsnachweis ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Ohne ihn keine Prüfung.
- frage: Aus welchen Teilen besteht die Abschlussprüfung zum Fachinformatiker Systemintegration?
antwort: Aus Teil 1 nach etwa anderthalb Jahren (Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes, 20 %) und Teil 2 am Ende (Projektarbeit 50 %, zwei schriftliche Fachbereiche je 10 %, Wirtschafts- und Sozialkunde 10 %).
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## Das Wesentliche
- **Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) geht dem Vertrag vor.** Was dort zugunsten des Azubis
geregelt ist, lässt sich im Ausbildungsvertrag nicht wegverhandeln.
- **Deine Pflichten (§ 13 BBiG)** lassen sich in einem Satz zusammenfassen: dich bemühen,
den Beruf zu lernen. Dazu gehören die Berufsschule, die Weisungen im Rahmen der
Ausbildung, der pflegliche Umgang mit Geräten, Verschwiegenheit über Betriebs- und
Geschäftsgeheimnisse und das Führen des Ausbildungsnachweises.
- **Die Pflichten des Betriebs (§ 14 BBiG):** dir den Beruf planmäßig beibringen,
Ausbildungsmittel kostenlos stellen, dich zur Berufsschule freistellen, dir Zeit für das
Berichtsheft während der Arbeitszeit geben und es regelmäßig durchsehen. Und: dir nur
Aufgaben geben, die der Ausbildung dienen.
- **Berufsschule ist Arbeitszeit.** Ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden
wird einmal pro Woche als voller Ausbildungstag angerechnet. Danach musst du nicht mehr in
den Betrieb.
- **Probezeit:** ein bis vier Monate. Danach kann der Betrieb nur noch aus wichtigem Grund
kündigen.
- **Vergütung, Urlaub und Arbeitszeit** stehen im Vertrag. Ob zusätzlich ein Tarifvertrag
gilt, hängt davon ab, ob der Betrieb tarifgebunden ist oder der Vertrag darauf verweist –
frag nach, statt zu raten.
- **Bei Problemen** sind Ausbilder, Betriebsrat bzw. Jugend- und Auszubildendenvertretung
und die Ausbildungsberatung der IHK die Ansprechpartner. In dieser Reihenfolge, aber nicht
zwingend.
## Übersicht
| Prüfungsteil | Zeitpunkt | Inhalt | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | etwa nach 18 Monaten | Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes (schriftlich, 90 Min.) | 20 % |
| Teil 2 | Ende der Ausbildung | Betriebliches Projekt der Systemintegration mit Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch | 50 % |
| | | Konzeption und Administration von IT-Systemen (schriftlich) | 10 % |
| | | Analyse und Entwicklung von Netzwerken (schriftlich) | 10 % |
| | | Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich) | 10 % |
Teil 1 zählt also schon zur Endnote – er ist keine Zwischenprüfung zum Üben.
## Prüfungsfrage
**Frage:** Ein Auszubildender wird nach der Probezeit regelmäßig zum Brötchenholen und
Autowaschen eingeteilt. Beurteilen Sie die Situation und nennen Sie zwei Wege, wie er
reagieren kann.
**Antwort:** Nach § 14 BBiG dürfen Auszubildenden nur Aufgaben übertragen werden, die dem
Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind. Regelmäßige
ausbildungsfremde Tätigkeiten sind damit unzulässig; gelegentliche Gefälligkeiten, die alle
im Team gleichermaßen übernehmen, sind dagegen kein Verstoß. Der Auszubildende kann
(1) das Gespräch mit dem Ausbilder suchen und die Tätigkeiten im Berichtsheft wahrheitsgemäß
eintragen, (2) sich an Betriebsrat oder Jugend- und Auszubildendenvertretung wenden oder
(3) die Ausbildungsberatung der zuständigen Kammer einschalten.
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id: A5
titel: Den Betrieb verstehen – Aufbau, Abläufe, Ansprechpartner
block: arbeitsalltag
woche: 5
worum: Die IT ist für die anderen da. Wer nicht weiß, was eine Abteilung tut und wann es dort brennt, setzt die falschen Prioritäten.
rahmenplan: [C2, A1]
lernfeld: LF1
merksatz: Das Organigramm sagt, wer entscheidet. Die Abläufe sagen, wer leidet, wenn etwas ausfällt.
karten:
- frage: Was ist der Unterschied zwischen Aufbau- und Ablauforganisation?
antwort: Die Aufbauorganisation legt fest, wer wo steht – Abteilungen, Stellen, Weisungswege, sichtbar im Organigramm. Die Ablauforganisation legt fest, wie die Arbeit fließt – Reihenfolge, Zuständigkeiten und Übergaben in einem Prozess.
- frage: Warum ist die IT in den meisten Betrieben ein Unterstützungsprozess?
antwort: Weil sie nicht selbst das verkauft, womit der Betrieb sein Geld verdient, sondern die Kernprozesse – Fertigung, Vertrieb, Verwaltung – am Laufen hält. Ihre Kunden sind die anderen Abteilungen.
- frage: Ab wann kann in einem Betrieb eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt werden?
antwort: Wenn es einen Betriebsrat gibt und in der Regel mindestens fünf Beschäftigte unter 18 Jahren oder Auszubildende unter 25 Jahren dort arbeiten.
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## Das Wesentliche
- **Aufbauorganisation** – wer wo steht. Das Organigramm zeigt Abteilungen, Stellen und
Weisungswege. Es beantwortet die Frage: Wer darf das entscheiden?
- **Ablauforganisation** – wie die Arbeit fließt. Ein Auftrag geht vom Vertrieb über die
Arbeitsvorbereitung in die Fertigung und zum Versand. Jede Übergabe ist eine Stelle, an
der IT gebraucht wird – und an der ein Ausfall auffällt.
- **Kernprozesse und Unterstützungsprozesse.** Kernprozesse bringen das Geld herein.
Die IT gehört fast immer zu den Unterstützungsprozessen: Ihre Kunden sitzen im selben Haus.
- **Linie, Stab, Matrix.** In der Linie hat jeder genau einen Vorgesetzten. Eine Stabsstelle
berät, entscheidet aber nicht (etwa der Datenschutz). In der Matrix gibt es zwei Richtungen
der Weisung, zum Beispiel Abteilung und Projekt.
- **Die Rechtsform** sagt, wer haftet und wer unterschreiben darf. In einer GmbH haftet die
Gesellschaft mit ihrem Vermögen; die Geschäftsführung vertritt sie nach außen.
- **Mitbestimmung:** Ab fünf ständig Beschäftigten kann ein Betriebsrat gewählt werden. Er
redet unter anderem mit, wenn Technik eingeführt wird, die Leistung oder Verhalten
überwachen kann – und das ist bei fast jeder neuen Software der Fall.
- **Für die IT zählt vor allem:** Wann wird wo gearbeitet, was darf wann nicht ausfallen, und
wer ist der Ansprechpartner, der für die Abteilung sprechen darf.
## Übersicht
| Frage an eine Abteilung | Warum die IT das wissen muss |
|---|---|
| Was ist euer wichtigstes Programm? | Bestimmt, was bei einer Störung zuerst wiederhergestellt wird |
| Wann darf nichts ausfallen? | Wartungsfenster legt man nicht auf den Monatsabschluss der Buchhaltung |
| Wer spricht für euch? | Änderungen werden mit einer Person abgestimmt, nicht mit allen |
| Mit wem tauscht ihr Daten aus? | Schnittstellen sind die häufigste Fehlerquelle nach Updates |
| Was nervt euch an der IT? | Die ehrlichste Liste für Verbesserungen, die es gibt |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Die IT-Abteilung soll eine neue Software zur Zeiterfassung einführen. Welche
Stellen im Betrieb müssen Sie vor der Einführung einbeziehen, und warum?
**Antwort:** (1) Die Geschäftsführung bzw. die verantwortliche Führungskraft, weil sie über
Einführung und Budget entscheidet. (2) Den Betriebsrat, weil eine Zeiterfassung geeignet
ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen; er hat dabei ein Mitbestimmungsrecht nach § 87
Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. (3) Den Datenschutzbeauftragten, weil personenbezogene Daten verarbeitet
werden. (4) Die Personalabteilung bzw. Lohnbuchhaltung als fachlich verantwortliche Stelle,
die mit den Daten arbeitet und die Schnittstelle zur Abrechnung kennt.
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id: A6
titel: Digital zusammenarbeiten – der richtige Kanal, der richtige Ort
block: arbeitsalltag
woche: 5
worum: Chat, E-Mail, Ticket, Wiki – jedes Werkzeug ist für etwas anderes gut. Wer alles überall bespricht, findet nichts wieder.
rahmenplan: [C5, A5]
lernfeld: LF1
merksatz: Aufträge ins Ticket, Wissen ins Wiki, Absprachen in den Chat – und was zählt, schriftlich.
karten:
- frage: Wohin gehört eine Absprache, die in drei Monaten noch nachvollziehbar sein muss – Chat, E-Mail oder Ticket?
antwort: Ins Ticket, wenn sie zu einem Auftrag gehört, sonst in die gemeinsame Dokumentation. Chats sind für schnelle Abstimmung gedacht und lassen sich später kaum noch durchsuchen.
- frage: Was gehört in ein Besprechungsprotokoll, damit es etwas nützt?
antwort: Die getroffenen Entscheidungen und die vereinbarten Aufgaben mit Verantwortlichem und Termin. Wer was gesagt hat, ist meist entbehrlich.
- frage: Warum schickt man einen Link auf die Datei statt die Datei als Anhang?
antwort: Weil sonst mehrere Fassungen entstehen und niemand mehr weiß, welche gilt. Der Link zeigt immer auf den aktuellen Stand und unterliegt den Zugriffsrechten der Ablage.
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## Das Wesentliche
- **Den Kanal nach dem Zweck wählen, nicht nach der Gewohnheit.** Eine Frage, die in zwei
Minuten geklärt ist, gehört nicht in eine E-Mail mit fünf Empfängern – und eine Zusage an
einen Kunden nicht in den Chat.
- **Ein Ort der Wahrheit.** Jede Information hat genau einen Ablageort. Kopien per Mail,
auf dem Desktop oder im privaten Ordner sind am nächsten Tag veraltet.
- **Dateinamen, die sich sortieren:** `2026-10-05_Netzplan_Halle2_v3.pdf` statt
`Netzplan neu final(2).pdf`. Das Datum vorn in der Form JJJJ-MM-TT ordnet sich von selbst.
- **Besprechungen** haben eine Tagesordnung vorher und ein Protokoll danach. Im Protokoll
stehen Entscheidungen und Aufgaben – wer, was, bis wann.
- **Was nicht in den Chat gehört:** Passwörter, personenbezogene Daten von Kunden oder
Kollegen, Kundendaten aus Tickets. Chats werden mitgelesen, weitergeleitet und abfotografiert.
- **Erreichbarkeit ehrlich halten.** Status setzen, Abwesenheit eintragen, Vertretung nennen.
Wer nicht antwortet, ist für die anderen ein ungelöstes Ticket.
- **Videokonferenz:** Kamera an, wenn es um Abstimmung geht; Mikrofon aus, wenn man nicht
spricht; Bildschirm teilen nur mit geschlossenen privaten Fenstern.
## Übersicht
| Anliegen | Kanal | Warum |
|---|---|---|
| Störung oder Auftrag | Ticket | Nachvollziehbar, zuweisbar, messbar |
| Kurze Rückfrage an einen Kollegen | Chat | Schnell, wird nicht aufbewahrt |
| Zusage, Angebot, Absprache mit Externen | E-Mail | Nachweisbar und an einen Empfänger gerichtet |
| Eskalation, Konflikt, eilige Störung | Telefon oder persönlich | Tonfall und sofortige Rückfrage |
| Anleitung, Konfiguration, Netzplan | Wiki bzw. gemeinsame Dokumentation | Auffindbar für alle, auch in zwei Jahren |
## Prüfungsfrage
**Frage:** In Ihrem Team werden Konfigurationsänderungen bisher per Chat angekündigt und
dort besprochen. Bewerten Sie dieses Vorgehen und schlagen Sie eine Verbesserung vor.
**Antwort:** Der Chat eignet sich für die schnelle Abstimmung, nicht als Nachweis. Ankündigungen
gehen in anderen Nachrichten unter, sind später schwer auffindbar und enthalten weder
Begründung noch Rückfallplan in fester Form. Besser ist eine Änderungsanfrage im
Ticketsystem mit Beschreibung, Zeitpunkt, betroffenen Systemen, Rückfallplan und
Freigabe; der Chat dient dann nur noch als Hinweis mit Link auf das Ticket. Nach der Änderung
wird die Dokumentation im Wiki aktualisiert.
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id: I1
titel: Schutzziele und Schutzbedarf – was ist wie viel wert?
block: sicherheit
woche: 6
worum: Nicht alles muss gleich gut geschützt werden. Die Schutzbedarfsfeststellung sagt, wo sich Aufwand lohnt – und begründet ihn.
rahmenplan: [A6]
lernfeld: LF4
merksatz: Erst fragen, was passiert, wenn es schiefgeht. Dann entscheiden, wie viel Schutz es braucht.
karten:
- frage: Welche drei Schutzziele kennt die Informationssicherheit, und was bedeuten sie?
antwort: Vertraulichkeit – nur Befugte sehen die Daten. Integrität – die Daten sind vollständig und unverfälscht. Verfügbarkeit – Daten und Systeme stehen bereit, wenn sie gebraucht werden.
- frage: Welche drei Schutzbedarfskategorien unterscheidet der IT-Grundschutz des BSI?
antwort: Normal – die Schadensauswirkungen sind begrenzt und überschaubar. Hoch – sie können beträchtlich sein. Sehr hoch – sie können existenzbedrohend oder katastrophal sein.
- frage: Was besagt das Maximumprinzip bei der Schutzbedarfsfeststellung?
antwort: Ein IT-System erbt den höchsten Schutzbedarf aller Anwendungen, die darauf laufen. Läuft eine Anwendung mit hohem Bedarf auf einem Server, hat der Server mindestens hohen Bedarf.
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## Das Wesentliche
- **Drei Schutzziele:** Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit. Jede Sicherheitsmaßnahme
dient mindestens einem davon. Oft kommt Authentizität hinzu: Man weiß sicher, von wem
etwas stammt.
- **Schutzbedarf ergibt sich aus dem möglichen Schaden**, nicht aus der Technik. Die Frage
lautet: Was passiert, wenn diese Information bekannt wird, verfälscht wird oder ausfällt?
- **Drei Kategorien:** normal, hoch, sehr hoch. Bewertet wird **je Schutzziel** – die
Lohnabrechnung hat einen sehr hohen Bedarf an Vertraulichkeit, aber nicht zwingend an
Verfügbarkeit in der Stunde.
- **Sechs Schadensszenarien** helfen beim Einordnen: Verstoß gegen Gesetze oder Verträge,
Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Gefahr für Leib und Leben, Beeinträchtigung der
Aufgabenerfüllung, Ansehensverlust, finanzielle Folgen.
- **Von oben nach unten:** Erst die Geschäftsprozesse und Informationen bewerten, dann die
Anwendungen, dann die IT-Systeme, Räume und Verbindungen, auf denen sie liegen.
- **Vererbung:** Ein System übernimmt den höchsten Bedarf seiner Anwendungen
(Maximumprinzip). Viele kleine Schäden auf einem System können zusammen einen höheren
Bedarf ergeben (Kumulationseffekt). Ist eine Anwendung auf mehrere Systeme verteilt,
kann der Bedarf des einzelnen Systems niedriger liegen (Verteilungseffekt).
- **Jede Einstufung braucht eine Begründung.** „Hoch, weil wichtig" ist keine.
## Übersicht
| Kategorie | Bedeutung | Beispiel Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| normal | begrenzte, überschaubare Auswirkungen | Ausfall des Intranets für einen Tag ist lästig, aber verkraftbar |
| hoch | beträchtliche Auswirkungen | Ausfall der Warenwirtschaft für einen Tag stoppt Versand und Rechnungen |
| sehr hoch | existenzbedrohende oder katastrophale Auswirkungen | Ausfall der Produktionssteuerung über Tage mit Vertragsstrafen |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Auf einem Server laufen der Dateidienst der Verwaltung (Schutzbedarf
Vertraulichkeit: normal) und die Personaldatenbank (Vertraulichkeit: sehr hoch). Welchen
Schutzbedarf hat der Server hinsichtlich der Vertraulichkeit? Begründen Sie und nennen Sie
eine Alternative.
**Antwort:** Nach dem Maximumprinzip übernimmt der Server den höchsten Schutzbedarf der
darauf betriebenen Anwendungen, hier also „sehr hoch" für die Vertraulichkeit. Damit
müssen auch für den Dateidienst die strengeren Maßnahmen gelten – etwa beim Zugriff von
Administratoren und bei der Sicherung. Alternativ lässt sich die Personaldatenbank auf ein
eigenes System auslagern; dann kann der Dateiserver mit normalem Schutzbedarf betrieben
werden, und der hohe Aufwand beschränkt sich auf das System, das ihn wirklich braucht.
+61
View File
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id: I2
titel: Konten schützen – Passwörter, zweiter Faktor, Phishing
block: sicherheit
woche: 6
worum: Die meisten Angriffe beginnen nicht mit einer Sicherheitslücke, sondern mit einem Konto, das sich jemand ausgeliehen hat.
rahmenplan: [A6, B3]
lernfeld: LF4
merksatz: Lang statt kompliziert, für jedes Konto ein eigenes, und wo es geht ein zweiter Faktor.
karten:
- frage: Was macht ein Passwort sicher – Länge oder Sonderzeichen?
antwort: Vor allem die Länge und dass es nirgends sonst verwendet wird. Eine lange Passphrase aus mehreren Wörtern ist stärker und besser zu merken als ein kurzes Passwort mit Sonderzeichen.
- frage: Aus welchen drei Arten von Faktoren kann eine Anmeldung bestehen?
antwort: Wissen (Passwort, PIN), Besitz (Smartphone mit App, Sicherheitsschlüssel, Chipkarte) und Sein (Fingerabdruck, Gesicht). Zwei Faktoren müssen aus verschiedenen Arten stammen.
- frage: Warum arbeiten Administratoren im Alltag nicht mit ihrem Administratorkonto?
antwort: Weil jede Schadsoftware, die sie versehentlich starten, sonst mit vollen Rechten läuft. Für den Alltag dient ein normales Konto, das Administratorkonto nur für die Aufgabe, die es braucht.
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## Das Wesentliche
- **Länge schlägt Komplexität.** Eine Passphrase wie `Kaffee-Lager-Gabelstapler-Montag` ist
stärker als `K4ff33!` und lässt sich merken.
- **Für jedes Konto ein eigenes Passwort.** Wird ein Dienst gehackt, probieren Angreifer die
erbeuteten Zugangsdaten überall sonst aus. Ein Passwortmanager macht das handhabbar.
- **Kein Wechsel ohne Anlass.** Regelmäßiger Zwangswechsel führt zu `Sommer2026!`,
`Herbst2026!`. Gewechselt wird, wenn ein Verdacht besteht – dann aber sofort.
- **Zweiter Faktor:** Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr. Pflicht für
E-Mail, Fernzugang und alle Administratorkonten.
- **Getrennte Konten für Verwaltungsaufgaben.** Surfen und Mails lesen mit dem normalen
Konto, administrieren mit dem Administratorkonto – und nur dafür.
- **Phishing erkennen:** Zeitdruck, ungewöhnlicher Absender, Link-Ziel passt nicht zum
Absender, Aufforderung zur Anmeldung oder Zahlung. Vor dem Klick auf den Link zeigen und
die Adresse lesen.
- **Wer geklickt hat, meldet es sofort.** Nicht schämen, nicht löschen, nicht abwarten. Je
früher die IT Bescheid weiß, desto kleiner der Schaden.
- **Bildschirm sperren**, sobald man den Platz verlässt: Windows-Taste + L.
## Übersicht
| Merkmal einer Phishing-Mail | Beispiel |
|---|---|
| Druck und Dringlichkeit | „Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt" |
| Absender passt nicht | `support@micros0ft-konto.net` |
| Link-Ziel weicht ab | Text zeigt `microsoft.com`, Ziel ist eine fremde Adresse |
| Ungewöhnliche Bitte | Gutscheine kaufen, Kontodaten ändern, Anhang „aktivieren" |
| Allgemeine Anrede | „Sehr geehrter Kunde" statt des Namens |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Eine Mitarbeiterin meldet, dass sie auf einen Link in einer verdächtigen Mail
geklickt und dort ihr Passwort eingegeben hat. Beschreiben Sie Ihr Vorgehen in der
richtigen Reihenfolge.
**Antwort:** (1) Sofort das Passwort des betroffenen Kontos ändern und bestehende
Anmeldesitzungen beenden, damit der Angreifer den Zugang nicht mehr nutzen kann. (2) Prüfen,
ob der zweite Faktor aktiv ist und ob seit dem Klick ungewöhnliche Anmeldungen,
Weiterleitungsregeln oder versendete Mails auftreten. (3) Die Mail sichern und andere
Empfänger warnen bzw. die Mail aus deren Postfächern entfernen. (4) Den Rechner auf
Schadsoftware prüfen, falls zusätzlich etwas heruntergeladen wurde. (5) Den Vorfall
dokumentieren und an die Verantwortlichen für Informationssicherheit und Datenschutz
melden – bei Zugriff auf personenbezogene Daten kann eine Meldepflicht bestehen.
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id: I3
titel: Datenschutz in der IT – was du sehen kannst und was du anschauen darfst
block: sicherheit
woche: 6
worum: In der IT hat man Zugriff auf fast alles. Die DSGVO regelt, was man damit tun darf – und das ist deutlich weniger.
rahmenplan: [A6, C1]
lernfeld: LF4
merksatz: Zugriff ist kein Anlass. Hineingeschaut wird nur, wenn der Auftrag es verlangt.
karten:
- frage: Was sind personenbezogene Daten?
antwort: Alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen – Name, E-Mail-Adresse, Personalnummer, IP-Adresse, Standortdaten, aber auch ein Foto oder eine Stimmaufnahme.
- frage: Innerhalb welcher Frist muss eine Datenschutzverletzung der Aufsichtsbehörde gemeldet werden?
antwort: Innerhalb von 72 Stunden, nachdem sie bekannt geworden ist – es sei denn, sie führt voraussichtlich zu keinem Risiko für die Betroffenen. Melden muss der Betrieb; du meldest intern sofort.
- frage: Was bedeutet Datenminimierung?
antwort: Es werden nur die Daten erhoben und gespeichert, die für den Zweck wirklich nötig sind – und gelöscht, sobald der Zweck erfüllt ist.
---
## Das Wesentliche
- **Die DSGVO schützt Personen, nicht Daten.** Personenbezogen ist alles, was sich einer
bestimmten Person zuordnen lässt – auch eine IP-Adresse oder ein Kennzeichen.
- **Besonders schützenswert** sind Gesundheitsdaten, religiöse und politische
Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, biometrische Daten und weitere. In der IT
begegnen sie dir in Krankmeldungen, Personalakten und Zutrittssystemen.
- **Die Grundsätze:** rechtmäßig, zweckgebunden, so wenig wie nötig, richtig, nicht länger als
nötig gespeichert, sicher verarbeitet. Und der Betrieb muss nachweisen können, dass er sich
daran hält.
- **Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM):** Zugriffsrechte, Verschlüsselung,
Protokollierung, Datensicherung, Schulungen. Ein großer Teil davon ist IT-Arbeit.
- **Als Administrator** siehst du Postfächer, Personalordner und Protokolle. Hineinschauen
darfst du nur, wenn ein Auftrag es erfordert – und dann nur so weit wie nötig. Was du
dabei siehst, bleibt bei dir.
- **Eine Datenpanne** – verlorenes Notebook, falsch versendete Mail, offener Ordner – meldest
du sofort intern. Der Betrieb hat 72 Stunden für die Meldung an die Aufsichtsbehörde, und
die Uhr läuft ab dem Moment, in dem jemand im Betrieb davon weiß.
- **Der Datenschutzbeauftragte** berät und kontrolliert. Er ist Pflicht, sobald in der Regel
mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener
Daten beschäftigt sind.
## Übersicht
| Situation | Richtig |
|---|---|
| Ein Kollege bittet dich, „mal kurz" ins Postfach seiner Chefin zu schauen | Ablehnen – Zugriff nur mit Auftrag der berechtigten Stelle |
| Ein Notebook ist im Zug liegen geblieben | Sofort melden, Konto sperren, Verschlüsselung prüfen |
| Du siehst beim Support eine Krankmeldung auf dem Bildschirm | Nicht lesen, nicht erwähnen, Fenster schließen lassen |
| Alte Festplatten aus der Personalabteilung | Nachweisbar sicher löschen oder vernichten, Protokoll anlegen |
| Testdaten für eine neue Software gesucht | Keine echten Personaldaten, sondern erfundene oder unkenntlich gemachte |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Ein Außendienstmitarbeiter verliert ein Notebook mit Kundendaten. Die Festplatte
ist mit BitLocker verschlüsselt. Muss der Vorfall der Aufsichtsbehörde gemeldet werden?
Begründen Sie.
**Antwort:** Grundsätzlich ist der Verlust eines Geräts mit personenbezogenen Daten eine
Verletzung des Schutzes dieser Daten und binnen 72 Stunden zu melden. Eine Meldung kann
entfallen, wenn die Verletzung voraussichtlich nicht zu einem Risiko für die Betroffenen
führt. Das ist bei einer wirksamen, dem Stand der Technik entsprechenden Verschlüsselung
regelmäßig der Fall – vorausgesetzt, das Gerät war ausgeschaltet oder gesperrt und der
Schlüssel ist nicht mit verloren gegangen. Die Entscheidung trifft der Verantwortliche mit
dem Datenschutzbeauftragten; der Vorfall wird in jedem Fall intern dokumentiert, und das
Konto des Mitarbeiters wird vorsorglich gesperrt bzw. das Passwort geändert.
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id: P1
titel: PowerShell – Befehle, Pipeline und Objekte
block: programmierung
woche: 7
worum: PowerShell reicht keine Texte weiter, sondern Objekte mit Eigenschaften. Wer das verstanden hat, braucht kein Textschnipseln mehr.
rahmenplan: [A10, B3]
lernfeld: LF5
merksatz: Verb-Substantiv finden, Get-Member fragen, filtern, sortieren, auswählen – formatiert wird erst ganz am Ende.
karten:
- frage: Wie sind die Befehle (Cmdlets) in PowerShell benannt, und wie findet man einen unbekannten Befehl?
antwort: Nach dem Muster Verb-Substantiv, etwa Get-Service oder Stop-Process. Get-Command mit einem Suchbegriff findet Befehle, Get-Help erklärt sie mit Beispielen.
- frage: Was unterscheidet die Pipeline in PowerShell von der in einer klassischen Linux-Shell?
antwort: In PowerShell wandern Objekte mit Eigenschaften durch die Pipeline, nicht Textzeilen. Man filtert nach Eigenschaften wie Status oder Name, statt Spalten aus Text herauszuschneiden.
- frage: Wozu dient Get-Member?
antwort: Es zeigt, welche Eigenschaften und Methoden die Objekte haben, die ein Befehl liefert – also womit man in der Pipeline weiterarbeiten kann.
---
## Das Wesentliche
- **Verb-Substantiv:** `Get-Service`, `Get-Process`, `Get-ChildItem`, `Stop-Service`. Die
Verben sind festgelegt – `Get` liest, `Set` ändert, `New` legt an, `Remove` löscht.
- **Selbst finden statt googeln:** `Get-Command *service*` findet Befehle,
`Get-Help Get-Service -Examples` zeigt Beispiele. Einmal `Update-Help` als Administrator.
- **Objekte statt Text.** `Get-Service` liefert Dienstobjekte mit Eigenschaften wie `Name`,
`Status` und `StartType`. Welche es gibt, verrät `Get-Service | Get-Member`.
- **Die vier Werkzeuge der Pipeline:**
- `Where-Object` filtert: `Where-Object Status -eq 'Stopped'`
- `Sort-Object` sortiert: `Sort-Object Name`
- `Select-Object` wählt Eigenschaften oder Anzahl: `Select-Object Name, Status -First 10`
- `ForEach-Object` tut etwas mit jedem Objekt
- **Vergleiche** heißen `-eq`, `-ne`, `-gt`, `-lt`, `-like` (mit `*` als Platzhalter) und
`-match` (regulärer Ausdruck). Groß- und Kleinschreibung spielt dabei keine Rolle.
- **Ausgeben und weitergeben:** `Export-Csv` schreibt eine Tabelle für Excel,
`Out-File` eine Textdatei. `Format-Table` gehört nur ans Ende – danach sind es keine
verwertbaren Objekte mehr.
- **Erst lesen, dann ändern.** Jeder Befehl, der etwas verändert, kennt `-WhatIf`: Er sagt,
was er tun würde, und tut es nicht.
## Übersicht
```powershell
# Alle beendeten Dienste, die automatisch starten sollten
Get-Service |
Where-Object { $_.Status -eq 'Stopped' -and $_.StartType -eq 'Automatic' } |
Sort-Object Name |
Select-Object Name, DisplayName
# Die fünf Prozesse mit dem höchsten Speicherverbrauch
Get-Process | Sort-Object WorkingSet -Descending | Select-Object -First 5 Name, Id, WorkingSet
# Dateien im Downloadordner, älter als 90 Tage, als Tabelle für Excel
Get-ChildItem $HOME\Downloads -File |
Where-Object LastWriteTime -lt (Get-Date).AddDays(-90) |
Select-Object Name, Length, LastWriteTime |
Export-Csv alte-downloads.csv -NoTypeInformation -Encoding UTF8
```
`$_` steht innerhalb der geschweiften Klammern für das Objekt, das gerade durch die Pipeline
kommt.
## Prüfungsfrage
**Frage:** Schreiben Sie eine PowerShell-Befehlszeile, die alle laufenden Dienste
alphabetisch sortiert mit Name und Anzeigename in die Datei `dienste.csv` schreibt, und
erklären Sie jeden Teil.
**Antwort:**
`Get-Service | Where-Object Status -eq 'Running' | Sort-Object Name | Select-Object Name, DisplayName | Export-Csv dienste.csv -NoTypeInformation`
– `Get-Service` liefert alle Dienste als Objekte. `Where-Object` lässt nur die durch, deren
Eigenschaft `Status` den Wert `Running` hat. `Sort-Object Name` sortiert nach dem Namen.
`Select-Object` behält nur die beiden gewünschten Eigenschaften. `Export-Csv` schreibt das
Ergebnis als Tabelle; `-NoTypeInformation` unterdrückt die Typzeile, die ältere
PowerShell-Fassungen sonst an den Anfang setzen.
@@ -0,0 +1,81 @@
---
id: P2
titel: Variablen, Bedingungen und Schleifen
block: programmierung
woche: 7
worum: Drei Bausteine reichen für fast jedes Verwaltungsskript – sich etwas merken, eine Entscheidung treffen, etwas wiederholen.
rahmenplan: [A10, A4]
lernfeld: LF5
merksatz: Merken mit $, entscheiden mit if, wiederholen mit foreach. Der Rest ist Übung.
karten:
- frage: Was ist der Unterschied zwischen "Hallo $name" und 'Hallo $name' in PowerShell?
antwort: In doppelten Anführungszeichen wird die Variable durch ihren Wert ersetzt, also etwa „Hallo Anna". In einfachen Anführungszeichen bleibt der Text genau so stehen, wie er geschrieben ist.
- frage: Was gibt dieses Skript aus – $summe = 0; foreach ($z in 1..5) { if ($z % 2 -eq 0) { $summe += $z } }; $summe
antwort: 6. Die Schleife läuft über 1 bis 5, die Bedingung lässt nur gerade Zahlen durch (Rest bei Division durch 2 ist 0), also werden 2 und 4 addiert.
- frage: Wann nimmt man foreach als Schleife und wann ForEach-Object?
antwort: foreach für eine Liste, die schon in einer Variablen liegt – übersichtlich und schnell. ForEach-Object mitten in einer Pipeline, wenn die Objekte direkt aus einem Befehl kommen.
---
## Das Wesentliche
- **Variablen** beginnen mit `$`: `$pfad = 'D:\Daten'`. Sie können alles aufnehmen – Text,
Zahlen, Listen, ganze Objekte aus einem Befehl: `$dienste = Get-Service`.
- **Text:** In `"…"` werden Variablen eingesetzt, in `'…'` nicht. Für Eigenschaften im Text:
`"Freier Platz: $($laufwerk.FreeSpace)"`.
- **Listen** entstehen mit `@('PC-001', 'PC-002')` oder als Bereich `1..10`. Das erste Element
ist `$liste[0]`, die Anzahl `$liste.Count`.
- **Eigene Objekte** für Berichte: `[PSCustomObject]@{ Name = $n; Status = $s }`. Daraus
wird mit `Export-Csv` eine saubere Tabelle.
- **Bedingungen:** `if (…) { … } elseif (…) { … } else { … }`. In der Klammer steht ein
Vergleich mit `-eq`, `-gt`, `-like` usw. – **nicht** mit `=`, das ist eine Zuweisung.
- **Verknüpfen** mit `-and`, `-or`, `-not`.
- **Schleifen:** `foreach ($pc in $rechner) { … }` geht jedes Element durch.
`while (…) { … }` läuft, solange die Bedingung gilt – und braucht deshalb etwas, das sie
irgendwann falsch werden lässt.
- **Rechnen:** `+ - * /` und `%` für den Rest einer Division. `1GB` ist für PowerShell eine
Zahl, `$bytes / 1GB` rechnet also direkt in Gigabyte um.
## Übersicht
```powershell
$grenze = 15 # Prozent freier Platz, ab dem gewarnt wird
$laufwerke = Get-CimInstance -ClassName Win32_LogicalDisk -Filter 'DriveType = 3'
foreach ($lw in $laufwerke) {
$frei = [math]::Round($lw.FreeSpace / $lw.Size * 100, 1)
if ($frei -lt $grenze) {
Write-Warning "$($lw.DeviceID) hat nur noch $frei % frei."
}
else {
Write-Output "$($lw.DeviceID): $frei % frei – in Ordnung."
}
}
```
`DriveType = 3` sind lokale Festplatten; USB-Sticks (2) und Netzlaufwerke (4) bleiben außen vor.
## Prüfungsfrage
**Frage:** Schreiben Sie ein kurzes PowerShell-Skript, das für eine Liste von drei
Rechnernamen prüft, ob sie per Ping erreichbar sind, und für jeden Rechner „erreichbar" oder
„nicht erreichbar" ausgibt.
**Antwort:**
```powershell
$rechner = @('PC-001', 'PC-002', 'PC-003')
foreach ($pc in $rechner) {
if (Test-Connection -ComputerName $pc -Count 1 -Quiet) {
Write-Output "$pc erreichbar"
}
else {
Write-Output "$pc nicht erreichbar"
}
}
```
Die Liste wird in einer Variablen gehalten, `foreach` geht jeden Namen durch.
`Test-Connection -Quiet` liefert statt einer ausführlichen Ausgabe nur wahr oder falsch,
was die `if`-Bedingung direkt auswertet.
@@ -0,0 +1,86 @@
---
id: P3
titel: Ein Skript schreiben, das man in einem Jahr noch versteht
block: programmierung
woche: 7
worum: Ein Skript, das nur sein Verfasser bedienen kann, ist eine Abhängigkeit. Ein gutes Skript erklärt sich, prüft seine Eingaben und meldet Fehler, statt sie zu verschweigen.
rahmenplan: [A10, A4, A5]
lernfeld: LF5
merksatz: Sagen, was es tut. Prüfen, was hineinkommt. Melden, was schiefgeht. Erst mit -WhatIf laufen lassen.
karten:
- frage: Wozu dient ein param-Block am Anfang eines Skripts?
antwort: Er legt fest, welche Eingaben das Skript erwartet, mit Typ und ob sie Pflicht sind. Werte stehen dann nicht fest im Code, und PowerShell fragt fehlende Pflichtangaben selbst ab.
- frage: Warum fängt ein try-catch-Block manche Fehler nicht ab, und wie behebt man das?
antwort: Viele Cmdlets melden Fehler nur und laufen weiter (nicht abbrechende Fehler). Mit -ErrorAction Stop am Befehl wird daraus ein abbrechender Fehler, den catch auffängt.
- frage: Was bewirkt die Ausführungsrichtlinie RemoteSigned?
antwort: Selbst geschriebene, lokale Skripte laufen; aus dem Internet heruntergeladene Skripte nur, wenn sie signiert sind. Sie schützt vor versehentlichem Ausführen, ist aber keine Sicherheitsgrenze.
---
## Das Wesentliche
- **Ein Kopf mit Hilfe:** Ein Block `<# .SYNOPSIS … .EXAMPLE … #>` ganz oben macht das
Skript für `Get-Help .\skript.ps1` lesbar. Darin steht, was es tut, was es braucht und ein
Beispielaufruf.
- **Eingaben als Parameter**, nicht fest im Code: Pfade, Rechnernamen und Grenzwerte gehören
in den `param()`-Block. `[Parameter(Mandatory)]` macht eine Angabe zur Pflicht.
- **Namen, die etwas sagen:** `$freierPlatzProzent` statt `$x`. Kommentare erklären das
**Warum**, nicht das Was – das Was steht im Code.
- **Fehler nicht verschlucken.** `try { … -ErrorAction Stop } catch { … }` fängt Fehler auf
und meldet sie verständlich. Ein leerer `catch`-Block ist schlimmer als gar keiner.
- **Erst trocken, dann echt.** Mit `[CmdletBinding(SupportsShouldProcess)]` bekommt das eigene
Skript `-WhatIf`. Ein Skript, das löscht, ändert oder verschiebt, läuft zuerst so.
- **Klein anfangen und testen.** Erst an einem Testrechner, dann an einem echten, dann an
allen. Jede Stufe mit Blick auf die Ausgabe.
- **Versionieren.** Skripte gehören in ein Git-Repository der IT, nicht auf den Desktop. So
sieht man, wer wann was geändert hat, und kommt zur letzten funktionierenden Fassung zurück.
- **Ausführungsrichtlinie:** Auf Clients ist meist `RemoteSigned` eingestellt. Sie verhindert
versehentliches Ausführen fremder Skripte, ist aber keine Sicherheitsgrenze.
## Übersicht
```powershell
<#
.SYNOPSIS
Löscht Protokolldateien, die älter als eine bestimmte Anzahl Tage sind.
.EXAMPLE
.\Protokolle-Aufraeumen.ps1 -Pfad D:\Logs -Tage 30 -WhatIf
#>
[CmdletBinding(SupportsShouldProcess)]
param(
[Parameter(Mandatory)][string]$Pfad,
[int]$Tage = 30
)
if (-not (Test-Path $Pfad)) {
throw "Den Pfad $Pfad gibt es nicht."
}
$stichtag = (Get-Date).AddDays(-$Tage)
$alt = Get-ChildItem $Pfad -Filter *.log -File | Where-Object LastWriteTime -lt $stichtag
foreach ($datei in $alt) {
if ($PSCmdlet.ShouldProcess($datei.FullName, 'Löschen')) {
try {
Remove-Item $datei.FullName -ErrorAction Stop
}
catch {
Write-Warning "Konnte $($datei.Name) nicht löschen: $($_.Exception.Message)"
}
}
}
```
## Prüfungsfrage
**Frage:** Ein Kollege hat ein Skript geschrieben, das auf allen Rechnern temporäre Dateien
löscht. Pfad und Rechnerliste stehen fest im Code, Fehler werden nicht behandelt. Nennen Sie
vier Verbesserungen und begründen Sie sie.
**Antwort:** (1) Pfad und Rechnerliste als Parameter übergeben – das Skript lässt sich dann
für andere Fälle nutzen, ohne den Code zu ändern. (2) `-WhatIf` unterstützen und das Skript
zuerst trocken laufen lassen – bei einem löschenden Skript lässt sich so vorab prüfen, was
betroffen wäre. (3) Fehlerbehandlung mit `try`/`catch` und `-ErrorAction Stop` – damit nicht
erreichbare Rechner oder gesperrte Dateien gemeldet und nicht stillschweigend übergangen
werden. (4) Einen Hilfeblock mit Beschreibung und Beispiel ergänzen und das Skript im
Repository der IT versionieren – so kann es auch jemand anderes betreuen. Ebenfalls richtig:
Eingaben prüfen, z. B. mit `Test-Path`, und ein Protokoll der gelöschten Dateien schreiben.
@@ -0,0 +1,63 @@
---
id: S3
titel: Datensicherung planen – voll, differenziell, inkrementell
block: system
woche: 8
worum: Eine Sicherung ist erst dann geplant, wenn feststeht, wie viel Datenverlust und wie viel Ausfallzeit der Betrieb verkraftet.
rahmenplan: [A9, A6, A8]
lernfeld: LF4
merksatz: Drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus – und eine, an die kein Angreifer herankommt.
karten:
- frage: Was ist der Unterschied zwischen einer inkrementellen und einer differenziellen Sicherung?
antwort: Die inkrementelle sichert alles, was sich seit der letzten Sicherung gleich welcher Art geändert hat. Die differenzielle sichert alles seit der letzten Vollsicherung – sie wächst also jeden Tag, lässt sich aber schneller zurückspielen.
- frage: Was braucht man, um am Donnerstag aus einer Vollsicherung vom Sonntag und täglichen inkrementellen Sicherungen wiederherzustellen?
antwort: Die Vollsicherung vom Sonntag und alle inkrementellen Sicherungen von Montag bis Donnerstag, in dieser Reihenfolge. Bei differenziellen Sicherungen genügen die Vollsicherung und die vom Donnerstag.
- frage: Was bedeuten RPO und RTO?
antwort: RPO (Recovery Point Objective) ist der größte hinnehmbare Datenverlust, gemessen in Zeit – er bestimmt, wie oft gesichert wird. RTO (Recovery Time Objective) ist die größte hinnehmbare Ausfallzeit bis zur Wiederherstellung.
- frage: Warum ist ein RAID keine Datensicherung?
antwort: Ein RAID schützt nur vor dem Ausfall einer Festplatte. Gelöschte, verschlüsselte oder beschädigte Dateien sind auf allen Platten gleichzeitig weg – das RAID spiegelt den Schaden mit.
---
## Das Wesentliche
- **Erst die Anforderungen, dann die Technik.** Wie viel Arbeit darf verloren gehen (RPO)?
Wie lange darf es dauern, bis wieder gearbeitet werden kann (RTO)? Die Antworten kommen
aus der Schutzbedarfsfeststellung, nicht aus dem Datenblatt der Software.
- **Vollsicherung:** alles, jedes Mal. Einfach zurückzuspielen, aber groß und langsam.
- **Inkrementell:** nur das Geänderte seit der letzten Sicherung. Klein und schnell beim
Sichern, beim Zurückspielen braucht man die ganze Kette.
- **Differenziell:** das Geänderte seit der letzten Vollsicherung. Wächst bis zur nächsten
Vollsicherung, zum Zurückspielen reichen zwei Sicherungen.
- **3-2-1-Regel:** drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer
Haus. Gegen Ransomware kommt eine Kopie hinzu, die offline oder unveränderlich ist – sonst
verschlüsselt der Angreifer die Sicherung gleich mit.
- **Generationen:** Tägliche Sicherungen werden einige Tage aufbewahrt, wöchentliche einige
Wochen, monatliche länger (Großvater-Vater-Sohn). So findet man auch einen Fehler, der erst
nach drei Wochen auffällt.
- **Keine Sicherung:** ein RAID, eine Synchronisation in die Cloud, ein Papierkorb. Alle drei
übernehmen eine Löschung oder Verschlüsselung sofort.
- **Sicherungen verschlüsseln**, wenn sie den Betrieb verlassen – und den Schlüssel so
ablegen, dass man ihn im Notfall findet, ohne die Sicherung zu brauchen.
## Übersicht
| Art | Sichert | Zurückspielen braucht | Platzbedarf |
|---|---|---|---|
| Voll | alles | eine Sicherung | hoch |
| Differenziell | Änderungen seit der letzten Vollsicherung | Vollsicherung + letzte differenzielle | mittel, wächst täglich |
| Inkrementell | Änderungen seit der letzten Sicherung | Vollsicherung + alle inkrementellen seitdem | gering |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Die Buchhaltung verkraftet höchstens vier Stunden Datenverlust und muss nach
einem Ausfall am selben Arbeitstag wieder arbeiten können. Entwerfen Sie ein passendes
Sicherungskonzept und begründen Sie es.
**Antwort:** Das RPO von vier Stunden verlangt mindestens alle vier Stunden während der
Arbeitszeit eine Sicherung, etwa inkrementell um 10, 14 und 18 Uhr, ergänzt durch eine
nächtliche differenzielle und eine wöchentliche Vollsicherung. Das RTO von einem halben
Arbeitstag erfordert, dass die Sicherung schnell erreichbar ist – also eine Kopie auf einem
Sicherungsspeicher im Haus. Nach der 3-2-1-Regel kommt eine Kopie außer Haus hinzu, eine
davon offline oder unveränderlich gegen Ransomware. Aufbewahrt wird nach Generationen
(z. B. 14 Tage täglich, 8 Wochen wöchentlich, 12 Monate monatlich). Das Konzept gilt erst als
umgesetzt, wenn eine Wiederherstellung getestet und die benötigte Zeit gemessen wurde.
@@ -0,0 +1,61 @@
---
id: S4
titel: Wiederherstellen und testen – die Sicherung, die zählt
block: system
woche: 8
worum: Niemand braucht eine Sicherung. Alle brauchen eine Wiederherstellung. Ob sie gelingt, weiß man nur, wenn man sie geübt hat.
rahmenplan: [A9, A5, A8]
lernfeld: LF4
merksatz: Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherung – sondern eine Hoffnung.
karten:
- frage: Woran erkennt man, ob ein Wiederherstellungstest bestanden ist?
antwort: Die Daten sind vollständig, lesbar und auf dem erwarteten Stand, die Anwendung arbeitet damit, und die gemessene Dauer liegt innerhalb des vereinbarten RTO.
- frage: Warum gehört der Wiederherstellungsplan auch auf Papier?
antwort: Weil er genau dann gebraucht wird, wenn Server, Wiki und Passwortmanager vielleicht nicht erreichbar sind. Ein Plan, der nur auf dem ausgefallenen System liegt, hilft niemandem.
- frage: In welcher Reihenfolge stellt man nach einem Totalausfall die Systeme wieder her?
antwort: Nach Abhängigkeiten und Schutzbedarf – zuerst die Grundlagen wie Netz, Verzeichnisdienst und Namensauflösung, dann die Systeme mit dem höchsten Verfügbarkeitsbedarf, zuletzt der Rest.
---
## Das Wesentliche
- **Regelmäßig testen**, nicht erst im Ernstfall. Eine einzelne Datei jeden Monat, eine
ganze Anwendung oder ein ganzer Server mindestens einmal im Jahr und nach jeder größeren
Änderung an der Sicherung.
- **Auf eine Testumgebung zurückspielen**, nicht über das laufende System. Sonst wird aus
dem Test der Ernstfall.
- **Messen, nicht schätzen.** Wie lange hat das Zurückspielen gedauert – einschließlich
Suchen, Anfordern des Mediums und Prüfen? Das ist die Zahl, die man mit dem RTO vergleicht.
- **Das Ergebnis prüfen:** Öffnet sich die Datei, startet die Anwendung, stimmt der Stand?
Eine fehlerfrei abgeschlossene Wiederherstellung mit leeren Dateien ist ein
fehlgeschlagener Test.
- **Protokollieren:** Datum, was zurückgespielt wurde, von welcher Sicherung, Dauer,
Ergebnis, Auffälligkeiten. Das Protokoll ist der Nachweis gegenüber Geschäftsführung,
Prüfern und Versicherung.
- **Der Wiederherstellungsplan** nennt Reihenfolge, Zuständige, Zugangsdaten zum
Sicherungssystem und den Ort der Schlüssel. Er liegt ausgedruckt an einem bekannten Ort.
- **Reihenfolge nach Abhängigkeiten:** Ohne Netz, Verzeichnisdienst und Namensauflösung
läuft keine Fachanwendung, egal wie wichtig sie ist.
## Übersicht
| Test | Wie oft | Zeigt |
|---|---|---|
| Einzelne Datei oder E-Mail | monatlich | Die Sicherung läuft und ist lesbar |
| Ganzer Ordner mit Berechtigungen | vierteljährlich | Rechte kommen mit zurück |
| Ganze Anwendung samt Datenbank | halbjährlich | Die Anwendung arbeitet mit den gesicherten Daten |
| Ganzer Server bzw. virtuelle Maschine | jährlich | Das RTO ist einzuhalten |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Die Sicherungssoftware meldet seit Monaten „erfolgreich". Warum genügt das nicht
als Nachweis, und wie gehen Sie bei einem Wiederherstellungstest vor?
**Antwort:** Die Meldung bestätigt nur, dass der Sicherungsvorgang ohne Fehler beendet
wurde – nicht, dass die richtigen Daten gesichert wurden, dass sie lesbar sind und dass sie
sich in der geforderten Zeit zurückspielen lassen. Vorgehen: (1) Umfang und Ziel des Tests
festlegen, etwa eine Anwendung samt Datenbank auf einen Testserver. (2) Die Wiederherstellung
durchführen und die Zeit vom Beginn bis zur Arbeitsfähigkeit messen. (3) Das Ergebnis
inhaltlich prüfen – Daten vollständig, Anwendung startet, Stand entspricht dem
Sicherungszeitpunkt. (4) Das Ergebnis mit RPO und RTO vergleichen, protokollieren und
Abweichungen als Maßnahme erfassen. (5) Die Testumgebung anschließend bereinigen, weil sie
echte Daten enthält.
+62
View File
@@ -0,0 +1,62 @@
---
id: S5
titel: RAID, NAS und SAN – Speicher, der einen Ausfall übersteht
block: system
woche: 8
worum: Festplatten fallen aus, das ist sicher. Ein RAID sorgt dafür, dass man es erst an der Warnmeldung merkt und nicht am Stillstand.
rahmenplan: [A9, B1, A3]
lernfeld: LF2
merksatz: RAID gegen Plattenausfall, Sicherung gegen alles andere. Das eine ersetzt das andere nie.
karten:
- frage: Wie viel Speicher ist nutzbar, und wie viele Platten dürfen ausfallen – bei RAID 1, RAID 5 und RAID 6?
antwort: RAID 1 – die Hälfte, eine Platte je Spiegel. RAID 5 – alle Platten bis auf eine, eine darf ausfallen. RAID 6 – alle Platten bis auf zwei, zwei dürfen ausfallen.
- frage: Ein RAID 5 aus fünf Platten mit je 4 TB – wie viel ist nutzbar?
antwort: 16 TB. Eine Platte entfällt auf die Paritätsinformation, also (5 − 1) × 4 TB.
- frage: Worin unterscheiden sich NAS und SAN?
antwort: Ein NAS stellt Dateien über das Netzwerk bereit, etwa per SMB oder NFS – die Clients sehen Freigaben. Ein SAN stellt Speicherblöcke bereit, etwa per iSCSI oder Fibre Channel – der Server sieht eine Festplatte und legt selbst ein Dateisystem an.
---
## Das Wesentliche
- **RAID 0** verteilt die Daten auf mehrere Platten (Striping). Schnell, aber ohne jede
Ausfallsicherheit: Fällt eine Platte aus, ist alles weg. Kein Einsatz für wichtige Daten.
- **RAID 1** spiegelt zwei Platten. Halbe Kapazität, eine Platte darf ausfallen. Typisch für
das Betriebssystem eines Servers.
- **RAID 5** verteilt Daten und Paritätsinformation über mindestens drei Platten. Eine Platte
darf ausfallen. Bei großen Platten ist der Wiederaufbau lang und belastet die übrigen
Platten – fällt währenddessen eine zweite aus, sind die Daten verloren.
- **RAID 6** wie RAID 5 mit doppelter Parität, mindestens vier Platten. Zwei Platten dürfen
ausfallen. Heute die bessere Wahl für große Datenspeicher.
- **RAID 10** ist ein Verbund aus Spiegeln (mindestens vier Platten). Halbe Kapazität, schnell
beim Schreiben, je Spiegelpaar darf eine Platte ausfallen. Gut für Datenbanken.
- **Hot-Spare:** eine Reserveplatte, die bei einem Ausfall sofort einspringt. Der
Wiederaufbau beginnt, bevor jemand den Ausfall bemerkt.
- **Überwachen:** Ein RAID mit ausgefallener Platte läuft weiter und sieht gesund aus.
Ohne Benachrichtigung merkt man den ersten Ausfall erst am zweiten.
- **NAS, SAN, DAS:** NAS liefert Dateien übers Netz, SAN liefert Speicherblöcke an Server, DAS
hängt direkt an einem einzigen Server.
## Übersicht
| Stufe | Mindestens | Nutzbar bei n Platten | Darf ausfallen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| RAID 0 | 2 | n | keine | Zwischenspeicher, Videoschnitt |
| RAID 1 | 2 | n / 2 | eine | Systemplatten |
| RAID 5 | 3 | n − 1 | eine | kleinere Datenspeicher |
| RAID 6 | 4 | n − 2 | zwei | große Datenspeicher, NAS |
| RAID 10 | 4 | n / 2 | eine je Spiegel | Datenbanken, virtuelle Maschinen |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Für ein NAS stehen sechs Festplatten mit je 8 TB zur Verfügung. Vergleichen Sie
RAID 5, RAID 6 und RAID 10 hinsichtlich nutzbarer Kapazität und Ausfallsicherheit und
geben Sie eine Empfehlung.
**Antwort:** RAID 5: (6 − 1) × 8 TB = 40 TB nutzbar, eine Platte darf ausfallen. RAID 6:
(6 − 2) × 8 TB = 32 TB, zwei beliebige Platten dürfen ausfallen. RAID 10: 6 / 2 × 8 TB = 24 TB,
je Spiegelpaar darf eine Platte ausfallen – fallen beide Platten eines Paares aus, sind die
Daten verloren. Empfehlung: RAID 6. Bei 8-TB-Platten dauert der Wiederaufbau viele Stunden;
in dieser Zeit verträgt RAID 5 keinen weiteren Fehler, RAID 6 schon. RAID 10 wäre schneller
beim Schreiben, kostet aber deutlich mehr Kapazität, und für ein NAS mit Dateiablagen ist
die Schreibleistung meist nicht entscheidend. Unabhängig davon ersetzt keine RAID-Stufe die
Datensicherung.