Files
lernbar/content/handouts/V5-gruppenrichtlinien.md
T
Florian WildeandClaude Opus 5.5 08459d8c99 Inhalte: Wochen 9 bis 12
- Woche 9 Virtualisierung (B1, A8, LF9)
- Woche 10 Verzeichnisdienst und Serverdienste (B3, A6, LF10)
- Woche 11 Netze trennen und verbinden (B2, A6, LF9)
- Woche 12 Kundenauftrag von der Anfrage bis zur Abnahme (A2, A3, A7)

12 Handouts, 36 Merkkarten, 4 Praxisaufgaben, 3 Checklisten,
2 Lernzielkontrollen, 23 Glossareintraege, Themenblock Server und
Virtualisierung. Die Praxisaufgaben 9.1 und 10.1 bauen aufeinander auf:
Der Testserver aus Woche 9 traegt die Testdomaene in Woche 10.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
2026-10-04 22:28:42 +02:00

65 lines
4.3 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters
This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.
---
id: V5
titel: Gruppenrichtlinien – Einstellungen für alle auf einmal
block: server
woche: 10
worum: Mit Gruppenrichtlinien setzt man Einstellungen zentral, statt sie an jedem Rechner von Hand vorzunehmen. Wer die Reihenfolge der Anwendung nicht kennt, sucht lange nach dem Grund, warum eine Einstellung nicht greift.
rahmenplan: [B3, A6, A8]
lernfeld: LF10
merksatz: Lokal, Standort, Domäne, OU – was zuletzt kommt, gewinnt. gpresult sagt, was wirklich angekommen ist.
karten:
- frage: In welcher Reihenfolge werden Gruppenrichtlinien angewendet, und welche setzt sich durch?
antwort: Lokal, Standort, Domäne, Organisationseinheit (von oben nach unten) – kurz LSDOU. Bei widersprüchlichen Einstellungen gewinnt die zuletzt angewendete, also die der untersten OU – es sei denn, eine höhere Richtlinie ist als erzwungen markiert.
- frage: Mit welchen Befehlen prüft und erzwingt man die Anwendung von Gruppenrichtlinien auf einem Client?
antwort: gpupdate /force wendet die Richtlinien sofort neu an. gpresult /r zeigt, welche Richtlinien für Computer und Benutzer tatsächlich angewendet oder herausgefiltert wurden.
- frage: Was ist der Unterschied zwischen Computer- und Benutzerkonfiguration einer Gruppenrichtlinie?
antwort: Die Computerkonfiguration wirkt auf Computerkonten und greift beim Start des Rechners, die Benutzerkonfiguration wirkt auf Benutzerkonten und greift bei der Anmeldung. Eine Richtlinie mit Benutzereinstellungen an einer OU, die nur Computer enthält, bewirkt deshalb nichts.
---
## Das Wesentliche
- **Ein Gruppenrichtlinienobjekt (GPO)** bündelt Einstellungen – etwa Bildschirmsperre,
Laufwerkszuordnungen, Updates, Sicherheitsoptionen – und wird an einen Standort, die
Domäne oder eine OU **verknüpft**.
- **Computer- und Benutzerkonfiguration:** Die eine wirkt auf Rechner beim Start, die andere
auf Benutzer bei der Anmeldung. Wirksam wird nur, was zu den Objekten in der verknüpften OU
passt.
- **Reihenfolge LSDOU:** lokal, Standort, Domäne, OU, bei geschachtelten OUs von oben nach
unten. Was später kommt, überschreibt Früheres.
- **Ausnahmen:** Eine als **erzwungen** markierte Verknüpfung setzt sich gegen tiefere durch.
An einer OU lässt sich die **Vererbung deaktivieren**. Beides sparsam einsetzen – jede
Ausnahme ist eine Stelle, an der man später sucht.
- **Filtern** nach Sicherheitsgruppe, wenn eine Richtlinie nur für einen Teil der Objekte
gelten soll – statt dafür eine eigene OU anzulegen.
- **Aktualisierung:** Clients holen Richtlinien beim Start, bei der Anmeldung und danach etwa
alle 90 Minuten. Manche Einstellungen, etwa Softwareverteilung, greifen erst nach Neustart
oder Neuanmeldung.
- **Prüfen statt raten:** `gpresult /r` zeigt am Client, was angekommen ist und was
herausgefiltert wurde. `gpupdate /force` wendet sofort neu an.
- **Eine Richtlinie, ein Zweck.** `GPO-Clients-Bildschirmsperre` ist auffindbar und
abschaltbar; eine Richtlinie mit 80 gemischten Einstellungen ist es nicht.
## Übersicht
| Vorhaben | Wo einstellen |
|---|---|
| Bildschirmsperre nach 10 Minuten für alle Clients | Computerkonfiguration, verknüpft an die OU der Clients |
| Laufwerk `S:` für die Buchhaltung | Benutzerkonfiguration (Einstellungen), gefiltert auf die Gruppe der Buchhaltung |
| Kennwortrichtlinie der Domäne | Standard-Domänenrichtlinie |
| Ausnahme für einen einzelnen Testrechner | Eigene OU oder Filterung – nicht die Vererbung für alle abschalten |
## Prüfungsfrage
**Frage:** Eine neue Gruppenrichtlinie für eine Bildschirmsperre wirkt auf den Rechnern der
Verwaltung nicht. Beschreiben Sie Ihr Vorgehen bei der Fehlersuche.
**Antwort:** (1) Prüfen, ob die Richtlinie an die richtige OU verknüpft und die Verknüpfung
aktiviert ist – und ob die Rechner tatsächlich in dieser OU liegen. (2) Prüfen, ob die
Einstellung im passenden Teil steht: Liegen in der OU nur Computerkonten, muss sie in der
Computerkonfiguration stehen. (3) Am Client `gpupdate /force` ausführen, ggf. neu starten,
und mit `gpresult /r` prüfen, ob die Richtlinie angewendet oder herausgefiltert wurde –
etwa durch eine Sicherheitsfilterung. (4) Prüfen, ob eine später angewendete oder erzwungene
Richtlinie die Einstellung überschreibt oder die Vererbung an einer OU deaktiviert ist.
(5) Bei Fehlern in `gpresult` die Erreichbarkeit des Domänencontrollers und die
DNS-Einstellungen des Clients prüfen.