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florian.wildeandClaude Opus 5.5 4219701b29 feat(anmeldung): lokale Benutzerkonten mit Pflicht-TOTP (#035)
Ohne authentik gab es nur den Notfall-Admin – ein geteiltes Konto ohne
Rollen und ohne erkennbare Akteure im Audit-Log. Admins legen jetzt
lokale Konten an; sshkv erzeugt ein Einmal-Passwort, das bei der ersten
Anmeldung ersetzt wird, danach ist TOTP Pflicht.

Rollen, Sperren (beendet Sitzungen sofort) und Zurücksetzen unter
Einstellungen → Benutzer, nur für Admins mit frischer Bestätigung.
SSHKV_LOKALE_KONTEN=0 schaltet lokale Konten ab; der Notfall-Admin
bleibt.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 <noreply@anthropic.com>
2026-10-12 22:36:25 +02:00

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# Installation und Betrieb
SSHKeyVault läuft als Docker-Compose-Stapel aus drei Diensten plus einem einmaligen Migrationslauf:
| Dienst | Aufgabe | Netz | Geheimnisse |
|---|---|---|---|
| `db` | PostgreSQL 17 | nur intern (`internal: true`) | Datenbankpasswort |
| `migrate` | Schema einspielen, Notfall-Admin und Vorlagen anlegen (läuft bei jedem Start einmal) | intern | Notfall-Passwort beim ersten Start |
| `web` | Weboberfläche (Port 3400) | intern + nach außen zum OIDC-Anbieter | `SSHKV_APP_SECRET`, OIDC-Client-Secret – **kein Master-Key** |
| `worker` | SSH zu den Hosts, Ver-/Entschlüsselung, Zeitpläne | intern + zu den Hosts | Master-Key (Docker-Secret), `SSHKV_APP_SECRET` |
## Voraussetzungen
- Linux-Host mit Docker und Docker Compose v2, **im internen Netz bzw. nur per VPN erreichbar**.
- Der Worker muss die zu verwaltenden Hosts per SSH erreichen (Port 22 oder den jeweiligen Port).
- authentik (oder ein anderer OIDC-Anbieter) für die Anmeldung.
- Ein Reverse Proxy mit TLS vor der Weboberfläche.
## Schritt für Schritt
```bash
sudo mkdir -p /opt/sshkv && cd /opt/sshkv
git clone <repo> . # oder Release entpacken
cp .env.example .env && chmod 600 .env
```
In `.env` eintragen (Kommentare in der Datei erklären jede Variable):
- `POSTGRES_PASSWORD` – `openssl rand -hex 24`
- `SSHKV_APP_SECRET` – `openssl rand -base64 48`
- `SSHKV_APP_URL` – die Adresse, unter der Benutzer sshkv aufrufen, z. B. `https://sshkv.intern.example.de`
- `SSHKV_BREAKGLASS_PASSWORD` – mindestens 16 Zeichen; Notfall-Admin `notfall`
- `SSHKV_OIDC_*` – siehe unten
Master-Key erzeugen und nur für den Worker lesbar machen:
```bash
sudo mkdir -p geheim
sudo sh -c 'head -c 32 /dev/urandom > geheim/master.key'
sudo chown 1001:1001 geheim/master.key && sudo chmod 400 geheim/master.key
```
Starten:
```bash
docker compose up -d --build
docker compose logs -f worker # „sshkv-worker … bereit“
```
Beim ersten Start legt `migrate` das Schema, den Notfall-Admin und die eingebauten Vorlagen an; der
Worker erzeugt den **Deployment-Key** der Instanz. Danach sofort den Master-Key sichern
([sicherung.md](sicherung.md)).
## authentik einrichten
1. **Provider** „OAuth2/OpenID Provider“ anlegen: Client-Typ *confidential*, Redirect-URI
`https://sshkv.intern.example.de/api/auth/oidc/rueckruf`, Scopes `openid profile email` und ein
Scope-Mapping, das die Gruppen als Claim `groups` liefert (in authentik Standard).
2. **Application** „SSHKeyVault“ mit diesem Provider anlegen.
3. **Gruppen** `sshkv-admins`, `sshkv-operators`, `sshkv-readers` anlegen und Benutzer zuordnen
(Namen änderbar über `SSHKV_OIDC_GROUP_*`). Wer in keiner Gruppe ist, kommt nicht hinein.
4. In `.env`: `SSHKV_OIDC_ISSUER=https://authentik.example.de/application/o/sshkv/`,
`SSHKV_OIDC_CLIENT_ID`, `SSHKV_OIDC_CLIENT_SECRET`, `SSHKV_OIDC_NAME=authentik`.
Erneute Bestätigung vor kritischen Aktionen schickt `prompt=login` und `max_age=0`; sshkv prüft
`auth_time` im ID-Token. authentik liefert `auth_time` standardmäßig.
| Rolle | darf |
|---|---|
| Leser | alles ansehen, eigene Public Keys hinterlegen |
| Operator | zusätzlich Hosts verwalten, Host-Keys bestätigen, Schlüssel erzeugen, Public Keys ausrollen, abgleichen |
| Admin | zusätzlich Private Keys ausrollen/anzeigen/löschen, Zielkonten mit sudo, Massenwiderruf, Einstellungen, Vorlagen |
## Ohne authentik starten: lokale Konten
authentik ist nicht Pflicht. Ohne `SSHKV_OIDC_*` zeigt die Anmeldeseite nur das Formular für
lokale Konten und den Notfallzugang:
1. Als **Notfall-Admin** anmelden (TOTP einrichten).
2. Einstellungen → „Konten verwalten“ → für jede Person ein Konto mit passender Rolle anlegen und
das Einmal-Passwort auf sicherem Weg weitergeben.
3. Für den Alltag die eigenen Konten nutzen, den Notfall-Admin nur im Notfall – so bleibt im
Audit-Log erkennbar, wer was getan hat.
Später lässt sich authentik dazuschalten; lokale Konten und OIDC laufen nebeneinander.
`SSHKV_LOKALE_KONTEN=0` schaltet die lokalen Konten danach ab.
## Reverse Proxy (Beispiel Caddy)
```caddyfile
sshkv.intern.example.de {
tls internal # oder das interne Zertifikat
@extern not remote_ip 10.0.0.0/8 192.168.0.0/16
respond @extern 403
reverse_proxy 127.0.0.1:3400
}
```
Wichtig: `SSHKV_APP_URL` muss die Adresse mit `https://` sein – davon hängen Secure-Cookie und
OIDC-Rückruf ab.
## Hosts vorbereiten
- **Debian/Ubuntu** mit `openssh-server`, `sudo`, `runuser` (util-linux), `base64`, `sha256sum`,
`visudo` (bei Dienstbenutzer) – auf Standardinstallationen vorhanden.
- Für den Bootstrap per Passwort einmalig ein Konto mit Passwort-Login (root oder ein Benutzer mit
sudo). Danach kann Passwort-Login aus; sshkv zeigt den sshd-Befund an.
## Aktualisieren
```bash
cd /opt/sshkv
sudo bash deploy/sichern.sh
git pull
docker compose up -d --build # migrate spielt neue Migrationen ein
```
## Variablen (Auswahl)
| Variable | Bedeutung |
|---|---|
| `SSHKV_SYNC_CRON` | Zeitplan des Abgleichs (Standard `30 2 * * *`, Europe/Berlin) |
| `SSHKV_MELDUNG_CRON` | tägliche Zusammenfassung der Benachrichtigungen (Standard `0 7 * * *`); geänderte Host-Keys gehen alle 5 Minuten sofort hinaus |
| `SSHKV_SYSLOG_HOST`/`_PORT`/`_PROTOKOLL` | Kopie des Protokolls an einen Syslog-Server (RFC 5424, UDP oder TCP) |
| `SSHKV_SYSLOG_FACILITY` / `_APPNAME` | Facility (Standard `authpriv`) und App-Name (Standard `sshkv`) |
| `SSHKV_WORKER_USER` | Benutzer des Worker-Containers, falls die Master-Key-Datei nicht UID 1001 gehört |
| `SSHKV_BIND` / `SSHKV_PORT` | Bindeadresse/Port der Weboberfläche (Standard `127.0.0.1:3400`) |