Ein zugewiesener Lauf fiel bisher nur auf, wenn jemand die Uebersicht oeffnete; ein ueberfaelliger ueberhaupt nicht. Vier Anlaesse gehen jetzt hinaus — zugewiesen, ueberfaellig, abgeschlossen und Verzeichnisabgleich fehlgeschlagen —, je Person abschaltbar. Niemand bekommt Post ueber die eigene Tat: das ist der haeufigste Grund, Benachrichtigungen ganz abzuschalten, und deshalb faellt der Handelnde immer aus der Empfaengerliste. Eingereiht wird im Anfrage-Pfad, gesendet wird es nicht. Ein haengender Mailserver darf kein Abhaken blockieren, also schreibt der Dienst eine Zeile in `Zustellung` und ein eigener Zeitplan schickt sie. Betreff und Rumpf stehen fertig darin: eine Meldung sagt, was *damals* war. In keiner Nachricht steht ein Schrittinhalt, und damit auch kein erzeugtes Passwort. Darueber wacht src/lib/meldungen.ts — die Funktionen dort nehmen nur Kopfdaten, der Typ laesst nichts anderes zu. Geprueft wird es zusaetzlich ueber alle Rumpftexte, die wirklich verschickt wurden, so wie #012 es fuer die Druckansicht tat. Zwei Dinge haetten ohne Datenbank nicht gehalten. Die Einmaligkeit der Ueberfaelligkeitsmeldung liegt in einem partiellen eindeutigen Index: der Zeitplan sieht jede Minute nach, und ohne ihn bekaeme der Zustaendige fuer einen Lauf, der ueber das Wochenende steht, 2880 Mails — jede fuer sich korrekt, kein Test rot. Und die Sperre der Warteschlange liegt in derselben Tabelle wie die des Abgleichs, denn hinter einem Lastverteiler laufen zwei Instanzen. Eine stille Warteschlange ist schlimmer als keine: Verwaltung → Zustellungen zeigt mit Grund, was hinausging und was nicht. Geprueft gegen einen echten SMTP-Faenger (mailpit) statt gegen eine abgefangene Funktion — und `mailpit` gehoert damit ins Tor vor dem Commit, sonst ueberspringt die Suite 3 Tests und sieht gruen aus. Closes #54 Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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Architektur und Entscheidungen
Ergänzt CLAUDE.md, das die verbindlichen Konventionen enthält. Hier steht das
Warum.
1. Zwei Betriebsmodi, ein Codepfad
Einstellung.modus ist INTERN oder DIENSTLEISTUNG und liegt in der Datenbank, nicht in der
Umgebung — der Admin schaltet ohne Neustart um.
Der Kern der Entscheidung: jede kundenbezogene Zeile trägt immer eine kundeId, auch im
Modus INTERN. Dort ist es die eine Organisation mit isteigeneOrganisation = true, die in
keiner Liste, keinem Filter, keinem Formular und auf keinem Etikett erscheint. Dadurch ist der
Wechsel nach DIENSTLEISTUNG eine Datenänderung (die eigene Organisation wird zum ersten Kunden)
und keine Migration.
Es gibt daher nicht zwei Codepfade für Geräte oder Läufe, sondern ein- und ausgeblendete Felder und Filter. Zwei Funktionen tragen das:
betriebsmodus()— gecachter Zugriff, den alle Listen und Formulare fragenkundeErmitteln(eingabe)— liefert im ModusINTERNimmer die eigene Organisation und verwirft eine mitgeschicktekundeId. Das ist eine Sicherheitsgrenze, kein Komfort.
2. Schichtung
Server Component ──► queries/* ──► prisma
Server Action ──► services/* ──► prisma
└─ rechtErforderlich(), Zod, Regeln, Protokoll
services/* hält die Regeln und wirft eigene …Fehler-Klassen. queries/* hält Lesemodelle und
wendet Rollen- und Mandantensicht selbst an, damit kein Aufrufer sie vergessen kann.
actions/* sind Dreizeiler: Recht prüfen, Schema anwenden, Service rufen.
Der Grund für die Trennung von Action und Service: die Regeln sollen ohne Next.js testbar sein. Vitest ruft den Service direkt.
3. Anmeldung: kein Auth.js
Der Auftrag nannte Auth.js. Beim Prüfen der Lage am 2026-09-24:
next-authv5 steht auf5.0.0-beta.32, seit Jahren ohne GA- authjs.dev führt das Projekt im Wartungsmodus („The Auth.js project is now part of Better Auth"), die Maintainer schreiben „no immediate plans for v5“
@auth/prisma-adapterdeklariert@prisma/clientnur bis>=6— wir fahren Prisma 7
Entschieden wurde deshalb der Eigenbau mit stabilen Bausteinen, wie in ProxLedger:
openid-client6.x für generisches OIDC mit Discovery (Ziel: authentik)josefür ein signiertes Sitzungs-Cookie (HS256 ausAPP_SECRET)@node-rs/argon2für den lokalen Notfallzugang
Rolle und Aktiv-Status werden pro Anfrage aus der Datenbank gelesen, nicht aus dem Token. Eine Rollenänderung greift damit sofort, und ein deaktivierter Benutzer wird auch mit gültigem Cookie abgewiesen.
4. Versionierung und Archiv
Zwei Regeln tragen die Nachvollziehbarkeit:
- Eine veröffentlichte
VorlagenVersionwird nie verändert. „Bearbeiten“ erzeugt eine tiefe Kopie als Entwurf. Ein Lauf auf Version 1 zeigt für immer die Schritte aus Version 1, auch wenn längst Version 5 veröffentlicht ist. - Ein archivierter Lauf ist schreibgeschützt. Die Sperre sitzt in genau einer Funktion,
laufMussVeraenderbarSein(lauf), die vor jeder Änderung an Kopfdaten,SchrittergebnisundKommentargerufen wird. NurADMINholt einen Lauf zurück, mitProtokoll-Eintrag.
Beides ist durch Tests abgedeckt, nicht durch Disziplin.
Abgeschlossen ist nicht archiviert, und der Unterschied ist Absicht. „Abgeschlossen“ ist ein Arbeitszustand: fertig für jetzt. Eine nachgetragene Notiz, ein Kommentar mit dem, was beim Nachfassen herauskam, eine korrigierte Seriennummer — das passiert danach, und zwar oft. Würde schon der Abschluss sperren, bräuchte jede Kleinigkeit einen Administrator, und die Technikerin würde Läufe schlicht nicht mehr abschließen; das Archiv wäre danach nicht genauer, sondern leerer. Unveränderlich wird ein Lauf durch das Archivieren, eine ausdrückliche zweite Handlung. Damit „abgeschlossen“ trotzdem nicht lügt, nimmt der Abschluss sich selbst zurück, sobald eine Änderung einen Pflichtschritt wieder offen lässt.
Der Aufbau einer Version wird als Ganzes gespeichert, nicht Schritt für Schritt: der Editor
hält den Baum im Speicher und sortiert per Drag & Drop, ein Teil-Update wäre dort ständig mit dem
Sortieren im Streit. Dasselbe Zod-Schema (src/lib/vorlagen-format.ts) beschreibt den Entwurf im
Editor, den JSON-Export und den Import — drei getrennte Schemata würden auseinanderlaufen, und der
Import wäre der Ort, an dem das erst auffiele. Das Format ist in
docs/vorlagen-format.md beschrieben.
Die eingebauten Platzhalter stehen als Liste in src/lib/platzhalter.ts
— Daten, kein Code. Der Editor zeigt sie als Hilfe, die Warnung vor unbekannten Platzhaltern
vergleicht dagegen, und die Auflösung in #012 baut darauf auf. Eine zweite Aufzählung an anderer
Stelle würde unweigerlich auseinanderlaufen: ein Platzhalter, der in der Hilfe steht, aber nicht
aufgelöst wird, bliebe im fertigen PowerShell-Befehl als {{…}} stehen.
Die Warnung ist ausdrücklich keine Ablehnung. Ein Tippfehler soll im Editor auffallen und nicht erst dem Techniker im Lauf; es kann aber gute Gründe geben, einen Platzhalter stehen zu lassen — etwa weil die Variable gleich noch kommt. Speichern und Veröffentlichen bleiben deshalb erlaubt.
5. Der Weg zu Phase 4 (Aktionen)
Die in den Vorlagen vorbereiteten PowerShell-Befehle sind bewusst die Vorstufe ausführbarer Schritte. Damit der Schritt dorthin keine Migration braucht:
VorlagenSchritt.typist ein Enum, demAKTIONhinzugefügt wird;konfig(Json) trägt dann Connector und ParameterSchrittergebnis.wertist ein Json, das ein Aktionsergebnis mit Log, IDs und Zeitstempeln aufnimmt- kein Codepfad nimmt an, dass ein Schritt nur von einem Menschen erledigt wird
- das Krypto-Modul für das LDAP-Bind-Passwort ist schon der Platz für Connector-Geheimnisse
5a. Was in der Datenbank steht und warum
Die Service-Schicht ist der richtige Ort für Regeln mit verständlichen Meldungen. Sie ist aber
nicht der einzige Weg, auf dem Daten entstehen: Migrationen, psql, Skripte und ab Phase 4 die
Connectoren schreiben an ihr vorbei. Was stillschweigend falsch werden könnte, steht deshalb
zusätzlich in der Datenbank:
| Regel | Form |
|---|---|
| Höchstens eine eigene Organisation | partieller Eindeutigkeitsindex |
| Höchstens ein Entwurf je Vorlage | partieller Eindeutigkeitsindex |
Kundenkürzel, tagCode-Form, verschlüsseltes Bind-Passwort |
CHECK auf die Form |
| Registriertes Gerät braucht Hostname oder Bezeichnung | CHECK, greift erst ab registriertAm |
| Mitarbeiter aus dem Verzeichnis oder Freitextname | CHECK |
| Status und Zeitstempel laufen nicht auseinander | vier CHECKs |
NICHT_ZUTREFFEND und FEHLGESCHLAGEN brauchen eine Notiz |
CHECK |
| Einstellung ist eine einzelne Zeile | CHECK auf die feste Kennung |
| Mandantengrenze | vier zusammengesetzte Fremdschlüssel |
Die Mandantengrenze verdient die Erklärung: Lauf verweist mit ("geraetId", "kundeId") auf
Geraet("id", "kundeId"), analog für Person und Abteilung, und Geraet ebenso auf den Besitzer.
Damit ist ein Lauf, der ein Gerät eines fremden Kunden zieht, nicht mehr bloß ein Fehler im
Service, sondern strukturell unmöglich. MATCH SIMPLE sorgt dafür, dass ein Lauf ohne Gerät
weiterhin erlaubt ist.
Zwei Dinge sind bewusst nicht kaskadierend: ein Lauf nimmt seine Schrittergebnisse und
Kommentare nicht mit, und ein Protokoll-Eintrag verliert seinen Urheber nicht. Beides stünde
gegen den Zweck eines Archivs. Der tagCode ist zusätzlich in TagCodeVergabe festgehalten,
aus dem nie gelöscht wird — sonst würde ein Code nach dem Löschen eines Geräts wieder frei und
ein alter Aufkleber zeigte auf ein fremdes Objekt.
5b. Warum ein Screenshot nichts über Bedienbarkeit sagt
In dieser Umgebung hydriert next dev nicht: die Seiten werden serverseitig gerendert und sehen
vollständig richtig aus, aber React hängt sich nie an — kein Knopf, kein Formular, kein Sortieren
tut etwas. Nachgewiesen in #010, und zwar auch ohne src/proxy.ts und ohne output: "standalone";
der HMR-WebSocket scheitert mit ERR_INVALID_HTTP_RESPONSE. Es liegt am Werkzeug, nicht an diesem
Code — im gebauten Stand tragen 1281 von 1296 Elementen React-Knoten, im Entwicklungsmodus zwei.
Zwei Folgen, beide verbindlich:
- Oberflächen werden gegen
pnpm build && pnpm startabgenommen, nicht gegenpnpm dev— ebenso die Screenshots. Steht inCLAUDE.md. - Was nur mit angehängtem React gelingt, gehört in einen Playwright-Test.
pnpm test:e2eklickt den Editor durch: anlegen, tippen, sortieren mit dem Finger bei 390 px, speichern, neu laden und nachsehen, ob es wirklich in der Datenbank steht.
Die Content-Security-Policy in src/proxy.ts ist deshalb zweigeteilt: im Entwicklungsmodus mit
unsafe-eval und WebSocket, im ausgelieferten Stand ohne beides. Die Entscheidung fällt an
process.env.NODE_ENV, und tests/sicherheitsrichtlinie.test.ts prüft sie am Proxy selbst — eine
Prüfung der Funktion mit selbst gesetztem Argument hätte genau den Fehler durchgelassen, vor dem
der Kommentar darüber warnt.
5c. Warum die Maskierung dort sitzt, wo sie sitzt
Aus einer Vorlage entsteht ein PowerShell-Befehl, den ein Techniker kopiert und auf einem Domänencontroller ausführt. Drei Entscheidungen tragen das (#012):
- Maskiert wird der eingesetzte Wert, nicht der fertige Befehl. Sonst maskierte man die
Anführungszeichen des Befehls gleich mit.
platzhalterErsetzenbekommt die Maskierung deshalb als Funktion und wendet sie auf jeden Wert einzeln an. - Die Maskierung setzt keine Anführungszeichen dazu — die stehen in der Vorlage. Das ist eine
Annahme, und sie wird geprüft: steht ein
{{platzhalter}}in einemBEFEHL-Schritt nicht zwischen den erwarteten Anführungszeichen, wird der Schritt abgewiesen statt gefüllt. Ein halb maskierter Befehl zum Kopieren wäre die gefährlichste aller Antworten. - Was sich nicht sicher maskieren lässt, wird abgelehnt. Für Cmd gibt es keine Regel, die ein
"in jedem Fall richtig behandelt — ein solcher Wert bekommt eine Fehlermeldung, keinen Befehl. PowerShell liest auch“,”und„als Begrenzer; die werden auf ihre ASCII-Form gebracht und dann maskiert, weil sie sich als Text ohnehin nicht durchreichen lassen.
Geprüft wird das ausgeführt, nicht gelesen: tests/shell.test.ts schickt bösartige Werte durch
ein echtes bash -c und durch ein echtes PowerShell — und wenn auf der Maschine kein pwsh liegt,
nimmt der Test das Container-Abbild. In CI bricht er ab, statt sich zu überspringen; ein stilles
Überspringen sieht genauso grün aus wie ein bestandener Lauf.
Das generierte Passwort entsteht erst beim Ersetzen und wird nirgends zurückgegeben — es gibt keinen Weg, es außerhalb des fertigen Texts zu bekommen. Gäbe es ein Feld dafür, wäre die Versuchung groß, es „nur fürs Protokoll“ mitzuschreiben.
5d. Wie die Aktualisierung funktioniert – und warum sie keine Befehle mitliefert
Die Abarbeitungsansicht hält GET /api/laeufe/[id]/zustand als Ereignisstrom offen — zwei
Techniker teilen sich ein Onboarding und sollen die Arbeit des anderen sehen, ohne die Seite neu zu
laden. Diese Nutzlast trägt nur Status, Schrittzustände und die Zahl der Kommentare und
Anhänge, ausdrücklich keine fertigen Befehle.
Der Grund ist {{generiertes_passwort}}: es entsteht bei jedem Auflösen neu. Lieferte die
Aktualisierung Befehle mit, stünde nach jeder Änderung ein anderes Passwort auf dem Bildschirm als
das, das der Techniker gerade in die Konsole geklebt hat. Die Befehle entstehen deshalb genau einmal
je Seitenaufbau, und der Client lädt die Seite erst neu, wenn sich am Zustand wirklich etwas
geändert hat. Bei verstecktem Tab wird der Strom geschlossen.
Der Route Handler prüft sein Recht selbst und gibt einen fremden Lauf als „nicht gefunden“ zurück — auch und gerade für den Strom, bevor das erste Ereignis fließt.
Warum die Datenbank das Ereignis schickt, nicht der Dienst
Bis #033 fragte die Seite alle zehn Sekunden. Das war richtig, aber zehn Sekunden sind lang, wenn
zwei Leute dieselbe Liste abhaken, und zwanzig offene Laschen bedeuteten zwanzig Abfragen je zehn
Sekunden. Seit #033 melden vier Trigger NOTIFY lauf_geaendert, '<laufId>', eine LISTEN-Verbindung
je Prozess hört zu, und der Route Handler schiebt weiter.
In der Datenbank und nicht im Service, aus demselben Grund, aus dem auch die Regeln dort stehen:
ein Ereignis, das der Service verschickt, entsteht nur auf dem Weg durch den Service. Ein Trigger
sieht auch den Seed, eine Migration und die Reparatur per psql. Und NOTIFY geht an jede
Verbindung mit LISTEN — also an jede Instanz der Anwendung, ohne einen zweiten Dienst.
Welche Tabellen melden, hängt an dem, was das Lesemodell liefert. Das Polling verglich den
ganzen Stand und sah damit auch, was kein Trigger meldet; ein Strom sieht nur, was gemeldet wird.
Fehlte Kommentar oder Anhang, wäre die Live-Aktualisierung gegenüber dem Polling ein
Rückschritt — der Kommentar des Kollegen käme nie an. tests/datenbankregeln.test.ts zählt die
vier Trigger namentlich auf, tests/zustand-route.test.ts die Schlüssel des Zustands.
Das Polling bleibt, als Rückfall an derselben Adresse. Wer kein EventSource hat oder hinter
einem Proxy sitzt, der Ströme puffert, bekommt den alten Weg — dieselbe Rechteprüfung, dasselbe
Lesemodell, dieselbe Nutzlast. Ein zweiter Endpunkt wäre eine zweite Stelle, an der jemand das Recht
vergessen kann. Unterschieden wird allein am Accept-Kopf, den EventSource von sich aus schickt.
Dieser Rückfall wird gefahren, nicht behauptet: tests/e2e/live.spec.ts nimmt dem Browser
EventSource weg.
Eine Obergrenze (SSE_MAX_STROEME, Vorgabe 200) begrenzt die offenen Ströme je Instanz. Ist sie
erreicht, antwortet der Handler gewöhnlich mit JSON; EventSource meldet darauf einen Fehler und
versucht es nicht wieder, und der Client fällt von sich aus auf Polling zurück. Das braucht keinen
Sonderfall und keinen eigenen Fehlercode.
Die Hülle unter src/app/(app)/layout.tsx deckt src/app/api/ nicht ab.
Warum die Benachrichtigungen in einer Warteschlange liegen
Vier Anlässe gehen seit #034 hinaus: zugewiesen, überfällig, abgeschlossen, Abgleich fehlgeschlagen. Drei Entscheidungen prägen das.
Eingereiht wird im Anfrage-Pfad, gesendet wird es nicht. Ein hängender Mailserver darf kein
Abhaken blockieren. Der Dienst schreibt eine Zeile in Zustellung — eine Einfügung in dieselbe
Datenbank, die der Vorgang ohnehin anfasst —, und ein Zeitplan im selben Prozess schickt sie. Das
Einreihen passiert nach der Transaktion und mit abgefangenem Fehler: ein Abhaken darf nicht
daran scheitern, dass eine Benachrichtigung nicht eingereiht werden konnte.
Betreff und Rumpf stehen fertig in der Zeile. Das kostet Platz und ist es wert: eine Meldung sagt, was damals war. Baute der Zeitplan den Text erst beim Senden, stünde in einer Mail von heute der Stand von jetzt — und in einer aufgegebenen Zustellung von nächster Woche etwas völlig anderes.
In keiner Meldung steht ein Schrittinhalt. Darüber wacht src/lib/meldungen.ts: die Funktionen
dort nehmen nur Kopfdaten, der Typ lässt nichts anderes zu. Eine Mail mit dem Lauf-Inhalt wäre
genau die Lücke, die dieses Projekt an jeder anderen Stelle geschlossen hat — das erzeugte Passwort
wird nirgends gespeichert, aber eine Mail liegt für immer in einem Postfach, oft auf einem Server,
der nicht im Haus steht. tests/benachrichtigungen.test.ts prüft es zusätzlich über alle
Rumpftexte, die wirklich verschickt wurden, so wie #012 es für die Druckansicht tat.
Zwei Dinge, die ohne Datenbank nicht gehalten hätten. Die Einmaligkeit der
Überfälligkeitsmeldung liegt in einem partiellen eindeutigen Index: der Zeitplan sieht jede Minute
nach, und ohne ihn bekäme der Zuständige für einen Lauf, der über das Wochenende steht, 2880 Mails —
jede davon für sich korrekt, kein Test rot. Und die Sperre der Warteschlange liegt in derselben
Tabelle wie die des Abgleichs: hinter einem Lastverteiler laufen zwei Instanzen, und ein let laeuft = false im Modul wüsste nichts von der zweiten.
Das Polling-Prinzip gilt auch hier nicht umgekehrt: ein Kommentar und ein angehängtes Foto lösen keine Mail aus. Beides sieht die Live-Aktualisierung sofort (Abschnitt 5d); eine Mail dafür wäre Lärm. Mehr Anlässe wären ein Benachrichtigungsbaukasten, und der ist eine Phase für sich.
5e. Der Aufkleber ist die Schnittstelle
Jedes Objekt traegt einen QR-Aufkleber mit einem tagCode, der nie geaendert
und nie wiederverwendet wird — auch nicht, nachdem das Geraet geloescht wurde
(TagCodeVergabe, #006). Der Aufkleber ist damit die einzige Angabe am Geraet,
die Jahre haelt: Hostnamen aendern sich, Besitzer wechseln, Seriennummern werden
abgeschrieben.
Im QR steht ausschliesslich {APP_URL}/t/{tagCode}. Kein Name, keine
Seriennummer, kein Besitzer. Ein Aufkleber haengt sichtbar am Geraet und wird von
jedem Telefon gelesen, auch von einem fremden; was darauf steht, ist
veroeffentlicht. Die Adresse selbst verraet nichts — dahinter verlangt
/t/[tagCode] eine Anmeldung und zeigt einem fremden Kunden dieselbe Antwort wie
bei einem Code, den es nicht gibt.
Drei Dinge daran sind nicht mehr zu korrigieren, sobald gedruckt ist, und stehen deshalb fest:
- Die Basisadresse kommt aus
APP_URL, mit ihrem Pfad. Liegt die Anwendung unterhttps://firma.de/laufzettel, muss genau das im QR stehen;basisAdresse()insrc/lib/adressen.tshaelt den Pfad fest,tagAdresse()haengt relativ an. Ohne gesetzteAPP_URLwarnt die Druckseite, statt stilllocalhostzu drucken. - Der QR entsteht lokal (
qrcode, Fehlerkorrektur M, Ruhezone 4). Eine externe API bekaeme mit jedem Aufruf den Bestand an Tag-Codes geliefert. - Die Masse sind geprueft, nicht behauptet.
tests/e2e/etiketten.spec.tsmisst die Seitengroesse an einem echten PDF (62 × 29 mm bzw. A4) und liest ein bei 300 dpi gerastertes Etikett mit demselben Decoder zurueck, den auch der Scanner benutzt.
Der Scanner laedt barcode-detector/polyfill: wo der Browser eine
BarcodeDetector-API mitbringt, laeuft sie, sonst springt WebAssembly ein. Dessen
.wasm kommt aus dem eigenen Haus (scripts/wasm-bereitstellen.mjs legt es unter
public/zxing/), weil die Content-Security-Policy nur connect-src 'self'
erlaubt und die Anwendung ohne Internet laufen soll; dafuer traegt script-src
ein 'wasm-unsafe-eval' — die schmale Erlaubnis, WebAssembly zu uebersetzen, und
nicht unsafe-eval. Laeuft die Kamera nicht oder faellt der Decoder aus, steht
an derselben Stelle ein Feld fuer den abgetippten Code: der steht lesbar unter
jedem QR, und ein Scanner, der nicht startet, darf keine Sackgasse sein.
5f. Archiv und Ausdruck: das Gedaechtnis
Die Archivsuche geht ueber drei Tabellen — Lauf.titel, Schrittergebnis.notiz,
Schrittergebnis.wert und Kommentar.rumpf — und steht deshalb als eine
SQL-Anweisung in src/server/queries/archiv.ts statt als vier Prisma-Abfragen.
Zwei Gruende, beide handfest:
Schrittergebnis.wertist ein Json. Nur("wert")::texttrifft denpg_trgm-GIN-Index aus #006; eine ganze Json-Spalte als Text zu durchsuchen kann Prisma nicht.- Die Fundstelle gehoert zum Treffer. Wer im Archiv sucht, will nicht wissen dass etwas passt, sondern wo — Titel, Notiz, Wert oder Kommentar, mit dem Ausschnitt drumherum. Vier getrennte Abfragen muessten das hinterher wieder zusammenlegen.
Jeder Wert geht als Parameter in die Anweisung (Prisma.sql), und %, _ und
\ werden fuer ILIKE maskiert: die Suche nach „50 %“ trifft sonst „5099“.
tsvector bleibt die spaetere Optimierung, so wie in §5a festgehalten.
Abgelegt heisst COALESCE(archiviertAm, abgeschlossenAm, erstelltAm) — derselbe
Ausdruck fuer die Sortierung und den Zeitraumfilter. Zwei verschiedene
Ausdruecke hiessen: ein Lauf steht ausserhalb des Zeitraums, den die Liste an
seiner Position anzeigt.
Die Druckansicht (/drucken/lauf/<id>) ist ein eigenes Lesemodell und kein
Schalter an laufZumAbarbeiten. Dort entsteht beim Fuellen der Befehle ein
{{generiertes_passwort}}; auf einem Blatt, das jemand abheftet, darf keines
stehen — dort erscheint [Passwort – nicht gespeichert], und erzeugt wird
keines. Der Beweis dafuer ist ein Vergleich: zwei Ausdrucke desselben Laufs sind
Zeichen fuer Zeichen gleich, ein erzeugtes Passwort waere bei jedem Aufbau ein
anderes.
Vom Mitarbeiter holt dieses Lesemodell nur Name, UPN und Abteilung — nicht alles und dann gefiltert. Ein Ausdruck liegt herum, wird kopiert und weitergegeben; was darauf steht, ist aus der Hand gegeben.
5g. Der Verzeichnis-Abgleich: vier Schichten und eine Notbremse
Das LDAP-Modul liegt unter src/server/ldap/ und ist absichtlich in vier Dateien
geteilt, von denen nur eine das Netz anfasst:
| Datei | Was darin steht |
|---|---|
fehler.ts |
VerzeichnisFehler — die Basis, unterhalb der Dienstschicht, damit verbindung.ts von ihr erben kann, ohne die Schichtung umzudrehen |
verbindung.ts |
Adressformen (ldaps://, ldap+starttls://, ldap://), TLS-Optionen, mitVerbindung() und das Saeubern fremder Fehlermeldungen |
zuordnung.ts |
reine Funktionen: aus einem Entry wird ein Datensatz in unseren Feldern, DNs werden vergleichbar, Vorgesetzte aufgeloest |
leser.ts |
searchPaginated in 1000er-Seiten, Eintrag fuer Eintrag weitergegeben |
Die Attributzuordnung und die Grenzen des Intervalls stehen in
src/lib/verzeichnis.ts und nicht bei den LDAP-Modulen: das Formular braucht
dieselbe Liste und dieselben Zahlen, und eine Client-Komponente importiert nichts
aus src/server/*. Als beides zweimal geschrieben war, lief es auseinander — die
Oberflaeche liess hoechstens 1440 Minuten zu, der Dienst 10080.
Der Abgleich laeuft nicht in einer Transaktion. Das ist eine Entscheidung mit Folgen: bricht er in der Mitte ab, bleiben die bis dahin geschriebenen Personen stehen. Eine Transaktion ueber das gesamte Verzeichnis haette die Tabelle so lange gesperrt, wie das Lesen dauert. Deaktiviert wird dagegen nur nach einem vollstaendigen Durchlauf — sonst haette ein Netzwerkfehler nach der halben Liste die andere Haelfte der Firma abgeschaltet.
Darum herum liegen drei Regeln, die alle denselben Fehler verhindern — dass eine kaputte Eingabe wie „alle sind gegangen“ aussieht:
- Kein einziger Eintrag zuordenbar ⇒ Fehler, kein Abschalten. Steht in der
Zuordnung ein Kennungsattribut, das es am Server nicht gibt, wird jeder Eintrag
uebersprungen: das Lesen hat geklappt, niemand wurde wiedergesehen, und die
Abschaltung traefe die gesamte Belegschaft — mit Status
ERFOLG. Danach sucht niemand mehr nach dem Grund. - Uebersprungene Eintraege sind nicht verschwunden. Sie werden am
dnerkannt und aus der Abschaltung herausgenommen. - Von Hand angelegte Personen werden uebernommen, nicht verdoppelt. Beim
Onboarding entsteht die Person hier und das AD-Konto danach; der Abgleich findet
sie ueber
upnodersam(ohne Rucksicht auf Gross- und Kleinschreibung) und haengt Quelle und Kennung an dieselbe Zeile. Eine Person, die schon eine andere Quelle fuehrt, wird nie uebernommen.
Uebersprungene Eintraege kommen als hinweis zurueck und nicht als fehler:
Verzeichnisquelle.letzterAbgleichFehler soll heissen, dass etwas schiefging, und
nicht „ein Konto war krumm“.
Der Zeitplan ist node-cron im selben Prozess wie die Anwendung, gestartet aus
src/instrumentation.ts — nur in der Node-Laufzeit und nur, wenn ZEITPLAN_AKTIV
nicht false ist. Zwei Gruende fuer „im selben Prozess“: der nativ ausgerollte LXC
braucht keine zweite systemd-Unit, und der Abgleich benutzt denselben Dienst wie
„Jetzt abgleichen“, also gibt es keinen zweiten Weg mit eigenen Regeln. Die Sperre
liegt in der Datenbank (AbgleichSperre) und nicht im Prozess: zwei Instanzen
hinter einem Reverse Proxy kommen sich sonst in die Quere. Der Zeitplan nimmt
ausdruecklich keine eigene Sperre — sie traege einen anderen Schluessel und
liefe an der des Dienstes vorbei.
5h. Der Seed: einrichten, nicht aufraeumen
Die sieben Vorlagen stehen als JSON im Austauschformat unter
prisma/seed-daten/vorlagen/ und nicht als TypeScript-Literale. Damit prueft sie
dasselbe Zod-Schema, das auch Import, Export und Editor benutzen: eine
Seed-Vorlage ist genau das, was ein Redakteur einspielen koennte, und ein Fehler
faellt beim Einrichten auf statt im ersten Lauf.
Angelegt werden sie nicht ueber vorlageImportieren. Der Import erzeugt
absichtlich einen Entwurf und schreibt einen Protokolleintrag mit dem handelnden
Menschen; der Seed hat keinen Menschen und braucht veroeffentlichte Versionen,
weil sich sonst kein Lauf starten liesse. Er geht trotzdem denselben Weg wie ein
Redakteur — erst Entwurf, dann veroeffentlichen: die Trigger aus #010
verbieten jedes Schreiben an Abschnitten, Variablen und Schritten einer
veroeffentlichten Version. Eine Version gleich als VEROEFFENTLICHT anzulegen und
danach zu fuellen scheitert an der Datenbank, und das ist richtig so.
Der Seed richtet ein, er raeumt nicht auf. Jede Zeile hat einen sprechenden
Schluessel — die Vorlage ihren Namen, die Abteilung (kundeId, name), die Person
ihren UPN, das Geraet seinen tagCode —, und was es schon gibt, bleibt
unberuehrt. Kein upsert mit gefuelltem update: eine im Betrieb geaenderte
Ziel-OU, eine bearbeitete Vorlage und ein umgeschalteter Betriebsmodus ueberstehen
jeden weiteren Lauf. Zweimal hintereinander aufgerufen aendert der zweite Lauf
nichts, und tests/seed.test.ts haelt das fest.
Im Modus DIENSTLEISTUNG haengt der Beispielbestand an der Musterfirma und nicht
an der eigenen Organisation: der Auftrag verlangt, dass LZ-7K3F9Q dort auf
MUS-PC-001 fuehrt. Ein Tag-Code gehoert genau einem Geraet, beides zugleich
ginge also ohnehin nicht — „erzeugt stattdessen“.
Die Tag-Codes der Beispielgeraete sind fest und nicht gezogen. Ein Seed, der
jedes Mal fuenf neue Codes zieht, waere nicht idempotent: beim dritten Lauf laegen
fuenfzehn Aufkleber im Stapel. Weil ein tagCode global eindeutig ist und nie
wiederverwendet wird, bekommt jeder Demo-Kunde seinen eigenen Satz.
6. Betrieb: zwei Wege, eine Regel
Die Datenbank ist auf beiden Wegen von außen nicht erreichbar:
| Weg | Wie |
|---|---|
| Docker Compose | postgres ohne ports:, nur im Netz intern mit internal: true (kein Gateway) |
| Nativ im LXC | PostgreSQL mit listen_addresses = '' — nur Unix-Socket |
Festgehalten in tests/betriebsstand.test.ts, damit ein ports:-Mapping nicht versehentlich
zurückkommt.
7. Werkzeug-Obergrenzen
Zwei Abhängigkeiten dürfen nicht angehoben werden, beides empirisch festgestellt:
eslintbleibt auf 9.x.eslint-config-nextbringteslint-plugin-react@7.37.5mit, daseslintnur bis^9.7unterstützt. Mit eslint 10 bricht das Regelwerk beim Laden ab (contextOrFilename.getFilename is not a function). Eine neuere Fassung des Plugins gibt es nicht — die letzte stammt von April 2025.typescriptbleibt auf~6.0.3.typescript-eslint@8erlaubt nur>=4.8.4 <6.1.0. TypeScript 7.0.2 ist zwarlatest, aber noch nicht unterstützt.
Dazu ein Pinning: prisma und @prisma/client exakt auf 7.10.0. Der latest-Tag von
prisma zeigt auf einen 8.0-RC, der von @prisma/client nicht — ein unbedachtes
pnpm add prisma würde beide auseinanderlaufen lassen.