Das Thema stand als einzelne Zeile unter "Spaeter, ohne Datum" — also unter "waere schoen, und ehrlich gesagt vielleicht nie". Nach der Priorisierungsregel der Datei selbst faellt es unter Kriterium 2: Es kostet jeden Monat Zeit, vor Vermoegensverzeichnis und Jahresbericht besonders viel. Neuer Abschnitt 1.2a mit begruendeten Unterpunkten zu #3 (Vertraege aufspueren), #4 (Schreiben erzeugen, ablegen, nachhalten), #5 (E-Mail), #6 (Serienabfrage der Rueckkaufswerte), #7 (eigene Vorlagen) und #11 (Dauerzahlungen gelten als belegt). Die Zeile unter "Spaeter, ohne Datum" entfaellt, damit dasselbe Thema nicht zweimal steht. "Rueckkaufswert am Vertrag" (1.1, #8) und "Ansprechpartner am Vorgang" (1.2, #9) bleiben, wo sie stehen, sind aber als zugehoerig kenntlich gemacht. Refs #10
Betreuungs-Cockpit
Arbeits- und Dokumentationswerkzeug für die ehrenamtliche rechtliche Betreuung eines Angehörigen: Fristen, Vorgänge, Belege, Vermögen, Sozialhilfe, Berichte.
Keine Rechtsberatung. Die Anwendung rechnet Fristen aus, sortiert Unterlagen und erzeugt Berichte. Sie kennt den Einzelfall nicht. Jeder Hinweis mit Paragraphen-Bezug trägt den sichtbaren Vermerk, dass er die Rückfrage bei Betreuungsgericht, Sozialhilfeträger oder Anwalt nicht ersetzt. Wer sich darauf verlässt, statt beim Rechtspfleger nachzufragen, kann Geld und Ansprüche verlieren.
Inhalt
- Was die Anwendung kann
- Die drei Dokumente, die du wirklich brauchst
- Schnellstart zum Ausprobieren
- Produktivbetrieb mit Docker Compose
- Reverse Proxy
- Alternative: Vercel und Neon
- Sicherheit und Datenschutz
- Was rechtlich zu tun ist
- Sicherung und Wiederherstellung
- Schlüsselverwaltung
- Entwicklung
- Bauprotokoll
Was die Anwendung kann
| Bereich | Kurz gesagt |
|---|---|
| Heute | Eine Seite, die morgens die Frage beantwortet, was ansteht. Fristen-Ampel, wer am Zug ist, offene Nachforderungen des Bezirks, ungeprüfter Posteingang, Kennzahlen. |
| Fristen | Die gesetzlichen Pflichtfristen entstehen von selbst aus dem Bestellungsdatum. Liste, Kalender, ICS-Feed zum Abonnieren. |
| Vorgänge | Fallakte je Angelegenheit, mit Vorlagen (Heimeinzug, Hausverkauf, Widerspruch …) und der festen Ablaufkette für genehmigungspflichtige Geschäfte. |
| Dokumente | Foto oder Scan hochladen, Texterkennung, Volltextsuche über alle Schreiben, Posteingangsbuch, Belegmappe als eine PDF. |
| Vermögen & Kasse | Kassenbuch mit Belegzwang, Konten, Vermögensposten mit Wert-Historie, Vermögensverzeichnis und Rechnungslegung als PDF. |
| Sozialhilfe | Antragsakte, Nachforderungs-Tracker, Bescheid-Prüfung mit Rechtsbehelfsfrist, Heimkosten-Gegenüberstellung, Schonvermögens-Bewertung. |
| Immobilie | Stammdaten, Belastungen, Wert-Historie, Status im Sozialhilfeverfahren, Pflichten-Checkliste bei Leerstand. |
| Verträge | Versicherungen und laufende Verträge mit Kündigungsfristen, Rückkaufswert-Anfrage, Kündigungs-Assistent. |
| Heim & Pflege | Heimvertrag, Leistungszuschläge, Pflegegrad-Historie, Gesundheitsverlauf mit COPD-Bezug. |
| Kontakte | Verzeichnis aller Stellen, Ein-Klick-Kontaktprotokoll, Auswertung für den Jahresbericht. |
| Berichte | Vermögensverzeichnis, Jahresbericht, Rechnungslegung, Belegmappe, Unterlagenpaket für den Bezirk, Vollexport. |
Die drei Dokumente, die du wirklich brauchst
| Wofür | Wo |
|---|---|
| Die Anwendung aufsetzen — auf einem Server, der Docker und einen Proxy schon hat, mit Kontrolle nach jedem Schritt | docs/INSTALLATION.md |
| Täglich damit arbeiten — die zwölf Handgriffe, der Jahresrhythmus, was tun wenn etwas schiefgeht | docs/ANLEITUNG.md, in der Anwendung unter /anleitung |
| Wissen, was sich ändert — was neu ist, was du vor einem Update beachten musst | CHANGELOG.md |
Dazu: docs/ROADMAP.md für das, was als Nächstes
kommt, und docs/BAUPROTOKOLL.md für die Frage,
wie das hier entstanden ist.
Der Rest dieser Datei ist die Kurzfassung für alle, die schon wissen, was sie tun.
Schnellstart zum Ausprobieren
Voraussetzungen: Node.js ≥ 20.11, Docker und Git.
git clone https://git.wilde-server.de/florian.wilde/betreuungs-cockpit.git
cd betreuungs-cockpit
npm install
1. Datenbank und Objektspeicher starten. Beide horchen nur auf
127.0.0.1, gehen also nicht ins Netz hinaus:
docker compose -f docker-compose.dev.yml up -d
2. Konfiguration anlegen. Die Geheimnisse erzeugst du dir:
cp .env.example .env
npm run schluessel # gibt AUTH_SECRET, ENC_KEY_V1, INDEX_KEY aus
Trage die ausgegebenen Werte in die .env ein und setze:
DATABASE_URL="postgresql://cockpit:entwicklung@localhost:5433/betreuungs_cockpit?schema=public"
3. Datenbank einrichten:
npx prisma migrate dev --name fundament
npm run db:sql # Volltextsuche und Audit-Schutz
npm run db:seed
4. Starten:
npm run dev
Dann http://localhost:3000 öffnen. Beim ersten Aufruf führt dich ein Assistent in drei Schritten durch Zugang, zweiten Faktor und die Stammdaten der betreuten Person.
Mit Beispieldaten ansehen
Um zu sehen, wie die Anwendung mit Inhalt aussieht:
echo "SEED_DEMO=true" >> .env
npm run db:seed
Das legt den Fall „Erika Musterfrau" an — COPD GOLD III, Pflegegrad 3, Heimeinzug Januar 2026, leerstehendes Haus in Bindlach, zwei Versicherungen, laufender Antrag beim Bezirk Oberfranken mit acht Nachforderungen. Der Demofall wird in der Produktion nicht angelegt und lässt sich später über den Papierkorb vollständig entfernen.
Produktivbetrieb mit Docker Compose
Zum ersten Mal? Nimm die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie fängt beim leeren Server an, hat nach jedem Abschnitt eine Kontrolle und endet mit einer Abnahmeliste. Was hier steht, ist die Kurzfassung.
Das Compose-Setup bringt drei Dienste mit: die Anwendung, PostgreSQL und MinIO als S3-kompatiblen Objektspeicher, dazu einen Sicherungsdienst.
Einen Reverse Proxy enthält es bewusst nicht — er ist auf dem Zielserver
bereits vorhanden. Die Anwendung horcht nur auf 127.0.0.1:3000.
Die Datenbank hat keine Portfreigabe und ist ausschließlich über das
interne Docker-Netz erreichbar.
# 1. Konfiguration
cp .env.example .env
npm run schluessel
# In der .env mindestens setzen:
# POSTGRES_PASSWORD, AUTH_SECRET, AUTH_URL (die echte öffentliche Adresse),
# ENC_KEY_V1, INDEX_KEY,
# S3_ACCESS_KEY_ID, S3_SECRET_ACCESS_KEY, SICHERUNG_PASSWORT
# 2. Bauen und starten
docker compose up -d --build
# 3. Datenbank vorbereiten
# (die Migrationen laufen beim Start der Anwendung automatisch;
# die beiden SQL-Skripte müssen einmalig dazu)
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/volltextsuche.sql
docker compose exec app node node_modules/prisma/build/index.js db execute \
--schema prisma/schema.prisma --file prisma/sql/audit-schutz.sql
# 4. Bucket im Objektspeicher anlegen
docker compose exec minio mc alias set lokal http://localhost:9000 \
"$S3_ACCESS_KEY_ID" "$S3_SECRET_ACCESS_KEY"
docker compose exec minio mc mb lokal/betreuungs-cockpit
Danach im Browser über die eigene Domain auf /ersteinrichtung gehen und den
ersten Zugang anlegen. Die Seite sperrt sich selbst, sobald ein Zugang
existiert.
Aktualisieren
./scripts/update.sh
Kommst du von 1.1.0 oder älter? Dort lag
update.shohne Ausführungsrecht im Repository —./scripts/update.shendet dann in „Permission denied". Einmalig hilft:bash scripts/update.shAb 1.1.1 ist das Recht gesetzt und der Punktschrägstrich funktioniert.
Das Skript sichert zuerst, zeigt den Changelog zwischen altem und neuem Stand, fragt nach, schaltet um, baut neu und führt danach die beiden SQL-Skripte aus. Schlägt die Sicherung fehl, wird nicht aktualisiert.
--pruefen sieht nur nach, ohne etwas zu ändern. Eigene Änderungen an
versionierten Dateien werden vor dem Umschalten beiseite gelegt
(git stash), die .env bleibt unangetastet.
Einzelheiten und der Weg von Hand: docs/INSTALLATION.md.
Reverse Proxy
Die Anwendung beendet selbst kein TLS und bringt keinen Proxy mit. Sie
horcht standardmäßig auf 127.0.0.1:3000.
Läuft der Proxy auf demselben Server, ist damit alles gesagt: Er zeigt
auf 127.0.0.1:3000, fertig.
Läuft er auf einem anderen Server, setz in der .env die Adresse, über
die er herankommt — am besten die eines privaten Netzes oder eines
WireGuard-Tunnels:
APP_BIND=10.0.0.5
APP_PORT=3000
0.0.0.0 nur, wenn eine Firewall den Port ausschließlich für die IP des
Proxy-Servers öffnet. Zwischen Proxy und Anwendung läuft unverschlüsseltes
HTTP — dieser Weg darf nie durchs offene Netz gehen.
Was der Proxy leisten muss
| Anforderung | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| TLS beenden | Der Browser lehnt Cookies mit Secure-Kennzeichen ab, die Anmeldung schlägt stumm fehl |
Host durchreichen |
Auth.js vergleicht ihn mit AUTH_URL und weist die Anmeldung ab |
X-Forwarded-Proto: https |
Die Anwendung baut Adressen mit http |
X-Forwarded-For |
Die Login-Sperre zählt alle Zugriffe als denselben Anschluss |
| Uploads ≥ 30 MB | Fotos mehrseitiger Bescheide werden abgeschnitten |
| Zeitgrenze ≥ 10 Minuten | Belegmappe, Rechnungslegung und Vollexport brechen ab |
| Antwort nicht puffern | Der Vollexport kommt als Strom |
Keine eigenen Sicherheitskopfzeilen setzen. CSP, X-Frame-Options,
nosniff und HSTS kommen aus der Anwendung. Die CSP enthält eine Nonce,
die pro Anfrage neu ist — eine feste CSP aus dem Proxy blockiert die
eigenen Skripte.
Fertige Konfigurationen für Caddy, nginx und Traefik, mit Zeitgrenzen
und den Gegenproben, stehen in
docs/INSTALLATION.md, Schritt 7.
Alternative: Vercel und Neon
Technisch möglich, hier aber nicht empfohlen. Der Grund ist nicht technischer Natur:
Vercel Inc. und Neon Inc. sind US-Unternehmen. Auch bei Wahl einer EU-Region unterliegen sie potenziell dem US-CLOUD-Act. Für Gesundheitsdaten einer nicht selbst entscheidungsfähigen Person — also besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO — ist das eine Abwägung, die man bewusst treffen und dokumentieren muss. Ein eigener Server in Deutschland nimmt einem diese Abwägung ab.
Wenn du es dennoch willst:
- Neon-Projekt in der Region
eu-central-1(Frankfurt) anlegen, Verbindungszeichenfolge alsDATABASE_URLhinterlegen. - In Vercel unter Settings → Functions die Region
fra1festlegen. - Alle Umgebungsvariablen aus
.env.exampleals Vercel-Secrets eintragen.ENC_KEY_V1undINDEX_KEYgehören zwingend dazu. - Objektspeicher: nicht Vercel Blob, sondern ein EU-Anbieter, z. B.
Hetzner Object Storage (Falkenstein oder Nürnberg).
SPEICHER_TREIBER=s3. - OCR und PDF laufen nicht auf Vercel. Tesseract braucht ein System-
Binary, das es in der Serverless-Umgebung nicht gibt. Setze
OCR_AKTIV=falseoder betreibe einen kleinen Worker daneben. PDF-Erzeugung mit@react-pdf/rendererfunktioniert, kann bei großen Belegmappen aber ins Zeitlimit laufen. - Migrationen laufen nicht automatisch:
npx prisma migrate deployals Build-Schritt oder von Hand. - Mit beiden Anbietern ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO abzuschließen.
Sicherheit und Datenschutz
Hier liegen Gesundheits- und Finanzdaten einer Person, die nicht selbst entscheiden kann. Was dafür umgesetzt ist:
Verschlüsselung
- Transport über TLS (durch den Reverse Proxy).
- Zusätzlich anwendungsseitige Feldverschlüsselung mit AES-256-GCM für Gesundheitsdaten, Diagnosen, den ermittelten Willen, IBANs, Versicherungsnummern, Renten- und Steuernummern sowie alle Freitext-Notizen. Der Schlüssel liegt in der Umgebung, nicht in der Datenbank — ein Datenbank-Dump allein nützt niemandem etwas.
- Der Feldname wird mitauthentifiziert: ein Geheimtext lässt sich nicht von „Diagnosen" in „Notizen" umhängen.
- Blindindex (HMAC-SHA256 mit eigenem Schlüssel) für die IBAN, damit die Frage „kenne ich dieses Konto schon?" beantwortbar bleibt, ohne sie im Klartext zu speichern.
Zugang
- Passwörter mit Argon2id (19 MiB, t=2, p=1 — OWASP-Empfehlung).
- Zweiter Faktor ist Pflicht und lässt sich nicht abschalten. TOTP nach RFC 6238, kompatibel mit Aegis, 2FAS, Bitwarden, 1Password.
- Passkeys (WebAuthn/FIDO2) als zweiter Anmeldeweg — auch für die
erneute Bestätigung vor sensiblen Aktionen. Sie ersetzen den zweiten
Faktor, statt zu ihm hinzuzukommen: Nutzerverifikation wird verlangt
(
userVerification: 'required') und serverseitig nachgeprüft, ein Schlüssel ohne sie wird abgewiesen. Damit sind es dieselben zwei Faktoren — Besitz des Geräts und dessen Entsperrung —, nur an die Domain gebunden und deshalb nicht abphishbar. TOTP muss trotzdem eingerichtet sein, bevor sich ein Passkey anlegen lässt: Er hängt an einem Gerät und darf nicht der einzige Weg hinein sein. - Rate-Limiting am Login, nach E-Mail und nach Anschluss. Die Sperre wird geprüft, bevor Argon2 überhaupt rechnet.
- Die Antwortzeit ist auf eine Mindestdauer gestreckt, damit sie nicht verrät, welche E-Mail-Adressen existieren.
- Sitzungsablauf nach 30 Minuten Leerlauf. Für Export, endgültiges Löschen und die Benutzerverwaltung ist eine erneute Anmeldung nötig.
- Passwortwechsel beendet alle offenen Sitzungen, auch auf fremden Geräten.
Rollen
betreuer— voller Zugriff auf die zugeordneten Betreuten.mitleser— nur lesend, und nur die ausdrücklich je Modul freigegebenen Bereiche (z. B. Geschwister, die den Kontaktverlauf sehen dürfen, aber nicht die Finanzen).admin— Benutzerverwaltung.
Geprüft wird immer serverseitig gegen die Betreuten-ID, nie nur im UI ausgeblendet.
Audit-Log
Jede schreibende Aktion und jeder Dokumentzugriff wird protokolliert: wer, wann, was, alter Wert → neuer Wert. Die Änderungen liegen verschlüsselt.
Das Log ist unveränderlich: ein Datenbank-Trigger weist UPDATE und DELETE
ab — auch bei direktem Zugriff mit psql. Damit ist es der Nachweis
gegenüber Betreuungsgericht und möglichen Miterben. Nachprüfen lässt sich das
so:
docker compose exec db psql -U cockpit betreuungs_cockpit \
-c "UPDATE audit_log SET entitaet='x';"
# ERROR: Das Audit-Log ist unveraenderlich. UPDATE auf audit_log ist nicht zulaessig.
Content-Security-Policy
Streng gesetzt, mit einer Nonce pro Anfrage. Keine externen Schriften, kein CDN, keine Analytics, keine Tracker. Der QR-Code für den zweiten Faktor wird serverseitig erzeugt und als Data-URI eingebettet, nicht von einem fremden Dienst geholt.
Uploads
Der Dateityp wird an den Magic Bytes geprüft, nicht an der Endung und
nicht am gemeldeten MIME-Typ. Erlaubt sind PDF, JPEG, PNG, WEBP, TIFF, HEIC.
Ausgeliefert wird nur über kurzlebige signierte URLs, immer mit
Content-Disposition: attachment und X-Content-Type-Options: nosniff —
ein hochgeladenes HTML-Dokument kann also nie als Seite ausgeführt werden.
Löschen
Papierkorb mit 30 Tagen, danach echtes Löschen. Endgültiges Löschen erfordert eine frische Anmeldung.
Was rechtlich zu tun ist
Das erledigt keine Software für dich:
- Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO mit dem Hoster und mit dem Betreiber des Objektspeichers. Bei Hetzner findest du ihn im Kundenkonto unter Verträge → AV-Vertrag, bei Netcup und IONOS ähnlich. Ohne AV-Vertrag ist der Betrieb formal rechtswidrig.
- Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO. Ein Textbaustein liegt in
docs/verarbeitungsverzeichnis.mdund muss nur ergänzt werden. - Datenschutzhinweise für die betreute Person und für Mitleser:
docs/datenschutzhinweise.md. - Server in Deutschland oder mindestens in der EU. Keine US-Dienste im Datenpfad.
- Bei einer Datenpanne: Meldepflicht binnen 72 Stunden (Art. 33 DSGVO) an die zuständige Aufsichtsbehörde — in Bayern das BayLDA.
Sicherung und Wiederherstellung
Was automatisch läuft
Der Dienst sicherung legt täglich um 03:15 Uhr einen Stand nach
./backups:
pg_dumpim eigenen Format, damit auch einzelne Tabellen zurückholbar sind- verschlüsselt mit AES-256 und PBKDF2 aus
SICHERUNG_PASSWORT - SHA-256-Prüfsumme daneben
- Selbstprüfung: direkt nach dem Schreiben wird geprüft, ob sich die Datei wieder entschlüsseln lässt. Schlägt das fehl, endet der Lauf mit Fehler statt mit einem stillen Scheinerfolg.
- Aufbewahrung 30 Tage, der jeweils erste Stand eines Monats bleibt dauerhaft
Von Hand anstoßen:
docker compose exec sicherung /bin/sh /sicherung.sh
Zurückspielen
docker compose exec sicherung /bin/sh /wiederherstellung.sh \
/backups/cockpit_2026-08-22_0315.dump.enc
Das Skript prüft die Prüfsumme, fragt nach und spielt zurück. Danach:
docker compose exec app npm run db:sql # Trigger und Indizes erneut anlegen
Wiederherstellung üben
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Nimm dir einmal im Jahr zwanzig Minuten:
# 1. Testdatenbank neben der echten anlegen
docker compose exec db createdb -U cockpit probe
# 2. Sicherung dorthin zurückspielen
docker compose exec -e PGDATABASE=probe -e SICHERUNG_OHNE_RUECKFRAGE=ja \
sicherung /bin/sh /wiederherstellung.sh /backups/cockpit_<datum>.dump.enc
# 3. Stichprobe: sind die Daten da?
docker compose exec db psql -U cockpit probe \
-c "SELECT vorname, nachname FROM betreute;" \
-c "SELECT count(*) FROM audit_log;"
# 4. Aufräumen
docker compose exec db dropdb -U cockpit probe
Wichtig ist der letzte Schritt in der Anwendung selbst: eine betreute Person öffnen und nachsehen, ob die Diagnosen im Klartext erscheinen. Erst dann weißt du, dass nicht nur die Datenbank, sondern auch der Schlüssel stimmt.
Was das Backup NICHT enthält
Den Verschlüsselungsschlüssel. ENC_KEY_V1 liegt in der .env, nicht in
der Datenbank. Das ist Absicht: ein gestohlenes Backup ist damit wertlos.
Für dich bedeutet es aber: ohne diesen Schlüssel ist auch dein eigenes
Backup halb blind. Diagnosen, IBANs, Versicherungsnummern und Notizen
bleiben unlesbar.
Ebenfalls nicht enthalten: die Dateien im Objektspeicher. Die sichere gesondert, zum Beispiel:
docker compose exec minio mc mirror lokal/betreuungs-cockpit /backups/dokumente
Oder du benutzt regelmäßig den Vollexport in der Anwendung — der packt Dateien, Daten und Berichte in ein ZIP.
Schlüsselverwaltung
ENC_KEY_V1 ist der wichtigste Wert der ganzen Installation.
Sichere ihn getrennt vom Backup. Passwortmanager und ausgedruckt bei den Betreuungsunterlagen. Wenn er verloren geht, sind die verschlüsselten Felder unwiederbringlich weg — es gibt keine Hintertür.
Schlüssel wechseln
Die Anwendung kann mehrere Schlüsselversionen gleichzeitig lesen:
# 1. Neuen Schlüssel erzeugen und als ENC_KEY_V2 in die .env eintragen
npm run schluessel
# 2. Umschalten - ab jetzt wird mit V2 verschlüsselt
ENC_KEY_AKTIV=2
# 3. Neu starten
docker compose up -d
ENC_KEY_V1 bleibt in der .env stehen, solange noch Daten damit
verschlüsselt sind — sonst sind ältere Datensätze nicht mehr lesbar. Erst
wenn alle Felder auf die neue Version umgeschrieben wurden, darf der alte
Schlüssel weg.
Entwicklung
npm run dev # Entwicklungsserver
npm run typecheck # TypeScript ohne Ausgabe prüfen
npm run lint
npm test # Vitest: Fachlogik
npm run test:e2e # Playwright: kritische Abläufe
npm run db:studio # Prisma Studio
npm run protokoll # Bauprotokoll aus der Git-Historie
npm run version -- patch # Version anheben, Changelog vorbereiten
Konventionen — verbindlich für alle Beiträge:
docs/KONVENTIONEN.md.
Schnittstellen zwischen den Modulen:
docs/SCHNITTSTELLEN.md.
Bildschirmfotos erzeugen
node scripts/screenshots.mjs /heute /fristen /vorgaenge
Meldet sich mit dem Entwicklungszugang an und fotografiert die Seiten am
Schreibtisch und am Handy, hell und dunkel. Setzt voraus, dass
SEED_DEV_TOTP_SECRET in der .env steht — das gilt nur außerhalb der
Produktion.
Betriebswissen, das man einmal gebraucht hat
- Nicht gleichzeitig
npm run devundnpm run buildlaufen lassen. Beide schreiben nach.next; das Ergebnis ist ein Build, dem einzelne Chunks fehlen, und der Fehler (Cannot find module './638.js') zeigt nicht auf die Ursache. Im Zweifelrm -rf .nextund neu bauen. AUTH_URLmuss exakt der Adresse entsprechen, unter der du die Anwendung aufrufst — bis auf Port und Schreibweise. Steht dortlocalhostund du rufst127.0.0.1auf, wird das Sitzungs-Cookie für die falsche Herkunft gesetzt und die Anmeldung landet stumm wieder auf dem Formular.- Der Standalone-Server (
node server.js, so startet der Container) liest keine.env. Alle Variablen kommen von außen — im Compose-Setup über den Abschnittenvironment:. - Beim ersten Start eines Containers laufen die Migrationen automatisch mit. Die beiden SQL-Skripte (Volltextsuche, Audit-Schutz) sind einmalig von Hand anzustoßen, siehe oben.
Technische Grundlage
Next.js 15 (App Router) · TypeScript · Tailwind CSS · shadcn/ui-Bausteine ·
PostgreSQL 17 mit Prisma · Auth.js · Zod · Server Actions ·
@react-pdf/renderer · Tesseract (deutsch) · Vitest · Playwright
Bewusste Abweichungen von shadcn/ui im Original: Bedienelemente sind 44 px
hoch statt 36 px, Auswahlfelder benutzen das native <select>, und
Eingabefelder haben mindestens 16 px Schrift. Alles drei, damit die Anwendung
am Handy zuverlässig zu bedienen ist — im Heim und auf dem Amt.
Bauprotokoll
Jeder Commit trägt die Trailer Etappe: und Phase:. Daraus lässt sich
nachvollziehen, wie lange welcher Bauabschnitt gedauert hat:
npm run protokoll # Tabelle auf der Konsole
npm run protokoll:md # Markdown für docs/BAUPROTOKOLL.md
Der aktuelle Stand liegt in docs/BAUPROTOKOLL.md —
dort stehen auch die Laufzeiten der parallel gebauten Etappen und die
Fehler, die während des Baus aufgefallen sind.
Stand
| nachzuzählen mit | ||
|---|---|---|
| Zeilen TypeScript/TSX | 73.774 | git ls-files "*.ts" "*.tsx" | xargs wc -l |
| Prisma-Modelle | 33 | grep -c '^model ' prisma/schema.prisma |
| Seiten | 79 | find src/app -name page.tsx | wc -l |
| Unit-Tests (Vitest) | 500 | npm test |
| End-to-End-Tests (Playwright) | 45 | npm run test:e2e — 26 Tests über zwei Geräteprofile, geräteabhängige übersprungen |
| TypeScript-Fehler | 0 | npm run typecheck |
Die Befehle stehen dabei, weil die Zahlen sonst altern, ohne dass es jemandem auffällt — bei den Modellen und Seiten war genau das passiert.
Alle acht Etappen sind umgesetzt. Der Produktionsbuild ist gegen den fertigen Standalone-Server geprüft: strenge CSP aktiv, keine Konsolenfehler, keine Anfrage an einen fremden Host.